Nachdem ich diesen Thread nun schon lange verfolge möchte ich nun auch mal meine 5 cent dazugeben.
Ich bin für einige bekanntermaßen im November letzten Jahres von Sigma auf die D300s umgestiegen.
Der Grund: Aus beruflicher Perspektivlosigkeit wegen mangelnder Arbeitsplätze in meinem Beruf und dem "nicht die 10 Ausbeuterverleihbude" für 6,80 Euro brutto zu wollen bei 2 Gesellenbriefen habe ich den Gang in die fotografische Selbstständigkeit angetreten und wollte, wie es so schon in diesem Fred beschrieben war einen "LKW" für alle Situationen.
Nun ist es Zeit für mich mal ein Resüme zu ziehen das vieleicht den ein oder anderen interessieren könnte.
Eins vorweg: Die D300s ist eine ziemlich "geile Kiste" an der man nichts vermissen kann.
Hightech vom feinsten und in der Tat für alle Situationen gerüstet.
Seit November habe ich gut 7000 Bilder mit Ihr gemacht und dabei waren bestimmt 100- 150 die ich im High Iso Berreich mit Sigma nicht gekonnt hätte.
Davon waren wirklich wichtige Bilder: 0!!!
Im Prinzip also Bilder von Fischen bei ISo 3200 um allen zu zeigen was meine Kamera doch feines da so kann.
Für den Auftragsteil ist es natürlich ziemlich fein Jpgs out of cam gleich mitgeben zu können die in der Tat schon sehr gut sind.
Aber, mit einer Kamera- einem System mit dem nun jeder Profi arbeitet wird es schwer einen eigenen Stil erkennbar "anzupreisen" und sich von der Masse abzuheben.
Auftragsvergabe funktioniert also nur über den Preis.
Ich komme mittlerweile für mich zu der Frage ob nicht tatsächlich die Sigma auch gewerblich die bessere Wahl ist.
Klar muss ich die Bilder erst entwickeln und kann sie nicht gleich mitgeben, klar muss ich einen deutlich höheren Preis nehmen- aber ich denke fast die Leute wären bei den möglichen Ergebnissen durchaus bereit dazu.
Ich habe in den letzten tagen sehr intensiv Bildergebnisse der Sigma denen der Nikon gegenübergestellt und es war ernüchternd.
Grund für diese gegenüberstellung:
Wir waren gerade übers WE in Prag und meine Frau sagte am Ende:
"Nette Knippserbilder", "überzeugt mich nicht" "schau doch selbst mal die Münchenbilder an"
In Prag war das gleich Problem wie in München (SD14 war da mit), einfach grelles Licht, knallende Mittagssonne und hier stößt man mit der Niko an die Grenze des machbaren in der Dynamik.
Die Sigma ist bei solchem Licht deutlichst!!! überlegen und während in München das Licht für Sigma kein Problem war so war es dies für die Nikon in Prag sehr wohl.
Auch mein fotgrafischer Stil hat sich sehr nachteilig verändert insgesamt.
Danke der ganzen High Tech bin ich mehr mit der Technik beschäftigt, die richtige Einstellung zu wählen als mich ums Motiv zu kümmern.
Nun kam aus diesen Erfahrungen die Analyse der Auftragsarbeiten und em was ich mache und welche Situationen ich antreffe.
Ich fahre mit mobilem Studio zu den Kunden um in derem häuslichem Umfeld Bilder zu machen, ich sorge also selbst fürs Licht.
Hier ist die Sigma klar im Vorteil (leider kann ich euch hiervon aus rechtlichen Gründen momentan keine Bilder zeigen)
Die Ergebnisse wesentlich plastischer und überzeugender.
(Zum WB später was)
Ich fotografiere ansonsten auch Veranstaltungen wie z.B. Hochzeiten die ich eigentlich nie mit der Sigma machen wollte.
Aber auch bei der Nikon benutze ich Indoor einen Blitz, das kann oh Überraschung die Sigma auch.
Und die Praxis hat gezeigt das ich bei den meisten dann folgenden Aufnahmen mehr Probleme mit Streulicht/ Seitenlicht habe als damit zu wenig Licht zur Verfügung zu haben.
Auch hier ist die Sigma im Vorteil.
Hochzeit, weißes Kleid und schwarzer Anzug des Bräutigams- da ist bei Bayer Schluss mit Lustig und Struktur in allem zu haben,- entweder oder.
Mit diesen Extrem Kontrasten geht auch die Sigma gutmütiger um.
Das einzige das wirklich noch überbleibt ist die Sache mit dem WB.
Bei meinen Sigmas (SD14) lag er sehr oft daneben, oft grünstchig und im Serienbilmodus in jedem Bild anders.
Ulli kennt das Problem ja auch.
Und wenn ich im Bild keine schöne Neutralgrau Fläche habe bekomme ich den WB in SPP nicht mehr vernünftig hin.
Meine Sigma war im übrigen wegen eines Defektes mal beim Service und ich habe den Service mit Bitte um Behebung darauf hingewiesen.
Die Antwort des Services: Konnten das Problem nicht reproduzieren, Behebung also nicht notwendig.
Mein Fazit also:
So toll die D300s auch ist:
Die Kamera ist Mainstream und ich bin es mit der Cam geworden :-(
Ich habe auch mit der Nikon versaute Bilder ;-)
Ich habe max. 150 Bilder die ih mit Sigma nicht hätte machen können, davon wichtig gleich null.
Ich habe aber gut 3000 Bilder auf der Platte aus denen der Foveon meines Erachtens mehr gemacht hätte, da mit zuviel Licht am kämpfen.
Und der Rest dürfte ehr ausgeglichen ausgehen.
So sehr ich die ganzen Funktionen der 300s auch schätzen gelernt habe ( 51 AF Felder, 3d Tracking) sie erleichtern mir oft das Bild zu schießen- ohne Frage, aber es ist keineswegs so das sie es erst möglich machen.
Im Grunde ist es sogar so das fotografische Fähigkeiten ein wenig verkümmern weil sie nicht mehr in dem Maße abgerufen werden.
Ja, die Bildergebnisse der Nikon sind schon sehr toll und ich bin ohne Frage zufrieden, ob ich glücklicher bin?...
Sollte Sigma den WB in den Griff bekommen haben komme ich wohl ins Grübeln.
Mit einem Umstieg, das kann ich jedem versichern verschwinden die Probleme nicht, sie verlagern sich nur auf "Bayer Ebene" und die ohne Frage vorhandene Brillianz eines Foveon ist in meinen Augen auch durch den modernsten Schick Schnack nicht zu ersetzten.
Das soweit meine 5 Cent