@ Oz
Gewöhnlich betrachte ich "Geschmacksache" als Rettungsinsel und Totschlagargument für Unkenntnis. Nicht in Deinem Beitrag. "Danke!"
Für mich hat Optik-Design etwas mit kochen gemeinsam nämlich die so gewollte wie gekonnte Abstimmung von Zutaten zu einem Ergebnis mit individuellem "Charakter" und ideal für einen bstimmten Verwendungszweck.
Als einst z.B. das rattenscharfe Tessar mit seiner hohen Kantenschärfe gerechnet wurde, wurde es für Jahrzehnte für Journalisten, in der Reprotechnik und Luftbildphotographie zum idealen Werkzeug.
Portraitphotographen und anderen Lichtbildnern war es jedoch zu "hart" und sie erhielten fast gleichzeitig das "weichere" Heliar mit weniger Kanten -und mehr Flächenschärfe.
Neuere KB-Heliare besitzen diesen Charakter übrigens nicht mehr sondern sollten sich sich über dessen Mythos verkaufen.
Das "echte" Heliar brauch mehr Aufnahmeformat als KB, um sich zu entfalten.
Nicht grundlos verwenden heute noch Photographen gerne alte, unvergütete Optiken, weil Vergütung zwar den Kontrast steigert aber auch Flächenschärfe nimmt. Wichtig, dass unvergütete Optiken möglichst wenig Glas-Luftflächen haben und besonders gut vor Fremdlicht von außerhalb ihres Aufnahmeformats geschützt werden. Dann werden diese Optiken zu wahren "Leckerbissen". Die aktuellen Preise z.B. von Heliaren für Großformat belegen dies.
Viele Grüße,
rhinero