"grundsatz 1: es gibt 2 arten von fotos (bezüglich der schärfe):
a: wirklich scharfe fotos (keine verwacklungs- und bewegungsunschärfe, fokus sitzt (!)
b: fotos die zwar noch irgendwie scharf sind, aber nicht 100%..."
Stimmt
"grundsatz 2: geschärft werden die pixel im programm. um zu SEHEN was da passiert ist es pflicht dies in der 100% ansicht zu beobachten! jede andere ansicht ist interpoliert und man sieht nicht was passiert."
Stimmt für alle Programme und bei PS bis Version CS4, ab CS5 werden neben der 100% Ansicht auch andere Maßstäbe korrekt dargestellt.
"grundsatz 3: der schärferegler von spp ist erstmal sehr gut geignet, da foveondateien anders geschärft werden können."
SPP nutze ich eigentlich nie, außer dem ungeschärften, automatischen Erst JPG - einfach um mal eine Vorauswahl treffen zu können und um überhaupt erst mal ein JPG zu haben (auch wenns schlecht ist

)
"aus obig gesagtem ergibt sich also, daß man grundsätzlich ein sigmafoto in spp in der 100%ansicht so schärfen sollte, bis es einem ausreichend scharf erscheint. ich mache das so, das es ausreichend scharf ist, also auch nicht gleich zuviel. man bedenke daß schon in der 0 stellung etwas geschärft wird. jede schärfungsanhebung erhöht die artefaktanfälligkeit-d.h. je größer ich die fotos später ausdrucken will, umso weniger bzw. feinfühliger sollte man schärfen."
Ich arbeite ausschließlich mit PS und somit auch mit ACR, in der RAW Bearbeitung werden ausschließlich die Tiefen und Lichter angepaßt und eserfolgt eine ca. 30%-ige Schärfung mit Radien zwischen 0,5 und 1 (übrigens handelt es sich bei der Schärfung in ACR um eine reine Luminanzschärfung !)
"jetzt wandelt man um (ich meistens die gleiche größe) und verarbeite das bild weiter in photoshop.
die weiteren schritte beziehen sich alle auch usm (unscharf maskieren), für mich das tool zur schärfung. alles andere kann nützlich sein, bringt aber nicht sooviel."
Bei mir wird die Datei jetzt direkt nach PS übergeben und zwar als smartObject. Das andere Schärfungsmethoden nicht viel bringen ist so nicht richtig - später mehr dazu
"dort: also in usm bei photoshop, gliedert sich die schärfung in 3 aspekte auf: radius (also welcher radius der kontrastanhebung (denn das ist ja schärfung: eine anhebung des kantenkontrastes)), stärke-klar, wie stark wirkt die anhebung, und: schwellwert- d.h. ab wann "greift" der regler."
Ja, USM ist eine der wesentlichen Schärfungsmethoden - aber erst im zweiten bzw dritten Schritt. Zunächst wird in PS RGB16 nach Lab16 konvertiert, die erste Schärfung (Kontrastschärfung) erfolgt per Gradiationskurve im L-Kanal (S-Form). Der zweite Schärfungsschritt (ebenfalls Kontrastschärfung) dient der Detailverbesserung bzw der Flächenstrukturierung (je nach Motiv). Im ersten Fall (Detailverbesserung) per Hochpass, Radius 20, weiches Licht, reduzierte Deckkraft ggf mit Staub&Kratzer (1-1) und Gauß (0,3-0,4) - beide ebenfalls mit reduzierter Deckkraft (ich arbeite mit smartObjects, d.h. alle aufgeführten Filter sind in einer Ebene gestapelt und jederzeit neu einstellbar). Im zweiten Fall (Flächenkontur) per USM (25-45 / 20 - 100 / 0), ebenfalls mit reduzierter Deckkraft (30 - 50%).
Nach eingen Arbeiten zur Lichtsetzung und sonstigem Kram erfolgt jetzt das eigentliche Schärfen, per USM auf zwei Ebenen. Ebene 1 - USM (500 / 0,4 - 1,0 / 5 - 8), Ebenenmodus dunklere Farbe, Deckkraft 80-100%. Ebene 2 - USM (500 / 0,4 - 1,0 / 5 - 8), Ebenenmodus hellere Farbe, Deckkraft um 60%. Hierbei ist es zwingend notwendig beide Ebenen zusätzlich mit Staub&Kratzer (1-1 / maximal 2-1) und Gauß (0,3 - 0,4) zu bearbeiten - für diese Filter liegt die Deckkraft bei 30-100% (bei smartObject Ebenen kann jeder gestapelte Filter in der Deckkraft einzeln angepaßt werden). Jetzt hat das Bild für die Ausgabe (generell Druck) die notwendige Grundschärfe.
Was jetzt kommt ist noch ein wenig (manuelles) Dodge&Burn um einzelene Details zu betonen und sonstiger Kleinkram.
Ist das erledigt kommen jetzt zwei ganz wesentliche Schritte. Alle bisher angelegten Ebenen werde zusammengefaßt und als neue Ebene im Modus Multiplizieren/Negativ Multiplizieren bei 10-20% Deckkraft verrechnet. Das ganze nochmals, diesmal im Modus Weiches Licht bei 30-50% Deckkraft. Zum Abschluß und das ist die letzte Ebene wird nochmals per Hochpass, Radius 0,4 - 0,8 - Modus Hartes Licht und reduzierte Deckkraft final geschärft (wenn notwendig mit Staub&Krtazer und Gauß, siehe oben)
Das ganze natürlich durchaus mit unterschiedlichen Werten in verschiedenen Bildpartien. Jetzt hört sich das ganze nach schrecklich viel Arbeit an - ist es aber nicht. Jeder Schritt ist in PS als Aktion hinterlegt (Knopfdruck genügt und die diversen Ebenen und Filter werden automatisch generiert - mit den entsprechenden Basiswerten, die passen bei 90% der Bilder und können jederzeit modifiziert werden). Die ganzen Schärfungsschritte (wobei nicht jeder zwingend notwendig ist, je nach Bild) dauern nicht länger wie 1 Minute.
"ausgehen vom grundsatz der 100% regelung ist der erste schritt vor dem schärfen- und das ist in der regel der letzte schritt in der ebv, also nach allen anderen veränderungen- das die bildgröße so eingestellt wird, wie die ausgeabgröße ist!!!!!!!!!!!!!!!!!"
Bei mir ist das Bild wärend der gesamten Bearbeitung in der Ausgabegröße, alles andere macht keinen Sinn. Das die Schärfung der letzte Schritt einer Bearbeitung ist wird zwar so überall propagiert, ist aber als pauschale Aussage so nicht richtig. Bei mir können es in Summe bis zu 7 Schärfungsschritte (bei partieller Schärfung noch mehr) werden und die kommen eigentlich zu ganz unterschiedlichen Bearbeitungszeitpunkten zur Anwendung.
"allerhäufigster fehler! alle schärfen irgendwie im bild rum und dann: verkleinern sie für web oder vergrößern für druck oder so. alles quatsch! JEDE AUSGABEGRÖßE BRACUHT IHRE EIGENE SCHÄRFUNG."
Stimmt im Prinzip, da aber letztendlich jedes bearbeitete Bild als Druck enden sollte wird bei mir nur für den Druck geschärft.
"für druck etc. muß jeder mal selbst erfahrung sammeln, ich schreibe jetzt mal hier weiter im nächsten post was für die webschärfung sinnvoll sein könnte."
Für Druck sollte idR deutlich überschärft werden, Druck braucht ua Schärfe.
"schärfung für web: also....wir haben das bild bearbeitet, die bildgröße angepasst- hier im web meist zwischen 800 oder 1000 pixel breite.
wie stelle ich die schärfung ein?
wenn das bild scharf ist, reicht meistens ein radius von 0,5 bis maximal 1 pixel. schwellenwert bei sigmadateien so um die 10 rum und die stärke kann auch zwischen 120 und 180 liegen.
das wichtigste ist der radius, damit bestimme ich welche kanten alles nachgezogen werden und, bzw. ob artefakte auftreten. wenn haare, fasern, linien anfangen sich mit einem halo zu umgeben, dann ist es zuviel....;-) "
Wenn ich ein fertig bearbeitetes Bild fürs Web verkleinere (bikubisch glatter) erfolgt eine pauschale Nachschärfung (Du weißt schon, Aktion aufrufen ... verkleinern, schärfen,....) per Hochpaß, Radius 0,3-0,4, Modus Weiches Licht - gf mit Staub&Kratzer (1-1) und Gauß (0,3-0,4). Das macht im wesentlichen das verkleinerte Bild etwas klarer, USM bringt an dieser Stelle aus meiner Erfahrung wenig.
"schärfung für web, wenn das bild nicht ganz scharf ist:
für den fall, daß unser bild nicht ganz scharf ist, müssen wir 2mal schärfen.
einmal moderat so, daß wir über die verstärkung gröbere kanten den schärfeeindruck stärken, um dann wie gewohnt noch auf 0,5 pixelebene die feinzeichnung griffig zu machen."
Die Grundlegende Schärfebearbeitung erfolgt im "Vollformat", Schärfen speziell fürs Web ist nur etwas aufpolieren des durchs verkleinern verschlechterten Schärfeeindrucks.
"die reglerstellung hängt bei der ersten schärfung stark vom bild ab. bei einem porträt könnte z.b. ein radius von 2 pixel, stärke 80-100%, schwellenwert muß man sehen, aber meist auf keinen fall unter 6, ganz gut helfen die konturen von augen,lid etc. zu betonen und klarer zu machen. auch hier artefakte beachten!"
Das ist der allgemein propagierte, klassische Schärfungsansatz per USM,wobei mir ein Radius von 2 deutlich zu kräftig ist (kommt bei mir extrem selten vor) - meine etwas progressivere, mehrstufige Schärfungskette erzielt im Vergleich deutlich diffizielere Ergebnisse.
"bei vögeln sollten da nicht die federn vermatschen."
Richtig, aber jetzt leg doch einfach mal die Foveonauflösung für einen fliegenden Reiher zu Grunde. Der Vogel kommt in gestreckter Flughaltung locker auf 2 m, d.h. auf dem Foveon werden runde 2650 mm abgebildet. Dafür stehen rund 2650 Pixel zu Verfügung, dh jeder Foveonpixel bildet ca 1mm des Originalvogels ab. Für einzelne Details einer Feder hat hier der Foveon keine Chance (12 MPix Bayer auch nicht, hier vermatscht der Bayeralgorythmus) und wenn Du Dir jetzt mal die Federstrukturen eine Reiherbrust oder einer ordinären Ente anschaust, die sind sowas von fein .....
Das wird erst mit 20 MPixel Sensoren besser, speziell mit der neuen SD1 (hoffe ich mal, vielleicht matscht die SD1 ja auch alles zu - siehe Lichter der SD15 iV zur SD14)
Zurück zum Ausgangsthema, Schärfen. Früher hab ich auch nach dieser sehr konserativen Methode gearbeitet, inzwischen habe ich dazugelernt, selektives USM und den Hochpaß habe ich inzwischen auch als wesentliches Werkzeug schätzen gelernt (nicht nur beim schärfen)
Morgen düse ich erst mal mit dem WOMO für 5 Tage ins Wochenende, bin dann am Montag wieder hier.