Die Eigenheiten des Foveon bei High-Iso
Hallo liebe Interessenten,
den milden, kurzen Märzanfang nutzend war ich neulich Abend mit der
Sigma SD14 und dem
18-200mm OS in München unterwegs, der 'Weltstadt mit Herz'

.
Naja, Herzen habe ich zwar keine gesehen, dafür war die Anzahl der Osterhasen in den Fensterläden schon erstaunlich

.
Das der Foveon bei Langzeitbelichtungen und niedrigen ISOs hervorragende Bilder zaubern kann ist bekannt. Das die Farben dank Klaus seiner Methode (sehr) gut erhaltbar sind ebenso.
Ich möchte daher auf eine mögliche 'typische'
ISO 1600 Aufnahme mit kurzer Belichtungszeit eingehen, da hierzu meines Wissens noch keine näheren Analysen vorhanden sind.
Das unten gezeigte Beispielbild wurde nach der zu Anfang gezeigten Methode von Klaus unter zu Hilfenahme von SPP 3.5.2 und DarkRoom entwickelt, in 1/4 der Originalgröße. In Gimp um 1,5° gedreht und etwas beschnitten. Der Schärfepunkt liegt auf dem Osterhasen, Integralmessung, f8, 18mm, aus der Hand mit OS (was aber bei 1/125 Sekunde nicht notwendig gewesen wäre).
Schön lassen sich Eigenheiten des Foveon bei unterschiedlichen Helligkeiten betrachten:
Das
helle Bildteile eine gute, saubere Zeichnung aufweisen ist durchaus bekannt. Die Plastikfolie finde ich z.B. - für die (früher) oft gescholtene unbrauchbare High-ISO-Nutzung - hervorragend!
Überraschend auch die
dunklen Bildbereiche: so vergleichsweise sauber (fleckenarm) hätte ich diese nicht vermutet. Der hellbraune Korb oben links im Bild weist eine gute Zeichnung auf.
Schwierig sind hier offensichtlich die
mittleren Helligkeitstöne "im Schatten": Hier weisen die Wände deutlich sichtbare Farbflecken und Verfärbungen auf, die auch DarkRoom nicht wirklich entfernen konnte. Auch sind die Schärfungsartefakte in diesem Bereich besonders sichtbar. Die Detailzeichung an den Ornamenten der linken Säule erweist sich als sehr mangelhaft, was wohl nur zum Teil an der JPEG-Komprimierung von 88% liegen dürfte.
Zusammenfassung:
- helle Bildbereiche gelingen mit dem Foveon oft hervorragend
- mittlere Helligkeiten scheinen relativ anfällig für Bildstörungen zu sein*
- dunkle Bildbereiche sind (inzwischen) augenscheinlich oft besser als ihr Ruf
*
Durch Umwandlung in Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind die Probleme der Farbartefakte meist zu umgehen und die Photos deutlich ansehlicher.
Spiegelt das eure Erfahrungen wieder?
Viele Grüße und schöne Photos
Martin
Sigma SD14 - ISO 1600 mit 18-200mm OS, Blende f8