Klaus-R
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Hallo zusammen,
Ich hätte auch schreiben können "PENTAX-K ohne PENTAX" ... denn so ist es tatsächlich gelaufen ... das WIE schreibe ich jetzt
und das WARUM verstehe ich selber nicht!
Viel Spaß!
Kameras und Objektive für das PENTAX-K-Bajonett
INHALT:
-Vorgeplänkel (wie alles anfing... Instandsetzung Revuenon 28mm/2,8)
-Das K-Bajonett (die K-System-Marken)
-Revueflex SC3
-RICOH KR-10 SUPER (Instandsetzung)
-Revueflex ACX
-Revueflex AC2
-ALLE OBJEKTIVE
-Instandsetzung REVUENON 28-70mm 3,5-4,5 MACRO
-Instandsetzung PORST COLORREFLEX 55mm / F:1,2
-Vergleich Pentax-K zu M42
-Die Rolle der Discounter
-Das K-system nur "angekratzt"!
-FAZIT
NACHTRÄGE:
-REVUEFLEX AC3S (Nachtrag POST 15)
-PORST Compact Reflex OV (Nachtrag POST 16)
Vorgeplänkel
Es war einmal ein originalverpacktes (ungeöffnetes) REVUE Objektivset mit zwei Wechselobjektiven,
das ich einfach nicht ungekauft lassen konnte, den 10,€- ... für wirklich "nagelneue" Objektive ...
es ging nicht anders .....obwohl ... Das sind K-Bajonett Objektive ... eigentlich nicht mein System ...
oder ... "KEINE KAMERA DAFÜR DA" .... Trotzdem, das Set verlässt mit mir zusammen den
Trödelladen .... macht doch Spaß, Neuware auszupacken!

Die große Überraschung .... NEU ABER DEFEKT!!
Ich hatte jetzt tatsächlich nicht damit gerechnet, dass zwei uralte aber "nagelneue" Objektive
Nicht in Ordnung sein könnten ... das Teleobjektiv tadellos (Revuenon 135mm/f:2,8) aber das
Weitwinkel (Revuenon 28mm/2,8) zeigt sich in Sachen "Springblenden-Prüfung" unbeeindruckt
Defekt ... die Blende bewegt sich nicht ... ist über die Jahrzehnte ganz einfach festgegangen ...
wie sich zeigen wird verölt!

Dass ich mal ein "neues" Objektiv operieren würde, hätte ich auch nie gedacht. Es zeigt sich, dass
Das Weitwinkel eine durchaus anspruchsvolle Konstruktion ist. Ich beschließe, die Blende von hinten
her freizulegen, was mir einfacher erscheint. Dennoch müssen 4 Linsen in drei Gruppen
ausgebaut werden .....


Das wichtigste bei solchem "Fummel" ist, dass man die Ausbaureihenfolge richtig dokumentiert
Und dass man KEINE LINSE JE UMDREHT. Ich baue die Linsen mit einem Saugheber aus, der
eigentlich für Kontaktlinsen gedacht ist. Die Linsen dürfen nie aus der Hand fallen ... wenn man
nicht mehr weiß, welche Seite genau oben liegen muss, kann man einpacken!
Am Ende der Bemühungen ist das 28er nicht nur neu, sondern funktioniert auch wieder, wie neu.
Die Blendenlamellen sind entölt und sauber ... die Blende "springt" wieder.... bzw. erstmalig
KURZVIDEO-SPRINGBLENDE 28mm:
Anhang anzeigen VID-1.mp4
Es ist interessant zu wissen, dass offensichtlich eine herstellerseitig überölte Optik auch dann verklebt,
wenn das Objektiv nie benutzt wird .... das hätte ich nicht geglaubt.
So fing bei mir quasi das K-Bajonett an ... mit zwei "Gelegenheitsobjektiven", für die ich gar kein
Kamerasystem führte .... und ich wusste nur eines .... Ja verdammt ... ich mach's aber es darf nicht teuer
werden ... und das wurde es auch wirklich nicht ... ich sage mal vorab .... das K-System bietet
einen extrem preiswerten (und guten) Einstieg in die Film-Photographie ... das WIE und WARUM erfährt
der/die geneigte "Weiterleser(in)" ....
Das K-Bajonett (ab 1975)
-Historisches:
Nachdem die Kameramarke PENTAX mit dem freien Objektiv Standard "M42"
insbesondere seit 1964 (Pentax Spotmatic SP1) mega-erfolgreich war, musste schließlich doch
in 1975 ein Systemwechsel her. Pentax war mit dem eigentlich ja deutschen Standard dermaßen
erfolgreich, dass das M42-System unselten sogar "Pentax-Screw-Mount" genannt wird.
Der lizenzfrei verfügbare M42-Objektivanschluss war technisch an eine zukunftsweisende Grenze
gestoßen, die nicht mehr als "Weltstandard" zu überwinden war ... die TTL-Offenblendmessung
war nicht mehr "GEMEINSAM" zu überwinden ... es war möglich, aber leider nicht mehr einheitlich
von und für alle Hersteller und auch nicht mehr lizenzfrei!
Das wohl beste System hatte meiner Meinung nach Pentacon entwickelt, nämlich die
M42 PENTACON ELECTRIC-Offenblendmessung, die der Kamera den eingestellten Blendenwert
eben elektrisch übermitteln konnte und sich hervorragend mit dem Schraubgewinde realisieren ließ.
Dass der VEB-Pentacon sich diese Technik patentieren und schützen ließ, sollte sich im Nachhinein
als bedauerlicher Fehler erweisen ... wurde dann zum endgültigen Sargnagel für den M42
Weltstandard. Es gab diverse mechanische "Insellösungen", um Blendenwertübertragung mit M42
möglich zu machen .... alle diese Lösungen waren aber nicht mehr markenübergreifend kompatibel
und damit zum Scheitern verurteilt. Auch Pentax hatte mit einigen wenigen SMC-TAKUMAREN noch
eine M42-Offenblend-Lösung am Start ... man wusste aber bei Pentax, dass das Kamerasystem so
nicht mehr zu halten war (nicht mehr zukunftssicher!). Ein Bajonett-System sollte realisiert werden,
das Offenblendmessung einfach und zuverlässig ermöglichen musste ... so entschloss man sich dann
in 1975, das K-Bajonett einzuführen ... und jetzt kommt das besondere und einzigartige ....
PENTAX verkündet in 1975, dass das neue K-Bajonett ungeschützt und lizenzfrei allen anderen Kamera
und Objektiv-Herstellern zur Verfügung gestellt werde und veröffentlichte die
Konstruktionsunterlagen zur freien Nutzung.
Pentax wollte an die Welttradition eines markenübergreifenden Kamerasystems anknüpfen und den
M42 Standard mit einem neuen Weltstandard ablösen, was tatsächlich WEITGEHEND GELANG und bis
HEUTE interessant geblieben ist, wenn man sich überlegt, ein klassisches Kamerasystem aufzubauen.
Pentax war somit der EINZIGE Hersteller, der keinen Fehler damit machte, mit der Einführung eines
proprietären Kameraanschlusses Markenbindung zu erzwingen und wurde trotzdem selber sehr
erfolgreich mit dem K-System.
Entwicklungsschritte:
-1975-Einführung des K-Bajonettes als freien lizenzfreien Objektiv-Standard.
Das UR-K-Bajonett ermöglicht mechanische Springblendensteuerung und die sog.
Blendenwertübertragung vom Objektiv an die Kamera, ohne die eine Belichtungsmessung
bei Offenblende und damit bei immer hellstmöglichem Sucherbild nicht möglich ist.
Ungleich zum 1971 von CANON eingeführten FD-Standard war beim K-System eine
Blendensteuerung für eine spätere Blendenautomatik / Programmautomatik noch nicht
vorgesehen, konnte aber später durch eine Erweiterung des K-Systems hinzugefügt werden.
-1981 KF-Bajonett (Zusatzfunktion für AUTOFOKUS)
-1983 KA-Bajonett (Zusatzfunktion für Blendensteuerung)
Ich reiße den Film für das K-Bajonett jetzt einfach mal in 1983 mit dem KA-Bajonett durch.
Das K-Bajonett wurde später noch viel weiter entwickelt und ist mechanisch bis heute
TEILKOMPATIBEL .... will sagen ... die UR-K-Objektive passen sogar noch an aktuelle Pentax-SLRs
... ohne jeden Adapter!
Für die Film Nutzung finde ich aber die Systeme bis maximal KA interessant ... das ist mein Konzept
für die Film Photographie ... ich will selber machen und eben nicht automatisieren ... mein Ansatz ...
ähnlich wie mit CANON, wo ich nicht über die A-Serie hinaus "will" ... macht mir moderner eben keinen
Spaß mehr.
WICHTIG:
Ich gehe noch darauf ein .... Viele Hersteller nahmen die Herausforderung von Pentax tatsächlich an
und bauten eigene Kameras und Objektive für das K-System. Im Grunde sind alle diese Sachen deswegen
auch tatsächlich kompatibel. Man kann also ein Rikenon-Objektiv problemlos an eine Chinon oder an
eine Pentax setzen ... dennoch gibt es Kleinigkeiten zu beachten.
Als die Blendenautomatik realisiert werden sollte kam Pentax ja mit KA, RIKOH aber mit einer eigenen
Lösung "KP" genannt. Rikenon P-Objektive bleiben zwar grundsätzlich kompatibel, nur lässt sich dann
keine Blendenautomatik oder Programmautomatik an einer Fremdkamera nutzen ... und umgekehrt.
Warum der Alleingang??? Keine Ahnung! Ich weiß aber, dass ich sowieso lieber Zeitautomatik mag oder
gar keine Automatik ... mich selber stört's nicht wirklich.
Kameras für das freie K-System....
.....oder (spaßig formuliert) Pentax-K ohne Pentax ... nicht nur möglich, sondern evtl. sogar sinnvoll??!
Die K-System-Marken:
PENTAX
AGFA (Selectronic)
EXAKTA
ZENIT
MIRANDA (MS-Serie)
CHINON
RICOH
PORST
REVUEFLEX
COSINA
Kameras dieser Marken wurden für das K-System gebaut, wobei diese Liste noch unvollständig ist,
wenn man weltweit auch noch andere DISCOUNT Labels hinzunimmt. Nicht nur Foto Quelle und
Foto Porst haben damals ja eben umgelabelte K-Kameras unter Hausmarken verkauft.
Die Auswahl an Kameragehäusen und Objektiven für das K-System ist also RIESIG und die Preise
reichen heute von durchaus teuer, bis hin zu RICHTIG GÜNSTIG … und um letzteres will ich mich
Hier im Weiteren mal wieder kümmern … denn mit RICHTIG GÜNSTIGEN 10,-€ hatte es ja oben
für die beiden Objektive angefangen …. Und genau so preiswert soll es auch weitergehen …
meine Gelddruckmaschine steht ja gerade in der Werkstatt.
-Revueflex SC3
Was habe ich? Ein 28mm/2,8 WW und ein 135mm/2,8 Tele … das sind bekannt gute Sachen
REVUENON gelabelt aus japanischer Produktion.
Nett wäre jetzt mal eine (supergünstige) Kamera für mein K-System und natürlich auch ein schönes
"FAST 50" dazu … beides kam gleich zusammen hier an:
Es wird eine Revueflex SC3 mit einem Revuenon 50mm/F:1,9
Eigentlich wegen des 50ers, dass ich gut kenne … das habe ich mehrfach in M42 (selbe Optik).
Klasse Objektiv … das lässt kaum Wünsche offen.
Das Kameragehäuse ist ebenfalls sehr gewollter "Beifang" … auch die SC3 ist mir herzlich willkommen,
eine Kamera ganz nach meinem Geschmack.
Die SC3 ist eigentlich eine CHINON CM4s. Es gab auch eine CHINON CM4 (baugleich Revueflex SC2),
der nur der Selbstauslöser fehlt.

Die SC3 ist eine gut ausgestattete K-Mount Kamera mit einem hochwertigen SEIKO-Stahllamellenverschluss ….
Genau der gleiche, der in vielen Minoltas und sogar in der Leica R4 verbaut ist. Er gilt als nahezu
unkaputtbar und langzeitzuverlässig.
Die Kamera bietet die üblichen Verschlusszeiten 1s bis 1/1000s und B, ferner Offenblendmessung über eine
LED-Lichtwaage am Sucherokular. Eine einfache aber gute Lösung … insbesondere in sehr dunkeler
Umgebung von Vorteil. Der Sucher ist groß, ausgesprochen hell und bietet beides … Mikroprismen- und
Schnittbild-Fokussierhilfe. Das Handling ist prima und die SC3 macht einen wertigen, gut verarbeiteten
Eindruck. Das Auslösegeräusch ist "satt" … hört sich für mich wirklich "schön" an … keinesfalls rappellig
oder irgendwie billig.
Die Kamera ist im Grunde batterieunabhängig, lediglich der TTL-Lichtmesser benötigt zwei LR44 (oder SR44)
Knopfzellen … ein Batterieproblem gibt es also gar nicht.
Der Belichtungsmesser schaltet sich automatisch bei Antippen des Auslösers ein und schaltet sich automatisch
nach 10s wieder aus … genial einfach … einfach genial.
Die Kamera ähnelt SEHR ihrem M42-Pendant "Revueflex" SD1 … hier detailliert vorgestellt:
LINK:
Revueflex SD1 Kameraportrait .....
Im Gegensatz zur SD1 bietet die SC3 dann natürlich Offenblendmessung anstatt Arbeitsblendenmessung.
Klagen über CHINON Kameras KENNE ICH NICHT! Die Kameras gelten als gut, wertig und zuverlässig …
damals, wie heute. Diese Kamera-Objektiv Kombi kam makellos hier an … nichtmal Lichtdichtungen
oder Spiegeldämpfer waren hier zu erneuern.
Gemessene Verschlusszeiten der Revueflex SC3:

Alles in den Toleranzen!
BEIDES ZUSAMMEN Kemragehäuse und Objektiv) für 30,-€
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-RICOH KR-10 SUPER
Ich recherchiere weiter ... die SC3 ist eine sehr schöne K-Kamera ... aber ... da ist dieses
"Luxusbedürfnis"
.... es soll aber PREISWERT bleiben ... und ich finde bei einem mir gut bekannten
Händler eine geprüfte RICOH KR-10 SUPER. Wenn der sagt "geprüft und in Ordnung", dann war das
bislang immer so, da kann ich mich so ziemlich'drauf verlassen.
Nach einigen Auslösungen dann aber der "Schock" ... Die Kamera war in Ordnung, den Händler trifft KEINE
Schuld also ... aber die RICOH klemmt, lässt sich nicht mehr auslösen ... es scheint, dass die Elektronik tot ist ....
Man kann Menschen, die solche Fehler finden und ihr Wissen dann auch teilen nicht genug danken ... ganz
kleine Ursache, die dann zum "Totalschaden" werden ... das Problem ist gottseidank bekannt und ich finde
den Reparaturansatz nach einigem Suchen im Internet:

Nach Demontage des Kamerabodens gilt es, die festsitzende Auslösesperre an dieser Stelle zu lösen und den
über sie betätigten Mikrokontakt (bei bestromter Kamera natürlich) zu schließen (mit einer Anreißnadel).
Die Kamera löst dann aus! Anschließend muss die Ratsche für den Schnellspannhebel (ebenfalls mit der
Reißnadel) einmal mechanisch zurückgestellt werden. Jetzt ist der Auslöseablauf quasi wieder auf NULL.
An der gezeigten Stelle klemmt's!! Diesen Hebel mit Feinöl neu schmieren und Leichtgängigkeit sicherstellen.
Den Auslösevorgang mehrmals prüfen und den Kameraboden wieder montieren ... FERTIG!

Wird also eine KR10 mit klemmendem Aufzugshebel angeboten, dann ist es zumindest wahrscheinlich,
dass das diese bekannte Ursache haben wird. Das Problem dabei kann aber sein, dass die Kamera dann
unter Umständen jahrelang gespannt gelegen haben könnte und des dann zu lahmen Federn gekommen ist.
Diese Kamera gehört zu den vielen K-Kameras, die einen elektronisch gesteuerten Stahllamellenverschluss
haben, die voll manuell einstellbar sind und die auch automatisch belichten können.
Die KR-10 SUPER ist einer der Zeitautomaten aus der Frühen K-Bajonett-Zeit, sehr schön gemacht und
sehr sehr günstig zu haben.

Hier die RIKOH KR-10 SUPER mit dem oben zerlegten 28mm Revuenon.
Auch die RIKOH bietet ein großes, brillant helles Sucherbild mit Mikroprismen und Schnittbild Fokussierungshilfe.
Rechts im Sucher findet sich eine schön gemachte LCD-Anzeige die außerordentlich informativ ist.


Die KR-10 SUPER bietet Verschlusszeiten von 1/1000s bis zu 16s auch manuell einstellbar!
Insbesondere die 16s sind beeindruckend, denn so lange einstellbare und automatische
Belichtung ist selten!
Dazu gesagt werden MUSS allerdings, dass ich davon abrate, länger als 1s automatisch zu belichten,
weil dann der "Schwarzschildeffekt" bei Film immer greift und filmabhängig ein Zeitzuschlag gegeben
werden muss. Dafür ist dann der Photograph selber zuständig ... das kann keine Automatik in
Unkenntnis individueller Schwarzschild-Werte.

Auch die RIKOH KR-10 kommt mit einem elektronisch gesteuerten Lamellenverschluss ins Rennen.

Dass die RICOH mit Vorbereitungen für Datenrückwand und POWER-Winder kommt, zeigt ihre
Ambitionen ...nicht meine ... ich will beides nicht haben.
Es gibt einen elektronisch gesteuerten Selbstauslöser und einstellbare Belichtungskorrektur ...
da fehlt wirklich nix, was ich mir so wünsche.
Die KR-10 benötigt ebenfalls zwei LR44 (oder AG13 oder SR44) Knopfzellen ... auch hier gibt es
keine Beschaffungsprobleme ... kriegt man überall und sofort.
Die Kamera kam in einem sehr guten Zustand an, benötigte aber zwei neue Gehäuse-Lichtdichtungen,
die ich dann auch erneuert habe. Der Verkäufer hatte den kleinen Mangel beschrieben.
Hinzu kam dann noch die oben beschriebene Instandsetzung des verklemmten Auslösehebels....
keine große Sache, wenn man die Ursache kennt.
Gemessene Verschlusszeiten der RICOH

Alle Zeiten liegen gut in den Toleranzen!
Die KR-10 gilt als hochwertig und (eigentlich) zuverlässig ... damals, wie auch heute.
Die RICOH war kein Beifang, die habe ich mir für.....
33,-€ (nur Kameragehäuse!)
.....dann einfach mal gegönnt.
Die KR10 ist eine Kamera, die mir ausnehmend gut gefällt.
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-Revueflex ACX (BAUGLEICH CHINON CA-4)
Ganz klar .... die Revueflex ACX war Beifang ... und in diesem "Bundel" kam sie an.....


Für 21,-€ kam all das hier (dazu eine prima brauchbare große Phototasche und für den Blitz auch
noch ein Vorsatz-Filterset ... hier nicht gezeigt.
Natürlich ging es eigentlich um die beiden K-Zooms ... ein 28-70mm und ein 70-210mm REVUENON ...
beide in den oben schon mal gezeigten typischen Foto-Quelle Softcases beide wie neu "looking",
das lange Zoom perfekt in Ordnung, das kurze Zoom kontert mal wieder mit einer festgegangenen
Springblende ... zu den Objektiven und der Reparatur des 28-70mm komme ich unten noch ...
jetzt erst mal die Kameras.
An der ACX befindet sich ein zweites 50mm/1,9 Revuenon im 1A Zustand.
Die Kamera .... ich überlege, ob ich das Ding überhaupt in Betrieb nehmen soll??? Nicht meins ... nur ...
verdammt das Ding sieht einfach aus, wie NEU .... also ... ich krame 3 LR44 Knopfzellen raus
(sie will wirklich 3 davon in Reihe und NIX .... och denke ich ... nicht wirklich schlymm ... die repariere
ich bestimmt nicht .... ich nehme die Batterien also gleich wieder raus, stelle dabei aber fest, dass die
Kontakte doch etwas korrodiert aussehen und die Druckfeder lahm ist ... ob da mal Batterien
ausgelaufen waren?
Ich reinige und schleife die Kontakte neu an ... die Feder spanne ich nach ... Batterien wieder rein ...
und GEHT ....
Ich beschäftige mich dann doch mal mit der Kamera .... und schreibe doch mal ein Kurzportrait ....


Warum ich sie eigentlich ablehne .... nun ... ich kann ja über vieles verhandeln ... aber eine Kamera,
die nur als Zeitautomat unterwegs ist und nur die Notzeit (gleichzeitig Blitzsynchronzeit) einstellbar hat,
macht doch eigentlich, was sie will ... und nicht das, was ich möchte ... oder???
NICHT GANZ!
Immerhin, ein Blick durch den Sucher zeigt, dass die ACX zumindest verrät, was sie macht, indem sie
IMMERHIN die wichtigsten Verschlusszeiten im Sucher anzeigt ... zumindest sieht man dann,
welche Zeit die Kamera nach Blendenvorwahl wählt:


So werden über gut (auch dunkel erkennbare) rote LEDs Zeiten von 1/8 bis 1/1000s sowie Über-,
wie Unterbelichtung vermeldet. Zeiten von 1/8s bis zu 16s werden zwar ausgeführt, aber nur mit
der 1/8-1s LED zusammenfassend angezeigt ... man weiß also nix genaues ... wobei ... man kann jetzt
argumentieren, dass da ja verwackelungssicher dann ohnehin nix mehr geht .... ja schon ... aber ....
NAJA!!!
Wenn ich mir die ACX "schönreden" möchte, dann kann ich NATÜRLICH über die Belikorrektur schnell
jede Wunsch-Verschlusszeit "hinbringen" ... aber nochmal "NAJA" .... meine Traumkamera ist anders ...
das Ding jetzt wirklich nicht! Einen Selbstauslöser sucht man vergeblich!
Der Sucher ist CHINON-typisch klasse groß und hell ... die Fokussierhilfe (Mikroprismen plus Schnittbild)
vorbildlich gut ....
Typisch damals .... die Revueflex kommt nicht mit ASA (=ISO) Filmempfindlichkeiten, sondern bietet die
deutsche DIN-Skale, um die Filmempfindlichkeit einzustellen. Für mich kein Thema ... "ich habe noch
auf DIN gelernt" ... ansonsten ist dann aber auch noch eine Zuordnungstabelle DIN-ASA
am Kamerarücken angebracht:

Beim Öffnen der Kamera Rückwand zeigt sich mal wieder ein alter bekannter .... der damals sogar
von LEICA verbaute SEIKO-Stahllamellen-Schlitzverschluss ......

Zustand der Kamera: Kurz ... fast tadellos! Abgesehen von der Instandsetzung des Batteriefaches habe
ich nur noch den völlig abgeriebenen Schriftzug "ACX" erneuert.
Die Verschlusszeiten kann ich nicht nachmessen, denn sie lassen sich ja nicht gezielt ansteuern....
ich bin mir aber sehr sicher, dass die passen, weil ich diesen Verschluss inzwischen zig mal gemessen habe
... die stimmen ausnahmslos alle.
Lichtdichtungen und Spiegeldämpfer sind gut in Ordnung .... die ACX darf wieder in die Nutzung gehen.
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-Revueflex AC2
Die REVUEFLEX AC2 ist kein Beifang, sondern ein Kameragehäuse, das ich gezielt ausgesucht hatte
... allerdings konnte ich keine wirklich preiswerte AC2 finden ... wäre nicht tragisch gewesen, denn im
Grunde hatte ich mit der RICOH ja schon eine K-System-Kamera, die mir so richtig gut gefällt.
Dann geschah das, was mir gar nicht so selten passiert ... ich bekomme ein gezieltes ONLINE
Angebot ... ein Händler bietet mir die AC2 von sich aus mit deutlichem Preisnachlass an ...
hatte wohl ein Listing, dass ich mir sein Angebot nur angesehen hatte und mich dann angeschrieben.
Für 25,-€ (Kameragehäuse geprüft und mit Gewährleistung) bin ich dann mal einverstanden!

Die AC2 kommt in einem der ACX (oben beschrieben) sehr ähnlichen Kameragehäuse und so lässt sich
gemeinsame Herkunft erahnen ... und natürlich ist es wieder so ... Die Revueflex AC2 ist wieder eine
für Foto Quelle umgelabelte CHINON CE4.
KURZ ... die AC2 lässt keine Wünsche offen, die in der frühen K-System Zeit erfüllbar waren:
-Zeitautomatik 1/1000s bis 8s (alle Zeiten manuell schaltbar (fast alle! ... ganz genau genommen sind 8s
nur automatisch ausführbar!)

-Belichtungskorrektur
-Messwert-Speichertaste

-Abblendtaste und elektronischer selbstauslöser (zwei Vorlaufzeiten stellbar)

Der Blick durch den Sucher:

Sehr groß, sehr hell, Mikroprismen und Schnittbild-Fokussuerung
Mit LED angezeigte Verschlusszeiten. Im Manuellen Modus blinkt die LED, um zu warnen, dass
Die Automatik deaktiviert ist. Die vom Belichtungsmesser empfohlene Verschlusszeit wird
gleichzeitig mit Dauerlicht angezeigt. Sehr gut gemacht! Ferner Über- und Unterbelichtungswarnung,
wenn keine passende Verschlusszeit mehr möglich ist.
Damit ist die REVUE sogar NOCH besser ausgestattet, als die RICOH KR10 ... was ihr zur RICOH
allerdings fehlt, das sind die 16s Maximale Belichtungsdauer ... es sei nur erwähnt!
Elektronisch gesteuerter SEIKO Stahllamellen-Schlitzverschluss!

Und da ist er wieder ... der damals so beliebte und wirklich erstklassige SEIKO-Schlitzverschluss!
Stromversorgung:
Die AC2 ist vollständig batterieabhängig und genau wie die ACX will sie drei LR44-Knopfzellen ....
(nun ist ja die LR44 die wirklich billigste und verfügbarste aller Knopfbatterien ... der Appetit
sei ihr also vergeben!
Zustand:
Die AC2 kommt komplett mit Tragegurt ohne Optik und ohne Batterien in einem zwar
verschmutzten aber ordentlichen Zustand rein. Das Kameragehäuse zeigt den üblich abgeriebenen
AC2 Schriftzug NICHT mehr ... er ist komplett FUTSCH .... ich spendiere einen frischen Schriftzug
... sieht ja schöner aus!

Nachdem das Gehäuse gereinigt ist und ein paar kleine Kratzer überlackiert sind, steht die REVUE
nach einer normalen CLA nun wieder hübsch da ... Lichtdichtungen und Spiegeldämpfer sind
eigentlich typische Kandidaten für eine Instandsetzung ... hier unnötig ... alles gut!
Verschlusszeitenmesswerte:

Bestwerte!
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ALLE OBJEKTIVE:
Was ich für kleinste zweistellige Beträge (größtenteils durch Kombikäufe) für mein
LOWest Budget K-System ergattert habe:
-24mm/2,8 EXAKTA (COSINA)
-28mm/2,8 Revuenon 2X (verschieden Versionen)
50mm /1,9 REVUENON (2x)
50mm /1,7 REVUENON
50mm /1,7 PENTAX M SMC
55mm / 1,2 PORST Color Reflex
135mm / 2,8 REVUENON
28-70mm / 3,5-4,5 REVUENON
35-70mm MACRO /3,5-4,5 SOLIGOR
70-210mm / 4,0 REVUENON
300mm / 5,6 REVUENON
Eine ganz RUNDE SLR-Ausrüstung, wie ich finde .....
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Instandsetzung REVUENON 28-70mm 3,5-4,5 MACRO
Das REVUENON 28-70mm ist ein hübsch gemachtes sehr kompakt bauendes
Standardzoom, das den sehr nützlichen Brennweitenbereich von 28mm bis 70mm abdeckt
... natürlich bei mäßiger Lichtstärke. Bei 70mm lässt sich zusätzlich eine MACRO-Einstellung nutzen.
Das Objektiv kommt blitzsauber und klar hier an ... nur ... wie so oft ... die Blende sitzt fest bzw.
kriecht, "wie Schnecke". So ist es wertlos, die Blende muss flitzen!
Zoomobjektive haben in dieser Zeit allesamt noch mechanisch vom Kameragehäuse
aus gesteuerte Springbllendenmechanik.
Bei Zooms ist das IMMER anfälliger, als bei Festbrennweiten, weil die Blende selber
beim Zoomen ja quasi "mitschwimmt", ihren Filmebenenabstand also ändern muss,
was die Feinmechanik zu ihrer Betätigung kompliziert und anfällig macht ...
insbesondere über 45 Jahre schwergängig werden lässt.
So sauber und neuwertig, wie die Optik aussieht kann hier weder Verschmutzung noch
Korrosion Schuld sein ... ich tippe (mal wieder) auf verranztes Öl ....
Auch wenn die Japaner hochwertig geschmiert haben, bleibt so was nach 45 Jahren
und vielleicht "warmer" Lagerung ganz einfach nicht aus.

Das Ding MUSS auseinander ... da hilft NIX!

Der Fehler ist schnell gefunden ... hier zeigt sich, was die Blende "bremst" ...
Dieser Schwenkhebel klebt im verranzten Öl ... das Objektiv wirkt insgesamt an mehreren
Stellen deutlich überölt. Da hat es jemand damals ZU GUT gemeint!
Ein einfacher Trick so was zu fixen, ohne gleich das ganze Objektiv zerlegen zu müssen ist,
ein Lösungsmittel einwirken zu lassen, den Schmodder so aufzulösen und dann mit Druckluft
(mit Gefühl natürlich!) zu entfernen.
Ohne den "Klebstoff" hüpft die Blende jetzt wieder, wie sie das soll. Das Objektiv ist wieder am Start!
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Instandsetzung PORST COLORREFLEX 55mm / F:1,2
Sooo ... nachdem ich mich über die wohl "preiswerteste" "Pentax-K Ausrüstung ohne Pentax" freuen darf,
gönne ich mir jetzt doch mal einen einzigen "Angeberhappen"
... ein 55mm/F:1,2
In den 1970ern waren FAST 50s schon so ein kleines "Statussymbölchen" (über ihren Wert lässt sich
diskutieren ... meinen Senf dazu nachher noch).
Das PORST 55mm/1,2er ist von allen jemals gebauten 1,2ern für Kleinbild das wohl häufigste ...
trotzdem SELTEN und deswegen tatsächlich heute TEUER im Handel. Schöne Stücke gehen GERNE
für 300,-€ über die Tische ... M42er Versionen gerne für mehr als 500,-€.
Natürlich habe ich für den Glasbaustein deutlich weniger, aber dann doch mal 70,-€ locker gemacht
.... warum so günstig ....weil DEFEKT!
Praktisch ALLE dieser 1,2er haben nämlich defekte Blenden, die sich einfach nicht mehr schließen
wollen (war bei meinem so) oder die sich nur noch langsam (quälend) bewegen ... natürlich ist
verklebtes ranziges Öl auf die Blendenlamellen migriert und setzt sie fest.
Bei meinem Color Reflex ist NULL ERREGUNG ... die Blende schließt gar nicht mehr ... da geht nur noch Offenblende.
Alle diese 1,2er Glasbausteine leiden mehr oder weniger unter diesem geteilten Problem! Die riesigen Linsen
brauchen auch eine RIESIGE Iris-Springblende (hier 8 Lamellen). Wenn da auch nur IRGENDWIE zu viel
Reibung entsteht, dann geht da nix mehr ... verölte Lamellen kleben einfach fest .. as said ... ein
typisches Problem.
Angeblich "dauert" die Instandsetzung stundenlang, weil man ja angeblich (mal wieder) alles zerlegen
muss, reinigen, entfetten, zusammenbauen, Unendlichkalibrieren usw....
Ich zeig' mal, wie das in 20min. ganz entspannt und minimalinvasiv gehen kann .... schonend auch,
für das jetzt neuwertige schöne "Protzlinschen" .....
So kam das Color Reflex rein ....


Äußerlich eine Augenweide ... wirklich glasklar, keine Gebrauchsspuren, leichtgängige Fokussierung
... nur eben OHNE Blendenfunktion
Ich recherchiere ... bei dieser Konstruktion ist es am einfachsten, die komplette Frontlinsengruppe
auszubauen, um die Springblende freizulegen und zu behandeln....



Dann den ganzen (unzerlegten!) Blendenmechanismus in Lösungsmittel einweichen und warten ....
Nach wenigen Sekunden macht es PLÖPP und die Blende ist wieder da. Dann den Schmier
abwischen und mehrmals mit immer neuem Lösungsmittel einweichen und reinigen.
Ich beschleunige mit etwas Druckluft.
Das Ergebnis:
KURZVIDEO PORST Colorreflex 55mm/1.2 Springblende)
Anhang anzeigen PORST-12.mp4
Das "Spitzenobejektiv" ist jetzt im Neuzustand und schmückt meine "WAHL- K-System-Kamera ....
die RIKOH KR10-Super
Kurz zu solchen "Angeber-Objektiven" ....
Ich würde NIE IM LEBEN die oben genannten Summen dafür hinlegen, denn solche "gehypten"
Objektive werden, wenn es um ihren Nutzen geht, total überbewertet.
Bei normalem Tageslicht und kontrastreichen Motiven schon sowieso, bei Gegenlicht jedweder Art,
ist jedes 1,8er (2,0-1,7 sagen wir mal) die viel bessere Wahl. Schon 1,4er machen ähnliche Probleme,
zeichnen WEICH und KONTRASTARM ... trotz Spitzenvergütungen und produzieren Lensflares,
die des erträglichen zu viel sind!
Abblenden hilft definitiv ... aber .... So ein 1,2er erreicht die Leistung eines 1,8ers frühestens bei Blende 4.
Bei Blende 2 ist jedes (2,0-1,7er) deutlich "schöner" unterwegs.
ABER!!!
Ich hätte nicht die 70,-€ dafür gegeben, wenn es nicht DOCH Vorteile gäbe ... und die bestehen darin,
dass man bei wirklichen LOW LIGHT Szenen damit wirklich schöne Aufnahmen zaubern kann, wenn
nämlich nicht 5300 Reflexe und Spitzenlichter alles überstrahlen und anschließend in undefiniertem
Matsch bildbestimmend enden.
Wenn solch ein "Glasbaustein" bei Tageslicht dann doch mal genutzt werden soll, dann UNBEDINGT
auf Blende 4, besser 5,6 abblenden, damit im Vergleich zu einem 1,8er keine tatsächlichen Nachteile entstehen.
Stichwort ABBLENDEN .... alles gut ... kann ich nach Reparatur ja jetzt auch.
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Vergleich Pentax-K zu M42
Die Idee, frei austauschbare Kamera-Objektiv-Systeme zu schaffen IST URALT und ganz sicher für
markenoffene Interessenten immer schon hochinteressant gewesen.
Die einen identifizieren sich und ihr Zeugs eben halt mit einer konkreten Marke ... absolut in Ordnung ...
die anderen lieben die Vielfalt der Möglichkeiten, sich eine ganz individuelle (vielleicht auch deutlich
preiswertere) Photoausrüstung aus verschiedenen Marken zusammen stellen zu können. Zwei
Tendenzen widersprachen sich seit jeher ... Markenbindung durch Insellösungen (das ging
kamerageschichtlich ganz oft schon nach hinten los)... oder -auf der anderen Seite- der Versuch,
ein BREIT angelegtes Kamerasystem dadurch interessant zu machen, dass man dem Käufer ganz
einfach die Wahl lässt und die eigene Marke nicht komplett aufzuzwingen versucht.
Genau da wird es individuell unterschiedlich ... und ich sage NEIN ... ich will klassisch und nicht
technisch modern Film belichten. Aus heutiger Sicht müsste ich ansonsten eine der allerletzten
analogen Film-Kameras der frühen 2000er zur Hand nehmen ... um die Phototechnik zu optimieren
... genau das aber möchte ich persönlich auf gar keinen Fall ... dafür lege ich keinen Film ein ...
dann lieber gleich digital ... ist dann konsequenter ... das kann's für mich nicht werden!
Das K-System fängt erst 1975 an! Historische, charismatische Objektive werden dadurch systemisch
ausgeschlossen ... oder doch nicht???
Nicht ganz!
Pentax entschloss sich in 1975 das M42 Auflagemaß (45,46mm) exakt für den PK-Mount zu übernehmen
und vergrößerte den Bajonettduchmesser, um BEWUSST einen Adapter zu ermöglichen (und auch
selber anzubieten) der die Verwendung von M42-Objektiven möglich macht. Natürlich fällt dann
die M42-Springblendenfunktion weg, alle M42-Objektive können aber mit Adaptern auch an K-System-
Kameras genutzt werden .... ein Argument PRO K-System.
Ist die Offenblendmessung nun WIRKLICH das Totschlagargument, um sich in Sachen Weltstandard
für das K-system zu entscheiden???
Eigentlich NEIN ... denn ... es gab ja eben diese faszinierende IDE von Cosina und Chinon,
diese (wie ich es nenne) "Pseudo-Offenblendmessung" auch für M42-Optik zu realisieren ...
die MEMOTRON-Kameras ermöglichten das ja im Grunde auch schon:
Hier Interessantes dazu:
Revueflex AC1 - Kameraportrait
Tatsächlich sollte PENTAX recht behalten haben ... Offensichtlich hat die damalige Entscheidung,
das K-system als freien Standard zur "Weltverfügung" zu stellen, dem Hersteller ja nicht geschadet!
Die Frage, ob das K-System als Weltstandard Erfolg hatte darf bejaht werden ... Das K-System sollte
der bis jetzt letzte WIRKLICHE Universalstandard geblieben sein ... tatsächlich sehr erfolgreich.

Pentax hatte ja selber mit der Nutzung des freien M42-Standards die eigene Marke erfolgreich
aufbauen und durchsetzen können, diese Tradition beizubehalten, erschließt sich heute durchaus als fair und sinnvoll.
Photogeschichtlich ist es NICHT so, dass M42 abrupt vom K-System abgelöst wurde, es war vielmehr so,
dass beide Systeme über viele Jahre noch nebeneinander her existierten ... insbesondere die Discounter
(Quelle, Porst, Sears usw.) boten bis weit in die 1980er beide Systeme parallel an.
Würde ich dem K-System den Vorzug über M42 geben??
NUR technisch ... natürlich! Das K-System inkludiert die Offenblend-TTL-Belichtungsmessung zur
Selbstverständlichkeit. Das war und bleibt der technische Vorteil ... nur ... wie wichtig ist das
eigentlich HEUTE??
Wenn ich mich entscheiden müsste, dann ganz deutlich M42 ...!
Dieses Kamerasystem ist NIE gestorben ... wird bis heute gefertigt und ermöglicht HEUTE
Zeitreisen durch die Photogeschichte, die kaum wiederholbar werden können.
Ich habe (denke ich) gezeigt, dass es HEUTE mit "PENTAX-K OHNE PENTAX" für rekordmäßig
wenig Geld möglich ist, ein NO-Name Kleinbild Kamerasystem aufzubauen ... übrigens auch dann,
wenn man nicht selber reparieren kann und mehr Geld für geprüfte Sachen berappt ...
kostet dann ca. das 2,5-fache, ist aber immer noch sehr wenig Geld.
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Die Rolle der DISCOUNTER:
Photo-Discounter wie QUELLE und PORST (gibt noch einige andere ....) haben entscheidend dazu
beigetragen, die beiden Weltstandards M42 und das K-System zu verbreiten und populär zu machen.
Hersteller, wie VEB-PENTACON, COSINA, CHINON und RICOH, die sich nicht zu fein waren, günstige
und umgelabelte Kameras für die Discounter zu liefern, haben damals für bezahlbare Sachen gesorgt
... damals, wie heute.

Wer damals 'ne REVUE für Billigschrott gehalten hat, der hat das eben geglaubt ... auch heute meinen
das noch viele Experten.
Ein Faktencheck ergibt ein ganz anderes Bild! Wer mal vergleicht, wie viele dieser Billigkameras heute
noch tadellos funktionierend für Peanuts angeboten werden und wie viele Markenkameras im Vergleich
"für Teile" angeboten werden, dann wird sehr deutlich, dass Porst oder Quelle damals wirklich keinen
Schrott verkauft haben können ... es kann nicht sein!
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Das K-system nur "angekratzt"!
Ich habe das K-system jetzt tatsächlich nur "angekratzt", denn er geht ja bis HEUTE weiter
und es ist erstaunlich teilkompatibel mit derzeitigen Digitalkameras.
Wie ich ja oben schon kurz anmerke, kamen nach meinen UR-Kameratypen ja noch K-Kameras mit
Blendenautomatik, Programmautomatik, Autofokus, elektrischem Filmtransport usw ....
Und ja ... ich rede da immer noch von FILM und noch gar nicht von DIGITAL ... aber genau so,
wie ich bei CANON (FILM) mit der A-Serie mein persönliches FILM-Ende setze, ist es beim K-System
eben auch der Punkt, wo ich noch MANUELL und mit Film photographieren darf .... weiter
automatisierte Film-Kameras interessieren mich nicht mehr ... dann lieber gleich digital ...
ich will einfach mit Film auch historisch aktiv photographieren .. und eben nicht voll automatisiert
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FAZIT:
Wer überlegt, mit wenig Geld sehr viel gutes Photozeugs (vielleicht als Einstieg in die Film-Photographie)
zu bekommen, der liegt mit Sachen für das K-System ganz sicher gut.
Dass man mit den hier von mir "ausgegrabenen" No-Name-Sachen auf Qualität verzichtet,
schließe ich mal wirklich aus ... ich kenne diese Sachen noch von damals ... natürlich auch von heute ...
Da machst'e nix falsch!
Ich hoffe, mein Quatsch wird meinen geneigten Lesern wieder Spaß machen ... wer bis hierhin gelesen hat,
dem wird es Spaß gemacht haben .... denke ich mal so.
Grüße und schöne Photos
Klaus
Ich hätte auch schreiben können "PENTAX-K ohne PENTAX" ... denn so ist es tatsächlich gelaufen ... das WIE schreibe ich jetzt
und das WARUM verstehe ich selber nicht!
Viel Spaß!
Kameras und Objektive für das PENTAX-K-Bajonett
INHALT:
-Vorgeplänkel (wie alles anfing... Instandsetzung Revuenon 28mm/2,8)
-Das K-Bajonett (die K-System-Marken)
-Revueflex SC3
-RICOH KR-10 SUPER (Instandsetzung)
-Revueflex ACX
-Revueflex AC2
-ALLE OBJEKTIVE
-Instandsetzung REVUENON 28-70mm 3,5-4,5 MACRO
-Instandsetzung PORST COLORREFLEX 55mm / F:1,2
-Vergleich Pentax-K zu M42
-Die Rolle der Discounter
-Das K-system nur "angekratzt"!
-FAZIT
NACHTRÄGE:
-REVUEFLEX AC3S (Nachtrag POST 15)
-PORST Compact Reflex OV (Nachtrag POST 16)
Vorgeplänkel
Es war einmal ein originalverpacktes (ungeöffnetes) REVUE Objektivset mit zwei Wechselobjektiven,
das ich einfach nicht ungekauft lassen konnte, den 10,€- ... für wirklich "nagelneue" Objektive ...
es ging nicht anders .....obwohl ... Das sind K-Bajonett Objektive ... eigentlich nicht mein System ...
oder ... "KEINE KAMERA DAFÜR DA" .... Trotzdem, das Set verlässt mit mir zusammen den
Trödelladen .... macht doch Spaß, Neuware auszupacken!

Die große Überraschung .... NEU ABER DEFEKT!!
Ich hatte jetzt tatsächlich nicht damit gerechnet, dass zwei uralte aber "nagelneue" Objektive
Nicht in Ordnung sein könnten ... das Teleobjektiv tadellos (Revuenon 135mm/f:2,8) aber das
Weitwinkel (Revuenon 28mm/2,8) zeigt sich in Sachen "Springblenden-Prüfung" unbeeindruckt
Defekt ... die Blende bewegt sich nicht ... ist über die Jahrzehnte ganz einfach festgegangen ...
wie sich zeigen wird verölt!

Dass ich mal ein "neues" Objektiv operieren würde, hätte ich auch nie gedacht. Es zeigt sich, dass
Das Weitwinkel eine durchaus anspruchsvolle Konstruktion ist. Ich beschließe, die Blende von hinten
her freizulegen, was mir einfacher erscheint. Dennoch müssen 4 Linsen in drei Gruppen
ausgebaut werden .....


Das wichtigste bei solchem "Fummel" ist, dass man die Ausbaureihenfolge richtig dokumentiert
Und dass man KEINE LINSE JE UMDREHT. Ich baue die Linsen mit einem Saugheber aus, der
eigentlich für Kontaktlinsen gedacht ist. Die Linsen dürfen nie aus der Hand fallen ... wenn man
nicht mehr weiß, welche Seite genau oben liegen muss, kann man einpacken!
Am Ende der Bemühungen ist das 28er nicht nur neu, sondern funktioniert auch wieder, wie neu.
Die Blendenlamellen sind entölt und sauber ... die Blende "springt" wieder.... bzw. erstmalig
KURZVIDEO-SPRINGBLENDE 28mm:
Anhang anzeigen VID-1.mp4
Es ist interessant zu wissen, dass offensichtlich eine herstellerseitig überölte Optik auch dann verklebt,
wenn das Objektiv nie benutzt wird .... das hätte ich nicht geglaubt.
So fing bei mir quasi das K-Bajonett an ... mit zwei "Gelegenheitsobjektiven", für die ich gar kein
Kamerasystem führte .... und ich wusste nur eines .... Ja verdammt ... ich mach's aber es darf nicht teuer
werden ... und das wurde es auch wirklich nicht ... ich sage mal vorab .... das K-System bietet
einen extrem preiswerten (und guten) Einstieg in die Film-Photographie ... das WIE und WARUM erfährt
der/die geneigte "Weiterleser(in)" ....
Das K-Bajonett (ab 1975)
-Historisches:
Nachdem die Kameramarke PENTAX mit dem freien Objektiv Standard "M42"
insbesondere seit 1964 (Pentax Spotmatic SP1) mega-erfolgreich war, musste schließlich doch
in 1975 ein Systemwechsel her. Pentax war mit dem eigentlich ja deutschen Standard dermaßen
erfolgreich, dass das M42-System unselten sogar "Pentax-Screw-Mount" genannt wird.
Der lizenzfrei verfügbare M42-Objektivanschluss war technisch an eine zukunftsweisende Grenze
gestoßen, die nicht mehr als "Weltstandard" zu überwinden war ... die TTL-Offenblendmessung
war nicht mehr "GEMEINSAM" zu überwinden ... es war möglich, aber leider nicht mehr einheitlich
von und für alle Hersteller und auch nicht mehr lizenzfrei!
Das wohl beste System hatte meiner Meinung nach Pentacon entwickelt, nämlich die
M42 PENTACON ELECTRIC-Offenblendmessung, die der Kamera den eingestellten Blendenwert
eben elektrisch übermitteln konnte und sich hervorragend mit dem Schraubgewinde realisieren ließ.
Dass der VEB-Pentacon sich diese Technik patentieren und schützen ließ, sollte sich im Nachhinein
als bedauerlicher Fehler erweisen ... wurde dann zum endgültigen Sargnagel für den M42
Weltstandard. Es gab diverse mechanische "Insellösungen", um Blendenwertübertragung mit M42
möglich zu machen .... alle diese Lösungen waren aber nicht mehr markenübergreifend kompatibel
und damit zum Scheitern verurteilt. Auch Pentax hatte mit einigen wenigen SMC-TAKUMAREN noch
eine M42-Offenblend-Lösung am Start ... man wusste aber bei Pentax, dass das Kamerasystem so
nicht mehr zu halten war (nicht mehr zukunftssicher!). Ein Bajonett-System sollte realisiert werden,
das Offenblendmessung einfach und zuverlässig ermöglichen musste ... so entschloss man sich dann
in 1975, das K-Bajonett einzuführen ... und jetzt kommt das besondere und einzigartige ....
PENTAX verkündet in 1975, dass das neue K-Bajonett ungeschützt und lizenzfrei allen anderen Kamera
und Objektiv-Herstellern zur Verfügung gestellt werde und veröffentlichte die
Konstruktionsunterlagen zur freien Nutzung.
Pentax wollte an die Welttradition eines markenübergreifenden Kamerasystems anknüpfen und den
M42 Standard mit einem neuen Weltstandard ablösen, was tatsächlich WEITGEHEND GELANG und bis
HEUTE interessant geblieben ist, wenn man sich überlegt, ein klassisches Kamerasystem aufzubauen.
Pentax war somit der EINZIGE Hersteller, der keinen Fehler damit machte, mit der Einführung eines
proprietären Kameraanschlusses Markenbindung zu erzwingen und wurde trotzdem selber sehr
erfolgreich mit dem K-System.
Entwicklungsschritte:
-1975-Einführung des K-Bajonettes als freien lizenzfreien Objektiv-Standard.
Das UR-K-Bajonett ermöglicht mechanische Springblendensteuerung und die sog.
Blendenwertübertragung vom Objektiv an die Kamera, ohne die eine Belichtungsmessung
bei Offenblende und damit bei immer hellstmöglichem Sucherbild nicht möglich ist.
Ungleich zum 1971 von CANON eingeführten FD-Standard war beim K-System eine
Blendensteuerung für eine spätere Blendenautomatik / Programmautomatik noch nicht
vorgesehen, konnte aber später durch eine Erweiterung des K-Systems hinzugefügt werden.
-1981 KF-Bajonett (Zusatzfunktion für AUTOFOKUS)
-1983 KA-Bajonett (Zusatzfunktion für Blendensteuerung)
Ich reiße den Film für das K-Bajonett jetzt einfach mal in 1983 mit dem KA-Bajonett durch.
Das K-Bajonett wurde später noch viel weiter entwickelt und ist mechanisch bis heute
TEILKOMPATIBEL .... will sagen ... die UR-K-Objektive passen sogar noch an aktuelle Pentax-SLRs
... ohne jeden Adapter!
Für die Film Nutzung finde ich aber die Systeme bis maximal KA interessant ... das ist mein Konzept
für die Film Photographie ... ich will selber machen und eben nicht automatisieren ... mein Ansatz ...
ähnlich wie mit CANON, wo ich nicht über die A-Serie hinaus "will" ... macht mir moderner eben keinen
Spaß mehr.
WICHTIG:
Ich gehe noch darauf ein .... Viele Hersteller nahmen die Herausforderung von Pentax tatsächlich an
und bauten eigene Kameras und Objektive für das K-System. Im Grunde sind alle diese Sachen deswegen
auch tatsächlich kompatibel. Man kann also ein Rikenon-Objektiv problemlos an eine Chinon oder an
eine Pentax setzen ... dennoch gibt es Kleinigkeiten zu beachten.
Als die Blendenautomatik realisiert werden sollte kam Pentax ja mit KA, RIKOH aber mit einer eigenen
Lösung "KP" genannt. Rikenon P-Objektive bleiben zwar grundsätzlich kompatibel, nur lässt sich dann
keine Blendenautomatik oder Programmautomatik an einer Fremdkamera nutzen ... und umgekehrt.
Warum der Alleingang??? Keine Ahnung! Ich weiß aber, dass ich sowieso lieber Zeitautomatik mag oder
gar keine Automatik ... mich selber stört's nicht wirklich.
Kameras für das freie K-System....
.....oder (spaßig formuliert) Pentax-K ohne Pentax ... nicht nur möglich, sondern evtl. sogar sinnvoll??!
Die K-System-Marken:
PENTAX
AGFA (Selectronic)
EXAKTA
ZENIT
MIRANDA (MS-Serie)
CHINON
RICOH
PORST
REVUEFLEX
COSINA
Kameras dieser Marken wurden für das K-System gebaut, wobei diese Liste noch unvollständig ist,
wenn man weltweit auch noch andere DISCOUNT Labels hinzunimmt. Nicht nur Foto Quelle und
Foto Porst haben damals ja eben umgelabelte K-Kameras unter Hausmarken verkauft.
Die Auswahl an Kameragehäusen und Objektiven für das K-System ist also RIESIG und die Preise
reichen heute von durchaus teuer, bis hin zu RICHTIG GÜNSTIG … und um letzteres will ich mich
Hier im Weiteren mal wieder kümmern … denn mit RICHTIG GÜNSTIGEN 10,-€ hatte es ja oben
für die beiden Objektive angefangen …. Und genau so preiswert soll es auch weitergehen …
meine Gelddruckmaschine steht ja gerade in der Werkstatt.
-Revueflex SC3
Was habe ich? Ein 28mm/2,8 WW und ein 135mm/2,8 Tele … das sind bekannt gute Sachen
REVUENON gelabelt aus japanischer Produktion.
Nett wäre jetzt mal eine (supergünstige) Kamera für mein K-System und natürlich auch ein schönes
"FAST 50" dazu … beides kam gleich zusammen hier an:
Es wird eine Revueflex SC3 mit einem Revuenon 50mm/F:1,9
Eigentlich wegen des 50ers, dass ich gut kenne … das habe ich mehrfach in M42 (selbe Optik).
Klasse Objektiv … das lässt kaum Wünsche offen.
Das Kameragehäuse ist ebenfalls sehr gewollter "Beifang" … auch die SC3 ist mir herzlich willkommen,
eine Kamera ganz nach meinem Geschmack.
Die SC3 ist eigentlich eine CHINON CM4s. Es gab auch eine CHINON CM4 (baugleich Revueflex SC2),
der nur der Selbstauslöser fehlt.

Die SC3 ist eine gut ausgestattete K-Mount Kamera mit einem hochwertigen SEIKO-Stahllamellenverschluss ….
Genau der gleiche, der in vielen Minoltas und sogar in der Leica R4 verbaut ist. Er gilt als nahezu
unkaputtbar und langzeitzuverlässig.
Die Kamera bietet die üblichen Verschlusszeiten 1s bis 1/1000s und B, ferner Offenblendmessung über eine
LED-Lichtwaage am Sucherokular. Eine einfache aber gute Lösung … insbesondere in sehr dunkeler
Umgebung von Vorteil. Der Sucher ist groß, ausgesprochen hell und bietet beides … Mikroprismen- und
Schnittbild-Fokussierhilfe. Das Handling ist prima und die SC3 macht einen wertigen, gut verarbeiteten
Eindruck. Das Auslösegeräusch ist "satt" … hört sich für mich wirklich "schön" an … keinesfalls rappellig
oder irgendwie billig.
Die Kamera ist im Grunde batterieunabhängig, lediglich der TTL-Lichtmesser benötigt zwei LR44 (oder SR44)
Knopfzellen … ein Batterieproblem gibt es also gar nicht.
Der Belichtungsmesser schaltet sich automatisch bei Antippen des Auslösers ein und schaltet sich automatisch
nach 10s wieder aus … genial einfach … einfach genial.
Die Kamera ähnelt SEHR ihrem M42-Pendant "Revueflex" SD1 … hier detailliert vorgestellt:
LINK:
Revueflex SD1 Kameraportrait .....
Im Gegensatz zur SD1 bietet die SC3 dann natürlich Offenblendmessung anstatt Arbeitsblendenmessung.
Klagen über CHINON Kameras KENNE ICH NICHT! Die Kameras gelten als gut, wertig und zuverlässig …
damals, wie heute. Diese Kamera-Objektiv Kombi kam makellos hier an … nichtmal Lichtdichtungen
oder Spiegeldämpfer waren hier zu erneuern.
Gemessene Verschlusszeiten der Revueflex SC3:

Alles in den Toleranzen!
BEIDES ZUSAMMEN Kemragehäuse und Objektiv) für 30,-€
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-RICOH KR-10 SUPER
Ich recherchiere weiter ... die SC3 ist eine sehr schöne K-Kamera ... aber ... da ist dieses
"Luxusbedürfnis"
Händler eine geprüfte RICOH KR-10 SUPER. Wenn der sagt "geprüft und in Ordnung", dann war das
bislang immer so, da kann ich mich so ziemlich'drauf verlassen.
Nach einigen Auslösungen dann aber der "Schock" ... Die Kamera war in Ordnung, den Händler trifft KEINE
Schuld also ... aber die RICOH klemmt, lässt sich nicht mehr auslösen ... es scheint, dass die Elektronik tot ist ....
Man kann Menschen, die solche Fehler finden und ihr Wissen dann auch teilen nicht genug danken ... ganz
kleine Ursache, die dann zum "Totalschaden" werden ... das Problem ist gottseidank bekannt und ich finde
den Reparaturansatz nach einigem Suchen im Internet:

Nach Demontage des Kamerabodens gilt es, die festsitzende Auslösesperre an dieser Stelle zu lösen und den
über sie betätigten Mikrokontakt (bei bestromter Kamera natürlich) zu schließen (mit einer Anreißnadel).
Die Kamera löst dann aus! Anschließend muss die Ratsche für den Schnellspannhebel (ebenfalls mit der
Reißnadel) einmal mechanisch zurückgestellt werden. Jetzt ist der Auslöseablauf quasi wieder auf NULL.
An der gezeigten Stelle klemmt's!! Diesen Hebel mit Feinöl neu schmieren und Leichtgängigkeit sicherstellen.
Den Auslösevorgang mehrmals prüfen und den Kameraboden wieder montieren ... FERTIG!

Wird also eine KR10 mit klemmendem Aufzugshebel angeboten, dann ist es zumindest wahrscheinlich,
dass das diese bekannte Ursache haben wird. Das Problem dabei kann aber sein, dass die Kamera dann
unter Umständen jahrelang gespannt gelegen haben könnte und des dann zu lahmen Federn gekommen ist.
Diese Kamera gehört zu den vielen K-Kameras, die einen elektronisch gesteuerten Stahllamellenverschluss
haben, die voll manuell einstellbar sind und die auch automatisch belichten können.
Die KR-10 SUPER ist einer der Zeitautomaten aus der Frühen K-Bajonett-Zeit, sehr schön gemacht und
sehr sehr günstig zu haben.

Hier die RIKOH KR-10 SUPER mit dem oben zerlegten 28mm Revuenon.
Auch die RIKOH bietet ein großes, brillant helles Sucherbild mit Mikroprismen und Schnittbild Fokussierungshilfe.
Rechts im Sucher findet sich eine schön gemachte LCD-Anzeige die außerordentlich informativ ist.


Die KR-10 SUPER bietet Verschlusszeiten von 1/1000s bis zu 16s auch manuell einstellbar!
Insbesondere die 16s sind beeindruckend, denn so lange einstellbare und automatische
Belichtung ist selten!
Dazu gesagt werden MUSS allerdings, dass ich davon abrate, länger als 1s automatisch zu belichten,
weil dann der "Schwarzschildeffekt" bei Film immer greift und filmabhängig ein Zeitzuschlag gegeben
werden muss. Dafür ist dann der Photograph selber zuständig ... das kann keine Automatik in
Unkenntnis individueller Schwarzschild-Werte.

Auch die RIKOH KR-10 kommt mit einem elektronisch gesteuerten Lamellenverschluss ins Rennen.

Dass die RICOH mit Vorbereitungen für Datenrückwand und POWER-Winder kommt, zeigt ihre
Ambitionen ...nicht meine ... ich will beides nicht haben.
Es gibt einen elektronisch gesteuerten Selbstauslöser und einstellbare Belichtungskorrektur ...
da fehlt wirklich nix, was ich mir so wünsche.
Die KR-10 benötigt ebenfalls zwei LR44 (oder AG13 oder SR44) Knopfzellen ... auch hier gibt es
keine Beschaffungsprobleme ... kriegt man überall und sofort.
Die Kamera kam in einem sehr guten Zustand an, benötigte aber zwei neue Gehäuse-Lichtdichtungen,
die ich dann auch erneuert habe. Der Verkäufer hatte den kleinen Mangel beschrieben.
Hinzu kam dann noch die oben beschriebene Instandsetzung des verklemmten Auslösehebels....
keine große Sache, wenn man die Ursache kennt.
Gemessene Verschlusszeiten der RICOH

Alle Zeiten liegen gut in den Toleranzen!
Die KR-10 gilt als hochwertig und (eigentlich) zuverlässig ... damals, wie auch heute.
Die RICOH war kein Beifang, die habe ich mir für.....
33,-€ (nur Kameragehäuse!)
.....dann einfach mal gegönnt.
Die KR10 ist eine Kamera, die mir ausnehmend gut gefällt.
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-Revueflex ACX (BAUGLEICH CHINON CA-4)
Ganz klar .... die Revueflex ACX war Beifang ... und in diesem "Bundel" kam sie an.....


Für 21,-€ kam all das hier (dazu eine prima brauchbare große Phototasche und für den Blitz auch
noch ein Vorsatz-Filterset ... hier nicht gezeigt.
Natürlich ging es eigentlich um die beiden K-Zooms ... ein 28-70mm und ein 70-210mm REVUENON ...
beide in den oben schon mal gezeigten typischen Foto-Quelle Softcases beide wie neu "looking",
das lange Zoom perfekt in Ordnung, das kurze Zoom kontert mal wieder mit einer festgegangenen
Springblende ... zu den Objektiven und der Reparatur des 28-70mm komme ich unten noch ...
jetzt erst mal die Kameras.
An der ACX befindet sich ein zweites 50mm/1,9 Revuenon im 1A Zustand.
Die Kamera .... ich überlege, ob ich das Ding überhaupt in Betrieb nehmen soll??? Nicht meins ... nur ...
verdammt das Ding sieht einfach aus, wie NEU .... also ... ich krame 3 LR44 Knopfzellen raus
(sie will wirklich 3 davon in Reihe und NIX .... och denke ich ... nicht wirklich schlymm ... die repariere
ich bestimmt nicht .... ich nehme die Batterien also gleich wieder raus, stelle dabei aber fest, dass die
Kontakte doch etwas korrodiert aussehen und die Druckfeder lahm ist ... ob da mal Batterien
ausgelaufen waren?
Ich reinige und schleife die Kontakte neu an ... die Feder spanne ich nach ... Batterien wieder rein ...
und GEHT ....
Ich beschäftige mich dann doch mal mit der Kamera .... und schreibe doch mal ein Kurzportrait ....


Warum ich sie eigentlich ablehne .... nun ... ich kann ja über vieles verhandeln ... aber eine Kamera,
die nur als Zeitautomat unterwegs ist und nur die Notzeit (gleichzeitig Blitzsynchronzeit) einstellbar hat,
macht doch eigentlich, was sie will ... und nicht das, was ich möchte ... oder???
NICHT GANZ!
Immerhin, ein Blick durch den Sucher zeigt, dass die ACX zumindest verrät, was sie macht, indem sie
IMMERHIN die wichtigsten Verschlusszeiten im Sucher anzeigt ... zumindest sieht man dann,
welche Zeit die Kamera nach Blendenvorwahl wählt:


So werden über gut (auch dunkel erkennbare) rote LEDs Zeiten von 1/8 bis 1/1000s sowie Über-,
wie Unterbelichtung vermeldet. Zeiten von 1/8s bis zu 16s werden zwar ausgeführt, aber nur mit
der 1/8-1s LED zusammenfassend angezeigt ... man weiß also nix genaues ... wobei ... man kann jetzt
argumentieren, dass da ja verwackelungssicher dann ohnehin nix mehr geht .... ja schon ... aber ....
NAJA!!!
Wenn ich mir die ACX "schönreden" möchte, dann kann ich NATÜRLICH über die Belikorrektur schnell
jede Wunsch-Verschlusszeit "hinbringen" ... aber nochmal "NAJA" .... meine Traumkamera ist anders ...
das Ding jetzt wirklich nicht! Einen Selbstauslöser sucht man vergeblich!
Der Sucher ist CHINON-typisch klasse groß und hell ... die Fokussierhilfe (Mikroprismen plus Schnittbild)
vorbildlich gut ....
Typisch damals .... die Revueflex kommt nicht mit ASA (=ISO) Filmempfindlichkeiten, sondern bietet die
deutsche DIN-Skale, um die Filmempfindlichkeit einzustellen. Für mich kein Thema ... "ich habe noch
auf DIN gelernt" ... ansonsten ist dann aber auch noch eine Zuordnungstabelle DIN-ASA
am Kamerarücken angebracht:

Beim Öffnen der Kamera Rückwand zeigt sich mal wieder ein alter bekannter .... der damals sogar
von LEICA verbaute SEIKO-Stahllamellen-Schlitzverschluss ......

Zustand der Kamera: Kurz ... fast tadellos! Abgesehen von der Instandsetzung des Batteriefaches habe
ich nur noch den völlig abgeriebenen Schriftzug "ACX" erneuert.
Die Verschlusszeiten kann ich nicht nachmessen, denn sie lassen sich ja nicht gezielt ansteuern....
ich bin mir aber sehr sicher, dass die passen, weil ich diesen Verschluss inzwischen zig mal gemessen habe
... die stimmen ausnahmslos alle.
Lichtdichtungen und Spiegeldämpfer sind gut in Ordnung .... die ACX darf wieder in die Nutzung gehen.
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-Revueflex AC2
Die REVUEFLEX AC2 ist kein Beifang, sondern ein Kameragehäuse, das ich gezielt ausgesucht hatte
... allerdings konnte ich keine wirklich preiswerte AC2 finden ... wäre nicht tragisch gewesen, denn im
Grunde hatte ich mit der RICOH ja schon eine K-System-Kamera, die mir so richtig gut gefällt.
Dann geschah das, was mir gar nicht so selten passiert ... ich bekomme ein gezieltes ONLINE
Angebot ... ein Händler bietet mir die AC2 von sich aus mit deutlichem Preisnachlass an ...
hatte wohl ein Listing, dass ich mir sein Angebot nur angesehen hatte und mich dann angeschrieben.
Für 25,-€ (Kameragehäuse geprüft und mit Gewährleistung) bin ich dann mal einverstanden!

Die AC2 kommt in einem der ACX (oben beschrieben) sehr ähnlichen Kameragehäuse und so lässt sich
gemeinsame Herkunft erahnen ... und natürlich ist es wieder so ... Die Revueflex AC2 ist wieder eine
für Foto Quelle umgelabelte CHINON CE4.
KURZ ... die AC2 lässt keine Wünsche offen, die in der frühen K-System Zeit erfüllbar waren:
-Zeitautomatik 1/1000s bis 8s (alle Zeiten manuell schaltbar (fast alle! ... ganz genau genommen sind 8s
nur automatisch ausführbar!)

-Belichtungskorrektur
-Messwert-Speichertaste

-Abblendtaste und elektronischer selbstauslöser (zwei Vorlaufzeiten stellbar)

Der Blick durch den Sucher:

Sehr groß, sehr hell, Mikroprismen und Schnittbild-Fokussuerung
Mit LED angezeigte Verschlusszeiten. Im Manuellen Modus blinkt die LED, um zu warnen, dass
Die Automatik deaktiviert ist. Die vom Belichtungsmesser empfohlene Verschlusszeit wird
gleichzeitig mit Dauerlicht angezeigt. Sehr gut gemacht! Ferner Über- und Unterbelichtungswarnung,
wenn keine passende Verschlusszeit mehr möglich ist.
Damit ist die REVUE sogar NOCH besser ausgestattet, als die RICOH KR10 ... was ihr zur RICOH
allerdings fehlt, das sind die 16s Maximale Belichtungsdauer ... es sei nur erwähnt!
Elektronisch gesteuerter SEIKO Stahllamellen-Schlitzverschluss!

Und da ist er wieder ... der damals so beliebte und wirklich erstklassige SEIKO-Schlitzverschluss!
Stromversorgung:
Die AC2 ist vollständig batterieabhängig und genau wie die ACX will sie drei LR44-Knopfzellen ....
(nun ist ja die LR44 die wirklich billigste und verfügbarste aller Knopfbatterien ... der Appetit
sei ihr also vergeben!
Zustand:
Die AC2 kommt komplett mit Tragegurt ohne Optik und ohne Batterien in einem zwar
verschmutzten aber ordentlichen Zustand rein. Das Kameragehäuse zeigt den üblich abgeriebenen
AC2 Schriftzug NICHT mehr ... er ist komplett FUTSCH .... ich spendiere einen frischen Schriftzug
... sieht ja schöner aus!

Nachdem das Gehäuse gereinigt ist und ein paar kleine Kratzer überlackiert sind, steht die REVUE
nach einer normalen CLA nun wieder hübsch da ... Lichtdichtungen und Spiegeldämpfer sind
eigentlich typische Kandidaten für eine Instandsetzung ... hier unnötig ... alles gut!
Verschlusszeitenmesswerte:

Bestwerte!
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ALLE OBJEKTIVE:
Was ich für kleinste zweistellige Beträge (größtenteils durch Kombikäufe) für mein
LOWest Budget K-System ergattert habe:
-24mm/2,8 EXAKTA (COSINA)
-28mm/2,8 Revuenon 2X (verschieden Versionen)
50mm /1,9 REVUENON (2x)
50mm /1,7 REVUENON
50mm /1,7 PENTAX M SMC
55mm / 1,2 PORST Color Reflex
135mm / 2,8 REVUENON
28-70mm / 3,5-4,5 REVUENON
35-70mm MACRO /3,5-4,5 SOLIGOR
70-210mm / 4,0 REVUENON
300mm / 5,6 REVUENON
Eine ganz RUNDE SLR-Ausrüstung, wie ich finde .....
____________________________________________________________
Instandsetzung REVUENON 28-70mm 3,5-4,5 MACRO
Das REVUENON 28-70mm ist ein hübsch gemachtes sehr kompakt bauendes
Standardzoom, das den sehr nützlichen Brennweitenbereich von 28mm bis 70mm abdeckt
... natürlich bei mäßiger Lichtstärke. Bei 70mm lässt sich zusätzlich eine MACRO-Einstellung nutzen.
Das Objektiv kommt blitzsauber und klar hier an ... nur ... wie so oft ... die Blende sitzt fest bzw.
kriecht, "wie Schnecke". So ist es wertlos, die Blende muss flitzen!
Zoomobjektive haben in dieser Zeit allesamt noch mechanisch vom Kameragehäuse
aus gesteuerte Springbllendenmechanik.
Bei Zooms ist das IMMER anfälliger, als bei Festbrennweiten, weil die Blende selber
beim Zoomen ja quasi "mitschwimmt", ihren Filmebenenabstand also ändern muss,
was die Feinmechanik zu ihrer Betätigung kompliziert und anfällig macht ...
insbesondere über 45 Jahre schwergängig werden lässt.
So sauber und neuwertig, wie die Optik aussieht kann hier weder Verschmutzung noch
Korrosion Schuld sein ... ich tippe (mal wieder) auf verranztes Öl ....
Auch wenn die Japaner hochwertig geschmiert haben, bleibt so was nach 45 Jahren
und vielleicht "warmer" Lagerung ganz einfach nicht aus.

Das Ding MUSS auseinander ... da hilft NIX!

Der Fehler ist schnell gefunden ... hier zeigt sich, was die Blende "bremst" ...
Dieser Schwenkhebel klebt im verranzten Öl ... das Objektiv wirkt insgesamt an mehreren
Stellen deutlich überölt. Da hat es jemand damals ZU GUT gemeint!
Ein einfacher Trick so was zu fixen, ohne gleich das ganze Objektiv zerlegen zu müssen ist,
ein Lösungsmittel einwirken zu lassen, den Schmodder so aufzulösen und dann mit Druckluft
(mit Gefühl natürlich!) zu entfernen.
Ohne den "Klebstoff" hüpft die Blende jetzt wieder, wie sie das soll. Das Objektiv ist wieder am Start!
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Instandsetzung PORST COLORREFLEX 55mm / F:1,2
Sooo ... nachdem ich mich über die wohl "preiswerteste" "Pentax-K Ausrüstung ohne Pentax" freuen darf,
gönne ich mir jetzt doch mal einen einzigen "Angeberhappen"
In den 1970ern waren FAST 50s schon so ein kleines "Statussymbölchen" (über ihren Wert lässt sich
diskutieren ... meinen Senf dazu nachher noch).
Das PORST 55mm/1,2er ist von allen jemals gebauten 1,2ern für Kleinbild das wohl häufigste ...
trotzdem SELTEN und deswegen tatsächlich heute TEUER im Handel. Schöne Stücke gehen GERNE
für 300,-€ über die Tische ... M42er Versionen gerne für mehr als 500,-€.
Natürlich habe ich für den Glasbaustein deutlich weniger, aber dann doch mal 70,-€ locker gemacht
.... warum so günstig ....weil DEFEKT!
Praktisch ALLE dieser 1,2er haben nämlich defekte Blenden, die sich einfach nicht mehr schließen
wollen (war bei meinem so) oder die sich nur noch langsam (quälend) bewegen ... natürlich ist
verklebtes ranziges Öl auf die Blendenlamellen migriert und setzt sie fest.
Bei meinem Color Reflex ist NULL ERREGUNG ... die Blende schließt gar nicht mehr ... da geht nur noch Offenblende.
Alle diese 1,2er Glasbausteine leiden mehr oder weniger unter diesem geteilten Problem! Die riesigen Linsen
brauchen auch eine RIESIGE Iris-Springblende (hier 8 Lamellen). Wenn da auch nur IRGENDWIE zu viel
Reibung entsteht, dann geht da nix mehr ... verölte Lamellen kleben einfach fest .. as said ... ein
typisches Problem.
Angeblich "dauert" die Instandsetzung stundenlang, weil man ja angeblich (mal wieder) alles zerlegen
muss, reinigen, entfetten, zusammenbauen, Unendlichkalibrieren usw....
Ich zeig' mal, wie das in 20min. ganz entspannt und minimalinvasiv gehen kann .... schonend auch,
für das jetzt neuwertige schöne "Protzlinschen" .....
So kam das Color Reflex rein ....


Äußerlich eine Augenweide ... wirklich glasklar, keine Gebrauchsspuren, leichtgängige Fokussierung
... nur eben OHNE Blendenfunktion
Ich recherchiere ... bei dieser Konstruktion ist es am einfachsten, die komplette Frontlinsengruppe
auszubauen, um die Springblende freizulegen und zu behandeln....



Dann den ganzen (unzerlegten!) Blendenmechanismus in Lösungsmittel einweichen und warten ....
Nach wenigen Sekunden macht es PLÖPP und die Blende ist wieder da. Dann den Schmier
abwischen und mehrmals mit immer neuem Lösungsmittel einweichen und reinigen.
Ich beschleunige mit etwas Druckluft.
Das Ergebnis:
KURZVIDEO PORST Colorreflex 55mm/1.2 Springblende)
Anhang anzeigen PORST-12.mp4
Das "Spitzenobejektiv" ist jetzt im Neuzustand und schmückt meine "WAHL- K-System-Kamera ....
die RIKOH KR10-Super
Kurz zu solchen "Angeber-Objektiven" ....
Ich würde NIE IM LEBEN die oben genannten Summen dafür hinlegen, denn solche "gehypten"
Objektive werden, wenn es um ihren Nutzen geht, total überbewertet.
Bei normalem Tageslicht und kontrastreichen Motiven schon sowieso, bei Gegenlicht jedweder Art,
ist jedes 1,8er (2,0-1,7 sagen wir mal) die viel bessere Wahl. Schon 1,4er machen ähnliche Probleme,
zeichnen WEICH und KONTRASTARM ... trotz Spitzenvergütungen und produzieren Lensflares,
die des erträglichen zu viel sind!
Abblenden hilft definitiv ... aber .... So ein 1,2er erreicht die Leistung eines 1,8ers frühestens bei Blende 4.
Bei Blende 2 ist jedes (2,0-1,7er) deutlich "schöner" unterwegs.
ABER!!!
Ich hätte nicht die 70,-€ dafür gegeben, wenn es nicht DOCH Vorteile gäbe ... und die bestehen darin,
dass man bei wirklichen LOW LIGHT Szenen damit wirklich schöne Aufnahmen zaubern kann, wenn
nämlich nicht 5300 Reflexe und Spitzenlichter alles überstrahlen und anschließend in undefiniertem
Matsch bildbestimmend enden.
Wenn solch ein "Glasbaustein" bei Tageslicht dann doch mal genutzt werden soll, dann UNBEDINGT
auf Blende 4, besser 5,6 abblenden, damit im Vergleich zu einem 1,8er keine tatsächlichen Nachteile entstehen.
Stichwort ABBLENDEN .... alles gut ... kann ich nach Reparatur ja jetzt auch.
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Vergleich Pentax-K zu M42
Die Idee, frei austauschbare Kamera-Objektiv-Systeme zu schaffen IST URALT und ganz sicher für
markenoffene Interessenten immer schon hochinteressant gewesen.
Die einen identifizieren sich und ihr Zeugs eben halt mit einer konkreten Marke ... absolut in Ordnung ...
die anderen lieben die Vielfalt der Möglichkeiten, sich eine ganz individuelle (vielleicht auch deutlich
preiswertere) Photoausrüstung aus verschiedenen Marken zusammen stellen zu können. Zwei
Tendenzen widersprachen sich seit jeher ... Markenbindung durch Insellösungen (das ging
kamerageschichtlich ganz oft schon nach hinten los)... oder -auf der anderen Seite- der Versuch,
ein BREIT angelegtes Kamerasystem dadurch interessant zu machen, dass man dem Käufer ganz
einfach die Wahl lässt und die eigene Marke nicht komplett aufzuzwingen versucht.
Genau da wird es individuell unterschiedlich ... und ich sage NEIN ... ich will klassisch und nicht
technisch modern Film belichten. Aus heutiger Sicht müsste ich ansonsten eine der allerletzten
analogen Film-Kameras der frühen 2000er zur Hand nehmen ... um die Phototechnik zu optimieren
... genau das aber möchte ich persönlich auf gar keinen Fall ... dafür lege ich keinen Film ein ...
dann lieber gleich digital ... ist dann konsequenter ... das kann's für mich nicht werden!
Das K-System fängt erst 1975 an! Historische, charismatische Objektive werden dadurch systemisch
ausgeschlossen ... oder doch nicht???
Nicht ganz!
Pentax entschloss sich in 1975 das M42 Auflagemaß (45,46mm) exakt für den PK-Mount zu übernehmen
und vergrößerte den Bajonettduchmesser, um BEWUSST einen Adapter zu ermöglichen (und auch
selber anzubieten) der die Verwendung von M42-Objektiven möglich macht. Natürlich fällt dann
die M42-Springblendenfunktion weg, alle M42-Objektive können aber mit Adaptern auch an K-System-
Kameras genutzt werden .... ein Argument PRO K-System.
Ist die Offenblendmessung nun WIRKLICH das Totschlagargument, um sich in Sachen Weltstandard
für das K-system zu entscheiden???
Eigentlich NEIN ... denn ... es gab ja eben diese faszinierende IDE von Cosina und Chinon,
diese (wie ich es nenne) "Pseudo-Offenblendmessung" auch für M42-Optik zu realisieren ...
die MEMOTRON-Kameras ermöglichten das ja im Grunde auch schon:
Hier Interessantes dazu:
Revueflex AC1 - Kameraportrait
Tatsächlich sollte PENTAX recht behalten haben ... Offensichtlich hat die damalige Entscheidung,
das K-system als freien Standard zur "Weltverfügung" zu stellen, dem Hersteller ja nicht geschadet!
Die Frage, ob das K-System als Weltstandard Erfolg hatte darf bejaht werden ... Das K-System sollte
der bis jetzt letzte WIRKLICHE Universalstandard geblieben sein ... tatsächlich sehr erfolgreich.
Pentax hatte ja selber mit der Nutzung des freien M42-Standards die eigene Marke erfolgreich
aufbauen und durchsetzen können, diese Tradition beizubehalten, erschließt sich heute durchaus als fair und sinnvoll.
Photogeschichtlich ist es NICHT so, dass M42 abrupt vom K-System abgelöst wurde, es war vielmehr so,
dass beide Systeme über viele Jahre noch nebeneinander her existierten ... insbesondere die Discounter
(Quelle, Porst, Sears usw.) boten bis weit in die 1980er beide Systeme parallel an.
Würde ich dem K-System den Vorzug über M42 geben??
NUR technisch ... natürlich! Das K-System inkludiert die Offenblend-TTL-Belichtungsmessung zur
Selbstverständlichkeit. Das war und bleibt der technische Vorteil ... nur ... wie wichtig ist das
eigentlich HEUTE??
Wenn ich mich entscheiden müsste, dann ganz deutlich M42 ...!
Dieses Kamerasystem ist NIE gestorben ... wird bis heute gefertigt und ermöglicht HEUTE
Zeitreisen durch die Photogeschichte, die kaum wiederholbar werden können.
Ich habe (denke ich) gezeigt, dass es HEUTE mit "PENTAX-K OHNE PENTAX" für rekordmäßig
wenig Geld möglich ist, ein NO-Name Kleinbild Kamerasystem aufzubauen ... übrigens auch dann,
wenn man nicht selber reparieren kann und mehr Geld für geprüfte Sachen berappt ...
kostet dann ca. das 2,5-fache, ist aber immer noch sehr wenig Geld.
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Die Rolle der DISCOUNTER:
Photo-Discounter wie QUELLE und PORST (gibt noch einige andere ....) haben entscheidend dazu
beigetragen, die beiden Weltstandards M42 und das K-System zu verbreiten und populär zu machen.
Hersteller, wie VEB-PENTACON, COSINA, CHINON und RICOH, die sich nicht zu fein waren, günstige
und umgelabelte Kameras für die Discounter zu liefern, haben damals für bezahlbare Sachen gesorgt
... damals, wie heute.
Wer damals 'ne REVUE für Billigschrott gehalten hat, der hat das eben geglaubt ... auch heute meinen
das noch viele Experten.
Ein Faktencheck ergibt ein ganz anderes Bild! Wer mal vergleicht, wie viele dieser Billigkameras heute
noch tadellos funktionierend für Peanuts angeboten werden und wie viele Markenkameras im Vergleich
"für Teile" angeboten werden, dann wird sehr deutlich, dass Porst oder Quelle damals wirklich keinen
Schrott verkauft haben können ... es kann nicht sein!
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Das K-system nur "angekratzt"!
Ich habe das K-system jetzt tatsächlich nur "angekratzt", denn er geht ja bis HEUTE weiter
und es ist erstaunlich teilkompatibel mit derzeitigen Digitalkameras.
Wie ich ja oben schon kurz anmerke, kamen nach meinen UR-Kameratypen ja noch K-Kameras mit
Blendenautomatik, Programmautomatik, Autofokus, elektrischem Filmtransport usw ....
Und ja ... ich rede da immer noch von FILM und noch gar nicht von DIGITAL ... aber genau so,
wie ich bei CANON (FILM) mit der A-Serie mein persönliches FILM-Ende setze, ist es beim K-System
eben auch der Punkt, wo ich noch MANUELL und mit Film photographieren darf .... weiter
automatisierte Film-Kameras interessieren mich nicht mehr ... dann lieber gleich digital ...
ich will einfach mit Film auch historisch aktiv photographieren .. und eben nicht voll automatisiert
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FAZIT:
Wer überlegt, mit wenig Geld sehr viel gutes Photozeugs (vielleicht als Einstieg in die Film-Photographie)
zu bekommen, der liegt mit Sachen für das K-System ganz sicher gut.
Dass man mit den hier von mir "ausgegrabenen" No-Name-Sachen auf Qualität verzichtet,
schließe ich mal wirklich aus ... ich kenne diese Sachen noch von damals ... natürlich auch von heute ...
Da machst'e nix falsch!
Ich hoffe, mein Quatsch wird meinen geneigten Lesern wieder Spaß machen ... wer bis hierhin gelesen hat,
dem wird es Spaß gemacht haben .... denke ich mal so.
Grüße und schöne Photos
Klaus
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