Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz ....

Diskutiere Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... im Analoge Fotografie Forum Forum im Bereich FOTOGRAFIE FORUM; Der Kentmere 100 gefällt mir immer besser, je länger ich ihn verwende. Aber er ist leider wegen des Trägers keine gute Wahl für die Umkehrentwicklung.
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #81
Der Kentmere 100 gefällt mir immer besser, je länger ich ihn verwende. Aber er ist leider wegen des Trägers keine gute Wahl für die Umkehrentwicklung.
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #82
Ich weiss es auch nicht, hatte dies selber schon bei dem Rollei-Superpan 200 (die Schicht hing in Fetzen in der Lösung).
Das ist mir anfangs mit dem Rollei-Infrarot 400 auch passiert - den darf man beim Umkehren einfach nur mit Samthandschuhen anfassen und muß ihn wie ein rohes Ei handhaben.
Also beim Wässern sehr sanft kippen und nur so viel Kippen wie unbedingt nötig, Bleich-Zeit auf 5 Minuten und Fixierzeit auf 3 Minuten reduzieren und auch die Schlußwässerung auf das nötige Minimum. Seit ich das mache, habe ich keine Probleme mehr.

In Sachen Foma-Rollfilme .....also ich habe (mal wieder) gar keine Probleme mit einem gerade entwickelten 400er, den ich hier zeige!
Ich habe heute (stilecht in einer 1988er 600-ml-Plastimat-Dose mit jeweils 330 ml Bad in Rotation) meine ersten drei Fomapan-100-Rollfilme entwickelt. Die "absolute Zeit" wird uns hier nicht viel bringen (da ich noch von meinen Dokumol-Vorräten zehre und noch nicht auf Ilford PQ umgestiegen bin) - aber der "relative" Unterschied zum Kleinbildfilm (den ich in einer Jobo-1510-Dose bei plusminus 220 ml Bädervolumen rotieren lasse) ist frappierend:
  • der erste Film mit 6 Minuten Erstentwicklungszeit (=Kleinbild-Soll) ganz klar zu dunkel, immerhin in den hellen Zonen soweit überzeugend
  • der zweite mit 10 Minuten deutlich heller, schon besser
  • der dritte mit 13 Minuten nicht wesentlich anders als der zweite.
Über die Gründe rätsle ich noch. Ein Teil geht aufs Konto "Unterbelichtung", aber das erklärt nicht alles. Zu geringes Bädervolumen kann ich mir nicht so ganz als Grund vorstellen, denn der Zweitentwickler hat mit ebenfalls 330 ml ganze Arbeit geleistet: schön satte Schwärzen auf den Dias.

Kurioserweise kam der Erstentwickler (übrigens mit Rhodanid- und Jodid-Zusatz) mit einer deutlichen Blaugrünfärbung wieder aus der Dose heraus 😳🧐. So was hatte ich auch noch nicht...
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #83
Die giftgrüne Färbung ist normal. Das ist der Lichthofschutz der Fomapan-Rollfilme. Die KB-Filme haben das nicht.
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #84
Danke, Christof 👍.

Korrektur bei mir nach der ersten Projektion (man ist ja doch neugierig) : Das Dustere sieht dort nicht mehr so duster aus, wie wenn man die Diapositive nur gegen das Licht hält. Es kam doch zuallererst von Unterbelichtung.
Dennoch würde ich es nächstes Mal mit acht Minuten Erstentwicklungszeit versuchen - oder für sechs Minuten jeweils bei der Aufnahme entschieden reichlicher belichten.
Es sieht auch dann erst mal nach einer ganz biederen Blendenreihe aus, um das Ganze so ein bißchen einzukreisen.
Leider habe ich keinen passenden Scanner für 6x6, sonst würde ich ein paar Kostproben hier dazupacken.
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #85
Ja, aber 1+4 verdünnt, aber OHNE Natriumthiosulfat! dito für SD (nehme aber dafür frische Lösung, nicht den FD, der bei mir noch 5 Gramm Kaliumbromid pro Liter enthält
Ich würde gern noch mal in die Runde fragen, was man für eine etwas höhere Dichte des Dias unternehmen kann?
Docsauter hatte hier Kaliumbromid in seiner Rezeptur erwähnt, jedoch nicht genau beschrieben, was es bewirken soll.

Der Fp4 kommt bei mir eigentlich bei 9:30 und ohne Natriumthiosulfat im FD sehr gut rüber, einzig der Adox könnte nach meinem Dafürhalten etwas dichter in den Schwärzen sein.

Folgend 2x der Adox CHS II mit 6:15min FD:
_GFX9708.jpg
_GFX9709.jpg


Grüße
Seb
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #86
Ich habe die Erstentwicklungszeiten für den FP4 und den ADOX CHS II übernommen und im Eingangspost gelistet!

Danke dafür! 😊 👍
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #87
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #88
Also ich habe durch diesen meinen Faden ja lernen dürfen, dass das Niedrigerdosieren von Natriumthiosulfat im Erstentwickler die maximal Schwärzung der Schatten im Diapositiv weiter steigert .... und ich hatte ja schon sehr "knackige" Ergebnisse für den Fomapan R10 /oder 100 Classic!
Empfohlem hatte ich ja 10g / Liter .... wenn das zu flau kommt, dann eben noch weniger!
Fest steht doch jetzt, dass der ILFORD PQ Universal klasse geeignet für diesen Zweck ist!

Dass dieser Erstentwickler (eigentlich ja ein Papierentwickler) ausfällt (also nicht mehr verfügbar wäre), würde bedeuten, dass Ilford
kein Photopapier mehr machen würde ..... und das wäre dann sowieso das AUS der klassischen Filmphotographie! Da Ilford aber zur Zeit wieder gute Geschäfte mit Photopapier machen kann, ist das sehr unwahrscheinlich.

Jeder muss machen, was er meint! Schön wäre es, wenn es wieder brauchbare DATEN für die Umkehrentwicklung diverser SW-Filme gäbe, ohne dass jeder wieder bei NULL anzufangen hätte.
Genau das versuche ich gerade hier ..... nicht wirklich erfolglos ...nur systhematisiert kriegen wir das nur, wenn wir uns da auf den photochemischen Ablauf irgendwie einigen können.
Wie ja bekannt, ist gerade der Erstentwickler dabei nicht eben austauschbar ......😖

Nicht zu ändern! Alle Infos sind wertvoll .... nur bitte dann immer GENAU schreiben, wie Erkenntnisse zustanede kamen!

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #89
P.S. Ich habe den Zusammenhang: "Natriumthiosulfat im Erstentwickler und Kontraststeigerung durch WENIGER" mal vorne im Faden
durch ein EDIT ergänzt, um unsere "Findings" dann auch zu sichern!

Grüße und Danke für Eure Mitarbeit! 😊

Klaus
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #90
Die zeitweise Affenhitze der letzten Tage trieb mich in den kühlen Fotolabor-Keller, und dabei ergaben sich ein paar Experimente mit Erkundungen, wie gut einige von mir noch nicht (oder nicht zufriedenstellend) ausprobierte Kleinbildfilme zum Umkehren geeignet sind. Da zwei Exotenfilme darunter sind und die Resultate sehr erfreulich waren, wollte ich euch das nicht vorenthalten.

Leider kann ich euch jetzt nur meine Erstentwicklungszeiten in Dokumol 1+7 auflisten (mit gegenüber dem Wachsmuth-Rezept um ein Viertel kleinerer Thiosulfatkonzentration, die ich aber ohnehin nicht sicher messen kann, denn meine Substanz ist feucht geworden) - aber wenn man die Zeit für Fomapan 100 Classic als Bezugswert nimmt und in Relation zu Klaus' Zeit im Ilford PQ setzt, sollten sich die passenden PQ-Zeiten für die anderen Filme auch herauskriegen lassen. Ich gehe davon aus, daß sie knapp unter den Zeiten für meinen Entwickler liegen.
Jedenfalls hat dieses Umrechnungs-Procedere bei mir im Falle anderer Prozesse und zuvor unbekannter Erstentwicklungszeiten für meine Filme gut geklappt.

Alle Versuche bis auf den letztgenannten Film (bei dem ich die Zeit schon von einem ersten Versuch kannte) mit kurzen Teststreifen und einer dreistufigen Blendenreihe: Nennempfindlichkeit - eine Blende überbelichtet - eine Blende unterbelichtet.

Alles gilt für einen Kleinbildfilm in einer Jobo 1510-Dose mit einer Füllung von 200-220 ml Flüssigkeit in Rotation. Eigentlich braucht man da nur 140 ml, aber aus diversen Gründen hatte ich die größere Menge zur Verfügung.
Die Zeiten habe ich jetzt alle auf 20°C umgerechnet - in der Praxis hatte ich in den letzten Tagen 21 bis 22°C, vor einigen Wochen bei kühler Witterung wiederum eher 19°C.

Alsdann:
  • Fomapan 100 Classic: 8 bis 8 1/2 Minuten. Passte für ISO 50 / 18°: schöne Tonwerte. Für Nennempfindlichkeit werde ich aber nächstes Mal eher 6 1/2 bis 7 versuchen (also fast Klaus' Zeit im PQ Universal). Beim Beurteilen des Bleich-Ergebnisses nach 5 Minuten darf man sich nicht irritieren lassen: Der fertig gebleichte Classic hat nur auf der Schichtseite die hellgelbe Färbung, die der Umkehrfilm R100 auf beiden Seiten zeigt. Es fiel mir jetzt auf, weil ich nur einen kurzen Teststreifen in der Dose hatte und beide Seiten sehen konnte. Aber ich kannte schon von anderen Filmen (besonders Fomapan 400), daß sie nach dem Bleichen auf der Trägerseite grau aussahen. Das war alles ok - nur mußten die schmutzigbraunen Stellen weg sein. Waren solche noch da, mußte ich noch weiter bleichen.
  • Fomaortho 400: 11 Minuten. Auch hier war ich etwas zu lang, vielleicht entsprechend einer halben Blende. Nächsten Versuch mit 8 1/2 bis 9 Minuten. Beim PQ also vielleicht noch mal eine Minute kürzer.
  • Fomapan 400: 11 bis maximal 11 1/2 Minuten - diese Zeit meine ich jetzt eingekreist zu haben. 12 Minuten waren zu lang (das reichte fast für ISO 800 /30°), 10 Minuten zu kurz. Die gut 11 Minuten harren noch eines Versuchs. Beim PQ Universal also vielleicht 10 Minuten.
  • Kodak Tri-X-Pan 400: 18 Minuten. Abermals war ich für die Nennempfindlichkeit etwas zu lang. Mein vorangegangener Versuch hatte ihn mit 11 1/2 Minuten nur auf ISO 200 / 24° gebracht. Den nächsten Versuch wahrscheinlich mit etwa 15 Minuten. Ich möchte ihn unbedingt auf Nennempfindlichkeit kriegen, weil ich immer mal für abendliche oder Innenraum-Freihandaufnahmen einen höherempfindlichen Diafilm brauchen kann. Daneben dürfte der Vergleich mit dem Fomapan 400 interessant sein.
  • Ilford Delta 3200: 27 Minuten bei 21,5°C, also geschätzt knapp 30 Minuten bei 20 Grad. Jawoll, hier sollte es mal richtig krachen: Nennempfindlichkeit. Und es hat geklappt 💪 : Die nach ISO 3200 / 36° belichteten Dias sind in Ordnung. Sie sind zwar reichlich hart (auf die gleiche Empfindlichkeit gebrachte HP5-Negative gerieten mir in den 80ern etwas weicher), aber das wird neben der Push-Entwicklung auch an den Lichtverhältnissen liegen: Freihand😁-Nachtaufnahmen mit einem mäßig lichtstarken Canon-Zoom in einer französischen Kleinstadt mit ihren Straßenlaternen. Mein erster Versuch war letztes Jahr in Runzelkorn und teilweise seltsamen Tonwerten geendet. Ich vermute, weil ich damals die Dose mit der Hand gedreht hatte, was natürlich unregelmäßig und ruckartig ablief. Anders kann ich es mir nicht erklären, daß es jetzt, mit meiner rustikalen Rollen-Rotationsvorrichtung, keine Kornprobleme mehr gab. Demnach könnte der Film aber auch bei Kipp-Umkehrentwicklung unerwünschtes Runzelkorn bekommen 👆. Die Erstentwicklung würde ich im Ilford PQ also vielleicht mit 25 bis 27 Minuten bei 20°C probieren.

Nutzt man andere Dosen oder andere Füllmengen, sollte man die Zeiten wahrscheinlich umrechnen. Mir ist z.B. aufgefallen, daß ich bei zwei Fomapan R100 in der Jobo-1520-Dose bei der sehr üppigen Rotations-Menge von 330 ml Flüssigkeit 9 1/2 Minuten gebraucht habe. In der 1510 wären es in der obigen Form bei nur einem Film 7 1/2 bis 8 Minuten gewesen.

Fürs Mittelformat in der 1520 gelten dann wieder andere Zeiten. Bislang habe ich da nur erste Versuche mit Fomapan 100 Classic und 8, 10 und 12 Minuten gemacht. Keiner der Filme war zwar richtig vergeigt, aber schon meine Belichtungen waren nicht einheltlich, weil ich mit den Kameras (Rolleiflex-Automat und Kiev-6C) noch gar keine Übung habe.

Michael
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #91
TOP!!! Herzlichen Dank für diese Daten, die (so denke ich auch) sich so, wie Du andenkst auf den ILFORD PQ-Universal übertragen lassen sollten, der ja 1+5 (ergo etwas höher konzentriert) angesetzt wird, so dass sich schon daraus auch kürzere Erstentwicklungszeiten erklären!
Deine "Schätzungen" zum Ilford- Erstentwickler teile ich genau so! Z.B. hatten sich für den Foma 400 tatsächlich ja auch so um die 10 MIN. als passend gezeigt.

Grundsätzlich halte ich folgendes (von mir ja schon angedachtes) Vorgehen für zielführend:


Ich kenne die Erstentwicklungszeit für einen mir bekannten Film und SUCHE DIE ERSTENTWICKLUNGSZEIT für einen mir noch unbekannten Film .....
Dann gucke ich mal, wie sich bekannte Negativentwicklungszeiten beider Filme ins Verhältnis setzen lassen ... zum Beispiel D76 Zeiten, die immer ordentlich dokumentiert sind.
die Erstentwicklung ist ja eine reine Negativentwicklung und lässt sich mit "normaler" Entwicklung durchaus vergleichen.
Ist dann z.B. das Ergebnis, dass der unbekannte Film in D76 35% länger zu entwickeln ist, dann gilt, dass man die Erstentwicklung bei der Umkehrentwicklung ebenso um 35% verlängern sollte, damit das passt. 😊

Grüße und Danke für Dein Engagement!

Klaus
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #92
Nix zu danken, Klaus 🙂. Ich bin ein großer Fan von schwarzweißen (und Farb-)Dias und weiß, wie lange man im Netz nach Details suchen muß. Da ist ein Faden, wie du ihn hier aufgemacht hast, sehr hilfreich, und man kann für interessierte Leser ja nicht genug Informationen zusammentragen.

Nach der Erstentwicklungszeit habe ich auch eben so gesucht, wie du es (allerdings wesentlich besser auf den Punkt gebracht und damit leichter verständlich 😉 ) beschreibst.
Es ist sehr ermutigend zu sehen, mit welch unterschiedlichen Filmen etwas machbar ist (die Skala ist damit viel breiter als heute bei Farb-Diafilmen), und die winzigen Kosten für den selbstgemachten Entwicklungsprozeß machen Experimente ja praktisch risikolos.
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #93
Nachschlag zu den (Dokumol-)Erstentwicklungszeiten, zwei heutige Kleinbild-Teststreifen weiter:
  • Fomaortho 400: Die anfängliche Vermutung mit den 11 Minuten bei 20°C dürfte doch stimmen. (Ich hatte heute bei 21°C mit 10 Minuten ein gutes Ergebnis; vielleicht nächstes Mal eine halbe Minute weniger.) Wie man schon vermuten konnte, war mein Versuch mit einem Orangefilter komplett sinnlos: Das Filter filtert genau die Farben raus, auf die der Film reagiert. Resultat: Schiefergraues Einerlei, nichts mehr zu sehen. Ein reizvolles Ergebnis beim heiklen Punkt "Himmelsblau und Wolken" bekam ich hingegen mit einem mittleren (Rollei-)Gelbfilter: Die Wolken kamen etwas besser raus, und das sogar bei ganz leicht dunstigem Himmel. Für das Filter habe ich eine halbe Blende zugegeben: das paßte genau.
  • Adox Scala 50: nach dem, was man so lesen kann, identisch mit der Emulsion des Adox HR-50 und des momentan vieldiskutierten Leica Monopan 50. Die aufgrund von Vergleichen nach dem von Klaus beschriebenen Procedere angepeilten 17 Minuten bei 20°C dürften mehr oder weniger stimmen. (Heute waren es 15'30" bei 21°C.) Der Film sieht nach dem erfolgreichen Bleichen mittelgrau aus, mit eher milchigen Bildkonturen. Erst als ich ihn nach dem Klärbad zur Zweitbelichtung aus der Dose holte, hatte er die bekannte hellgelbe Färbung und sichtbare Bildkonturen. Also ein Unterschied zum Fomapan R100, der ist schon nach dem Bleichbad hellgelb. Übrigens bekommt man den HR-50 als Meterware in der Dose (30 m) glatt 40 % billiger als bei einem einzelnen Film 🤓.
Inwieweit der Scala 50 in der Projektion anders oder womöglich sogar besser kommt als der Fomapan R100/100, habe ich mangels Zeit noch nicht ausknobeln können.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #94
Ich reiche mal zwei frisch gescannte Resultate der verrückten Delta-3200-Umkehraktion nach: nächtliche Freihandaufnahmen (nix mit Stativ 😎 ) im vergangenen Dezember, in einer der (fotografisch gesehen: leider) ziemlich seltenen Krefelder Nebelnächte (Canon FD 2,8-3,5 / 35-70 S.S.C., offene Blende, Canon New F-1) :

File0012_N.jpg

File0013_N.jpg

Der Film ist und bleibt auch in dieser Behandlungsform ein Spezialfilm - wie es schon in den 80ern der um drei Blenden nach oben gejazzte HP5 war. Für die Situationen, in denen man nun mal nachts aus der Hand fotografieren möchte: zum Beispiel winterliche Reisen in Städte wie Paris oder Leipzig. HP5 war bei meinen Microphen-Negativentwicklungen feinkörniger, aber das Korn stört mich am Delta 3200 nicht sonderlich.

Allerdings, zum Vergleich: Zum Diafilm entwickelter Tri-X-Pan, der mit seiner Nennempfindlichkeit für viele abendliche Situationen ausreichen dürfte, kommt in den Grauwerten erheblich gefälliger (Orangefilter, Zeiss Planar T* 2,0 / 135, Contax 139, spätes Nachmittagslicht) :

File0015.jpg
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #95
Nochmals ..... Allerherzlichsten Dank für die Erfahrungswerte!😊

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #96
Wieder drei Filme und zwei Teststreifen weiter schält sich bei mir heraus, daß Fomapan 100-Negativfilm sich genausogut umkehren zu lassen scheint wie der offizielle R100-Diafilm.

Allerdings würde ich den R100 Neueinsteigern sehr empfehlen:
  • An ihm kann man so sicher wie an keinem anderen Film, den ich probiert habe, das Bleichergebnis beurteilen: die hellgelbe Färbung, die der Film danach haben soll, ist unverkennbar. Klar, man sieht nur die äußerste Wicklung in der Spirale, aber bislang hat das bei mir gereicht. Bei den anderen Filmen muß man bei der mittelgrauen Färbung schon genauer hingucken. Das hätte mich am Anfang verunsichert.
  • Der R100 scheint mir sehr gutmütig zu reagieren auf Schwankungen bei der Erstentwicklungszeit: Liegt man dort daneben, gerät der Film zwar nicht mehr optimal, aber er ist wenigstens nicht gleich komplett vergeigt.
  • Ähnliches gilt bei der Belichtung in der Kamera: Der Belichtungsspielraum des R100 scheint mir erheblich größer zu sein als der eines Farb-Diafilms. Abermals: Versehentlich eine oder anderthalb Blenden über- oder unterbelichtet sieht das Bild zwar womöglich nicht mehr ideal aus - aber komplett versaut ist es deswegen noch nicht.
Möchte man den Adox Scala 50 verwenden und hat sich auf ihn eingestellt, dürfte sich HR-50-Meterware sehr empfehlen: 30,5 Meter sind momentan noch preiswerter als die gleiche Portion Fomapan R100.
Ob der Scala andere oder bessere Ergebnisse liefert als der R100, habe ich noch nicht ausprobieren können.
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #97
Hallo Klaus,
gerne werde ich die Rezepte, die ich gefunden habe, hier teilen. Die Erkenntnis, dass der Zusatz von kondensierten Polyphosphaten die Haltbarkeit von Bleichbädern auf Kaliumpermanganat/Schwefelsäure-Basis deutlich verbessert, stammt aus einer Patentanmeldung von Agfa-Gevaert (DE1985530C1).
Folgende Rezepte habe ich dazu gefunden:
1.

dest. Wasser 700 ml
Kaliumpermanganat 2 g
M 19 (Natriumkaliumhexametaphosphat),
bzw. Foto-Calgon 20 g
Schwefelsäure 15 % 40,5 ml
dest. Wasser auf 1000 ml
pH-Wert 1,4 – 1,6

Anm.: Die Bezeichnung „ Natriumkaliumhexametaphosphat“ ist wahrscheinlich nicht korrekt, richtig dürfe „ Natriumhexametaphosphat“ sein.
Als Bleichzeit wurden 5,5 Min. bei 20° C angegeben. Das Bad soll angeblich mehrere Monate ohne Ausscheidung von Braunstein stabil sein.

2.
2.1

dest. Wasser 425 ml
Schwefelsäure 15 % 75 ml
Foto-Calgon 10 g

2.2

dest. Wasser 500 ml
Kaliumpermanganat 1,7 g

Beide Lösungen 2.1 und 2.2 werden nach dem vollständigen Auflösen der Substanzen zusammengegossen. Als Bleichzeit werden 7,5 Min. angegeben. Auch hier wird eine Haltbarkeit von mehreren Monaten angegeben.

Viele Grüße, Jochen
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #98
Wieder drei Filme und zwei Teststreifen weiter schält sich bei mir heraus, daß Fomapan 100-Negativfilm sich genausogut umkehren zu lassen scheint wie der offizielle R100-Diafilm.

Allerdings würde ich den R100 Neueinsteigern sehr empfehlen:
  • An ihm kann man so sicher wie an keinem anderen Film, den ich probiert habe, das Bleichergebnis beurteilen: die hellgelbe Färbung, die der Film danach haben soll, ist unverkennbar. Klar, man sieht nur die äußerste Wicklung in der Spirale, aber bislang hat das bei mir gereicht. Bei den anderen Filmen muß man bei der mittelgrauen Färbung schon genauer hingucken. Das hätte mich am Anfang verunsichert.
  • Der R100 scheint mir sehr gutmütig zu reagieren auf Schwankungen bei der Erstentwicklungszeit: Liegt man dort daneben, gerät der Film zwar nicht mehr optimal, aber er ist wenigstens nicht gleich komplett vergeigt.
  • Ähnliches gilt bei der Belichtung in der Kamera: Der Belichtungsspielraum des R100 scheint mir erheblich größer zu sein als der eines Farb-Diafilms. Abermals: Versehentlich eine oder anderthalb Blenden über- oder unterbelichtet sieht das Bild zwar womöglich nicht mehr ideal aus - aber komplett versaut ist es deswegen noch nicht.
Möchte man den Adox Scala 50 verwenden und hat sich auf ihn eingestellt, dürfte sich HR-50-Meterware sehr empfehlen: 30,5 Meter sind momentan noch preiswerter als die gleiche Portion Fomapan R100.
Ob der Scala andere oder bessere Ergebnisse liefert als der R100, habe ich noch nicht ausprobieren können.
Lieben und herzlichen Dank für diesen Erfahrungebericht, der diesen Faden sehr bereichert!!

Grüße und viel Spaß mit Film! 😊

Klaus
 
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #99
Hallo Klaus,
gerne werde ich die Rezepte, die ich gefunden habe, hier teilen. Die Erkenntnis, dass der Zusatz von kondensierten Polyphosphaten die Haltbarkeit von Bleichbädern auf Kaliumpermanganat/Schwefelsäure-Basis deutlich verbessert, stammt aus einer Patentanmeldung von Agfa-Gevaert (DE1985530C1).
Folgende Rezepte habe ich dazu gefunden:
1.

dest. Wasser 700 ml
Kaliumpermanganat 2 g
M 19 (Natriumkaliumhexametaphosphat),
bzw. Foto-Calgon 20 g
Schwefelsäure 15 % 40,5 ml
dest. Wasser auf 1000 ml
pH-Wert 1,4 – 1,6

Anm.: Die Bezeichnung „ Natriumkaliumhexametaphosphat“ ist wahrscheinlich nicht korrekt, richtig dürfe „ Natriumhexametaphosphat“ sein.
Als Bleichzeit wurden 5,5 Min. bei 20° C angegeben. Das Bad soll angeblich mehrere Monate ohne Ausscheidung von Braunstein stabil sein.

2.
2.1

dest. Wasser 425 ml
Schwefelsäure 15 % 75 ml
Foto-Calgon 10 g

2.2

dest. Wasser 500 ml
Kaliumpermanganat 1,7 g

Beide Lösungen 2.1 und 2.2 werden nach dem vollständigen Auflösen der Substanzen zusammengegossen. Als Bleichzeit werden 7,5 Min. angegeben. Auch hier wird eine Haltbarkeit von mehreren Monaten angegeben.

Viele Grüße, Jochen

Hallo Jochen und lieben Dank für Deinen netten Baitrag in unserer Sache!👍😊

Ich habe Deinen Post mal hierhin (also an richtige Stelle) verschoben, damit Du alle Interessenten auch wirklich erreichst!😊

Nun ist es ja so, dass ich OBEN ja berichte, dass ich mit "Foto-Calgon" versucht hatte, eine zeitfeste Bleiche herzustellen und damit gescheitert war??!
Allemal aber ist es möglich, dass mir SCHROTT verkauft wurde .... leider bin ich ja kein Photo-Chemiker .... Deine Quellen kenne ich tatsächlich .... die eigentliche Frage (da man dem AGFA-Patent schon glauben können sollte) ist, wo bekommen wir denn geeignetes
"Natriumhexametaphosphat"
her????

Wäre z.B. dieses Angebot geeignet??!

Sodium Hexametaphosphate SHMP Grahams Salt Laundry Detergent Degreaser Free P&P | eBay.de

Zusatzfrage: Hast Du das, was wir da lesen auch ausprobiert? Funktioniert das GESICHERT?😊

Überlegung: Die Bleiche, die ich oben GESICHERT empfehle funktioniert ja klasse, ist aber nach Gebrauch instabil und muss verworfen werden .... (kann nicht wiederverwendet werden!)

Die so zu verwerfenden Chemikalien sind ja nicht teuer ... dennoch würde ich sehr gerne eine Lösung nutzen, die mit minimalem Chemiekalien Aufwand den Job macht. Insofern wäre Deine oben genannte Rezeptur natürlich eine willkommene Verbesserung des gesamten Prozesses!

Lieben Dank für Deine Verbesserungsvorschläge!😊

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Schwarzweiß Umkehrentwicklung mit Selbstansatz .... Beitrag #100
Nein, selbst ausprobiert habe ich das noch nicht, weil ich die wenigen Male, in denen ich SW-Umkehrentwicklung gemacht habe, immer mit der klassischen Kaliumdichromat-Schwefelsäure-Rezeptur gearbeitet habe. Das hat immer funktioniert und als Chemiker habe ich kein Problem, mit solchen Stoffen sicher umzugehen und sie nach Gebrauch umweltfreundlich unschädlich zu machen.
Ein geeignetes Natriumpolyphosphat mit annähernd neutralem pH-Wert, das dem von Udo Raffay in seiner Rezeptesammlung zitierten "Fotoplex 3" entspricht, und das ich in Entwicklerformulierungen, wo Fotoplex 3 enthalten ist, immer verwende, ist das Produkt "Budit 7 H" der Chemischen Fabrik Budenheim.


Durch seinen neutralen pH-Wert verändert es die Alkalität von Entwicklern kaum uind verhindert Kalkauscheidungen bei hartem Wasser. Foto-Calgon gibt es bei Wolfgang Moersch:

Viele Grüße, Jochen
 
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