Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait ....

Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
Bild - 38.jpg


Hallo zusammen,

ganz ehrlich, fast ehrlich, eigentlich geflunkert, aber in Grunde doch .......

Ich suche nicht mehr nach Kameras und Photozeugs .... ich lebe in einem Kameramuseum, habe viel mehr Kram, als zum Photographieren überhaupt nur denkbar notwendig wäre ... nur ... weggucken kann ich auch nicht, wenn mich da schöne Dinge "anlächeln" und zu mir wollen .... ich kann es nicht lassen ... ist einfach meine Bestimmung .... jeder, der mich kennt oder seit Jahren verfolgt kennt meinen Spruch ......

"Andere sammeln Briefmarken oder kaufen Schuhe" .... ich will nix entschuldigen .... es ist, wie es ist.

Und noch verrückter ... diesmal habe ich das Schätzken noch nichtmal selber gesehen .... das Schmuckstück fiel meiner Frau ins Auge .... "Klaus ... guck da mal lieber nicht hin ...."

TRÖDELMARKT ....

Ein Wohnungsentrümpeler hat neben anderem Kram eine Kiste mit alten Kameras und anderem Photozeugs im Angebot.
Eine sehr gut erhaltene alte Leder-Phototasche fällt mir auf ... ich öffne sie und entdecke eine absolut nagelneu aussehende Voigtländer Bessamatic mit drei ebenso gut erhaltenen Objektiven dazu.

Gebrauchsspuren .... KEINE!

Diese Sachen haben 60 Jahre praktisch unversehrt und offensichtlich ungenutzt trocken und DUNKEL überlebt .... insbesondere DUNKEL ist für eine Bessamatic überlebenswichtig .... doch dazu später.

Ich spanne den Verschluss (die Kamera war also ausgelöst über die Jahrzehnte gekommen .... auch das ist überlebenswichtig, weil sie mit gespanntem Verschluss keine Chance hat, 70 Jahre lang zu überleben) und es passiert, was zu erwarten war .... der Verschluss hakt sich fest, die Kamera kann nicht mehr ausgelöst werden .....

Nun bin ich ja kein Anfänger mit uralter Photo-Feinmechanik .... ich weiß, dass man eine so gut erhaltene und definitiv unverbastelte Kamera relativ sicher wieder hinbekommen kann .... ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch wenig über die alte Voigtländer aber erkennbar ist, dass sie einen Deckel-Compur-Rapid Zentralverschluss hat ... Spitzenqualität und deutsche Wertarbeit .... diese Technik zumindest konnte ich einschätzen.
Ich spreche also den Verkäufer an und frage ihn, was er haben möchte für das alte Ding .... funktionsuntüchtig ....

Er sagt mir einen Preis und ich verhandele gar nicht weiter ... ein Schnapper selbst dann, wenn die Kamera nicht reparabel gewesen wäre ... alleine die drei Objektive mussten das Geld schon wert sein .....
Zu Hause dann die Gewissheit .... ich google die Sachen und wie erwartet ist der Kram ein kleines Vermögen wert .....wenn funktionierend erst recht.

Wie man Zentralverschlüsse der Marken Gauthier oder Deckel -quick and dirty- praktisch immer wieder zu laufenden Uhrwerken zurückverwandelt, habe ich ja schon mehrmals geschrieben .... man muss praktisch NIE irgendwas zerlegen und zusammenbauen. Hauptsache, es war noch kein "EXPERTE" vorher dran und hat alles kaputtgefummelt.

Zunächst aber das Hauptproblem .... der Verschluss muss erstmal komplett ablaufen, bevor er wieder gangbar gemacht werden kann.
Dafür gibt es einen Trick, den kaum jemand kennt ... findet man auch nicht im Netz .... wirklich meine Idee und hat schon mehrmals so geklappt.

Ich hole aus der Garage ein stabiles Holzbrett und einen Pneumatik-Bohrhammer.
Ich lege die verklemmte Voigtländer auf das Brett, halte sie mit einer Hand fest und erschüttere mit der anderen Hand und dem Bohrhammer das Brett.

Die so auf die Kamera übertragenen Vibrationen lösen den klemmenden Zentralverschluss, so dass dieser erstmal abläuft.
Minimalinvasiver Smartrepair .... wie gesagt ..... funktioniert so nicht zum ersten mal.

Anschließend Verschlussmechanik durchölen und Verschlusslamellen anschließend entfetten .... der Compur Rapid läuft wieder wie neu .... ist er ja im Grunde auch .... diese Kamera ist wahrscheinlich kaum benutzt oder gar unbenutzt.

Drei Dinge haben diese wunderschöne Voigtländer unbeschadet über 60 Jahre durchschlafen lassen .....
Die Kamera war ausgelöst (ansonsten leiern leider die Federmotoren aus) und sie war in einer dunkelen Tasche trocken gelagert.

DUNKEL, AUSGELÖST und TROCKEN .... das sind die Faktoren, die Photozeugs ihren Erstbesitzer überleben lassen ....bei Batterieabhängigen Sachen muss die Batterie unbedingt entfernt worden sein, denn es gibt keine Batterie, die 60 Jahre lang nicht ausläuft!

Die Voigtländer verträgt keine jahrelange Dauerbelichtung, wie jede andere Kamera mit eingebautem Selenbelichtungsmesser auch nicht.
Jede Bessamatic also, die mehrere Jahre lang in einer Vitrine ausgestellt war, hat eine tote Selenzelle, die das nämlich nicht verträgt und bei Dauerbelichtung kaputt geht. Bei direkter Sonneneinstrahlung reicht schon ein halbes Jahr und die Zelle ist kaputt.
Leider wusste man das damals noch nicht und entsprechende Hinweise fehlten in allen Bedienungsanleitungen leider ...... bis in die frühen 1980 Jahre .... nur dass dann aktive Selenzellen schon aus der Mode kamen und durch passive (batterieabhängige) Sensoren ersetzt wurden.

Wie erwartet ergibt ein Belichtungsabgleich mit meinen Handbelichtungsmessern, dass das verbaute Nachführbelichtungs-Messsystem noch einwandfrei und sehr genau funktioniert .... spätere Versuchsaufnahmen mit der Bessamatic bestätigen das ebenfalls .... alles sieht nicht nur wie neu aus, sondern funktioniert auch wie neu.

Bild - 37.jpg

Was habe ich denn da eigentlich am Start?

Voigtländer stellte die Bessamatic 1958 vor. Am Start war ein völlig neu konstruiertes Spiegelreflex-Kamerasystem, das mit wenigen aber erstklassig guten Objektiven den stark wachsenden Kameramarkt erobern sollte.

Zum Kameragehäuse bot Voigtländer (teilweise Jahre später erst) die folgenden Objektive an:

Weitwinkel:
  • Skoparex 1:3,4 / 35 mm
  • Skopagon 1:2 / 40 mm
Normal:
  • Color-Skopar X 1:2,8 / 50 mm
  • Color-Lanthar 1:2,8 / 50 mm
  • Septon 1:2 / 50 mm
Tele:

  • Dynarex 1:3,4 / 90 mm
  • Dynarex 1:4,8 / 100 mm (nur 1960 und 1964 produziert)
  • Super-Dynarex 1:4 / 135 mm
  • Super-Dynarex 1:4 / 200 mm
  • Super-Dynarex 1:5.6 / 350 mm
Zoom:
  • Zoomar 1:2.8 / 36–82 mm
Besonders bemerkenswert war, dass Voigtländer das weltallererste Zoomobjektiv für eine Kleinbildkamera konstruiert hatte. Allerdings startete Voigtländer 1958 mit nur drei Objektiven das System .... das Zoomar kam erst 1962 an den Start.
Das Zoomar wurde dann tatsächlich eine Weltsensation ....

Der hochkomplizierte 14-Linser galt damals (wie heute) als hochlichtstark und trotzdem scharf.

TEUER!!!!!

Die Bessamatic war 1958 eine sündhaft teure Kamera!

Mit einem 50mm/2,8 Objektiv mussten 611,- DM über den Ladentisch gereicht werden.
Ab 1959 war die Bessamatic auch mit dem 7-Linser SEPTON (50mm/f:2,0) zu haben ... dann 787,-DM
und für eine Bessamatic mit dem ab 1962 WELTALLERERSTEN Zoom Objektiv "ZOOMAR" mussten dann 1281,-DM über den Ladentisch im Photoladen.😟

Zum Vergleich ... ein VW-Käfer (unerschwinglich für Normalverdiener) kostete im selben Jahr 3.700 DM.

Kurz zu den Objektiven ......

ich zeige natürlich noch Bildergebnisse ....

Ich kann nur von meinen inzwischen fünf Gläsern schwärmen .... schärfer geht auch heute nicht ... phantastisch!!!

Probleme gab es dadurch, dass unterhalb von 35mm leider nie ein Weitwinkel von Voigtländer kam. Unsere heutigen Super-Weitwinkel gab es damals generell noch nicht, aber zumindest wurde ein 28mm Weitwinkel von der Kundschaft in den Folgejahren gefordert aber nie geliefert.
Ich selber habe ein 28mm Weitwinkel für meine Bessamatic .... mit Hilfe eines kleinen Tricks ....darüber später.

Ich empfehle fast alle oben gelisteten Voigtländer Objektive für die Bessamatic mit einer Ausnahme .... das Zoomar ist heute keine gute Idee mehr.
Damals eine genial gute Optik heute aber leider durch dei Bank vergilbt!
Voigtländer hat damals leider (wie viele andere Hersteller auch) mit Thorium hoch angereichertes hochbrechendes Glas verbaut.
Das Problem ist weniger die leichte Alpha- und Gammastrahlung, die die Optik emittiert, als vielmehr die Tatsache, dass Thoriumlinsen leider über die Jahre gelb bis sogar dunkelbraun anlaufen.

Praktisch jedes (sehr teuer gehandelte) Zoomar ist heute stark vergilbt, hat dementsprechend schlechte Lichttransmission und kann insbesondere für Farbaufnahmen nicht mehr genutzt werden.

Was kann die Bessamatic .... Besonderheiten der Voigtländer .....

Die Kamera wurde in enger Zusammenarbeit mit dem westdeutschen Zentralverschluss-Hersteller Friedrich-Deckel entwickelt.

Für Mittel- und Großformat-Kameras völlig unverzichtbar, gab es schon damals für Kleinbildkameras eine sinnvolle Alternative zum Zentralverschluss ... den Tuchschlitzverschluss (später abgelöst durch den Stahllamellen-Schlitzverschluss).
Während man im ostdeutschen Dresden auf den Schlitzverschluss setzte, glaubte man im Westen an die eigene "überlegene" Zentralverschlusstechnik und begann, diese Verschlusstechnik auch für Spiegelreflexkameras nutzbar zu machen, was mit einem ganz erheblichen feinmechanischen Aufwand verbunden war.

Was passiert denn eigentlich in der Kamera, wenn man den Verschluss spannt und gleichzeitig den Film transportiert?

Hier der Zentralvserschluss bei abgenommenem Objektiv:

Bild - 41.jpg


Ein Lichtshutter verschließt das Filmfenster lichtdicht

Der Spiegel klappt herunter und der vorgelagerte Zentralverschluss öffnet.

Jetzt ist der Sucher frei und es kann fokussiert werden.

AUSLÖSEN:

Der Zentralverschluss schließt zunächst lichtdicht. dann klappt der Spiegel hoch und das Lichtshott gibt das Filmfenster frei. Der Zentralverschluss löst aus und belichtet mit der eingestellten Verschlusszeit.

Das ist weit komplizierter als der Auslösevorgang bei einem Schlitzverschluss.

Hier ein Blick auf den Klappspiegel der Bessamatic bei gespannter Kamera ... Zentralverschluss dann offen;

Bild - 42.jpg

Trotz der aufwendigen Feinmechanik gilt die Bessamatic bis heute als zuverlässige Kamera .... man konnte es eben ... es funktioniert klasse auch wenn
technisch schwierig.

Allerdings hat die Bessamatic noch keinen "Rückschwingspiegel".
Will sagen .... wenn ausgelöst, dann beleibt der Spiegel oben und der Sucher dadurch nach der Auslösung der Kamera dunkel.
Damals war das noch kein Mangel, weil fast alle SLR-Kameras noch keinen Rückschwingspiegel hatten. Über die Jahre ihrer Produktion aber wurden Kameras mit Rückschwingspiegeln immer selbstverständlicher und Voigtländer wollte nachbessern.

Die "ULTRAMATIC" wurde vorgestellt ... das Topmodell hatte dann sowohl Rückschwingspiegel, wie auch Offenblend-TTL-Belichtungsmessung .... beides fehlt der Bessamatic noch.

Katastrophe!!! So zuverlässig die Bessamatic war, so misslungen war die extrem anfällige Ultramatic geraten. Die Kameras gingen reihenweise fest ... will sagen, der Verschlussablauf klemmte sich fest und die Kamera musste repariert werden.

Eine dauaerhafte Reperatur gab es nicht .... bis heute nicht.

Zum Ende der Produktion wurde auch bei der Ultramatic dann der Rückschwingspiegel wieder weggelassen .... zu spät .... der Ruf war ruiniert.

Der Zentralverschluss hat weitere Nachteile!

Der Verschluss muss VOR den Schwingspiegel direkt hinter die Rücklinse der Optik gebaut werden. Ideal ist die sog. Optische Mitte der Optik, wo normalerweise auch die Blende verbaut wird. Nur dort kommt es dann bei kurzen Verschlusszeiten nicht zu einer Randabschattung im Zuge der Belichtung.

Wenn das bei einem Wechselobjektiv-System nicht möglich ist, muss der Verschluss zumindest so nahe wie möglich an das Objektiv gesetzt werden und so weit wie möglich weg von der bildgebenden Filmebene ... genau da, wo man Schlitztverschlüsse ja eben völlig problemlos verbauen kann.

Zwei Probleme haben damals die Objektivkonstruktion erheblich erschwert bzw. kurze Weitwinkel und hochlichtstarke Langteleobjektive unmöglich gemacht.

ESTENS:

Die Erhöhung des Auflagemaßes dadurch, dass ja der Verschluss noch VOR den Schwingspiegel musste.

Das sog. DKL "Deckelbajonett" kam tatsächlich mit 44,7mm Auflagemaß recht weit weg von der Filmebene.
Es war damals noch sehr schwierig Retrofokus-Weitwinkel mit Brennweiten zu bauen, die kürzer waren, als deren Auflagemaß.

Zweitens:

Der Zentralverschluss konnte nicht mit beliebig großem Durchmesser gebaut werden, was Einschränkungen beim Strahlengang der Objektivrechnungen bedeutete.

Sowohl Deckel, wie auch Gauthier hatten damals zwar auch Verschlüsse mit größeren Durchmessern, dann aber waren aufgrund der Massenträgheiten der dann größeren Verschlusslamellen keine ganz kurzen Verschlusszeiten mehr möglich.Probleme, die die Konkurrenz mit Schlitzverschluss-Technik nicht hatte.

Das DKL-"Deckel" Bajonett.

Wie ja oben schon gesagt wurde die Bessamatik von Voigtländer in enger Zusammenarbeit mit der Firma Deckel (COMPUR-RAPID) entwickelt.
Bei Deckel arbeitete man damals aber auch mit anderen Kameraherstellern zusammen, die ebenfalls das DKL-Bajonett nutzten.
So setzten die Deutschen Firmen VOIGTLÄNDER (Bessamatic) BRAUN (Colorette) KODAK (Retina Reflex) und EDIXA (Electronica) gleichermaßen auf das DKL-Bajonett und an dieser Stelle wurde ein Riesenfehler gemacht.
Man hatte die Chance, ein westdeutsches Einheitsbajonett zu schaffen und hat sie leider nicht genutzt!!! Winzige Unterschiede an den Bajonettnasen verhinderten, dass die Objektive kameraübergreifend austauschbar waren.

Bei Voigtländer insbesondere wollte man nicht, dass sich die eigene Kundschaft beim Konkurrenten Schneider Kreuznach bediente, der für KODAKs Retina-Reflex ebenfalls sehr hochwertige Objektive produzierte.

Man übersah dabei gänzlich, dass sich in Japan und in Ostdeutschland ein wirklicher Universalstandard zeitgleich Marktanteile sicherte. Der M42-Standard-Objektivanschluss (damals zunächst PENTAX-Anschluss genannt und auch von PENTACON-Praktica genutzt) machte still und heimlich das Rennen ... natürlich auch, weil die Kameras erheblich preisgünstiger ankamen.

Zurück zur Bessamatik:

Wie oben ja schon angedeutet .... ich habe sogar ein 28mm Weitwinkel für meine Bessamatik ..... wer sich einliest erfährt, dass man das DKL Bajonett Ausführung KODAK-RETINA-REFLEX mit einem Drehmelwerkzeug ganz einfach für die Bessamatic anpassen kann:

Bild - 53.jpg

Diese Ausklinkung ist nicht original ... die habe ich eingeschliffen und schon passt das Schneider Kreuznach CURTAGON 28mm/4 an die Bessamatic.

Dieses kürzeste aller DKL-Objektive ist natürlich sehr gefragt und deswegen sehr teuer ... auch da hatte ich großes Glück .... ich habe eine defekte Retina-Reflex kaufen können ... da war's dran!

Kamerasystem:

Ich bin inzwischen schön "rund" ausgestattet:

Bild - 49.jpg

28mm (Schneider Kreuznach Curtagon eigentlich für KODAKs Retina Reflex)

35mm/3,4 SKOPAREX

50mm/2,8 LANTHAR

50mm/2,0 SEPTON (NACHTRAG)

135mm/4 DYNAREX

200mm/4 DYNAREX

VOIGTLÄNDER, WEIL DAS OBJEKTIV SO GUT IST .....

Das war der Werbespruch von Voigtländer in den 50er und 60er Jahren.

Ob das stimm? Heute noch? Wir schauen uns das noch an ......

Weiteres Zubehör:

Es gibt für das DKL-System keine Zwischenringe und kein Balgengerät.
Leider ist es auch so, dass das 135er und das 200er sehr lange Midest-Fokussierungen haben.
Das 135er hat einen Mimndesfokus von 4m und das 200er von 8,5m .... das ist viel zu weit!
Für geringere Abstände gab es insgesamt vier hochwertige Vorsatzlinsen, die mit 40,5mm Filterdurchmesser auf das 35er, das 50er und das 135er objektiv passen.
Ferner gab es für das 135 einen sog. Portraitvorsatz, der von 4m auf 2m Mindestfokus verkürzt! Noch geringere abstände gehen dann mit den anderen Nahlinsen.
Diese Vorsatzlinsen sind noch zu bekommen und empfehle sie dringend.

Für das 200er (Filtergewinde 77mm) gibt es original leider so etwas nicht ... ich habe mir eine universal Nahlinse (1 Dioptrie) bekauft .... das ist aber für das 200er zu viel ... Wenn jemand weiß, wo ich eine 0,5 Dioptrie Nahlinse (77 oder 72mm Gewinde) bekommen kann, dann bitte hupen!

Bild - 50.jpg


Handling:

Einfach klasse! Die Objektive sind Winzlinge, die Kamera gut anzufassen und klasse und komfortabel zu bedienen:

Bild - 40.jpg

Bild - 44.jpg

Bild - 46.jpg

Bild - 48.jpg


Die Verschlusszeit wird am Kameragehäuse vorgewählt und eine passende Blende an der Kamera (also nicht am Objektiv) eingestellt. Dabei hilft ein Belichtungs-Nachführsystem .... wie gesagt ... klasse gemacht.

Die Bessamatic hat eine sog. Lichtwertkopplung, die es ermöglicht, bei gleichbleibender Belichtung beliebige mögliche Zeit-Blenden-Kombinationen einzustellen.

Bei Modellen ab 1962 wird sogar die Belichtungskombination in den Sucher eingespiegelt .... eine tolle Idee:

Bild - 52.jpg

Arbeiten mit der Bessamatic und deren Objektiven .....

Kurz ... es macht wirklich Spaß! Das ist eine Kamera, für die man keine Bedienungsanleitung braucht ... sie hat einen tollen hellen SLR-Sucher und eine Schnittbild-Fokussierhilfe.

Das Einlegen des Filmes ist super-einfach, das Zurückspulen ebenfalls. Der Belichtungsmesser ist supergenau, das Nachführ-Belichtungssystem ebenfalls einfach zu handhaben.

Stimmt es denn nun, dass die alten Voigtländer Objektive "so gut" sind?

Also ich bin jedenfalls schwer begeistert!

Gucken wir doch mal, was die alte Kiste nach wahrscheinlich 60 Jahren Dauerschlaf in 2021 abliefert:

Daten:

Voigtländer Bessamatic und verschiedene Voigtländer DKL-Objektive

-Die Bessamatic ist aus 1962 überarbeiter Produktion, erkennbar an der
Einspiegelung der Belichtungsdaten in den Sucher, die es 1958 noch nicht gab.-



Film: KODAK GOLD 200 (Farbnegativ-Film)

Entwicklung: C41 bei 38 Grad Celsius in RONDINAX 35U Tank

Digitaslisierung Plustek-Optic-Film-7400

Bildbearbeitung: Affinity Photo

Viel Spaß!

#1

Bild - 5.jpg

#2

Bild - 3.jpg

#3

Bild - 2.jpg

#4

Bild - 8.jpg

#5

Bild - 9.jpg

#6

Bild - 11.jpg

#7

Bild - 13.jpg

#8

Bild - 14.jpg

#9

Bild - 21.jpg

#10

Bild - 19.jpg

#11

Bild - 28.jpg

#12

Bild - 29.jpg

#13

Bild - 31.jpg

Grüße und rettet Film!😊

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
06.09.2021
#1

Anzeige

Guest

Schau mal hier: Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... . Dort wird jeder fündig!
Foto-Adept

Foto-Adept

Beiträge
507
Wann eröffnest Du denn Dein Foto-Museum für die breite Öffentlichkeit? 😀
Interessant was Du so an alten Kameras besitzt und auch nutzt!
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
Hallo Willi,

zunächst mal lieben Dank für den netten Kommentar für ein Thema, das natürlich nur ein Randthema bleiben wird .... oder doch nicht??😊

Natürlich gibt es auch Foren für historische Photographie ... da hätte ich zwar mehr Feedback ... will ich aber nicht ... mir liegt ja nunmal dieser Laden hier sehr am Herzen und ich werde es schaffen (natürlich zusammen mit inzwischen mehrern Film-Fans auch im Bilderforum) auch diesen wunderbaren Teilaspekt der Photographie hier bei Bilderforum.de zu verankern ..... 😊

Leute anzufixen, mal wieder einen Film einzulegen (oder gar zum alleresten Mal einen Film zu belichten) ... das würde ich gerne erreichen, denn es macht wirklich enormen Spaß .... insbesondere dann, wenn man anschließend auch Interesse an der Laborarbeit entwickelt .... kann man nicht begründen .... muss man fühlen .... ist toll!

Diesen Beitrag sehe ich als kleine Zukunftsinvestition! Irgendwann hat jemand eine Bessamatic in der Hand, findet sie interessant und googelt diesen Faden. Das kann lange dauern ... aber es wird passieren und dann kommt das Feedback eben später.😊

Allen anderen danke ich für's Lesen meiner FILM-Sachen natürlich auch .... ist vielleicht auch dann interessant, wenn man's selber nicht angehen möchte ..... nix muss ... alles kann ... wenn jemand Lust bekommt, dann gerne mit meiner Unterstützung und natürlich der Unterstützung der Kollegen unserer kleinen FILM-Gang hier bei Bilderforum.de. (Sorry, wenn ich gerade nicht "gendere" ... aber zur Zeit sind hier leider noch keine Damen mit Film unterwegs.😊)

Grüße und vioel Spaß mit Film ....

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Der Bü...
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
Wann eröffnest Du denn Dein Foto-Museum für die breite Öffentlichkeit? 😀
Interessant was Du so an alten Kameras besitzt und auch nutzt!
Ach ja ..... Mein Photo Museum mache ich ja hier gerade der breiten Öffentlichkeit zugänglich .... zumindest einen kleinen Teil davon. 😊

Ich habe da ein weiteres interessantes Mittelformat-Projekt in der Schublade, das ich aber sehr gerne mit Oz75 zusammen hier präsentieren würde, weil er mein diesbezügliches Interesse nämlich teilt ..... wir müssten beide einfach mehr Zeit dafür haben .... kommt aber bestimmt noch!

Kommt alles noch!

Grüße und rettet Film!

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Der Bü...

gorvahloh

Beiträge
7
Hallo Klaus,
schönes Kameraporträt.
Zum Thema Balgen möchte ich ergänzen. Es gibt einen Emoprox C Balgen mit Dkl Bajonett.
Ich werde mich am Wochenende Mal damit beschäftigen und ein paar Fotos hochladen.
Hier ( Was habt Ihr zuletzt gekauft? - Seite 264 ) hab ich Mal ein Foto eingestellt, viel genutzt hab ich ihn noch nicht.
Gruss
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R

kris-kelvin

Beiträge
396
Hallo Klaus, da hast Du wieder richtig ins Glück gegriffen.
Vielen Dank für die tolle, ausführliche Doku.
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat die Journalistin Alice Avril in der Serie
Mörderische Spiele mit dieser Kamera ihre Recherchen durchgeführt 😉
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
Hallo Klaus,
schönes Kameraporträt.
Zum Thema Balgen möchte ich ergänzen. Es gibt einen Emoprox C Balgen mit Dkl Bajonett.
Ich werde mich am Wochenende Mal damit beschäftigen und ein paar Fotos hochladen.
Hier ( Was habt Ihr zuletzt gekauft? - Seite 264 ) hab ich Mal ein Foto eingestellt, viel genutzt hab ich ihn noch nicht.
Gruss
Hallo Hartmut,

und schon hat sich auch für mich die Tipperei gelohnt .... von einem Balgengerät für die DKL-Objektive wusste ich tatsächlich noch nichts .... leider gelingt es mir aber nicht, ein solches irgendwo zu googlen oder sonstwie zu finden??!
Hast Di evtl. mal einen Link zu eben diesem Gerät?😊

Herzlichen Dank für Deinen Beitrag in sachen VOIGTLÄNDER BESSAMATIC ....
Das ist ein wirkli8ch schönes Stück Kamerageschichte und ein Kamerasystem, das auch heute noch sehr gute Dienste tut.😊

Grüße und rettet Film😊

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Der Bü...
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
Hallo Klaus, da hast Du wieder richtig ins Glück gegriffen.
Vielen Dank für die tolle, ausführliche Doku.
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat die Journalistin Alice Avril in der Serie
Mörderische Spiele mit dieser Kamera ihre Recherchen durchgeführt 😉
Herzlichen Dank auch für diesen Kommentar!👍👍👍

Zur Kamerageschichte gehören natürlich auch solche Informationen .... also wer damit gearbeitet hat und damit zufrieden war.....😊

Hinter meinem Dauerbrenner seit 2007 ...."Kamera egal, mach was damit!" stehe ich natürlich weiterhin ..... es bleibt eine sehr individuelle Entscheidung, womit sie oder er gerne lichtbildnert.

Letztlich ist es mit den "Edelmarken" wie Leica oder Voigtländer aber tatsächlich so, dass sie oft viele Jahre lang auch dann noch genutzt wurden, wenn -sachlich gesehen- schon viel modernerer Kram das Verkaufsrennen gemacht hatte.

Ich bin ja eigentlich der "PRAKTICA Fan" ..... und werde es auch bleiben ....

Wie oben ja erwähnt, ich hatte nach der Voigtländer ja wirklich nicht gesucht, war eine Zufallsbekanntschaft .... ich bleibe vegeistert .... eine richtig schöne und gute Kamera bzw. eine wirklich hübsches Kamerasystem, das Qualität bietet.

Grüße und schöne Aufnahmen mit historischen Kameras😊

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Der Bü...
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
Bildqualität:

Die Voigtländer DKL-Objektive brillieren (und eben nicht nur vor dem Hintergrund ihres stattlichen Alters), dass ich wirklich nicht schlecht gestaunt habe, als ich erste Bildergenisse auf dem Bildschirm hatte.

Ich bemühe mich da um Objektivität auch wenn das schwierig bleibt!
Wer meine Kameraportraits kennt, weiß, dass ich ebenso klar auch schreibe, wenn eine Kamera oder ein Objektiv nix taugt.

Nicht so hier!!

Das Kleinbild-Format ist wirklich das kleinste Negativformat, dem ich noch wirklich gute Bildqualität zugestehe auch wenn mit Film heutige Vollformat-DIGI-Auflösung nicht mehr machbar ist.

Nun ist der KODAK GOLD 200 zwar ein wirklich guter Film, aber kein Weltmeister in Feinkörnigkeit und Auflösung. Dennoch lässt sich erkennen, wie rattenscharf die alten Voigtländer Objektive zeichnen:

Totale und CROP:

Bild - 28.jpg

Bessamatic-35-crop.jpg

Ich hoffe, dass diese KODAK-COLOR Farben auch anderen Lust machen, mit Film mal einen andern
Look zu erleben!

Dazu muss ich allerdings noch sagen, dass es nur mit einem Spitzen-Scanner auch möglich ist, den Glanz aus einem Kleinbild-Negativ auch herauszuholen.
Billige Flachbett-Scanner müssen da enttäuschen und werfen ggfls ein falsches Licht auf "FILM".😊

Grüße undn rettet Film

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Der Bü... und aexot

kris-kelvin

Beiträge
396
Da fliegt einem doch glatt das Blech weg 😆 wenn ich den Crop sehe.
Hast Du das mit der EBV so hingewerkelt ?
Kannst Du den Thunderbird bitte mal nur gescannt einstellen.
Hier die Kamera im Film:
Die Reporterin
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
Sehr schön!☺

https://www.film-rezensionen.de/wp-...ha-Christie-Moerderische-Spiele-5-Szene-4.jpg

Das ist eine Bessamatic "DELUXE" ... also die 1962 überarbeitete Serie, erkennbar an dem "Höcker" vorne am Prismengehäuse. Dieser Höcker dient dazu, die Belichtungsdaten von den Stellringen für Blende und Verschlusszeiten in den Sucher einzuspiegeln. Beide Stellringe befinden sich bei der Bessamatic ja an der Kamera.

Kameras zwischen 1958 und 1962 haben diese schöne Feature leider noch nicht.

Das ist also genau das Modell, das ich oben vorstelle. Dran ist das 50er SKOPAR 2,8. Ich habe das seltenere Lanthar 50mm/2,8. Beide tun sich im Grunde gar nix, wenn mich jemand fragt .....
hier mal ein Vergleich: (an Digital allerdings).

Color-Skopar X 2,8/50 vs. Color-Lanthar 2,8/50 vs. Edixa-Xenar 1:2.8/50 im Nahbereich

Ich habe die Aufnahme, die ich oben gecroppt habe, jetzt nur noch so, wie gezeigt. Da ist aber denkbar wenig 'dran gemacht.

Verarbeitet man den Kodak Gold genau nach Vorschrift, dann kommt er blasser und grobkörniger, als so, wie ich damit inzwischen umgehe.😊

ISO 200 ist nicht nur meiner Meinung nach etwas "hoch" gegriffen für den Streifen. Die Negative kommen bei Standardentwicklung dann IMHO etwas "dünn". Ich belichte den inzwischen immer ISO 100 und entwickele ihn dann etwas kürzer. Im Ergebnis erhalte ich dann sattere Farben und feineres Korn.
Farblich liegt er (wie alle KODAKs) meistens sehr nahe an der Wirklichkeit. Meine SCAN-Software bietet ein Preset für diesen Film, das ich dann als Grundlage zum Scannen nehme. Weiterer Weißabgleich ist damit kaum noch erforderlich.
In Affinity habe ich mir dann noch ein MACRO programmiert (also einen mehrschrittigen Programmablauf), das das restliche Filmkorn dann noch etwas glättet ... das war schon alles.
Solche Knackschärfe lässt sich durch Überschärfen auf keinen Fall basteln .... schärfen geht sowieso immer nur dann, wenn's vorher schon scharf war.😊

Wie gesagt .... die uralte Voigtländer Optik gehört sicherlich zum Besten, was ich hier so rumfliegen habe.

Grüße und rettet Film

Klaus
 

gorvahloh

Beiträge
7
Hallo Klaus, hier mal ein bisschen Info zum Emoprox-C Balgen mit DKL Anschluss:

Hergestellt von EMO (Werk Elektronik,Mechanik,Optik) - Optik ; Arthur Seibert ; Wetzlar.
"3 bedeutende Funktionen in einem Gerät" so wirbt der Hersteller in der Bedienungsanleitung.
Hier der Balgen mit Color Skopar 2.8/50 an meiner Bessamatic CS :

00002.jpg

ZUr Kamera hin befinden sich 2 Linsen im Balgen , dazwischen die Blende.

00003.jpg

dreht man an dem grossen Zahnrad (vor dem Blendeneinstellring) wird das Obejktiv vor oder zurückbewegt, gleichzeitig dreht sich das Objektiv und die weisse/ rote Skala und zeigt den Abbildungsmaßstab an. Welcher ist gültig ?
00004.jpg

Zum Emoprox gehört eine weitere "Vorsatzlinse 7,5", diese ermöglicht den Einsatz des Emoprox mit 50mm Objektiv bis unendlich, mit Vorsatzlinse gilt die Rote Skala.

00005.jpg


Ich hab die Objektive ( Scoparex 35mm / Skopar 50mm / Super Dynarex 4/135) bisher nur Digital genutzt.
Hier ein Bild der Adaption. Von unten : Nikon-Nex Adapter, Dkl-Nikon AI mit Blendeneinstellung und dann der Balgen :DSC08386 Emoprox-C Adapter für Sony 50mm .jpg

Das mit der Unendlich-Vorsatzlinse ist mir eigentlich nicht so wichtig....da wechsle ich lieber das Objektiv, denn die Bildqualität find ich nicht ausreichend...Vorsatzlinse und 2 Linsen im Emoprox Balgen das geht dann doch auf die Qualität.
Hier mal ein paar Bilder.
Unendlich mit offener Blende (50% Crop) :
00006.jpg

etwas weiter abgeblendet (mit Sensor Staub, sorry) :

00007.jpg

und jetzt das Gänseblümchen mit Vorsatzlinse, offen und voll ausgefahrener Balgen:

00008.jpg

abgeblendet wird es schon schärfer, gibt aber etwas Vignettierung in den Ecken :
00009.jpg

jetzt noch ein Test ohne Vorsatzlinse, also Abbildungsmaßstab 3x oder wie man heute sagt 3:1 oder 8x12mm Motiv auf Kleinbild 24x36mm "Vollformatsensor" :

offene Blende
00011.jpg

auch abgeblendet kann man erkennen das die Rand(un)schärfe nur wenig zunimmt
auch hier wieder eine verstärkung der Vignettierung
00013.jpg

Hier noch die Titelseite der Bedienungsanleitung mit den alten DM Preisen - scheinbar mußten die Linse und das samtene Lederetui extra bezahlt werden.

00015.jpg

Eine sehr umfangreiche Infos zur Bessamatic und ihrem Zubehör findet man hier : Voigtländer Bessamatic.

Gruß
Hartmut
 
oz75

oz75

Moderator
Beiträge
7.057
Tolle Kamera, ein Wahnsinnsbericht dazu und tolle Bilder. 😊

Vielen Dank! 👍👍👍
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
aexot

aexot

Beiträge
127
Bildqualität:

Die Voigtländer DKL-Objektive brillieren (und eben nicht nur vor dem Hintergrund ihres stattlichen Alters), dass ich wirklich nicht schlecht gestaunt habe, als ich erste Bildergenisse auf dem Bildschirm hatte.

Ich bemühe mich da um Objektivität auch wenn das schwierig bleibt!
Wer meine Kameraportraits kennt, weiß, dass ich ebenso klar auch schreibe, wenn eine Kamera oder ein Objektiv nix taugt.

Nicht so hier!!

Das Kleinbild-Format ist wirklich das kleinste Negativformat, dem ich noch wirklich gute Bildqualität zugestehe auch wenn mit Film heutige Vollformat-DIGI-Auflösung nicht mehr machbar ist.

Nun ist der KODAK GOLD 200 zwar ein wirklich guter Film, aber kein Weltmeister in Feinkörnigkeit und Auflösung. Dennoch lässt sich erkennen, wie rattenscharf die alten Voigtländer Objektive zeichnen:

Totale und CROP:

Anhang 174883 betrachten

Anhang 174884 betrachten

Ich hoffe, dass diese KODAK-COLOR Farben auch anderen Lust machen, mit Film mal einen andern
Look zu erleben!

Dazu muss ich allerdings noch sagen, dass es nur mit einem Spitzen-Scanner auch möglich ist, den Glanz aus einem Kleinbild-Negativ auch herauszuholen.
Billige Flachbett-Scanner müssen da enttäuschen und werfen ggfls ein falsches Licht auf "FILM".😊

Grüße undn rettet Film

Klaus
Wie so oft von Dir wieder ein sehr spannender Rückblick in die Foto-Geschichte , danke Klaus 👍 👍 👍
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
Hallo Klaus, hier mal ein bisschen Info zum Emoprox-C Balgen mit DKL Anschluss:

Hergestellt von EMO (Werk Elektronik,Mechanik,Optik) - Optik ; Arthur Seibert ; Wetzlar.
"3 bedeutende Funktionen in einem Gerät" so wirbt der Hersteller in der Bedienungsanleitung.
Hier der Balgen mit Color Skopar 2.8/50 an meiner Bessamatic CS :

Anhang 174910 betrachten

ZUr Kamera hin befinden sich 2 Linsen im Balgen , dazwischen die Blende.

Anhang 174911 betrachten

dreht man an dem grossen Zahnrad (vor dem Blendeneinstellring) wird das Obejktiv vor oder zurückbewegt, gleichzeitig dreht sich das Objektiv und die weisse/ rote Skala und zeigt den Abbildungsmaßstab an. Welcher ist gültig ?
Anhang 174912 betrachten

Zum Emoprox gehört eine weitere "Vorsatzlinse 7,5", diese ermöglicht den Einsatz des Emoprox mit 50mm Objektiv bis unendlich, mit Vorsatzlinse gilt die Rote Skala.

Anhang 174913 betrachten


Ich hab die Objektive ( Scoparex 35mm / Skopar 50mm / Super Dynarex 4/135) bisher nur Digital genutzt.
Hier ein Bild der Adaption. Von unten : Nikon-Nex Adapter, Dkl-Nikon AI mit Blendeneinstellung und dann der Balgen :Anhang 174914 betrachten

Das mit der Unendlich-Vorsatzlinse ist mir eigentlich nicht so wichtig....da wechsle ich lieber das Objektiv, denn die Bildqualität find ich nicht ausreichend...Vorsatzlinse und 2 Linsen im Emoprox Balgen das geht dann doch auf die Qualität.
Hier mal ein paar Bilder.
Unendlich mit offener Blende (50% Crop) :
Anhang 174915 betrachten

etwas weiter abgeblendet (mit Sensor Staub, sorry) :

Anhang 174916 betrachten

und jetzt das Gänseblümchen mit Vorsatzlinse, offen und voll ausgefahrener Balgen:

Anhang 174917 betrachten

abgeblendet wird es schon schärfer, gibt aber etwas Vignettierung in den Ecken :
Anhang 174918 betrachten

jetzt noch ein Test ohne Vorsatzlinse, also Abbildungsmaßstab 3x oder wie man heute sagt 3:1 oder 8x12mm Motiv auf Kleinbild 24x36mm "Vollformatsensor" :

offene Blende
Anhang 174919 betrachten

auch abgeblendet kann man erkennen das die Rand(un)schärfe nur wenig zunimmt
auch hier wieder eine verstärkung der Vignettierung
Anhang 174920 betrachten

Hier noch die Titelseite der Bedienungsanleitung mit den alten DM Preisen - scheinbar mußten die Linse und das samtene Lederetui extra bezahlt werden.

Anhang 174921 betrachten

Eine sehr umfangreiche Infos zur Bessamatic und ihrem Zubehör findet man hier : Voigtländer Bessamatic.

Gruß
Hartmut
Hallo Hartmut,

herzlichen Dank für diesen interessanten Bericht.
Nicht verstanden habe ich, wie die Blendensteuerung am Balgengerät funktioniert? Das geht ja normalerweise von der Kamera aus?!😊

Natürlich hätte ich die Bessamatic CS oben auch noch erwähnen können ... das ist eine späte Modellvariante, bei der der Selen-Nachführbelichtungsmesser durch ein batterieabhängiges TTL-Belichtungs-messsystem ersetzt wurde, das anfangs nur der Ultramatic vorbehalten war.

Für die Bessamatic-Modelle mit Selenmessung (NON-TTL) wird die Verwendung eines Balgengerätes sehr kompliziert, weil man dann die Belichtungskorrektur-Zuschläge, die ja nach Balgenauszug und Optik ja unterschiedlich sind, nur ungefähr schätzen kann. Die CS berücksichtiugt das dann ja über ihre TTL-Belichtungsmessung.😊

Selber hat Voigtländer Nahaufnahmen ja (wie oben erwähnt) über Nahlinsen-Vorsätze gelöst.

Mit 4,5mm Filtergewinde gibt es vier sog. "Focare" Focar A-B-C zeige ich ja oben schon, der stärkste Vorsatz "Focar-D" ist unterwegs ... habe ich also gefunden und bestellt.

Nahlinsen haben den Vorteil, dass es im Gegensatz zu Zwischenrimgen oder Balgengeräten keinen Lichtabfall gibt, eine Belichtungskorrektur also entfällt, die die "normale" Bessamatic also mit Selenmessung ja auch nicht erfassen kann.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Der Bü...
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
..... ganz vergessen zu fragen .....

Ist die Bessamatic CS denn noch voll funktionsfähgig?!
Ich habe gelesen, dass ihr Belichtungsmesser sehr anfällig sein soll?! Warum das so ist, weiß irgendwie
auch niemand. Der "normale" Selenmesser ist oft deswegen defekt, weil die Kamera nicht dunkel gelagert wurde ... wie beschrieben. Den passiven Sensoren (also batterieabhängigen Belichtungsmessern) sollte das eigentlich egal sein ...... 😊

Ich frage mal deswegen, weil mich ja irgendwann auch mal eine "CS" anlächeln könnte .....😂😅

Grüße und schöne Photos

P.S.. Kannst Du uns denn auch Film-Photos von der Bessamatic CS zeigen?!😊 Wäre toll!

Grüße und schöne Photos

Klaus
 

gorvahloh

Beiträge
7
Nicht verstanden habe ich, wie die Blendensteuerung am Balgengerät funktioniert? Das geht ja normalerweise von der Kamera aus?!
Das Balgengerät hat eine eigene Blende - am Anschluß zur Kamera und wird oben links am Einstellknopf (Blende,Zeit,DIN/ISO) der Kamera bedient. Die Blende des Objektiv`s vorn am Balgen bleibt offen.
Hier die Blende zwischen den beiden Linsen am Balgen inklusive Rost :

00010.jpg


Ist die Bessamatic CS denn noch voll funktionsfähgig?!
Ich habe gelesen, dass ihr Belichtungsmesser sehr anfällig sein soll?! Warum das so ist, weiß irgendwie
auch niemand. Der "normale" Selenmesser ist oft deswegen defekt, weil die Kamera nicht dunkel gelagert wurde ... wie beschrieben. Den passiven Sensoren (also batterieabhängigen Belichtungsmessern) sollte das eigentlich egal sein ......
Meine Bessamatic ist äusserlich in einem sehr guten Zustand, die Objektive konnte ich vom Pilz/Dunst befreien - leichter Rostansatz am Übergang der Belederung zum Chrom (rechts und links vom Bajonettgehäuse)- reingeschaut hab ich noch nicht (never change a running system). Alle Zeiten laufen, der Belichtungsmesser geht mit einer alten Agfa V625 PX Batterie. Ich kann die "Kelle" und die Nadel im Sucher zur Deckung bringen - ob die Werte stimmen hab ich noch nicht mit einem Belichtungsmesser verglichen.

00008.jpg

Oben rechts der grüne Batterietestknopf - zeigt mir im Sucher an das die Batterie noch o.k. ist

00009.jpg

00011.jpg


P.S.. Kannst Du uns denn auch Film-Photos von der Bessamatic CS zeigen?!
Die Objektive hab ich bisher nur Digital an Sony A7 M2 genutzt.
Zur Zeit hab ich ein Konica-Set in der Tasche. Objektive mit Sony A7 M2 und Konica TC-X mit Kodak Gold 200. Danach ist wahrscheinlich die Bessamatic dran, wenn nicht etwas "neues" interessantes dazwischen kommt.....
Schöne Woche noch
Hartmut
 
mischel

mischel

Beiträge
34
Hallo,
hochinteressante Vorstellung(en) und dankenswerterweise auch mit viel Hintergrundinformation und unglaublich tollen Bildern. Da klebt der Blick förmlich am Bildschirm. Vielen Dank. Der Appetit auf "Mehr" ist schon geweckt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Klaus-R
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
(....)
Alle Zeiten laufen, der Belichtungsmesser geht mit einer alten Agfa V625 PX Batterie. Ich kann die "Kelle" und die Nadel im Sucher zur Deckung bringen - ob die Werte stimmen hab ich noch nicht mit einem Belichtungsmesser verglichen.
(....)
Vielen Dank für Deinen Beitrag! Von der Bedienung her -"Nachführautomatik"- unterscheidet sich die CS nicht von der Bessanatic Deluxe ... geht da ganz genau so.😊

Das Problem mit der nicht mehr verfügbaren V625PX Batterie kannst Du z.B. mit dem hier gezeigten Batterieadapter lösen, der eine VARTA V386 nicht nur mechanisch passend macht, sondern auch auf die erforderlichen 1,35V reduziert.

MR-9 Adapter. Replacement for PX625, PX13 or MR9 discontinued Mercury cells.

386, Varta V386, SR43, SR43W Knopfzelle für Uhren etc. Varta V12GS/V38/SR43

Wenn die Bessamatic CS schon eine "Brückenschaltung" haben sollte??! ist es noch einfacher ... dann kann einfach eine VARTA V625U (1,5V) Zelle verwendet werden.

Grüße und viel Spaß mit den Sachen

Klaus
 
Klaus-R

Klaus-R

Moderator
Beiträge
20.178
..... ich noch einmal ....

wie ich gerade hier lese ....

Voigtländer Bessamatic CS.

... hat die Bessamatic CS noch keine Brückenschaltung. Die dann wohl einfachste Lösung erscheint mir dann diese hier zu sein:

Zitat (Quelle oben):
================================
Bei der Verwendung einer 1,55 V Silberoxid-Batterie kann die Korrektur auch über die Filmempfindlichkeit erfolgen. Der Spannungsunterschied von 0,2 V macht bei dem Belichtungsmesser der "CS" etwa eine ⅔ Blende aus. Durch eine Korrektur von -2 DIN bekommt man dann wieder die "Werte" angezeigt, wie sie sich bei der Verwendung einer V625PX oder Mallory PX13 ergeben würden.
================================

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: gorvahloh