Mich würde die "Kurve" des Films mal interessieren. Ich habe folgende Vermutung; die Emulsion wurde optimiert für lichtschwache Projektoren und einfache Kinoleinwände (also keine Silberleinwand). Das würde erklären, warum schwarze Lokomotiven so "seltsam" hell abgebildet werden. Würden diese Loks normal abgebildet, käme bei der Projektion mit einfacher Dorfkinotechnik kaum was von der Leinwand zum Zuschauer rüber, das wäre eine undurchsichtige Schwärze. Das soll jetzt keine Kritik an einen Aufnahmen sein!
Kurzer Exkurs in die Cinetechnik .....
Ein Cinefilm ist im KINO immer ein POSITIV ... wie ein Diafilm.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten, wie man an einen Projektionsfilm kommen kann! Im Reportagefall z.B. Nachrichtenfilm oder
im Amateurbereich werden Umkehrfilme eingesetzt ... das sind Filme die also DIREKT-Positiv entwickelt werden. Diese Filme haben den Vorteil, dass man dann relativ schnell vorführfähiges Material erhält. Grundsätzlich können die dann auch kopiert werden ... aber POSITIV zu POSITIV ist ein sehr teures und kein gutes Kopierverfahren ... steilt in den Kontrasten auch etwas auf ... ist insbessondere
für Farbfilme problematisch.
Kinoproduktionen werden immer negativ gedreht! Der Masterfilm ist also ein mehr oder weniger "normaler" negativer Film, den man IN ALLER REGEL sehr gut auch zur STILL-Photographie einsetzen kann. Das gilt grundsätzlich auch für Farb-Kinofilme, wie die VISION-Reihe von KODAK.
Die Negativ-Aufnahmefilme werden dann geschnitten und auf einen extrem Niederempfindlichen ebenfalls NEGATIV arbeitenden Projektionsfilm umbelichtet (PRINTFILM). Bei Farbfilmen hat der Kopierfilm dann natürlich keine Orangemaske, sondern ist glasklar, wie ein Diafilm. Diese "Printfilme" verhalten sich sehr neutral ... insofern ist es nicht falsch, wenn man sagt, dass der Kamerafilm (Aufnahmefilm) den eigentlichen "Look" macht!
Cine-Aufnahme-Filme haben übrigens eine andere Perforation (die historisch ältere) so auch der hier gezeigte Double-X:
Der Double-X hat die sog. NEGATIV-PERFO .... unsere heutigen "normalen" Still-Filme haben immer die sog. POSITIV-PERFO
"Positiv" deswegen, weil der Projektionsfilm im Kino eben diese Perforation hat.
Details firndest Du HIER:
https://www.nfsa.gov.au/preservation/preservation-glossary/perforations
Die NEGATIVE Perfo ist besser geeignet, um in Cinekameras mit höchsten Geschwindigkeiten auch Zeitlupe drehen zu können
(eben deshalb auch die REMJET-Beschichtung einiger Filme (ein anderes Thema) Die POSITIV-PERFO ist erheblich verschleißfester
für den Vorführbetrieb ... deswegen wurde sie entwickelt! GANZ FRÜHER gab es nur die historisch ebenältere NEGATIV-Perforation
für alle Filme!
Unseren Photo-Kameras ist natürlich auch die NEGATIV-Perforation sehr recht bzw. egal.
HEUTE sind Printfilme (also Projektionsfilme) äußerst selten geworden!
Auch die Kinoproduktionen, die noch heute auf Film gedreht werden, entstehen nur noch als NEGATIV, werden dann unmittelbar
digitalisiert und dann digital auch geschnitten .... da klebt niemand mehr einzelnen Szenen zusammen ... der "LOOK", den man da will
entsteht noch analog, alles andere dann digital.
Zu Deiner Beobachtung ..... ich sehe es nicht, wie du beschreibst. Der XX macht richtig kräftige Schatten (sind ja die hellen Stellen im Negativ und hat insgesamt ja eben diese tolle Detailzeichnung und Mikrokontraste, die seinen Look machen. der Film arbeitet STEIL, sehr STEIL, wie man klassisch sagt, ist (wie ich oben schon schrieb) ein nicht wirklich panchromatischer SW-Film, der ziemlich rotschwach ist ... was eben auch diesen "SEMI-ORTHO" Look macht!
Im Lookschuppen hatte ich recht interessantes Streiflicht (die Sonne schien sehr attraktiv in den Schuppen), das hat die teilweise schwarzen alten Dampfloks schön schattiert bzw. für Glanzlichter gesorgt ... das bringt der Film herrlich raus!
Ein letztes Wort zum Printfilm .... tatsächlich kann man mit Printfilm auch photographieren ... ist zu kaufen, muss man aber selber
konfektionieren.
Das Material ist (SW wie FARBE) STEIL wie DIA ... (natürlich, soll ja an die wand geworfen werden

) EXTREM feinkörnig (fast kornlos) hat aber eine extrem geringe Lichtempfindlichkeit (so um ISO 1,6 bis 3).
Grüße und viel Spaß
Klaus