ME-F, Spiegel bleibt oben

Diskutiere ME-F, Spiegel bleibt oben im Pentax Analog Kameras Forum im Bereich Pentax Forum; Als ich nach vielen Jahren meine ME-F wieder herausgekramt hatte musste ich feststellen dass der Schwingspiegel nach dem Auslösen nicht...
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #1
dilbert
dilbert
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Als ich nach vielen Jahren meine ME-F wieder herausgekramt hatte musste ich feststellen dass der Schwingspiegel nach dem Auslösen nicht zurückkehrt. Das Problem ist offensichtlich kein Kleben am Spiegeldämpfer und tritt nur auf wenn ein Objektiv montiert ist.
Ohne Objektiv kehrt der Spiegel problemlos zurück.
Fokussiert man ein Objektiv auf unendlich spürt man einen Widerstand, wenn man vorsichtig die Entfernungseinstellung etwas hin und her dreht löst der Spiegel aus.
Da bei unendlich das Objektiv 1,4/50mm die größte Länge in Richtung Spiegelebene hat muss es wohl damit zu tun haben. Das Auflagemass kann sich ja wohl nicht einfach ändern.
Hat jemand eine Idee? Danke und Gruß
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #2
Wie sieht es mit der Batterie aus ?
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #3
Ganz spontan :
Passt das Objektiv zur Kamera ? Ich hab gerade ein kleines M42 Alu Tessar das geht auch nicht an Praktica M42 Kameras.....Spiegel bleibt haengen. Dann gibt es noch die Moeglichkeit das der Kleber hinter dem Spiegel sich gelöst hat und der Spiegel ist verrutscht.....
Gruss
Hartmut
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #4
Hallo zusammen,

Der sog. "Spiegelschwingkreis", also der Bewegungsraum, den der Spiegel einer Spiegelreflex-Kamera
immer haben muss, um sich bewegen zu können, war, ist und bleibt ein PROBLEM für die Objektivproduktion
bzw. für SLR-geeignete Rechnungen.

Ich hatte an anderen Stellen darüber schon geschrieben. Dieser Mindestabstand, der zwischen Rücklinse und Filmebene/Sensorebene für den Schwingspiegel ja bleiben muss, führte von Anfang an zu technischen Schwierigkeiten bei der rechnung von kurzen Brennweiten!

Es gab erst ab 1951 die alleresten Weitwinkelobjektive für KB-Spiegelreflexkameras, als Pierre Angeniux mit seinem RETROFOKUS Strahlengang eine Möglichkeit erfand, ein 35mm Objektiv zu bauen, dass mit seiner Rücklinse die ca. 45mm Mindestabstand zur Filmebene einhalten konnte. (es gab Notlösungen mit WW und oben arretierten Spiegeln und Aufstekcsuchern zuvor auch schon!)

Die Problematik führte z.B. auch dazu, dass sich BEQUEME 50mm als Normalbrennweite für SLR-Kameras durchsetzten ... eben wegen des Spiegelanschlag-Problemes ... für hochlichtstarke "Normalobjektive" wurden auch gerne mal 55mm oder auch 58mm (Biotar z.B.) genommem. Es war technisch einfacher!

Die eigentliche Normalbrennweite für Photogeräte ist ansonsten üblicherweise die Länge der Bilddiagonalen des Aufnahmeformates!
Für Kleinbild sind das 43mm! Ein 50mm ist im Grunde nach dieser Definition schon zu lang.

Zur Fragestellung:

Das Spiegelanschlagproblem entsteht grundsätzlich immer dann, wenn eon Objektivhersteller seine Hardware kürzer als Auflagemaß
in den Spiegelkasten reinragen lässt ... dann wird es "gefährlich". Gerade einiege DDR-Objektive sind leider so konstruiert, dass sie an bestimmten Zielkameras zwar problemlos sind, an z.B. eine EOS 5D aber Anschlagen und so Spiegel und Kamera und sich selber beschädigen können!
Dafür gibt es inzwischen Listen im Internet.

Das mit den Problemen an einer Praktica ist mir VÖLLIG neu!! Gerade die Praktica hat einen DESWEGEN schon gekürzten Schwingspiegel, damit diverse kritische DDR-Weitwinkel keine Kollision erleben. Bei der Praktica sind die Spiegel sogar so kurz, dass es bei mehr als 300mm Brennweite zu einer Sucherabschattung am oberen Bildrand kommt.

Technische Lösungen gibt es im Grunde NICHT! Man liest, dass Leute dann Material an den Tuben oder Linseneinfassungen abdrehmeln usw .....ich würde es nicht so machen, sondern solche Objektive an diesbezüglich kritischen Kameras einfach nicht verwenden.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #5
Danke für die Antworten,ich habe aber wohl vergessen (da ich im Pentax-Bereich geschrieben hatte) zu erwähnen dass es sich um eine Pentax ME-F handelt,also eine ME-Super mit dem dem damals ersten Autofokus .Das Autofokus -Objektiv hatte ich nie.Benutzt wirden drei Originalobjektive, Pentax SMC M 1,4/50mm,Pentax SMC M 2,8/35mm und ein Pentax SMC A 1,7/50mm mit gleichem Ergebnis.
Zur Erklärung: Man hört den Spiegel nicht "anschlagen", nur der Spiegel bleibt hängen und beim Fokussieren auf Unendlich spürt man einen Widerstand .
Die Objektive machen an meiner (ebenfalls analogen) Pentax MX keinerlei Probleme. Auch wenn man auf den Nahbereich fokussiert und damit die rückwärtige Objektivtubuslänge verkürzt bleibt der Spiegel oben. Die Batterie ist nicht relevant weil ich im mechanischen Modus auslöse. Auch bei "B" bleibt der Spiegel oben,ohne Objektiv kein Problem.
Ich werde das Gefühl nicht los daß doch der Schaumstoff des Spiegeldämpfers das Problem sein könnte,auch wenn er nicht "klebt".
Grüsse,
Michael
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #6
Hmmm ..... ich denke (Deiner Beschreibung nach), dass da die mechanische Springblendenbetätigung zumindest
"involviert" ist!

Das ist nämlich das, was sich MIT und OHNE Objektiv feinmechanisch ändert!

Während des Auslöseablaufes muss ja das Kameragehäuse die mechanische Arbeit zum Schließen der Springblende im
Objektiv quasi leisten!

Der Vorgang nimmt also mechanische Energie vom Kamergehäuse auf .... einer Feinmechanik, die Jahrzehnte alt ist, verharzt sein kann und ggfls. unter ermüdeten Federn zusätzlich zu leiden hat.

Irgendwann reicht es nicht mehr, zumal der Teil der Mechanik, die im Objektiv abläuft ja auch noch schwergängiger geworden ist.
Beim Auslösen reicht irgendwann dann quasi der "Schwung" nicht mehr aus, und die sehr sehr komplizierte "Spiegelrückholmechanik" Stichwort "RETURN MIRROR DRIVE" läuft nicht mehr komplett durch!

Ältere Kameras ohne Spiegelrückkehrmechanik machen solche Probleme gar nicht und sind mir zum Reparieren fast schon lieber!
Zuletzt gescheitert bin ich an einer EDIXA-MAT .... ein Modell mit "Spiegelrückkehr", die ich leider nicht hinkriegen konnte. Die Probleme sind bekannt .... und kaum lösbar ... traten "damals" schon bei sehr jungen Modellen auf, sind z.T. Konstruktionsmängel.
EDIXAs ohne "MAT" EDIXA-REFLEX Modelle also haben keine RETURN-MIRRORs und das Problem auch nicht.

Oft kann man mit gezielter und sehr sehr vorsichtiger Schmierung und Reinigung solche Probleme richten! ☺️

Du kannst folgendes VERSUCHEN:


Temperiere mal Deinen Backofen auf 45 Grad! .... das ist für 30 min. kein Problem für die Technik (Kamera + Objektiv gleichzeitig warm machen!) ... Für die Batterie im Grunde auch nicht, aber die kannst Du sicherheitshalber auch herausnehmen (auch wenn sie das aushalten können muss!)

Diese Wärme macht die Feinmechanik leichtgängig, weil verharzte Schmierstoffe dann kurzzeitig "flutschen".

Ist das Problem dann bei warmer Kamera behoben, dann ist es, wie ich sage und Du hast ein Schmierungsproblem, das bei kalter Kamera + Objektiv dann wieder da sein wird, aber grundsätzlich reparabel ist.

Grüße

Klaus
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #7
Danke für deine Nachtarbeit (0:36) Klaus!
Ich werde das Ganze mal mit Objektiv aufheizen. Eine Überprüfung der Objektive (Blendenbetätigung) zeigt einen sehr deutlichen Unterschied beim Kraftaufwand. Das (sehr viel ältere) 2,8/35 mm ist deutlich schlechter als die anderen, das 1,7/50mm (A) ist sehr leichtgängig. Die Ergebnisse sind gleich.
Ich schau mir mal mit der MX an wie sich das mit dem schwergängigen 2,8/35mm verhält.
Danke nochmals für die Ratschläge, Klaus. Ich habe schon viel von dir gelernt!
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #8
Im Zusammenhang finde ich diese beiden YT-Beiträge interessant:


Hier wird gezeigt, wie ein Kamerastore Photosachen prüft und wenn möglich auch instandsetzt. Es wird sehr
trefflich erläutert, was möglich ist und was leider nicht und welche Kameras in Zukunft Probleme machen werden,
weil insbesondere Elektronik-Teile fehlen. Beruhigend, wie viel Photokram es gottseidank noch gibt..... das meiste
schlummert noch ungenutzt irgendwo herum.
Sehr vieles kann man reparieren aber natürlich ist der Gebraucht Stock irgendwann auch erschöpft! Erfreulich, dass es die
allerersten Neukonstruktionen in Sachen "Film" jetzt schon gibt. Ziehen die Gebrauchtpreise weiter an (im Moment noch nicht abzusehen 👍 👍 👍 ) werden Neu-und Nachbauten noch lohnender.


Hier eine FUNDIERTE Analyse zur Zukunft der klassischen Photographie ... kein Gelaber, sondern Fakten, die ich ganz
ähnlich beurteile.
Beruhigend ist zu beobachten, dass das Interesse an der klassischen Photographie deutlich zunimmt und dass sich
fähige Macher mit den Dingen beschäftigen. Die Talsohle (nie war der Sargnagel für FILM so bedrohlich, wie 2010-2016) ist
wohl durchschritten ... aber WIR entscheiden, ob Film überlebt, indem wir auch mal wieder einen Film kaufen ... einfach um das
andere Photographieren mal zu erleben ....oder wiederzuerleben.

Grüße und viel Spaß
Klaus
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #9
Der Temperatur-Versuch (45°C über 3h) hat leider das Problem nicht gelöst. Ich schau dann mal was es bringt den Spiegeldämpfer-Schaumstoff zu ersetzen. 3mm selbstklebendes Neoprenmaterial wird anderenorts (Pentaxians) empfohlen.
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #10
Hallo, ich habe inzwischen allerlei ausprobiert und im Vergleich mit anderen Pentaxen festgestellt das wohl die Kamera (ME-F) das Problem ist. An meiner Pentax MX im Bild funktionieren die abgebildeten Original-und Femdobjektive, an der ME-F nur das Tokina 35-70 und ein Pentax 100mm Makro (nicht auf dem Bild).
Die Blendenfunktion der Objektive sind unterschiedlich schwer-oder leichtgängig. Zur Überprüfung habe ich die Pentax K-X im Bild benutzt wo man ja mit Hilfe der "grünenTaste" die Belichtung simulieren kann, es gab aus meiner Sicht keine Fehlbelichtungen mit den verschiedenen Objektiven. Irgendwie, da die Blendenbetätigung der unterschiedlichen Objektive sich auch konstruktiv sichtbar unterscheiden, kommt die ME-F mit einigen nicht klar. Vielleicht schaue ich mir die mechanische Betätigung in der Kamera noch mal an,der Hebel sieht von der Form leicht unterschiedlich zur MX aus, auch fehlt die bewegliche Abdeckung zum Kamerainnern im Gegensatz zur MX. Da ist vielleicht beim Vorbesitzer mal was passiert.
An die interne Reinigung der Blendelamellen in den Objektiven (Schwergängigkeit) habe ich mich noch nicht herangetraut.
Gruß,
Michael

comp_3Pentax Test.jpg
 
  • ME-F, Spiegel bleibt oben Beitrag #11
Um das hier für alle zugänglich zu machen (ich hatte das separat mit Klaus R. diskutiert):
Das Rätsel hat sich gelöst....Die ME's und ME Super und ME F können ein Problem mit dem Spiegel haben.In einem Pentax-Forum hatte jemand berichtet daß sein Spiegel weit nach vorn (unten) gerutscht sei und er den Kleber durch erhitzen mit einem Fön soweit plastisch gemacht hatte daß er den Spiegel vorsichtig nach oben schieben konnte.Nachdem ich alles geschmiert hatte und kein positives Ergebnis da war habe ich das probiert. Und oh Wunder, das Problem war gelöst. Damit ist auch erklärt warum zwei meiner Objektive funktionierten.Die Baulänge ist leicht unterschiedlich, und zwei Zehntel oder so scheinen das Problem des Spiegelhängens (und damit auch des Verschlußhängens) auszulösen. Ich hoffe jetzt daß der Spiegel weiter da bleibt wo er sein soll, einmal ist er wieder zurückgewandert, beim zweiten Mal bis jetzt OK.
 
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