Negative oder Dias digitalisieren und digital optimieren:

Klaus-R

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Nachdem Bülent hier

Tutorial: 35mm Farbfilm Negativ Entwicklung

sehr engagiert und gut verständlich zeigt, wie man Farb-Negativ Filme sehr einfach und wirklich fachgerecht selber entwickeln kann, soll es hier mal weitergehen mit der Frage, wie man das nun analog vorliegende Filmmaterial denn nun möglichst hochwertig und eben nicht unendlich teuer digitalisieren kann.

Kurz die Möglichkeiten:

Scannen mit diversen am Markt erhältlichen Scannern oder Reproduzieren.
Reproduzieren meint, das Nagativ oder Dia auf einem Lichtpult durchleuchten und dann mit einer Digitalkamera und dafür geeigneter Optik ablichten (abphotographieren).
Einen Dienstleister mit dem Job zu beauftragen.

Es gibt zu allen Verfahren diverses Material im Netz .... gute und weniger gute Beiträge, Meinungen und Pathos .... genug Zeug also, um sich eine Meinung zu beilden, welchen Weg man nun gehen möchte. Zum Schluss sollte dann eine Entscheidung stehen, wie man das Thema nun angehen möchte.
Der Dienstleister ist für mich ja schon bei der Film-Entwicklung raus, so auch bei der Digitalisiertung von Filmmaterial.

Kurz: Ich habe mich für die Verwendung von Scannern entschieden, weil ich wirklich denke, dass mit solchen Geräten hochwertige und bezahlbare Ergebnisse resultieren bei sehr komfortabeler Durchführung.

Eine gute Auflistung solcher Gerätetypen schafft Filmguru Steffen Schüngel in diesen diesbezüglichen Youtube Beiträgen:


Natürlich bin ich in einigen Punkten anderer Meinung als Schüngel, der das Thema aber ebenso gründlich, wie umfassend ausleuchtet Dank an ihn schonmal dafür.👍

Wer hier weiterlist, erfährt halt eben meinen Clue in der Sache ... naja ..... wer mich kennt, der weiß,
dass ich nicht gerne zu viel Geld aus dem Fenster trete, wenn es preiswertere Möglichkeiten gibt ...
teuer kann jeder ... preiswert ist die Herausforderung.

Filmtypen:

Für mich gibt es nur zwei relevante Filmtypen, die mit einiger Sicherheit Bestand haben werden, solange es überhaupt noch Film geben wird und das wird es ... genau so, wie die Schallplatte nie ganz gestorben ist und inzwischen wieder aufblüht:

Kleinbildfilm Typ 135:
Rollfilm Typ 120:

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Nur ganz kurz, weil hier nicht Thema und auch nur, weil beide Film-Typen IMHO leider unterschiedliche Scanner erfordern:
Der 120er ist der älteste Film alle Zeiten der UR-Film sozusagen und geht auf die späten 1880er Jahre zurück.
Der KB-Film (Typ 135) ist eigentlich 35mm Kinofilm gewesen und kam mit Oscar Barnacks Leica Ende der 1920er Jahre in die sog. Kleinbildkameras. Der 135er Film ist der erfolgreichste Film aller Zeiten, wie gesagt ... gefolgt vom Rollfilm 120. Wer es googeln möchte, wird feststellen, dass es in der Geschichte der Film-Photographie eine Unzahl von verschiedenen Rollfilmen gab, (natürlich um Patente zu umgehen und eigenes Filmmaterial durchzusetzen), was aber letztendlich nie gelungen war.

Ich versuche möglichst kurz zu bleiben ....

Typ 120 Film (ab jetzt Rollfilm genannt) scannt man preiswert und wirklich sehr gut mit einem dafür optimierten Falchbettscanner und Kleinbild Film am besten mit einem dafür gemachten Zeilenscanner (also einem reinen Photoscanner für KB-Nutzung.

Kurz zu beiden Scanner Typen:
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Ein Flachbettscanner mit einer Film-Durchlicht-Einheit kann im Grunde alles! Ein Solcher Scanner scannt Dokumente aller Art und auch die beiden genannten Filmtypen 135 und 120. Für wirklich gute Kleinbild Scans reicht aber leider seine tatsächliche Auflösung nicht aus, weil diese viel zu stark vergrößert werden müssen. Für sämtliche Mittelformate leistet er ganz hervorragende Dienste.

Für die Kleinbild Digitalisierung braucht es dann doch einen speziellen KB-Zeilenscanner,
der auf die winzigen Negative (oder DIAS) spezialisiert ist, um wirklich Bildqualität aus den Filmen zu ziehen:
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Empfehlungen:

Natürlich gibt es Alternativen (zumal erheblich teurere) aber nach umfangreichen Recherchen und eigenen Erfahrungen empfehle ich für die Mittelformate Die Modelle EPSON Perfection 550 oder 600
Nur dann, wenn auch Großformate gescannt werden sollen, macht der erhebliche Mehrpreis für einen 700er oder einen 800er einen Sinn.

Für Kleinbild-Abtastung einen Zeilenscanner aus der Baureihe Plustek Optikfilm xxxx. Die Zahl hinter dem "Optikfilm" ist IMHO ziemlich egal .... die vielen Modelle der Baureihe unterscheiden sich meiner Meinung nach nicht wirklich!
Für die Modelle 7200 und 7300 gibt es offiziell keine WIN 10 Treiber mehr, sie laufen aber dennoch unter WIN 10, wenn man WIN 10 so konfiguriert, dass auch unsignierte Treiber installierbar sind! WICHTIG ferner ... und da kommt man nicht so ohne weiteres 'drauf .... Wenn ein älteres Silverfast Scannprogramm beiliegt, das noch 32 BIT programmiert ist, dann muss MANUELL auch der 32 BIT Treiber auf einem 64 BIT WIN-System installiert werden, sonst funktioniert es nicht!
Die Plusteks sind zwar langsam und umständlich zu bedienen, liefern aber die seltene Scanqualität
von erheblich teurerem Gerät für erheblich weniger Kohle auch ab.


Einlegen der Negativ-Streifen in die jeweiligen Filmhalter:

Wichtig ist, dass immer die Filmemulsion zum Abtaster zeigt (also nach unten) und somit der Filmträger nach oben!

Die Emulsion ist immer die etwas matter schimmernde Seite! Weil das oft schwierig zu erkennen ist,
hier zwei viel einfachere Methoden, es richtig zu machen!

-Wenn man das Seitenverkehrte Bild im Durchlicht erkennt, dann schaut man auf den Filmträger! Diese Seite muss nach oben eingelegt werden!

-Wenn die Beschriftung des Filmes seitenrichtig zu lesen ist "Z.B. Kodak Portra 160", dann guckt man auf den Träger und diese Seite muss nach oben zeigen, weil ja die Emulsion nach unten gehört.

Das gilt natürlich für beide Filmtypen gleichermaßen.

BEI ALLEN EPSON MODELLEN IST DAS SEIT JAHREN GENAU FALSCH HERUM IN DER ANLEITUNG AUSGEWIESEN ...und wird trotz zahlreichen Hinweisen einfach nicht verbessert!
Auch Schüngel (wie viele andere Autoren) weisen auf diesen Fehler hin .... ohne dass der Hersteller leider reagiert hätte!
Auch die Filmhalter sind diesbezüglich leider alle falsch beschriftet!

RICHTIG ist, dass man die Beschriftung nach oben weisend seitenrichtig lesen können muss!

Das gleiche gilt für den Plustek Scanner ebenfalls! Die Emulsion gehört nach unten, der Träger nach oben. Auch beim Plustek muss die Draufsicht seitenverkehrt sein bzw. die Beschriftung seitenrichtig lesbar sein.

Ein wichtiges Werkzeug beim Scannen ist ein kleiner Blasebalg, mit dem man Scanner und Negative ständig abpusten sollte, weil Staub eben sehr unschön im gescannten Bild ankommt.

Bei Negativen zeichnet er sich weiß ab, bei Dias entsprechend schwarz.

Zum Thema Staub und wie man ihn behandelt und vermeidet komme ich im Zuge der Film-EBV noch im Detail.

Vorteile der Flachbettscanner:

Es können ein oder sogar zwei Filmstreifen (Kleinbild) gleichzeitig und automatisiert abgetastet werden.
Der KB-Zeilenscanner (zumindest der empfohlene Plustek) ist umständlich zu bedienen ...
die einzelnen Negative müssen einzeln nachgeführt werden. Nur sehr teure Geräte machen das automatisch.
Da aber die ganze Filmphotographie sowieso äußerst umständlich und zeitintensiv ist, sollte man sowas entspannt sehen.
Wer dabei keinen Spaß hat, sollte eben digital photographieren.

Ein letztes Wort zum Umgang mit dem Flachbettscanner:

Bitte (abgesehen von dem Fehler mit den falschherum eingelegten Negativen) einfach die Anleitung befolgen.

Negativhalter mit Glashaltern sind nix! Das führt nur zu noch mehr eingeschlossenem Staub, den keiner gebrauchen kann.
Leichtes Wölben der Negative ist harmloser, als im Netz teilweise "dramatisiert". Der Abtaster arbeitet mit einiger Tiefenschärfe .... ich erkenne da keine Probleme!

Bitte auf gar keinen Fall NASS SCANNEN! Ich kriege Zustände, wenn ich das sehe, was da teilweise im Netz gezeigt wird!
Nasse Negative nehmen Staub auf, der dann auch noch auf Ewigkeit in die Filmemulsion eintrocknet!
Jedes nassgescannte Negativ muss dann auch wieder fachgerecht (vor allem staubarm!) getrocknet werden!
Bitte einfach sowas gar nicht erst andenken. Es gilt ja nicht zuletzt auch, die Negative zu schonen
.... vom Zeitaufwand mal ganz zu schweigen. Bitte also trocken scannen!

Scan Software:

Grundsätzliches .......
Im Gegensatz zu, Schüngel und anderen, die sich sehr ausführlich und trefflich in Sachen Scan-Software äußern und bis ins Feisnste in eben solcher Software "austunen", sehe ich das alles viel lockerer und bin gar nicht bereit, am Ende noch viel Geld in vermeintlich noch bessere Scan Software zu investieren .... DENN ....
Ich bin der schlichten Meinung, dass die Scan-Software nur eines können soll, nämlich die möglichst unbeschnittenen und vollständigen Bildinformationen auf die Festplatte zu bringen. Das Thema Bildgestaltung und -bearbeitung würde ich dann doch bei den Platzhirschen wei Photoshop oder Affinity Photo belassen wollen, weil deren Möglichkeiten die von beispielsweise Epson Scan oder Silverfast bei weiltem übersteigen.

Gucken wir also mal kurz in Epson Scan hnein:
160571

Epson Scan halte ich für ein ganz hervorragendes Tool, um möglichst alles aus unseren Film-Vorlagen herauszuholen!
Die Software kann (Mittelformat) einen Ganzen Filmstreifen (Kleinbild sogar zwei Filmstreifen) nicht nur abtasten, sondern auch gleich in Einzelbilder zuschneiden. Dafür muss man der Software nur mitteilen, welches Mittelformat belichtet wurde (hier gerade 4.5x6cm).

Wichtige Einstellungen (gilt für jede Scan Software gleichermaßen!)

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-Scanvorlage einstellen (hier Film + negativ)
-Bildtyp einstellen (hier Farbe mit 24 Bit Farbtiefe)
-Auflösung einstellen (hier 3200DPI)
-Korrekturen vornehmen (hier ist noch Vollautomatik eingestellt)

Überlegungen zur Auflösung ......

Der Scanner "kann" nominelle Auflösungen bis zu sagenhaften 12800 DPI, was ewige Scanzeiten und Hyperdateigrößen verursacht, die nun wirklich keinen Sinn mehr machen.
Die hier mal eingestellten 3200 DPI ergeben Bilddateien von etwa 27 Megapixel für das 4,5x6 cm Mittelformat, was durchaus angemessen ist, auch wenn da noch etwas mehr Auflösung drin steckt. Jeder mache sich da mal eigene Versuche und beurteile die Ergebnisse kritisch selber ....
weniger ist IMHO meist dann doch mehr!
Wer zum Beispiel wirklich glaubt, man könne aus einem KB-Negativ (gerade aus einem Farbfilm!) sowas wie 35 MP herausscannen, liegt voll daneben .... das ist ein anderes Thema, hier jetzt mal nicht!

Aussteuern des Scans:

160573

Das Allerwichtigste ist (egal, wie "flau" es aussieht!), dass die Aufnahme die Scansoftware verlässt, ohne dass der Gesamttonwertumfang beschnitten wird!
Es geht darum, noch Luft zu lassen, um das Bild anschließend noch fein bearbeiten zu können (IMHO viel sinnvoller in einer Profi EBV, als gleich im Scanprogramm!).

Was also in der Scansoftware geregelt werden sollte reduziert sich IMHO auf folgende Punkte:

Schwarzpunkt exakt anregeln, Weißpunkt exakt anregeln, Gammawert (mittlere Tonwerte) grob justieren und Weißabgleich grob justieren.

Alles Weitere (meine Meinung!) dann lieber in Affinity Photo oder Photoshop etc..

Was ich hier schreibe, sehe ich genau so auch für Silverfast, das z.B. immer in einer SE-Version den Plustek Scannern beiliegt.

Staub und Kratzer:

Es geht nicht ohne Staub! Egal ob man selber entwickelt, oder einen Dienstleister mit der Aufgabe der Filmentwicklung betraut, es findet immer irgendein Feinstaub seinen Weg auf meine Filmemulsion und verewigt sich dort.
Dabei gibt es zwei Arten von Staub:

Einmal der, der leider in die noch nasse Filmemulsion eintrocknet und sich dort leider verewigt und der (völlig harmlose) Staub, der sich später auf den trockenen Film legt und einfach weggepustet werden kann.

Ich hab's schon mehrmals geschrieben .... man kann fast allen Ewigkeitsstaub vermeiden, indem man ein Netzmittel zum Trockenen verwendet, damit das Wasser abläuft und nicht auftrocknet (auch wegen Kalk!!)

Ferner empfehle ich als Ort zum Trocknen frisch entwickelter Filme die Duschkabine im Badezimmer,
weil es dort kaum Staub gibt! Am besten vor dem Aufhängen der Filme die Dusche kurz anstellen, weil so der allerletzte Staub von den Mikrotröpfchen gebunden wird.

Genau aus diesen Gründen (NOCHMALS!) rate ich vom Nassscannen dringend ab!

Wie auch immer ... es geht nicht ganz ohne Staub .... wie also damit umgehen?

Der Epson V600 hat eine sog. Infrarot-Staub Erkennung, die Staubpartikel physikalisch erkennen kann und auch gleich wegretouchieren kann.

Die Plustek KB-Scanner haben das je nach Modell entweder ja, oder nein ... meiner hat es nicht,

Alle (besseren!) Filmscanner haben aber eine softwarebasierte Staub-und Kratzerentfernung .... dazu unten!

Fakt ist, dass die INFRAROT Erkennung EWIGKEITEN dauert und gefühlt den Scanner ziemlich verschleißt, so oft wie der dann wieder und wieder abtasten muss. Hinzu kommt, dass das Verfahren bei SW Negativen leider gar nicht funktioniert.

Für mich ist das Thema inzwischen eine reine Software Angelegenheit geworden .... und da gibt's was, das viel besser ist, als das, was die jeweilige Scannersoftware bietet .... noch dazu eine Freeware ... ich komme dazu.

Silverfast SE:

160574

Je nachdem, wie alt nun der Plustek Scanner ist (meiner ist noch aus der XP-Zeit, aber absolut neuwertig), ist auch die mitgelieferte (an den Scanner gebundene) Silverfast Version entsprechend "veraltet", was ich aber ganz entspannt sehe und wo ich für ein Upgrade (Silverfast ist sehr teuer!) auch gar keine Notwendigkeit erkenne, denn das was ich oben ja ausführe, was ich von einer Scan-Software erwarte, leistet auch diese alte Version perfekt.

Schön finde ich, dass es Presets für viele verschiedene Filme gibt (vgl. oben) Wählt man dort einen Film an, dann liegt man schon sehr nahe an einem brauchbaren Weißabgleich und hat den Charakter des Filmes ganz gut in der Vorschau (sofern dieser exakt entwickelt wurde und nicht überlagert war). Die Vorschau ist gröber als bei Epson Scan ... lässt sich aber trotzdem gut beurteilen. Endschärfe bringt dann erst der wirkliche Scandurchlauf.

Ich sag mal .... erstmal FETTICH!
Die Bilder sind dann erstmal digitalisiert und auf der Festplatte.
Schön sind sie noch nicht in jedem Falle, denn die wirkliche Bildbearbeitung soll ja erst noch folgen. Wichtig bis hierhin ist zunächst, dass die Bilddaten möglichst unbeschnitten bzw. vollständig erfasst werden.

Wie es sinnvoll weitergeht und wie (immer nur meiner Meinung nach) am genialsten der Staub aus dem Bild kommt, das soll noch folgen.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
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24.09.2019
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Klaus-R

Klaus-R

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Negative oder Dias digitalisieren und digital optimieren: (Teil 2)

Nun sind die Aufnahmen digitalisiert und auf der Festplatte. Perfekt sind sie in aller Regel so noch nicht.
Man könnte jetzt zwar meinen, dass alles Weitere eben genau so abläuft, wie bei originär digital aufgezeichneten Photos (das ist in vielen Punkten auch so), aber nun haben Film-Photos doch ein paar Besonderheiten, die ich dabei berücksichtigen würde.
Die Eigenheiten von Farbnegativ-Filmen zeigt der Kodak Gold 200 als Kleinbild Film IMHO ganz gut.

Kurze Wiederholung:

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Die hier gezeigte (veraltete) Silverfast - Scannsoftware bietet eine Unmenge von Einstellmöglichkeiten, von denen ich aber empfehle, tatsächlich nur wenige auch zu nutzen.
Am wichtigsten ist, dass das Bild mit vollem Zeichnungsumfang (also mit allen Tonwerten auf die Festplatte kommt. Dazu empfehle ich, für jedes Einzelbild das Luminanzhistogramm (Helligkeitsverteilung) zu besichtigen und ggfls. Schwarz- und Weißpunkt so zu setzen, dass keine Tonwerte in den Schatten und in den Lichtern abgeschnitten werden.
Die Mittleren helligkeiten (Gamma - Abstimmung) können auch schon mal grob eingestellt werden ... noch keine extremen Korrekturen vornehmen, weil das später sonst einschränkt.
Ferner sollte für einen zumindest groben Weißabgleich gesorgt werden .... Feinkorrekturen eben dann auch später in Photoshop, Affinity Photo o.ä..
Bei einem ungefähren Weißabgleich helfen in Silverfast die abrufbaren Filmprofile, wie oben gezeigt. Sollte ein Film dort nicht gelistet sein (wie z.B. der ja ganz neue KODAK Ektachrome 100) lässt sich schnell ein Vergleichsfilm mit ganz ähnlichen Eigenschaften finden oder man gleicht eben manuell ab ... alles kein Thema.
Zur Staub und Kratzer-Entfernung habe ich im anderen Faden ja schon meine Meinung geschrieben. Wenn ein Scanner eine Infrarot-Stauberkennung hat und wenn die wirklich sehr gut funktioniert, dann kann man's mal versuchen (dauert beim Scannen allerdings dann ewig). Sämtliche softwarebasierten Lösungen (bieten Epson-Scan und Silverfast natürlich auch an) würde ich beim Scannen erstmal nicht nutzen, weil es dafür ein IMHO besseres Programm für das Post-Processing gibt .... dazu zum Schluss!

So sieht die Aufnahme zunächst mal in Affinity aus:

160579

Anschließend eine Tonwertoptimierung:

160580

Nun war das zwar ziemlich düsteres Licht (kurz vor einem Wolkenbruch) aber es geht natürlich farbschöner. Der KODAK Gold neigt zu deutlichem Rotstich in den Schatten (dafür ist er bekannt). Bei Sonnenlicht ist das ja noch ganz o.k., bei Schummerlicht stimmt's dann irgendwie nicht mehr ... insbesondere die Wiese sollte schon etwas grüner werden.
Nun bieten Affinity Photo und Photoshop die Möglichkeit, Farbanpassungen differenziert nach Schatten, Zwischentönen und Lichtern separat zu justieren und genau das z.B. können die Scanprogramme leider nicht .... einer von mehreren Gründen dafür, die Bilder nicht mit dem Scanprogramm selber komplett auszusteuern.

Hier stelle ich den KODAK GOLD 200 mal für solches Licht ein:

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Im Anschluss ist die Wiese Grün, der Himmel freundlich blau und Schloss Benrath genau so rosa, wie es soll.

Der Kodak Gold 200 ist ein nicht gerade feinkörniger Farbfilm, was man als "Look" entweder schätzt, oder doch etwas reduzieren möchte?
Ich zeige mal, wie es geht:

Das sog. Filmkorn ähnelt dem Schattenrauschen von Digitalaufnahmen zwar, durchzieht aber alle Tonwerte gleichermaßen. Zur Behandlung eignen sich also die gleichen Filter, die auch gegen verrauschte Digitalaufnahmen eingesetzt werden:

160584

Spätestens an der Korngrenze ist auch die Auflösungsgrenze des verwendeten Filmmaterials erreicht. Das Filmkorn herauszufiltern macht also ggfls. Sinn, wenn man genau darauf achtet, den Filter nur so stark einzustellen, wie nun unbedingt erforderlich, um keine Details zu löschen.

Das "feinfühlige" Schärfen der Aufnahme sollte erst nach der Filmkorn-Filterung erfolgen, weil man das Filmkorn durch jede Art des Schärfens ansonsten noch verstärkt.

Automatisierung:

Nun ist es so, dass Filmaterial eben nicht so exakt in der Farbwiedergabe ist, wie wir es inzwischen von den Digitalkameras gewöhnt sind.
Die Eigenschaften schwanken von Film zu Film immer etwas und auch die Entwicklung unterliegt gewissen Schwankungen (insbesondere auch beim Dienstleister), so dass es immer so sein wird, dass man quasi jeden neuen Film auch wieder neu "anfiltern" wird müssen.

Nun wäre es ja doof, müsste man eine so differenzierte Farbanpassung für jedes Bild eines ganzen Filmes immer wieder komplett neu einstellen!
genau das ist mit Affinity Photo oder mit einer PS-Vollversion aber gar nicht notwendig.
Man schreibt sich ganz einfach ein Makro, nimmt also quasi die einzelnen Arbeitsschritt zur dann abgestimmten Filmemulsion als Ablauf auf:

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Das dann aufgezeichnete Makro kann man in einer "Bibliotheak" abspeichern und ganz einfach nur noch anklicken! Farbabstimmung, Kornbehandlung und Schärfen laufen nun mit einem einzigen Klick für jedes Negativ des ganzen Filmes gleich ab.

Es geht noch viel einfacher:
Das eben editierte Makro lässt sich auf z.B. alle Bilder eines ganzen Filmes automatisiert anwenden

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In einer sog. Stapelverarbeitung lassen sich z.B. alle Bilder eines Verzeichnisses, in dem sich rohgescannte Aufnahmen befinden, automatisch verarbeiten, indem die Routine das oben aufgenommene und in der Bibliothek abgespeicherte Makro der Reihe nach auf alle Aufnahmen anwendet.
Ich würde die bearbeiteten Aufnahmen immer an einen anderen Speicherort ausgeben lassen, um die Originale nicht zu überschreiben .... zur Sicherheit, wenn's nicht passen sollte!

Gucken wir mal (vorher):

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(nachher)

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Staub und Kratzerentfernung:

Nun sieht die Aufnahme zunächst mal nicht besonders verstaubt aus (das kann auch ganz anders kommen!), was bei näherer Betrachtung aber so nicht ganz stimmt!
Unter der Lupe erkennt man schon eine Unzahl winziger Feinstaubpartikel, ohne die es einfach nicht geht ..... ist nicht vermeidbar.

Der einfachste Weg zum perfekt "gereinigten" Film-Photo praktisch ohne unangenehme Nebeneffekte ist eine Freeware, die Polaroid mal entwickelt hatte (leider ist sie inzwischen nicht mehr bei Poraoid zu bekommen) aber hier habe ich noch einen Link im Angebot:

Polaroid Dust & Scratch Removal Software

POLA DSR heißt die Wunderwaffe gegen Bildstörungen durch Staub und Kratzer .... und so funktioniert es.....

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Bild einladen und zunächst mal nach unvergrößert erkennbarem Staub sehen. Hier z.B. einige Störungen, die schon mit bloßem Auge bei genauer Betrachtung erkennbar werden.

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Ein Crop offenbart eine Unzahl winziger Bildstörungen, die man manuell nicht wirklich entfernen möchte.

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Jetzt werden um den "großen Staub" manuell sog. Dust Removal Kringel geklickt. man könnte sich die Mühe NICHT machen und das ganze Bild komplett mit POLA DSR entstauben, müsste dann aber die Empfindlichkeit für die Erkennung auf dermaßen große Störungen einstellen, dass es zu großen Detailverlusten im ganzen Bild käme. So wird also differenziert zwischen der Entfernung von relativ grobem Staub (eben in den Kringeln) und Feinstaub (Rest der nicht gekringelten Bildfläche).
Man kann so die Erkennungs-Feinheit für beide Bereiche Unterschiedlich einstellen, wie ich jetzt mal zeige:

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Das ACTION Menue muss genau von oben nach unten abgearbeitet werden, sonst funktioniert es nicht. Zuerst also wird das Maskentool für das ganze Bild (also alle NICHT gekringelten Bereiche nämlich für den Feinstaub) eingestellt ..... folgende Einstellungen (s.o.) haben sich da bewährt.
Wichtig ist, dass die Erkennung bei Negativmaterial auf "LIGHT" geschaltet ist, bei Diamaterial entsprechend auf "Dark" (bei Dias zeigt sich Staub ja eben umgekehrt nämlich schwarz!)

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Im weiteren werden jetzt die Bereiche, die eingekringelt sind mit maximal aggressiver Erkennung eingestellt:

160594

Jetzt kann die Retouchemaske komplett erstellt werden:

160595

So sieht sie aus!
Die Maske könnte jetzt bearbeitet werden .... zum Beispiel genau dort wegradiert werden, wo Bildbereiche nicht entstört werden sollen (Weiße Lampen (die zufällig Staubgröße hätten!) wären ansonsten auch wegretouchiert (sehr seltener Fall ... aber ja denkbar!)

160596

Dann "Clean Image" klicken und das Ergebnis in einer Vorschau prüfen.
Das Ergebnis wird eigentlich immer so passen .... oder man modifiziert die Maske noch mit weiteren Einstellungen.

160597

Die Totale sieht sauber aus ...........

160598

..... und der Crop tatsächlich auch!

Das Ergebnis ist ein sauber ausgeflecktes Photo, ohne, dass es sonstwie durch den Prozess gelitten hätte.

Ich hoffe, dass meine Ausführungen interessant sind?!
Natürlich weiß ich, dass das nur eine Minderheit hier betrifft .... aber ... wer weiß denn, wer in Zukunft nicht noch Lust auf die alte Filmknipserei bekommt. Dafür ist mein Faden hier dann möglicherweise ein guter Start, auch dann wenn man es selber dann doch anders macht ... viele Wege führen nach Rom ... der alte Spruch!

Grüße und viel Spaß mit der guten alten Filmphotographie😊

Klaus
 
Der Bü...

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Hej Klaus,

vielen Dank für die große Mühe und die tolle Anleitung. Da werde ich heute Abend direkt etwas ausprobieren.
Bisher ging das bei mir nur mit Try and Error und Annäherung.

Gruß, der Bü...
 

kris-kelvin

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Vielen, vielen Dank👍
Wenn die Abende wieder lang sind, werde ich mich wieder diesem Thema widmen.
Neue Anregungen hast Du reichlich gegeben und ich denke, das führt mich dem optimalen Scan wieder ein Stück näher. Die Dias aus den 70-80ern sind schon eine Herausforderung für mich.
Welchen Vorteil hat es, mit VueScan den Infrarotteil in die Datei zu speichern ?
Ist es nicht einfacher diesen beim Scan von der Hardware auswerten zu lassen und das Ergebnis zu speichern ?
Es führen viele Wege zum Ziel und erfordert ein ewiges Probieren, aber Deine Beschreibung hat mir wieder ein gutes Stück weiter geholfen. Vielen Dank nochmals.
 
gewa13

gewa13

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Moin Klaus,
auch von mir herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung der Digitalisierung von Analogbildern.

Ich habe hier gerade meinen 2008er iMac gestartet. Daran hängt noch mittels firewire-Anschluß ein noch viel älterer reflecta proscan 3600 für Kleinbildfilme. Die Treiber gehen nur bis MacOsX 10.6.8 , dafür muß ich den iMac von einer externen Festplatte booten. Ich habe damit vergeblich versucht Filme in besserer Qualität als auf der Rossmann-CD hinzubekommen. Das ist mir nicht gelungen, obwohl ich 3-mal so große Dateien generiert habe. Ich hab´s dann aufgegeben und gebe mich mit den Rossmann Scans, die eine Größe von 1,2 MB haben zufrieden. Bei Mittelformat - Scans von Rossmann sind die Bilder sogar noch schärfer obwohl die nur eine Größe von 0,7 MB haben. Ich habe jetzt ein halbes Jahr pausiert, weil ich einen fotografischen Burnout hatte und habe jetzt wieder begonnen die Accus der Fotoapparate aufzuladen und habe Lust mal wieder einen analogen Film durch ich weiß noch nicht welche Kamera zu jagen.
Ach ja, die Software war Silverfast, wie ich gerade gesehen habe.
LG Gerhard
 

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Hallo zusammen und vielen Dank für Euer Interesse und die Reaktionen zu diesem wirklich NON-Mainstream Thema. Ich weiß aber, dass viele meiner Exotenthemen irgendwann dann doch mal wieder ausgegraben werden und zur Begegnung mit interessanten Leuten führen können. 😊

Zitat:
___________________________________________________

Welchen Vorteil hat es, mit VueScan den Infrarotteil in die Datei zu speichern ?
Ist es nicht einfacher diesen beim Scan von der Hardware auswerten zu lassen und das Ergebnis zu speichern ?
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Ich bin nicht sicher, ob ich die Frage ganz richtig verstehe ... ansonsten bitte nochmal konkretisieren!😊

VueScan ist eine Software, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Scanner an Betriebssystemen am Leben zu erhelten, für die es eigentlich keine Treiber mehr gibt, dabei mindestens den vollen Funktionsumfang der alten Geräte zu erhalten und sogar (teils erheblich!) zu übertreffen.

Die Vollversion kostet ca. 90,-€, was ich für angemessen halte, (insbesondere dann, wenn es für ein wundervolles Altgerät mal wieder einfach keine Treiber für ein neues OS gibt) und zweitens deshalb, weil VueScan den Ruf hat, ein ganz hervorragend gutes Scanprogramm zu sein (ganz losgelöst von der Treiberfrage, die praktisch jeden je gebauten Markenscanner abdeckt und auch sehr viele NO-Name Geräte)
tolle Sache also!

Bei der infrarot-Abtastung geht es darum, dass der Scanner über eine Infrarotabtastung den Staub selber auf der Filmemulsion erkennt, kartiert und dann die so kartierten Bildbereiche retouchiert.
Eben das kann die Scansoftware aber NUR im Konzert mit einem Scanner, der das hardwaremäßig auch kann und unterstützt. (Mein Epson V600 Photo kann das z.B.)

Die Infraroterkennung hat in Gfrunde nur einen "winzigen" Vorteil, nämlich, dass Fehlerkennungen von irgendwelchen winzigen weißen (NEGATIV) oder schwarzen (DIA-POSITIV) Bildbestandteilen so gänzlich ausgeschlossen sind.

In der Praxis kann man (bei Softwareerkennung) wie oben erwähnt in solchen SELTENEN kritischen Bildbereichen dann ja manuell eingreifen ..... wirklich sehr selten notwendig, wenn man den Workflow, den ich oben beschreibe so oder ähnlich begeht.

Ich kann jetzt nur hoffen, dass ich die Frage irgendwie verstanden habe?? Ansonsten bitte nochmal konkretisieren!

Grüße

Klaus

P.S. Wer insgesamt findet, dass es ganz schön aufwendig erscheint, mit Film zu photographieren, dem sei gesagt, dass die hier beschriebene sog. "Hybridverarbeitung" (meint Film zwar entwickeln, dann aber per SCAN digital weitermachen) im Vergleich zur damaligen photochemischen Ausbelichtung der Aufnahmen immer noch ein Klacks an Zeit ist.

Man hat sich früher für ein Photo wirklich anstrengen müssen .... auch die "Nicht-Selbermacher", die dafür dann die mehrmalige Rennerei hatten:

-Film kaufen
-Photographieren
-Film zum Dienstleister bringen
-Warten
-Film (und Photos) beim Dienstleister wieder abholen
-Photos und Negative archivieren

Auch wenn es schwierig zu verstehen ist .... der Reiz liegt gerade in der Umständlichkeit. Du weißt, dass das Bild "Arbeit" machen wird ...also ... photographierst Du auch ganz anders .... und bekommst Bilder mit dem anderen Look.

Insbesondere die großen Mittelformate haben immer noch KEINE digitale Konkurrenz. Eine 6x9 Aufnahme hat einen Schärfeverlauf, der mit digitalem Kleinbild nix zu tun hat .... es ist nicht "besser" aber mal anders ... einfach reizvoll, wie ich finde.

Wenn Großformat Planfilm nicht so extrem teuer wäre, hätte ich auch extreme Lust auf eine Großformat Fachkamera .... was dann aber leider auch wieder einen EPSON V800 Scanner erfordern würde .... ich glaube ich lass' es .... Mittelformat ist schon ein sehr viel bezahlbareres Erlebnis ....😊

Grüße und viel Filmspaß

Klaus
 
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Moin Klaus,
auch von mir herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung der Digitalisierung von Analogbildern.

Ich habe hier gerade meinen 2008er iMac gestartet. Daran hängt noch mittels firewire-Anschluß ein noch viel älterer reflecta proscan 3600 für Kleinbildfilme. Die Treiber gehen nur bis MacOsX 10.6.8 , dafür muß ich den iMac von einer externen Festplatte booten. Ich habe damit vergeblich versucht Filme in besserer Qualität als auf der Rossmann-CD hinzubekommen. Das ist mir nicht gelungen, obwohl ich 3-mal so große Dateien generiert habe. Ich hab´s dann aufgegeben und gebe mich mit den Rossmann Scans, die eine Größe von 1,2 MB haben zufrieden. Bei Mittelformat - Scans von Rossmann sind die Bilder sogar noch schärfer obwohl die nur eine Größe von 0,7 MB haben. Ich habe jetzt ein halbes Jahr pausiert, weil ich einen fotografischen Burnout hatte und habe jetzt wieder begonnen die Accus der Fotoapparate aufzuladen und habe Lust mal wieder einen analogen Film durch ich weiß noch nicht welche Kamera zu jagen.
Ach ja, die Software war Silverfast, wie ich gerade gesehen habe.
LG Gerhard
Da haben wir uns gerade überschnitten .....😊

Wie gesagt .... VueScan ist die Lösung für praktisch alle alten Scanner an neuen Betriebssystemen (googel doch mal, ob es VueScan auch für den Apfel gibt ).... das weiß ich gerade nicht.

Ich habe ja oben geschrieben, dass insbesondere das Digitalisieren der "kleinen" Kleinbild-Negative oder Dias problematisch ist und einen hochwertigen Scanner erfordert. Was ich da für kleines Geld empfehle
steht ja oben und ich bin wirklich davon überzeugt, dass die Geräte dieser Serie sehr nahe am Machbaren Scannen (auch wenn geringer Bedienkomfort und langsame Scangeschwindigkeit eine professionelle Nutzung ausschließen).

Mittelformat IST NUNMAL eine ganz andere LIGA bei Film ... das war damals völlig klar und zeigt sich beim Digitalisieren genau so.

Grüße und danke für Dein Interesse

Klaus
 

kris-kelvin

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Die Scanner die Infrarot haben, können doch auch diesen Kanal hardwaremäßig ausweten, dachte ich zumindest. Welchen Sinn hat es dann, den Kanal mit zu speichern ?
 
Klaus-R

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Die Scanner die Infrarot haben, können doch auch diesen Kanal hardwaremäßig ausweten, dachte ich zumindest. Welchen Sinn hat es dann, den Kanal mit zu speichern ?
Das ist auch so! kannst Du mir die Sache mit dem "Infrarotkanal speichern" bitte mal verlinken??! 😊

Ich verstehe das gerade mal gar nicht. Die infrarot-Satub -Erkennung ist normalerweise ein Dialog zwischen dem jeweiligen Scanner (der das ermöglicht!) und seiner Betriebssoftware. Abgespeichert wird da IMHO nix ... wozu auch?? Die Staubdaten sind ja nunmal bei jedem neuen Negativ wieder neue!
Schon merkwürdig!

Grüße

Klaus
 
gewa13

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275
Da haben wir uns gerade überschnitten .....😊

Wie gesagt .... VueScan ist die Lösung für praktisch alle alten Scanner an neuen Betriebssystemen (googel doch mal, ob es VueScan auch für den Apfel gibt ).... das weiß ich gerade nicht.
Ja, Vuescan gibt es für Mac, es gibt auch Treiber für meinen alten Scanner für Mac, aber firewire war schon sehr langsam und mein neuer Mac hat das nicht, nur usb und das wäre noch viel langsamer, der Scanner hat bstimmt nur usb1. So entschleunigt zu arbeiten ..... puh, das schaff ich glaube ich nicht ....

In der neusten PhotoKlassik steht gerade ein Artikel über den nikon es-2 Adapter für Nikon D850 in Verbindung mit dem 50mm micro-Nikkor. Dafür gibt es in der D850 ein spezielles Digitalisierungsprogramm. Zur der Qualität der Ergebnisse schreiben die jedoch nichts und die D850 ist mir viel viel zu teuer ....
 

kris-kelvin

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@gewa13 - der Scanner erzeugt sicher langsamer Daten als die Schnittstelle überträgt.

@Klaus-R - ich habe schon so viel dazu gelesen, auch Bücher, ich weiß nicht mehr wo das stand, aber Tante G hat mich gerade hierhin geführt:
Infrarotkanal
Beitrag (5) Punkt (1)
Ich kannte diese Seite bisher nicht, sondern bin gerade erst drauf gestoßen.

Nochmals mein Verständnis erklärt:
Möglichkeit 1: Der Scanner wertet mit dem Infrarotkanal den Film aus und bereinigt Kratzer und Staub.
Möglichkeit 2: Vuescan speichert den Infrarotkanal mit in die Datei und irgendwo hatte ich mal gelesen, daß man dann im Nachhinein den Infrarotkanal auswerten und die Staub- und Kratzerentfernung im Nachhinein durchführen kann und das mit Weitereinwicklung der Software immer besser.
Aber ich gebe zu, bisher noch nicht wirklich dahinter gestiegen zu sein, weil ich bisher auf keine klaren Infos gestoßen bin.
 

kris-kelvin

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Beim Sascha Steinhof habe ich nochmals nachgeschaut.
S.164: "...64 Bit RGBI... parallel zu den drei Farbkanälen auch die Daten des Infrarotkanals gespeichert...kostet 25% mehr Speicherplatz..."
S. 167: " Die Kratzerentfernung Infrared Clean (von Vuescan) schlägt sich ... wacker, ist aber lange nicht so leistungsfähig wie Digital ICE, auch wenn man den gleichen Scanner verwendet."
Wenn ein Scanner Infrarot kann, dann muß er doch auch ICE haben, sonst hätte die Infrarotfunktion keinen Sinn, außer man verwendet Vuescan ?! Oder hat jeder Scanner einen Infrarotkanal ?
 
uwedd

uwedd

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Hallo Klaus! Das ist eine enorm fleißige und wertvolle Anleitung! Danke dafür - sowas gründliches findet man sehr selten.

Ich kann 99% davon nur bestätigen. Jahrelang habe ich Diavorträge gehalten mit wundervollen Leica RT-Projektoren. Bin sehr spät auf digital umgestiegen, weil ich die Beamerqualität grauenhaft fand, bis Canon das LCOS-Prinzip bei den XEED-Beamern brachte. Das und die SD14 hat mich digital werden lassen. Dann habe ich fast. 3000 Dias digitalisiert, um die Shows weiter digital zu zeigen, auf 4,5 m Leinwand, z. T. gemischt mit neuen Digitalaufnahmen. Eine Herausforderung. Preiswert scannen, wie Du es auch magst. 👍 Abfotografieren habe ich schnell aufgegeben, Kunstlichtquellen und der schreckliche Weißabgleich der SD14 - das ging gar nicht.

Aus meiner Erfahrung nur 3 Ergänzungen.

1. Ich kann auch den preiswerten Reflekta Crystalscan 3600 empfehlen, zuverlässig und gute Ergebnisse, wenn auch langsam.

2. In Verbindung mit Silverscan SE ist das ICE-Verfahren zur vollautomatischen Staub- und Kratzerretusche m. E. absolut perfekt bei Farbdias und erspart nervenaufreibende Nacharbeit im PS. Ansonsten wie von Dir beschrieben: flau scannen und JEDE Nachbearbeitung im EBV-Programm der Wahl, nicht im Scanprogramm!

3. Ich habe mir zum Entfernen des Filmkorns das preiswerte NEAT Image geleistet. Es erlaubt Stapelverarbeitung mit detaillierten Parametern. Damit kann man verschiedene Filmsorten (ich hatte Kodak und Fuji) sowie verschiedene ISO ( damals 50, 100, 200, 400) angepasst glätten. Das Ergebnis ist von digitalen Bildern in HD kaum noch unterscheidbar.

Eines braucht es aber: VIEL, VIEL Zeit...
 
Klaus-R

Klaus-R

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Hallo zusammen und vielen Dank für die (unerwartet frequenten😊👍👍) Rückmeldungen.

-Zunächst noch einmal zum Infrarot-Staub-Entfernen bzw. dem ominösen IR-Kanal??
Mich bringt da der verlinkte Forenthread leider im Verständnis nicht wirklich weiter ... ich habe aber auch kein VueScan, kenne die Software nur aus gelesenen Berichten darüber. Was es bringen soll, die Staubdaten mit dem gescannten Bild zusammen zu speichern, erschließt sich mir auch nicht ... muss ich also leider so stehen lassen.

-Fehlender Fire Wire Anschluss am Rechner:
Erfreulicherweise ist das wirklich gar kein Problem, oder eines, das sich mit "Pfennigen"
Lösen lässt:😊

[€3.79] USB 2.0 auf Firewire / IEEE-1394-Adapter von hoher Qualität und langlebig

Sehr gefreut hat mich auch der Beitrag von Uwe .... insbesondere die Bestätigung, dass das Abphotographieren von Filmvorlagen nicht nur endlos mühselig ist, sondern auch qualitativ suboptimal ist.
Das Hauptproblem ist für mich da die Ausleuchtung hinsichtlich eines vernünftigen Weißabgleiches bei Farbaufnahmen. Wir hatten da vor einiger Zeit Bildbeispiele hier im Forum, die ich eher suboptimal fand.
LED Licht ist diffizil als Durchlichtquelle für das Digitalisieren von Film.

Wir hatten ja gerade im anderen Faden die Meinung, dass ein "guter" KB-Scanner mindestens 1.000,-€
kosten muss??!

Schön, dass auch Uwe mit mir der Meinung ist, dass das NICHT bezahlt werden muss, wenn es NUR um die Abtastqualität geht! Soll er auch noch schnell sein und maximalen Bedienkomfort haben, muss sehr tief ins Portemonnaie gegriffen werden ... unbestritten.

Der Reflecta Crystalscan 3600 ist ebenfalls eine sehr gute Wahl.

Schüngel hat den auch und lobt ihn sehr.

Detaillierter praxisnaher Testbericht Filmscanner Reflecta CrystalScan 3600 ICE: Diascanner-Erfahrung

Wie gesagt .... diese Seite ist das beste, was ich in der Sache anbieten kann ..... leider nicht wirklich neutral, weil der Tester die Geräte ja auch verkauft:

Klasse ist, dass der Reflecta eben ICE Stauberfassung hat, die Plusteks haben das nur bei bestimmten Modellen.

Filmscanner-Test Plustek OpticFilm 7400: Scannen von Dias und Kleinbild-Filmstreifen mit Filmhaltern, aber ohne hardwarebasierte Staub- und Kratzerkorrektur

Ich würde sagen, die Bedienung ist bei beiden umständlich und langsam (mich interessiert aber mehr die Abtastqualität).😊

Beide Geräte liefern überdurchschnittlich gute Auflösungen, wobei der Plustek noch höher liegt. Die Dichte (Kontrastumfang) ist bei beiden ausgezeichnet.

Langsam sind sie beide ... der Reflecta ist noch langsamer, als der Plustek.

Am Ende des Tages sind die Geräte sehr vergleichbar und IMHO wirklich der Beweis, dass die Sache bezahlbar und sehr gut machbar ist.😊

Grüße, vielen Dank für euer Interesse und viel Spaß mit Film

Klaus
 
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