SIGMA SD15 REVIEW / SIGMA SD15 vs. SD14

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Hallo zusammen,

schon der Titel ist im Grunde Quatsch (vs. lat. versus „gegen“ trifft es nicht). Warum denn, sollte eine SIGMA SD gegen eine andere SIGMA SD in irgendeiner Weise antreten sollen oder müssen.
Unsinn freilich, da jede SIGMA seit jeher schon immer gegen den Rest der gesamten D-SLR Kameraproduktion angetreten ist, bzw. antreten musste, wenn man es denn so sehen wollte... oder will.
Die Frage, ob „anders“ ist eindeutig mit „JA“ zu beantworten, die Frage ob „besser“, wird wohl NIE zu beantworten sein.
Kurz ... die wirklichen SIGMA-Fans (Sigmarianer nennen die sich [SIGMATONIANS in der englischsprachigen Welt]) wird es nach all den Jahren wohl kaum noch interessieren. Mich, (SIGMARIANER auf jeden Fall) interessiert es überhaupt nicht mehr, spätestens seit ich weiß, dass z.B. eine Canon auch eine wirklich klasse Kamera ist. (Ganz bestimmt gilt das für alle anderen Marken nicht minder!)

SIGMA SD15:

Der Zeitpunkt, wo eine wertige Digitalkamera über das Sein oder Nichtsein eines guten Photos entschieden hat, ist lange vorbei.
Ein guter Photograph macht genau das mit einer SIGMA SD9, was ein schlechter solcher mit einer SD15 nie schaffen wird ... klasse Photos nämlich. Noch viel kurioser .. der wirklich interessierte, passionierte Photograph braucht noch nicht einmal eine SIGMA, ... der kriegt’s mit jeder ordentlichen Kamera hin.

Zur Sache:

Die SIGMA SD15 hat nach ihrer Ankündigung die SIGMA-Fans sehr lange auf sich warten lassen. Dazu kam eine überaus ärgerliche Preis- und Marketingpolitik, die in der Fangemeinde dann doch einige Irritationen verursacht haben. Einige haben die Geduld verloren und sich anderweitig orientiert. Ich habe diese Entwicklung interessiert verfolgt. So mancher ist zurückgekehrt ...
Selber bin ich auch „schwach“ geworden und habe mir zwei CANON Gehäuse samt umfangreicher Ausstattung zugelegt. Ganz klar ... das war kein Fehler ... genau so, würde ich jedem CANON-Jünger bei Gelegenheit auch mal empfehlen, sich mal eine gebrauchte und günstige SIGMA SD zuzulegen, um mal zu erkunden, was er/sie da wohlmöglich verpassen könnte .... der SIGMA Flair ist wirklich ab SD9 zu konstatieren, wenn man das sehen möchte.
Inzwischen ist klar, warum die SD15 so lange verschleppt wurde .... Sie musste einem anderen Projekt, der SIGMA SD1- Platz machen.

Was ist eigentlich neu, oder besser?

1)Nun, da wäre zunächst einmal das schöne, helle, brillante und hochauflösende 3-Zoll Kameradisplay zu nennen, das eine nun noch bessere und treffsichere Beurteilung der Aufnahmeergebnisse zulässt.

2)Ein vergrößerter Pufferspeicher erlaubt es nun, bis zu 21 Full- Res RAWs in Serie aufzunehmen. Die frühere Beschränkung auf maximal 6 Serienaufnahmen aller früheren SIGMA SD Kameramodelle entfällt somit, Natürlich gilt das ebenso für kamerainterne JPGs.
(ein Riesenvorteil!!)

3)Erweiterte, verfeinerte Strategien der Belichtungsmessung. (erwähne ich hier nur der Vollständigkeit halber .... ich kann nach genauer Prüfung keine Vorteile erkennen)

4)Ein neuer Bildprozessor „TRUE II“

5)Neu organisierte und ergonomisch verbesserte Kamerabedienung

6)Eine genauere, feiner abgestufte Akkuladezustands-anzeige

7)Die Möglichkeit, den Klappblitz der Kamera auf den zweiten Verschlussvorhang zu synchronisieren. (gilt nur für den Kamerablitz, der Mitten- u. Kabelkontakt ist immer auf den ersten Verschlussvorhang synchronisiert.)

8)Die Funktion „Autorotieren“, die nun auf Wunsch dafür sorgt, dass hochformatig aufgenommene Aufnahmen auch automatisch hochformatig abgespeichert werden.

9)Belichtungsserienaufnahmen können nun wahlweise von drei Serienaufnahmen auf fünf Serienaufnahmen umgeschaltet werden Zusätzlich kann man sich die Reihenfolgen der gespreizt belichteten Aufnahmen aussuchen .... ob also die heller belichteten Aufnahmen dann wahlweise zuerst oder die dunkeler belichteten Aufnahmen zuerst geschossen werden sollen.

10)Die Möglichkeit, RAW- Aufnahmen in reduzierter Auflösung zu schießen entfällt erstmalig mit der Einführung der SD15. Sie macht jetzt wohl auch kaum noch Sinn, da 21 Serienaufnahmen in voller Auflösung nun möglich sind. Bei früheren SD-Kameras war es so möglich, die Anzahl der Serienaufnahmen zu Lasten der Auflösung zu erhöhen.

11)Mit der SD15 steht nun erstmalig auch eine ISO-Automatik zur Verfügung, die der Kamera die Auswahl der ISO-Stufen 100 oder 200 überlässt.

12)Die SD15 kehrt nun wieder zu einer gesonderten ISO-Einstelltaste zurück, die SD9 und SD10 schon hatten, die jetzt mit dem Daumen der rechten Hand gut erreichbar ist. Wie früher lässt sich jetzt die Sensorempfindlichkeit wieder über das Auslöser-Einstellrad rauf und runterstellen (SD14 leider nur über das Kameramenue und nur „rauf“ ... man muss also bei einer SD14 immer alle ISO-Stufen durchschalten, bis man dann wieder bei ISO50 ankommt .... keiner hatte das verstanden.) Ferner wird die ISO-Einstellung der Kamera jetzt beim Betätigen der ISO-Taste im Sucher angezeigt, so dass die Kamera zur Einstellung gar nicht mehr abgesetzt werden muss. Der ISO-Wert wird jetzt ersatzweise im Displayfeld der Verschlusszeit angezeigt. Eine permanente ISO-Anzeige im Sucher ist so natürlich nicht möglich.

13)Die SD15 verfügt nun über mehrere Colour Preset Einstellungen, die sich (wenn geschaltet) auf die kamerainternen JPGs auswirken. Auch auf die RAWs wirken sich diese Einstellungen insofern aus, als die Presets dann so voreingestellt sind, wie man sie bei der Aufnahme gewählt hatte. Zur Verfügung stehen nun die Einstellungen STANDARD / NEUTRAL / LEBENDIG/ PORTEAIT / LNDSCHAFT / SW / SEPIA .... Diese Einstellungen in Verbindung mit den Kamerainternen JPGs zu verwenden, ist IMHO nicht zu empfehlen, da es kein Zurück mehr gibt. Die RAWs bleiben immer unangetastet, da die Interpretation dieser ja erst am PC passiert und immer reversibel ist. Davon ab ... Finger weg von den JPGs in CAM. Ich weiß nicht, was das überhaupt soll??! Leider sind diese neuen Presets nicht mit älteren SIGMA-SD RAWs verfügbar, wohl aber mit den neueren SIGMA DPx RAWs.



Zu den einzelnen Punkten .....

1)Display: Wäre das Display wirklich entscheidend für den Gebrauchswert einer Digitalkamera, dann müsste man sich von so ziemlich allen älteren D-SLR Kameras sofort trennen. Das Display der SIGMA SD 14 ist schon alles andere als schlecht. Das SD15 Display ist klasse .. heller, brillanter, größer, besser auflösend. Es gefällt sehr.

2)Der enorm vergrößerte Pufferspeicher ist das für mich wichtigste und lohnendste Novum der SIGMA SD15 im Vergleich zur SD14. Insbesondere bei den hibbeligen Tier- und Makroaufnahmen, muss man nun nicht mehr immer im Hinterkopf haben, wie viele Shots nun noch möglich sein könnten ... oder auch nicht, zumal die SIGMA leider nicht im Display anzeigt (im Gegensatz zu CANON), wie viele Aufnahmen noch in den verbleibenden Pufferspeicher passen. 21 Aufnahmen reichen IN JEDEM FALLE immer aus. Wer damit nicht auskommt ... sorry ... der sollte auf eine Filmkamera ausweichen. Mit Photographie hat das dann (IMHO) nichts mehr zu tun. In diesem Zusammenhang kann ich noch einen Erfahrungswert nennen.... Wenn ein Akku schlapp macht, dann rettet die SD15 die Aufnahmen im Pufferspeicher und schreibt sie alle noch auf die SD-Karte, nachdem sie zuvor dann aber weitere Auslösungen verweigert. Das hat mich jetzt schon zweimal vor sehr ärgerlichen Datenverlusten bewahrt.


3)Nun, ich habe eigentlich wenig Lust, die „verfeinerten“ Belichtungs/ Messmethoden der SIGMA SD15 hier zu zerlegen, bzw. vergleichend zu erörtern. Schon die SIGMA SD14 hat mich hinsichtlich ihres Belichtungsmessers mehr als zufriedengestellt. Was nun noch mehr Belichtungsmessfelder bringen sollen, muss man wohl eher die Mitbewerber fragen, die solches (stark verspätetes) Nachrüsten erforderlich zu machen scheinen.

5)Ergonomie: BINGO! Hier sehe ich den wirklichen Fortschritt. Ich werde weiter unten noch genauer zeigen, was nun besser geworden ist. Ich denke aber, alles, was anders ist, ist auch wirklich besser geworden. Genau in diesem Punkt hat SIGMA wirklich erfolgreich versucht, einige Userwünsche umzusetzen. Besonders gelungen finde ich das erfolgreiche Entlasten der ollen (FUNC) Taste der SD14, die die Feineinstellung der SD14 über das obere LCD-Display erzwingt. Betätigt man jetzt die (FUNC) Taste der SD15, öffnet sich ein sehr übersichtliches, gut kommentiertes Dialogfeld im Hauptdisplay, das die erforderlichen Einstellungen nun sehr erleichtert.

sample 4.jpg



6)Akkuladezustands-Anzeige: Klasse, endlich taugt die auch. Die Anzeige hat jetzt ein Segment mehr und zeigt endlich zuverlässig und realistisch an, wie es mit der Restenergie des Kameraakkus wirklich steht. Der Ladezustand wird, wie bisher, im oberen LCD-Display angezeigt, zusätzlich aber auch im großen Farbdisplay. So kann das Akkusymbol auch bei jeder Bildnachschau oder Bildbetrachtung (je nach Einstellung) angezeigt werden ... ist also immer präsent.


7)Hier zeige ich mal die neue Funktion, mit der man den Hauptblitz der Blitzklappe der SD15 auf den zweiten Verschlussvorhang setzen kann. Die Funktion reduziert sich aber auf den Kamerablitz und wirkt sich nicht auf die Einstellung des Mitten- oder Kabelkontaktes der SD15 aus. Der Mittenkontakt bleibt also auf den ersten Verschlussvorhang synchronisiert, auch dann, wenn’s im Menue geändert wurde. Ich erwähne das mal nur der Vollständigkeit halber hier. In fast allen Fällen wird eine Blitzauslösung auf dem ersten Vorhang die bessere Lösung sein. Die Effekte, die man über eine Synchronisiering auf den zweiten Vorhang erreichen kann (Schlierenspur hinter der Bewegung bei Langzeitbelichtungen und Festblitzen der Bewegung am Ende der Bewegung) lassen sich aus mehreren Reihenaufnahmen durch EBV in aller Regel besser erzeugen. Viele Aufsteckblitze (auch einige ohne TTL) können zudem auf den zweiten Vorhang blitzen, auch wenn der Mittenkontakt vorne liegt. Natürlich muss der Blitz dann die Verschlusszeit kennen.

sample 5.jpg

8)Die SD15 bietet über das Hauptmenue zwei neue Einstellungen an.
(AUTOROTIEREN) und (ANGEWANDTE DREHUNG). Autorotieren führt dazu, dass hochformatig aufgenommene Photos auch gleich richtig gedreht abgespeichert werden. Diese Funktion ist wohl ausgesprochen sinnvoll und sollte IMHO auch aktiviert werden. Auch RAWs, die so aufgezeichnet weden, werden in SPP dann gleich richtig gedreht angezeigt. Die Funktion (Angewandte Drehung) hingegen macht gar keinen Sinn. Sie führt dazu, dass hochformatig aufgenommene Aufnahmen dann auch im Display der Kamera (natürlich stark verkleinert) angezeigt werden. Dann natürlich hat man von dem schönen 3-Zoll-Display nichts mehr.

sample 7.jpg



9)Hier mal die Displayanzeige zu den neuen Belichtungs-Reihen-Optionen:

sample 8.jpg

Was kann die SD15, was die SD14 nicht kann??

Nun, die Details habe ich ja oben gelistet. Ob die Neuerungen nun wirklich wichtig sind und einen Kameraneukauf notwendig oder sinnvoll erscheinen lassen, muss jeder für sich entscheiden.
Für mich ganz persönlich sind es die nun möglichen 21-RAWs, die ich bei voller Auflösung nutzen kann. So viele brauche ich nicht wirklich aber 6 Aufnahmen sind mir in bestimmten hibbeligen Momenten schon mal knapp geworden. Gerade bei Makro- oder Superteleaufnahmen ist Ausschuss nicht vermeidbar. Oft sind zwei von drei Aufnahmen daneben. Wenn man dann auch noch den wichtigen Moment verpasst, dann kann es schon ärgerlich werden. Ein Vergleich beider Kameras im kritischen ISO1600 Vergleich folgt unten.


Bildqualität: Der spannende Punkt mal wieder.
Kurz, auch diese SIGMA kann mal wieder durch exorbitant gute Bildqualität begeistern, wenn man ihre Qualitäten und Stärken schätzt, bzw. mag.
Sie kann dann grausam enttäuschen, wenn man sie in Bereiche zwingt, die ihr mal nicht so liegen. Ich will (auch wenn SIGMARIANER) mal versuchen, auch ihre Schwächen nicht unerwähnt zu lassen.

Stärken der SIGMA SDs (nicht nur der SIGMA SD15) sind ihre Farbwiedergabe, die eine Farblebendigkeit und Farbenfreude erreicht, die man früher von sehr guten Diafilmen erwarten konnte. Und nein, es ist nicht nur die Farbsättigung, die man ja bei allen Kameras variabel einstellen kann, es ist eine Art der Farbwiedergabe, die wirklich Frische und Brillanz in die Aufnahmen bringt, die einzigartig und typisch für ihren ganz anderen Bildwandler ist und bleibt.
Besonders auffällig ist das gar nicht mal bei Motiven, die an sich schon farbenfroh daherkommen, besonders zu merken ist das -im Vergleich-, wenn man mal bei tristem Wetter eher farbschwache (fade) Motive ablichtet. Hier zeigt sich, was an Farbdifferenzierung möglich ist ... grade in Bildbereichen, die sehr kontrastschwach sind.
Ich meine, dass insbesondere landschftsrelevante Blau- und Grüntöne an der Auflösungsgrenze besser differenziert werden, als bei anderen Kameras.
Auflösung: Der ewige Zankapfel. Auch hier nur meine Meinung.
Üblicherweise werden Auflösungsuntersuchungen dadurch vorgenommen, dass man die Luminanz- (also Helligkeitsauflösung) anhand einer Linienzahl, die die Kamera (also Objektiv + Bildsensor im Konzert) zu differenzieren in der Lage sind. Dabei sind die Kriterien für Bayer-Kameras mal eher lasch ausgelegt. Zwei Lienen gelten dann als noch unterschieden, wenn sie einen Kontrastunterschied von gerade mal 10% aufweisen. Viel ist das nicht gerade ... kaum zu sehen, meine ich.
Der Foveon-X3 Bildsensor der aktuellen SD15 schafft nach diesem Testverfahren (mit einem Spitzenobjektiv) eine Liniendifferenzierung, die exakt der Anzahl seiner horizontalen Pixelreihen entspricht. Im Unterschied zu den anderen ist an dieser Linienabrissgrenze aber noch ein Restkontrast zwischen zwei Linien von mehr als 50% gegeben, der die Vergleichbarkeit einer reinen Linienzählerei schon einigermaßen infrage stellen sollte. Verwunderlich ist ein solches Ergebnis nicht, wenn man die Sensorarchitektur berücksichtigt, die das Bild im Ausleuchtungsbereich des Sensors ja eben pixelgenau (auch farbkanalselektiv) erfasst. Dazu kommt ferner, dass es keinen Abfall der Farbauflösung zur reinen Helligkeitsauflösung geben kann. Es gibt keine Bayer-Filter-Interpoliererei und keinen optischen Anti-Aliasing Filter, der dem Bildsensor vorgelagert ist, um Farbmoiré Effekte zu begrenzen.
Kurz, wie sieht das nun subjektiv aus?
Zoomt man mal in eine technisch einwandfreie also knackscharfe SIGMA ISO100 Aufnahme bis zur Auflösungsgrenze hinein, dann erkennt man, dass die gezeichneten Kanten in diesem Bereich eine enorme Pixelschärfe zeigen, die die Detailwiedergabe im Bereich dieser Mikrokontraste enorm verbessern. Die Aufnahmen wirken einfach scharf, auch dann, wenn man sie enorm vergrößert. Im Idealfall gibt’s also kaum Matsch im ganz Kleinen. Ein Schärfen von SIGMA- Aufnahmen ist nur in sehr geringem Maße notwendig oder zu empfehlen. Schnell sind sie überschärft.

Dynamik:
Eine ganz andere Stärke der SDs liegt seit jeher in ihrer starken Eingangsdynamik, die bei eigentlich allen Kamera- REVIEWs, die ich bisher gelesen habe, geflissentlich übersehen wurde. Merken kann man das allerdings nur, wenn man sich mit den bekannt ergiebigen X3F Rohdaten beschäftigt, bzw.die bestmöglich auszuwerten.
Hier ein Beispiel ... Eidechse gegen hellen Himmel ... Mehrfeldmessung.

sample SDIM0654.jpg sample SDIM0654a.jpg

Würde man die Eidechse kräftiger belichten, dann wäre der helle Himmel nicht mehr blau sondern grell weiß übersteuert. So kann man die Schattenbereiche im notwendigen Umfang aufhellen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Dynamikkompression so möglich ist, eben auch ohne HDR-EBV. Hier liegt ein ISO200 SD15 RAW zugrunde. Noch überzeugender ist der Dynamikumfang, den ein ISO 100 X3F RAW zur Verfügung stellt. Man sieht hier ganz gut, wie viel Farbe und Zeichnung bei geringstem Rauschanteil hier in den Schattenbereichen noch versteckt ist und nur mit SPP herausgeregelt werden muss.
Die SIGMAs haben ihre expliziten Stärken bei schwierigem Licht. Hartes kontrastreiches Licht mit starken Lichtern und extremen Schattenbereichen ... das können sie wirklich spitze. Gegen- und Streiflicht ... genau da mache ich viel lieber mit SIGMA als mit CANON.
Schwieriges Licht ... das ist IMHO nicht immer nur LOWest Light ... vielen wird das so suggeriert. Es stimmt so auch wieder nicht nicht.


Schwächen der SIGMA – Foveon Kameras:

Sehr viel hat sich im Bereich hoher ISOs bei SIGMA getan. Nicht wenig habe ich selber in letzter Zeit mal wieder zu diesem auch nicht unwichtigen Thema getextet. Vieles geht inzwischen, was noch 2006 absolut undenkbar war. Dennoch bleibt zuzugeben, dass andere hier einfach mehr können.

Wir haben jetzt mit SPP 4.2 einen RAW-Konverter, der wieder einen guten Schritt nach vorne geht und endlich akzeptabele Farben und Weißabgleiche auch bei ISO 1600 liefert. Die früheren absolut indiskutabelen Fehlfarben bzw. Farbverschiebungen, für die ich eine Farbanpassung als Workaround empfohlen hatte, sind inzwischen unnötig geworden. Bei gutem Licht sind sehr brauchbare Ergebnisse drin, wenn man über RAW geht (JPGs o.o.C. sind absolut grausam und sollen hier lieber gar kein Thema sein).
Flecken / Streifenproblematik:
Bringt man den Foveon Bildsensor mit Licht-Unterversorgung an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit dann zeigen sich Farbflecken (neuerdings eher stereifenförmig), die mit der Realität nichts zu tun haben. Ist bis ISO 800 die Welt diesbezüglich noch ganz in Ordnung, kann es ab ISO 1600 oder spätestens ISO 3200 auch bei einer SD15 (und früheren Modellen) zu solchen unerfreulichen grünen oder lilafarbenen Flecken im Bildergebnis kommen. Ein bisschen ärgerlich ist, dass es viel eher bei einer SD15 zu solchen Erscheinung kommt, als bei einer SD14. Das liegt aber nicht an einer nun verminderten HIGH ISO-Eignung der SD15 .. das hat erfreulicherweise harmlosere Gründe ... davon aber unten in einem gesonderten Abschnitt.
Fazit: Der HIGH ISO Bereich bleibt der Schwachpunkt des Kamerasystems, das ist nicht wegzudiskutieren ... auch dann nicht, wenn’s deutlich sichtbare Fortschritte gibt. Ich zeige das weiter unten im direkten Vergleich zur SIGMA SD14.
Was ich diesbezüglich hinbringe, zeige ich ja hier...

http://www.bilderforum.de/t3616-sigma-high-isos-und-so-gehts-jetzt-in-verbindung-mit-spp-4-1-a.html

Fortsetzung folgt ....

 
24.10.2010
#1

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Klaus-R

Klaus-R

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Wie wichtig ist nun ISO 3200 oder höher Tauglichkeit? Nicht unwichtig! Ja, das ist wohl jedem klar.
Ich meine aber, nicht ganz so wichtig, wie das die Fachpresse permanent suggeriert, wie es auch Testphotographen in anderen Foren permanent postulieren. Erst der Pixelwahn (da hat man wohl inzwischen gemerkt, dass da langsam eine Grenze erreicht wird) dann der ISO-Wahn. Nunja....

Weitere Schwächen: Die SD15 ist nicht in der Lage, SIGMA-TTL-Blitzgeräte der 500er Serie zu steuern. (Firmware Stand 1.01) Es bleibt stark zu hoffen, dass das noch geregelt werden kann. Mich trifft’s nicht allzu sehr, da ich meinen 500er SUPER sowieso nie wirklich mochte. Die Ergebnisse waren nie so ganz wirklich gleichmäßig gut ... mit keiner SD. Ich empfehle hier ja schon seit langer Zeit Fremdblitzgeräte von METZ oder anderen Herstellern. Da ist Blitzen die wirkliche Freude. Auch mit CANON pfeife ich auf teures TTL-Blitzen. Ich weiß, wie das viel preiswerter und nicht minder gut klappt.
Auch sonst scheint es, dass die SIGMA SD15 noch nicht wirklich zu Ende entwickelt worden ist. Die Vorschaubilder bei hohen ISOs passen noch so gar nicht (kein Einfluss auf das entwickelte Bild natürlich.)
Ganz deutlich ... das sind Kleinigkeiten, die nicht wirklich für den Umgang mit der neuen SIGMA entscheidend sind. Ihre Handhabung ist völlig problemlos und gut.

Bildqualität SIGMA SD15 vs. SIGMA SD14

Tja ... hier zeigt sich Erstaunliches, zunächst kaum Glaubliches.

Ein Zufall kann’s nicht sein, denn ich habe ja meine erste (leider grottenschlechte) SD15 vom SIGMA Service umtauschen lassen. Da war’s ganz genau so.

Die SD15 belichtet insgesamt merklich knapper als die SD14. Diesen Umstand habe ich also jetzt mit zwei verschiedenen SD15 Kameras und den beiden SD14 Gehäusen, die ich hier zur Verfügung habe verifiziert.

Eine (+0,3) Korrektur reicht nicht ganz aus, um eine SD15 dazu zu bringen, die Basisbelichtung einer SD14 anzunehmen. (+0,5) (nicht einstellbar) wäre dann aber auch wieder zuviel des Guten.

Die SD15 ist grundsätzlich lichtempfindlicher abgestimmt, als die SD14, hat also einen klaren ISO-Geschwindigkeitsvorteil zur SD14. Wertet man nämlich GLEICHBELICHTETE RAWs beider Kameras aus, stellt man fest, dass SD15 RAWs von SPP deutlich heller interpretiert werden, als SD14er.


(SD14 links/SD15 rechts)

sample SD14-Brille-5,0 --50s.jpg sample SD15-Brille-5-0---80.jpg

Anmerkung : Die SD15 Belikorrektur (+0,3) taucht leider nicht in den EXIF-Daten auf … weiß der Teufel warum…)
Hier habe ich mal zwei Vergleihsaufnahmen ISO 1600 mit Blende 5,0 (beide Mehrfeldmessung) aufgenommen. Obwohl ich der 15er schon eine (0,3) Korrektur verpasst habe, belichtet sie hier 1/80s wo die SD14 ohne Belikorrektur 1/50s belichtet. Die Aufnahme ist also durch die SD15 immer noch 0,3 Belis knapper belichtet, als durch die SD14.
Obwohl also immer noch dünner belichtet, interpretiert SPP die Aufnahme (alle Regler auf NULL) merklich heller, als die 14er.

Hier ein anderes Beispiel ... hier habe ich mal beide Kameras zu genau gleicher ISO1600 Belichtung gezwungen.


SD14 Links/ SD15 rechts


sample SD14-Palme.jpg sample SD15-Palme.jpg


Auch hier zeigt sich, dass Die SD15 bei genau gleicher Belichtung merklich heller interpretiert wird.

Und jetzt wird’s noch komplizierter....

Enthält das selbe Motiv im SD14/15 Vergleich helle Lichter, werden diese vom SD15 Belichtungsmesser (wieder beide Mehrfeldmessung) so stark gewichtet, dass sie teilweise mehr als eine BELI knapper belichtet, als die SD14.


(SD14 links/SD15 rechts)

sample SD14-Apfel-F5,0--25s.jpgsample SD15-Apfel-F5,0--60.jpg

Allerspätestens jetzt hat die SD15 im HIGH ISO Rennen das Ding verloren. Im Vergleich zur SD14 belichtet sie jetzt nämlich bei mehr als ISO3200. Das kann sie im Vergleich nicht besser hinlegen .... schafft sie auch nicht.
Was ich hier schreibe sind übrigens keine Belichtungsausreißer oder Zufälle. Das habe ich mehrmals an ähnlichen Aufnahmen verifiziert.

Fortsetzung folgt .....
 
Klaus-R

Klaus-R

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Zuletzt noch einmal zwei ISO1600 Aufnahmen, die gleichbelichtet sind und EBV-mäßig vergleichbar angepasst wurden.


(SD14 links / SD15 rechts)



sample SD14-Flasche2-F5,0-60s_1.jpgsample SD15-Flasche2-F5,0-60s01.jpg
Wenn überhaupt, dann sehe ich einen ganz minimalen Bildquali-Vorteil bei der SD15 Aufnahme, die irgendwie minimal knackiger kommt.
Erwähnenswert ist es NICHT. Lässt man beide Kameras nach deren Belieben belichten, dann ist nicht selten die SD14 sogar vorn, weil sie einfach satter belichtet.

SD15 .... was also machen?

Bis ISO 800 exakt nichts! Die In Wirklichkeit etwas erhöhten ISOs genießen und gut ist’s.

Ab ISO 1600 kriegt meine SD15 ab sofort standardmäßig (+0,3) Belichtungskorrektur verpasst. Tauchen helle Lichter im Sucher auf, Sind bei ISO 1600 (+0,7) oder (+1,0) Belichtungskorrektur angesagt, sonst belichtet sie mir zu knapp, was auf das Schattenrauschen geht.
Ob sie bei SIGMA jetzt Angst haben, dass bei der helleren RAW-Interpretation der SD15 die Lichter ausbrennen??

Bei welcher Kamera stimmen nun die ISOs???

Ich habe jetzt hier im Urlaub (Süditalien) leider keine CANON zum ISO-Vergleich hier. Ich weiß aber, dass meine EOS 1000D ziemlich genau gleichauf mit meiner SD14 liegt. Bei den hohen ISOs schummeln beide etwas, indem sie nicht gerade unterbelichten. So gesehen liegt die SD15 bei ISO 100 mal eher bei ISO 125 usw.. Es macht den Kohl nicht fett!

Lohnt sich hinsichtlich der Bildqualität also ein Umsteigen von der SD14 auf die SD15?

Ehrliche Antwort: NEIN! Es lohnt sich nicht.
Die deutlich verbesserte Bildqualität, die wir mit SIGMA jetzt genießen können, beruht auf den Verbesserungen des RAW- Konverters SPP 4.2, den man ja auch mit jeder anderen SIGMA und deren X3F-RAWs nutzen kann.

Zumindest hat sich an den RAWdaten mehr als nichts geändert. Zum Auslesen der SD15 RAWs braucht man für Windows mindestens einen Konverter der 3.xx Serie. SPP 2,5 funktioniert damit nicht mehr.

SD15 ... die RAW-Kamera? Ganz klar! Ja!!! Immer noch. Ich hatte eine Zeit lang gedacht, dass die Möglichkeit, (bei CANON), RAWs und JPGs gleichzeitig abzuspeichern, eine tolle Option sei. Pustekuchen! Absoluter Unfug, wie ich inzwischen sicher bin. Mit beiden CANONen nehme inzwischen nur noch RAWs auf. Endlich bietet auch CANON einen RAW-Konverter an (kostenlos!), der die Leistung der kamerainternen JPG-Engines mit Abstand toppt. Besonders meine 1Ds profitiert ungeahnt von den enormen Fortschritten im Image-Processing. gerade die SIGMA Fans können die immer besser werdende Interpretation der X3F-RAWs genießen.

Auch die SIGMA SD15 bietet nach wie vor NICHT die Möglichkeit, RAW und JPG gleichzeitig abzuspeichern. Schlimm? Nein!

EDIT: Mit aktueller Firmware ist es inzwischen möglich, RAW und JPG gleichzeitig aufzunehmen und abzuspeichern!

Kurz SD15 und... JPGs in CAM?! Nein! Ich wollte es erst ganz lassen, habe es dann doch ausprobiert. Schrott ist noch gelinde ausgedrückt. Man sollte es vergessen! Die SD bleibt eine reine RAW- Kamera. Basta!
Wo –überhaupt- sollte der Nachteil sein? Wer keine Lust hat, seine X3Fs liebevoll auszuarbeiten (verstehen kann ich’s zwar nicht), der erreicht zigmal bessere Bildergebnisse, wenn er seine RAWs automatisch von SPP konvertieren lässt.

Typische Kritikpunkte der SIGMA SD14 immer noch an der SD15??

Grünproblem: Kein Ding! Ich kenne das Problem von beiden SD14 Kameras zwar auch nicht, weiß aber, dass es da leider Probleme gab. GRÜNE SD15 scheint es bislang nicht zu geben. Meine ist diesbezüglich total unauffällig. Die Farbabstimmung ist besser den je.

Der automatische Weißabgleich:

Die SD15 ist inzwischen über jeden Zweifel erhaben. Das passt einfach klasse. Ich hatte bei beiden SD14 Kameras ja auch keine Probleme. Die 15er scheint da noch insofern perfekter zu sein, als auch die Farbabstimmung bei hohen ISOs nun wirklich viel besser passt.

Der etwas zu türkise Himmel:

Ansichtssache! Ich habe das Problem nie so wirklich akzeptiert. Was bei der SD14 etwas zu türkis kam, war bei SD10 (insbesondere SD9) evtl. etwas zu stahlblau. Auch mit früheren SPP Versionen, fand ich alle Blautöne noch im Rahmen.

Fakt aber ist, dass nun die Blauwiedergabe von SPP4.2 absolut realitätsnah ausfällt. Das gilt übrigens auch für die Interpretation von SD14 RAWs. Das Türkis geht nun etwas gefälliger ins Blau über.


Fazit: Natürlich NUR mein eigenes durch die rosarote SIGMA-Brille.:D:D;);)


Ich muss mir zumindest nicht vorwerfen lassen, dass ich mal eben so einen Review schreibe, ohne die Kamera überhaupt zu kennen. gerade dieses fahrlässige ISO-durchknipsende Testaufnahmen gekritzel regt mich ja regelmäßig in der Fachpresse ganz schön derbe auf.

Nein, ich habe mit der Kamera jetzt mal wirklich zwei Wochen gearbeitet, sie intensiv kennengelernt, mir für das Ding auch die notwendige Zeit genommen. Ich weiß also wenigstens, was ich da in der Hand hatte und gerne weiter benutzen werde. Ich habe nicht eine ... sondern meine SD15 ausprobiert und ich kann das Ding leiden.;)

Sollte ich dennoch falsch liegen oder sachliche Fehler gemacht haben, können wir das hier ja gemeinsam berichtigen .... das ist ja ein Forum hier, da geht das ja.


sample 4.jpg

sample 5.jpg


Grüße und schöne Photos

Klaus

P.S. Meine SD15 hat superklasse funktioniert, hatte nicht einen Aufhänger, keine einzige unerklärliche Fehlbelichtung und einen absolut wiederholsicheren und gut abgestimmten automatischen Weißabgleich.
Genau so, sollte sich allerdings eine SD14, die in Ordnung ist, ja auch verhalten.
Auch erwähnenswert. Sie hat nach nun 1.200 Klicks einen immer noch blitzblank-sauberen Bildsensor .... das hatte ich von meiner SD14 allerdings anders in Erinnerung ....
 
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1shot1moment

1shot1moment

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hi klaus,
sehr schöner friedfertiger bericht.:klatschen::klatschen:
informativ und unterhaltsam.
lg
joerg
 

six.tl

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@Klaus-R
Danke für die ausgezeichnete, lehreiche und unterhaltsame Lektüre.
Öffnet einen mal wieder die Augen was mann an einer Sigma hatt.

schönen Sonntag Allen und
 
wpau

wpau

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Hallo Klaus,
da hast Du ja einen ausführlichen, detaillierten Testbericht verfasst, den ich in fast allen Punkten bestätigen kann, zu dem ich nur in einem Punkt eine Frage habe.

Die Einstellung Standard im Menü habe ich bei meiner SD15 auf Neutral umgestellt, da mir die SD15 in der Standard Einstellung die gleiche Situation im Vergleich zu meiner Sony A850 dann um 0,7 überbelichtetet hat. Mit dieser Einstellung und meinem manuellen Weißabgleich stimmen mit der Einstellung Neutral in SPP 4.2 sofort die Farben und Helligkeitswerte. Es ist dann höchsten noch etwas Feinarbeit nötig zur Bildoptimierung. Auch Harald war überrascht, wie gut meine Bilder in SPP schon nach dem AUTO Lauf aussehen. Habe ich aber die Einstellung auf Standard, sind auch mit manuellem Weißabgleich alle Bilder leicht überbelichtet.

Diese Überbelichtung mit der Menü Einstellung Standard meine ich bei Dir auch in dem Bildvergleich bei diesem Bild zu sehen. Oder haben sich bei dieser Aufnahme die Lichtverhältnisse so schnell verändert, das diese weiße Stelle nur bei der SD15 Aufnahme vorhanden war?



Alles andere kann ich nur bestätigen mit dem Unterschied, das ich die SD15 eher für einen Anfänger geeignet halte und sie eine in vielen Bereichen verbesserte SD14 ist, da sie bis ISO 800 einfacher zu handhaben ist, die Menü Funktion mit der Funktionstaste ein großer Schritt in der einfachen Handhabung ist und der 3" LCD eine bessere Bild Beurteilung erlaubt.

Bis zur ISO 800 liefert sie ohne große Vorkenntnisse nach meinem Empfinden schon bessere Ergebnisse als meine SD14, die ich leider nicht mehr für einen direkten Vergleich zur Verfügung hatte.

Als Vater habe ich ein gutes Gewissen, die Sigma SD15 meiner Tochter als erste DSLR Weihnachten zu schenken. Hier kann sie sich noch auf das Foto konzentrieren und lernt mit den Grundfunktionen den richtigen Umgang mit einer Spiegelreflex ohne das sie durch Motiv Programme, Live View und Video Funktion vom Fotografieren abgelenkt wird. Die Kamera wird Ihr hoffentlich viel Freude machen und Ihr und uns schöne Urlaubsbilder von Ihren Reisen in ferne Länder zaubern.

Mich zieht es ja nicht so in die Ferne und wenn dann nur nach Österreich zu meinem Bruder.;)
 

Raphael

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Hallo Klaus,

vielen Dank für diesen sehr informativen Bericht. Unglaublich, wieviel Mühe Du dir da machst. :klatschen:

Das mit der Farbdarstellung ab SPP 4.2 und die verbesserte Farbwiedergabe bei höheren ISO`s kann ich nur bestätigen ( SD14, habe ja keine 15 ). Bisher habe ich SPP kaum verwendet, die Raw`s direkt in Photostudio Darkroom 2 bearbeitet. Jetzt geht es immer zuerst mit Automatik durch SPP und dann weiter mit Tiff 16 Bit. Lila oder grüne Farbstiche sind mir dabei bis ISO 800 nicht aufgefallen, auch die automatische Entrauschung funktioniert sehr gut.

Nebenbei bemerkt, das gleiche gilt auch für meine DP1. Auch hier in allen Bereichen in der Version SPP 4.2 verbesserte Automatik, zumindest nach meinem Eindruck.

Da freut man sich doch noch mehr, seine SD14 in die Hand zu nehmen. :)

Gruß, Ralph
 

Eule

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<schnipp>Der enorm vergrößerte Pufferspeicher ist das für mich wichtigste und lohnendste Novum der SIGMA SD15 im Vergleich zur SD14. Insbesondere bei den hibbeligen Tier- und Makroaufnahmen, muss man nun nicht mehr immer im Hinterkopf haben, wie viele Shots nun noch möglich sein könnten ... oder auch nicht, zumal die SIGMA leider nicht im Display anzeigt (im Gegensatz zu CANON), wie viele Aufnahmen noch in den verbleibenden Pufferspeicher passen. 21 Aufnahmen reichen IN JEDEM FALLE immer aus. Wer damit nicht auskommt ... sorry ... der sollte auf eine Filmkamera ausweichen. Mit Photographie hat das dann (IMHO) nichts mehr zu tun.<schnapp>

Aber was nützt der tollste Riesenzwischenspeicher, wenn sich die Kamera für jedes Bild erst einmal eine halbe Minute Gedenkzeit genehmigt!?
Ich hoffe, so ist dem nicht bei der SD15. Oder?

<schnipp>Weitere Schwächen: Die SD15 ist nicht in der Lage, SIGMA-TTL-Blitzgeräte der 500er Serie zu steuern. (Firmware Stand 1.01) Es bleibt stark zu hoffen, dass das noch geregelt werden kann.<schnapp>

Das ist mehr als peinlich. Stimmt, da sollte aber schleunigst etwas getan werden!

Wie steht es eigtl. um den Batteriegriff der SD14? Paßt der noch an die SD15 oder werden die Nutzer wieder zum Kauf eines neuen gegängelt?

Eule
 
netzuser

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Batteriegriff passt

Hallo zusammen,
Herzlichen Dank an Klaus für den ausführlichen Bericht.

@Eule:
Ja,der Batteriegriff der SD14 passt an die SD15 .

Gruß
Uwe
 
uomo

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Superbericht, upps - manche Features der SD 15 waren mir gar nicht bekannt.

Michael
 
Robert

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... @Eule:
Ja,der Batteriegriff der SD14 passt an die SD15 .

Gruß
Uwe
Sigma hat offensichtlich dazugelernt :klatschen:

Klaus' Bericht über die SD15 kann ich in den wesentlichen Punkten bestätigen, wobei mir noch nicht aufgefallen ist, dass die SD15 so deutlich anders belichtet als die SD14.
Für mich liegt der wichtigste Vorteil gegenüber der SD14 in der generell etwas kühleren Farbabstimmung und vor allem dem jetzt überwiegend zuverlässigen Weißabgleich!
 
Klaus-R

Klaus-R

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Hallo zusammen,

@ Werner,

Hmmm, Die Einstellungen Standard/Neutral/Lebendig usw. sind doch eigentlich "nur Farbprofile", die weder Einfluss auf die Belichtung noch Einfluss auf die RAW-Daten haben sollten??! Wenn ich also ein RAW mit "NEUTRAL" aufnehme, dann wird doch nur SPP angewiesen, das farblich mit dem NEUTRAL-Profil zu interpretieren. Vorstellen kann ich mir das jatzt so nicht, probiere das aber gerne bei Gelegenheit mal aus.

@ Jörg,

jou .... "friedfertig" trifft's gut. Nichts anderes macht bei insgesamt immer besser werdender Hardware überhaupt noch Sinn. Nie wieder Grabenkämnpfe "Bayer/Foveon" oder ähnlichen Mist ...;)

@ Raphael,

Wer von der 14er auf eine 15er umsteigen will und die üblichen verdächtigen Fremdkonverter verwenden möchte, hat mal wieder das alte Problem, dass nämlich die große Updaterei wieder losgeht, weil die älteren Konverter mit den neuen RAWs nicht mehr arbeiten. Ich selber bin's ein bischen leid. Ich denke, dass SPP für eine Erstentwicklung wirklich taugt, zumal genau das, was früher andere Konverter besser konnten, inzwischen bei bester Bildqualität mit SPP geht. Leider ist das neue SPP4.x anspruchsvoller, was die Auslastung der Computer betrifft. Mit meinem uralten Notebook 1,6 GHz und nur 512 MB RAM (shared VGA-Memory auch noch:eek:) läuft's zwar, aber man sollte nicht gerade in eile sein.

@ Eule,

Hmmm, bin jetzt nicht sicher, was Du genau meinst, mit "Bedenkzeit". Ein SIGMA SD14/15 RAW hat mal ganz schnell bis zu 15MB Speicherbedarf. Diese riesigen Datenmengen müssen ja nunmal auf die Speicherkarte geschrieben werden. Dass das seine Zeit braucht, dürfte das Problem aller kameras sein, die mit Speicherkarten arbeiten. Was in diesem Zusammenhang der wechsel von CF- auf SD-Karten sollte, verstehe ich so nicht? Die SIGMA-Ingenieuere werden da sicher Gründe für gehabt haben.
Vom Abspeichern dieser Daten auf die Speicherkarte merkst Du ja nichts. Du kannst die Kamera ja sogar ausschalten, sie speichert unmerklich zu Ende. während dieser Zeit steht die Kamera ja ferner auch für weitere Aufnahmen zur Verfügung. Das ist wirklich klasse und funktioniert absturzfrei.
Dass die 500er Blitzgeräte nicht funktionieren, finde auch ich peinlich.:eek:

@ Uwe,

hallo Uwe, da freue ich mich riesig, dass Du hier wieder aktiv geworden bist.:klatschen::klatschen::klatschen: Herzlichen Glückwunsch auch zu Deiner SD15. Mit einiger Bewunderung habe ich gerade schon mehrere Blicke in Deine Galerie geworfen ....:klatschen::klatschen::klatschen:

@ Michael,

ich deke, auch nicht alle Funktionen der SD15 sind wirklich wichtig bzw. müssen zwingend genutzt werden. Die Autorotation von Hochformat-Aufnahmen z.B konnte schon NIKONs D50 2005. Vieles kommt reichlich spät (mal wieder) vieles ist aber auch nicht wirklich wichtig.

Grüße und danke für das Interesse

Klaus
 
wpau

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MartinB82

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Dynamik:
Eine ganz andere Stärke der SDs liegt seit jeher in ihrer starken Eingangsdynamik, die bei eigentlich allen Kamera- REVIEWs, die ich bisher gelesen habe, geflissentlich übersehen wurde. (...) Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Dynamikkompression so möglich ist, eben auch ohne HDR-EBV.
Die SIGMAs haben ihre expliziten Stärken bei schwierigem Licht. Hartes kontrastreiches Licht mit starken Lichtern und extremen Schattenbereichen ... das können sie wirklich spitze. Gegen- und Streiflicht ... genau da mache ich viel lieber mit SIGMA als mit CANON.

Hallo Klaus,

deine Meinung ist schön zu lesen und ich freue mich, dass ich meine SD14 weiterhin behalten und irgendwann um die SD1 ergänzen kann. Oder umgekehrt. ;)

Die Pixelschärfe ist das, was wohl den typischen "Foveon 3D-Effekt" ausmacht und wo ich immer wieder den Gedanken bekomme: 'So muss ein Bild sein!'

Sehr schön hast du die Stärke der Sigma-RAWs in der Eingangsdynamik beschrieben. Mich überrascht immer wieder, was da machbar ist und diese Möglichkeit hat schon eine Reihe unsauberer Belichtungen gerettet, bei denen ich bei der Wahl der richtigen Belichtungsmessung nicht sorgfältig genug war.
Die von dir genannten schwierigen Lichtbedingungen lassen sich mit SPP4.x gut beherrschen und ich teile deine Meinung das Sigma da unterschätzt wird. Das habe ich auch lange Zeit getan. :D

So viele Verbesserungen die SD15 auch hat: Das bei RAW keine Bildgröße mehr gewählt werden kann (genau wie bei den DP's) finde ich etwas unpraktisch. Hoffentlich wird das bei der SD1 wieder behoben, da wäre es dringend nötig... :rolleyes:


Viele Grüße
Martin

@ Uwe: Schön dich wieder als 'Schreibling' hier zu finden!
 
DP1

DP1

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@Alle

Verwende bei meiner SD15 eine SanDisk Klasse 10 Karte. Ergebnis: nach spätestens 3-4 Sekunden hat die SD15 Ihre ca. 14MB auf die Karte geschrieben.

Viele Grüsse
 
skynyrd

skynyrd

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Zuerst : Danke an Klaus für das erste gelungene Review, das ich zur SD15 lese !!

- Der vergrösserte Pufferspeicher kann wirklich zur Produktion von unnötigem "Datenmüll" misbraucht werden ... Der Vorteil liegt darin, dass der Einsatz von "billigen"/langsamen Speicherkarten, keinerlei Einfluss mehr auf den "normalen" Gebrauch im Alltag hat. Erst beim kopieren auf den Rechner brauchts Zeit ...
- Zu den Belichtungsmessfeldern : Der Vorteil liegt darin, das die Messung über das gesamte Bild noch harmonischer und ausgeglichener ausfällt. Bei Spotmessung sollte eigentlich keinerlei Unterschiede bestehen. Die erhöte Zahl der Messfelder liegt wohl im Anschaffungspreis: Das neue Sensor-Teil kostet vielleicht sogar weniger, wie das Pendent in der SD14 ...
- Die JPEG+RAW-Funktion der Nikon ist bei mir auch am verstauben ... meistens NUR RAW ...
- zu den Speicherkarten: Meine CF "SanDisk Extreme IV" bietet 45MB/s meine SD "SanDisk Extreme III" bringt 30MB/s ... Diese Schreibraten sollten die Kameras erst mal erreichen, bevor über SD oder CF diskutiert wird ... SD sind nunmal kleiner, günstiger, stromsparender und die Gefahr des Abknicken der Pins besteht nicht mehr ...

Was mich bei der SD14 etwas nervt sind die "grossen" ISO-Schritte ... das finde ich bei der "AUssprechlichen":D doch wirklich sehr hilfreich ...
Hat sich da bei der15er was getan ????
 
Klaus-R

Klaus-R

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Hallo zusammen,
noch ein paar ergänzende Informationen im Vergleich SD14/15.

Ich hatte ja immer wieder geschrieben, dass solche SD14, die regelmäßig beim WB daneben liegen, oder nicht wiederholsicher AWB-abgleichen können, grün zeichnen, viel zu warme Farben (nicht grün, sondern zu warm) malen, Fälle für den SIGMA Kundendienst sind, der die probleme bisher (im Rahmen des technisch Möglichen) auch abgestellt hat.

Die oben gezeigten Vergleichsaufnahmen SD14/15 sind NICHT unterschiedlich nachträglich weißabgeglichen sondern allesamt mit AWB-Einstellug aufgenommen und so unverändert eingestellt.

Das zeigt jetzt aber wirklich, dass es auch solche SD14 geben muss, die absolut keine Probleme, der oben geschilderten Art haben. Ein Serienfehler ist da wirklich auszuschließen.

Wenn solche Abweichungen mit der SD15 jetzt ihr Ende gefunden haben, dann ist das wirklich zu feiern.

ROHDATEN: Das Handbuch sagt aus, dass SPP die unveränderten Sensordaten auswertet. Was stimmt nun wirklich?? Beide Kameras haben den gleichen Bildsensor, aber unterschiedliche Rohdaten. So viel steht fest.

Kamera-Rohdaten sind folglich doch nicht NUR das, was der Bildsensor nach Auslesung liefert .... sie werden doch schon in der Kamera ausgewertet und bearbeitet.

Insgesamt sehe ich die SD15 als merkliche Verbesserung der SD14. Das Arbeiten mit ihr stellt sich jedenfalls deutlich komfortabeler dar.

....Der vergrösserte Pufferspeicher kann wirklich zur Produktion von unnötigem "Datenmüll" misbraucht werden....
Jou ... diese Gefahr besteht in der Tat. Ich war nie ein Freund von "Seriengeballer". Allein schon deswegen nicht, weil ich keine Lust habe, den ganzen Datenmüll zu sichten und zu bewerten. Dennoch kann (im Einzelfall) der kleine Pufferspeiher der älteren SDs zum Problem werden, wenn "Aufregendes" gerade dann passiert, wenn dieser (nach überlegtem Auslösen) dann doch mal voll ist.

21 RAW Aufnahmen sind wirklich Luxus. Meine EOS 1000D kann übrigens NUR 5 RAWs in Serie Aufnehmen (dafür allerdings JPGs, bis die Karte platzt)
Die EOS 1Ds kann (völlig ausreichende) 10 RAWs in Serie (JPGs oder RAW+JPGs in Serie allerdings auch "nur" 10).

Diese Erweiterung ist schon wirklich gut.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
skynyrd

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ROHDATEN: Das Handbuch sagt aus, dass SPP die unveränderten Sensordaten auswertet. Was stimmt nun wirklich?? Beide Kameras haben den gleichen Bildsensor, aber unterschiedliche Rohdaten. So viel steht fest.

Kamera-Rohdaten sind folglich doch nicht NUR das, was der Bildsensor nach Auslesung liefert .... sie werden doch schon in der Kamera ausgewertet und bearbeitet.



Jou ... diese Gefahr besteht in der Tat. Ich war nie ein Freund von "Seriengeballer". Allein schon deswegen nicht, weil ich keine Lust habe, den ganzen Datenmüll zu sichten und zu bewerten. Dennoch kann (im Einzelfall) der kleine Pufferspeiher der älteren SDs zum Problem werden, wenn "Aufregendes" gerade dann passiert, wenn dieser (nach überlegtem Auslösen) dann doch mal voll ist.

21 RAW Aufnahmen sind wirklich Luxus. Meine EOS 1000D kann übrigens NUR 5 RAWs in Serie Aufnehmen (dafür allerdings JPGs, bis die Karte platzt)
Die EOS 1Ds kann (völlig ausreichende) 10 RAWs in Serie (JPGs oder RAW+JPGs in Serie allerdings auch "nur" 10).

Diese Erweiterung ist schon wirklich gut.

Grüße und schöne Photos

Klaus
1. Das kann ich Dir erklähren: Die SD15 hat (im Gegensatz zur 14er) Ein AnalogFrontEnd ... Dies ist wie ein Filter ... solch ähnliches "Gerät" gibt es auch in der High-End Welt : sogenannte Röhrenfilter (Zwischenverstärker mit Röhrentechnik) ...
Ein C-MOS-Sensor wird üblicherweise von der CPU direkt ausgelesen ... Steht noch ein AFE dazwischen wird das Signal durch eine analoge Schaltungsstufe geschickt; diese sorgt für eine gleichmässige Signalstärke (u.a. geringeres Rauschen) und enthält gewisse Filterstufen, die "Schwächen" des Sensorsignales beeinflussen/bezw. das Sensorsignal "verzehrfertig" der CPU übergeben. Da nun ein analoges Signal an der CPU ankommt, kann mit einem A/D-Wandler (der muss zwingend da stehen) das Signal in einer höheren Auflösung eingelesen werden. Dies hat, abgesehen von der besseren Detailtreue, den Vorteil, dass Rechenfehler der CPU geringeren Einfluss auf das Bild haben.

2. Ich schätze den grossen RAM auch, Primär wegen den Reserven, die vorhanden sind, wenn ich sie denn brauche .... Die Serienbildgeschw. der D300s kenne ich erst, seit ich das Handbuch gelesen habe:D
 

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