Klaus-R
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Hallo zusammen,
Die REVUEFLEX SD1 (Baugleich CHINON CS-4) steht zum Kurzportrait: (WIRKLICH KURZ!)

Vorgeplänkel: Ich stelle die SD-1 vor, weil sie mir zufällig gerade zum zweiten male in die Hände fiel ... die
erste (die ich schon etwas länger habe) war mal Beifang in einem "Photozeugs-Konvolut" ... und ich dachte damals schon
HUI ... das'ja 'ne nette kleine Kamera ... habe sie dann aber erstmal zur Seite gelegt.
Zweiter Grund, sie vorzustellen .... BEIDE FUNKTIONIEREN OHNE EINEN HANDSCHLAG MEINERSEITS EINWANDFREI.....
Und hey ..... wenn eine 45 Jahre alte Kamera gleich in zwei Exemplaren auf Anhieb ohne Mängel ankommt, dann ist das
entweder 'ne Praktica, oder INTERESSANT!
Nr. 2 habe ich gestern in einem Trödelladen mit Objektiv, Deckel und Tragegurt und Phototasche für 5,-€ gekauft ..... dazu habe ich zwei neue LR44 Zellen spendiert ... Gesamtwert also weniger als 6,-€. Kamera und Objektiv sehen nicht nur neuwertig aus, sondern funktionieren auch so.
Das alles gilt auch für Kamera Nr.2 ..... ist doch mal eine Ansage ... ich habe mal recherchiert ... die Revueflex SD1 ist für NULLPROBLEME nicht eben unbekannt.
Technik und Technikgeschichte:
Die CHINON CS-4 (für Foto Quelle Revueflex SD1 gelabelt) kam 1980 als späte M42-Kamera in den Handel und sollte und wollte
nix mehr beweisen oder verändern! Sie war eine der allerletzten M42 TTL-Step-Down-Metering Arbeitsblendenmesser Spiegelreflex-
Kameras. Erwähnenswert ist noch, dass die CHINON CS-4 ein Schwestermodell CM-4 hatte, das gleichzeitig schon mit dem PENTAX-K
Mount kam ... ansonsten funktionsgleich war.
Sie war vor allem eines .... SEHR BEZAHLBAR .... damals .... naja .... und heute ungefähr so teuer, wie der Film, der drin ist ... sogar mit Optik.
Zur Technik viel zu sagen erübrigt sich .... da ist alles dran, was man wirklich braucht ... kein Luxus, kein Schnickschnack:

Vertikal ablaufender Stahllamellen-Schlitzverschluss und alle Verschlusszeiten von 1s bis 1/1000s und B .... Blitzsynchronzeit ist
1/60s.
Insbesondere, der damals NOCH nicht ganz selbstverständliche Stahllamellenverschluss kann hier punkten!
Die einfach gestaltete Nachführbelichtungsmessung verzichtet auf jegliche Sucheranzeige und besteht aus einer ganz einfachen LED Lichtwaage, die aus 3 LEDs am Sucher-Okular besteht. Obere rote LED zeigt Überbelichtung:

Mittlere Grüne LED zeigt passende Belichtung:

Untere rote LED zeigt Unterbelichtung an:

Das erscheint etwas "sparsam", ist aber absolut funktional und erlaubt, die
Belichtung via "Vollintegralmessung" schnell und einfach zu justieren.
Die ISO Einstellmöglichkeiten reichen von ISO 25 bis ISO 1600 .... auch das geht für FILM
völlig i.O..
Die Belichtungsmesser beider Kameras stimmen noch exakt!
Die SD1 hat (wie gesagt) CDS-TTL-Integral-Belichtungsmessung und benötigt dafür zwei in Reihe
liegende LR44-Batterien, die in den Kameraboden eingelegt werden und mit einem Schraubdeckel
(Münzantrieb) verriegelt werden.
Das Bildzählwerk ist automatisch rückstellend und zählt aufwärts:

Qualität und Wertigkeit:
Ich besitze inzwischen so einige CHINON und CHINON abgewandelte Kameras und bin sehr angetan von
Qualität und Anmutung der Marke! Da kommt nix "billig" rüber und dass sie solide und zuverlässig waren und
geblieben sind, wird immer deutlicher im Netz kommuniziert, was ich bestätige! Die Kamera ist elegant, SEHR KLEIN,
sehr leicht, hat einen seidenweich ansprechenden Auslöser, sehr leises und erschütterungsarmes Auslösegeräusch,
seidenweichen, leichtgängigen fast geräuschlosen Aufzug usw ..
Wenn ich sage, dass sie sich kaum weniger wertig anfühlt, als eine Spotmatic, dann lüge ich da nicht.
Nimmt man dann noch den vorbildlich hellen und gut einsehbaren (auch brillenträgergeeigneten) Sucher mit seiner
ordentlichen Mattscheibe (Schnittbild plus Mikroprismen) dann ist das doch eine schöne RUNDE SACHE.
Kritik: Ja ... eine Vorlaufwerk hat sie leider nicht .... UND ... die sinnfreie rote LED vorne???! Die leuchtet beim Auslösen
der Kamera ... so ein Quatsch! Aber EGAL!!
Genauigkeit der Verschlusszeiten nach 45 Jahren:
Gemessene Verschlusszeiten KAMERA 1

Gemessene Verschlusszeiten Kamera 2

"KANZE "SIE" zu sagen" .....
.... wie wir hier im Pott oft meinen!
Das sind gute Werte .... alle gemessene Abweichungen liegen innerhalb der allgemein zulässigen
1/3-STOP Toleranz. Zeigt mal wieder, dass genaue Verschluszeiten durchaus auch feinmechanisch
machbar waren und nicht unbedingt elektronisch gesteuert werden müssen.
FAZIT:
Bis heute eine sehr empfehlenswerte kleine hübsche und besonders preisgünstige Kleinbild-SLR-Kamera
und als CHINON CM-4 ebenfalls für den PENTAX-K-Kameraanschluss zu haben!

GEHEIMTIPP also!!

Grüße und rettet Film
Klaus
P.S. Das REVUENON 50mm F:1,9 mit dem die Kamera i.d.R. kommt, ist HERVORRAGEND! Ich kenne das seit Jahren
schon und benutze ein solches auch gerne digital.
Im Original ist das ein "AUTO CHINON 50mm/F:1,9
Man darf es gar nicht laut sagen .... wenn da eine Revueflex dran hängt, kostet es die Hälfte .... nur bitte nicht
die schöne und gute Kamera dann einfach nur wegschmeißen .... das wäre jammerschade!
Auto Revuenon 50mm f/1.9 – First Impressions
Die REVUEFLEX SD1 (Baugleich CHINON CS-4) steht zum Kurzportrait: (WIRKLICH KURZ!)

Vorgeplänkel: Ich stelle die SD-1 vor, weil sie mir zufällig gerade zum zweiten male in die Hände fiel ... die
erste (die ich schon etwas länger habe) war mal Beifang in einem "Photozeugs-Konvolut" ... und ich dachte damals schon
HUI ... das'ja 'ne nette kleine Kamera ... habe sie dann aber erstmal zur Seite gelegt.
Zweiter Grund, sie vorzustellen .... BEIDE FUNKTIONIEREN OHNE EINEN HANDSCHLAG MEINERSEITS EINWANDFREI.....
Und hey ..... wenn eine 45 Jahre alte Kamera gleich in zwei Exemplaren auf Anhieb ohne Mängel ankommt, dann ist das
entweder 'ne Praktica, oder INTERESSANT!
Nr. 2 habe ich gestern in einem Trödelladen mit Objektiv, Deckel und Tragegurt und Phototasche für 5,-€ gekauft ..... dazu habe ich zwei neue LR44 Zellen spendiert ... Gesamtwert also weniger als 6,-€. Kamera und Objektiv sehen nicht nur neuwertig aus, sondern funktionieren auch so.
Das alles gilt auch für Kamera Nr.2 ..... ist doch mal eine Ansage ... ich habe mal recherchiert ... die Revueflex SD1 ist für NULLPROBLEME nicht eben unbekannt.
Technik und Technikgeschichte:
Die CHINON CS-4 (für Foto Quelle Revueflex SD1 gelabelt) kam 1980 als späte M42-Kamera in den Handel und sollte und wollte
nix mehr beweisen oder verändern! Sie war eine der allerletzten M42 TTL-Step-Down-Metering Arbeitsblendenmesser Spiegelreflex-
Kameras. Erwähnenswert ist noch, dass die CHINON CS-4 ein Schwestermodell CM-4 hatte, das gleichzeitig schon mit dem PENTAX-K
Mount kam ... ansonsten funktionsgleich war.
Sie war vor allem eines .... SEHR BEZAHLBAR .... damals .... naja .... und heute ungefähr so teuer, wie der Film, der drin ist ... sogar mit Optik.
Zur Technik viel zu sagen erübrigt sich .... da ist alles dran, was man wirklich braucht ... kein Luxus, kein Schnickschnack:

Vertikal ablaufender Stahllamellen-Schlitzverschluss und alle Verschlusszeiten von 1s bis 1/1000s und B .... Blitzsynchronzeit ist
1/60s.
Insbesondere, der damals NOCH nicht ganz selbstverständliche Stahllamellenverschluss kann hier punkten!
Die einfach gestaltete Nachführbelichtungsmessung verzichtet auf jegliche Sucheranzeige und besteht aus einer ganz einfachen LED Lichtwaage, die aus 3 LEDs am Sucher-Okular besteht. Obere rote LED zeigt Überbelichtung:

Mittlere Grüne LED zeigt passende Belichtung:

Untere rote LED zeigt Unterbelichtung an:

Das erscheint etwas "sparsam", ist aber absolut funktional und erlaubt, die
Belichtung via "Vollintegralmessung" schnell und einfach zu justieren.
Die ISO Einstellmöglichkeiten reichen von ISO 25 bis ISO 1600 .... auch das geht für FILM
völlig i.O..
Die Belichtungsmesser beider Kameras stimmen noch exakt!
Die SD1 hat (wie gesagt) CDS-TTL-Integral-Belichtungsmessung und benötigt dafür zwei in Reihe
liegende LR44-Batterien, die in den Kameraboden eingelegt werden und mit einem Schraubdeckel
(Münzantrieb) verriegelt werden.
Das Bildzählwerk ist automatisch rückstellend und zählt aufwärts:

Qualität und Wertigkeit:
Ich besitze inzwischen so einige CHINON und CHINON abgewandelte Kameras und bin sehr angetan von
Qualität und Anmutung der Marke! Da kommt nix "billig" rüber und dass sie solide und zuverlässig waren und
geblieben sind, wird immer deutlicher im Netz kommuniziert, was ich bestätige! Die Kamera ist elegant, SEHR KLEIN,
sehr leicht, hat einen seidenweich ansprechenden Auslöser, sehr leises und erschütterungsarmes Auslösegeräusch,
seidenweichen, leichtgängigen fast geräuschlosen Aufzug usw ..
Wenn ich sage, dass sie sich kaum weniger wertig anfühlt, als eine Spotmatic, dann lüge ich da nicht.
Nimmt man dann noch den vorbildlich hellen und gut einsehbaren (auch brillenträgergeeigneten) Sucher mit seiner
ordentlichen Mattscheibe (Schnittbild plus Mikroprismen) dann ist das doch eine schöne RUNDE SACHE.
Kritik: Ja ... eine Vorlaufwerk hat sie leider nicht .... UND ... die sinnfreie rote LED vorne???! Die leuchtet beim Auslösen
der Kamera ... so ein Quatsch! Aber EGAL!!
Genauigkeit der Verschlusszeiten nach 45 Jahren:
Gemessene Verschlusszeiten KAMERA 1

Gemessene Verschlusszeiten Kamera 2

"KANZE "SIE" zu sagen" .....
Das sind gute Werte .... alle gemessene Abweichungen liegen innerhalb der allgemein zulässigen
1/3-STOP Toleranz. Zeigt mal wieder, dass genaue Verschluszeiten durchaus auch feinmechanisch
machbar waren und nicht unbedingt elektronisch gesteuert werden müssen.
FAZIT:
Bis heute eine sehr empfehlenswerte kleine hübsche und besonders preisgünstige Kleinbild-SLR-Kamera
und als CHINON CM-4 ebenfalls für den PENTAX-K-Kameraanschluss zu haben!
Grüße und rettet Film
Klaus
P.S. Das REVUENON 50mm F:1,9 mit dem die Kamera i.d.R. kommt, ist HERVORRAGEND! Ich kenne das seit Jahren
schon und benutze ein solches auch gerne digital.
Im Original ist das ein "AUTO CHINON 50mm/F:1,9
Man darf es gar nicht laut sagen .... wenn da eine Revueflex dran hängt, kostet es die Hälfte .... nur bitte nicht
die schöne und gute Kamera dann einfach nur wegschmeißen .... das wäre jammerschade!
Auto Revuenon 50mm f/1.9 – First Impressions
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