mischel
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Hallo allez'samm,
nachdem ich aus früheren Zeiten noch eine große Menge Objektive besitze und es mir in der Seele weh tun würde, sie wegzuschmeissen (ein Verkauf kommt dem bei den derzeitig erzielbaren Preisen gleich), habe ich nach Einsatzmöglichkeiten an mei9ner Nikon D7100 gesucht. Das Problem ist bekannt: M42-Objektive können wegen unpassender Auflagemaße nicht an Nikon Kameras mit F-Anschluß auf unendlich fokussiert werden.
Eine zufriedenstellende Lösung gibt es nicht. Ich habe mittlerweile ca. 14 handelsübliche Adapter mit Linse hier gehabt, die Exemplarstreuung bzgl. Bildqualität ist enorm, einzig ein Urth Adapter (einer von dreien !!!) konnte wenigstens befriedigende Ergebnisse liefern. Aus einigen anderen habe ich linsenlose Adapter gemacht, indem ich den Absatz mitsamt der Linse abgedreht habe (Mini-Lathe), der Rest wanderte in die Tonne (sowas kann man nicht guten Gewissens verkaufen).
So die Gläser eine nennenswerte Bildqualität besitzen, können sie mindestens noch gut im Makrobereich eingesetzt werden. Besonders gefallen mir bzgl. Bildqualität hier ein kürzlich auf M42 umgebautes Minolta 1:1,4/50mm, ein Minolta 1:3,5/135mm (ebenfalls auf M42 umgebaut) und ein Vivitar 1:2,8/135mm. Ich setze sie auch am Balgen und mit Zwischenringen ein.
Für den "Normal"-Betrieb habe ich nach Lösungen gesucht und war nun bei einem Beroflex 400er und einem Soligor 300er sehr erfolgreich. Beide Objektive habe ich mal probehalber mit abgeschraubtem M42-Gewinde an die Kamera gehalten und siehe da, es ergab sich was bei unendlich weit über die erforderliche Stellung hinaus. Ein Umbau bot sich an und versprach, erfolgreich zu werden.
Bei diesen beiden Objektiven ist der M42-Anschuß auf einen objektivseitigen T2-Anschluß aufgeschraubt. So war der Hersteller jeweils in der Lage, leicht und unkompliziert verschiedene Anschlußmöglichkeiten zu liefern. Die objektivseitigen T2-Anschlüsse sind in beiden Fällen geschraubt und können so relativ leicht entfernt werden. Von diesen T2-Anschlüssen habe ich das T2-Gewinde abgedreht und den Adapter bis zur Auflagefläche plan gedreht. An diesen Ansatz habe ich ein M42-Gewinde geklebt (UHU endfest plus 300 bei 100°C). Das M42-Gewinde war ein ehemaliger M42-Zwischenring, ebenfalls per Drehbank "verschlankt" und bearbeitet.
Eine Probe an der Kamera brachte ein sehr erfreuliches Ergebnis: Beide Objektive können bis über die unendlich-Stellung hinaus fokussiert werden, sie sind somit ohne Verlust der Bildqualität mit linsenlosen Adaptern an meiner D7100 eingesetzt werden. Schaden am Spiegel sind nicht zu erwarten, aus den Objektiven kommt hinten "nichts raus"...
Weiter bin ich noch dabei ein Vivitar Series1 1:3,5/70-210 anzupassen. Es war eine K/PR-Ausführung (Pentax). Nach entfernen der ganzen Anschlußmimik (Bajonett etc.) wieder ein Versuch mit probehalber einfach so an die Kamera gehaltenem Objektiv. Dieser Versuch war beinahe erfolgreich. Es fehlte nicht viel bis zur unendlich-Stellung. Ergänzen möchte ich noch, daß im Servicemanual des Objektives beschrieben ist, wie durch Verdrehen der Frontlinse eine Einstellung der Unendlichstellung möglich ist. Hoffnung keimte auf...
Nach Entfernen der KPR-Teile bleibt am Objektiv ein Bund stehen, der sich mit der Blendeneinstellung mitdreht. Aus dem vorhandenen M42-Restepark wählte ich einen M42-Anschluß mit in etwa passenden Abmessungen heraus. Auch hier wieder den Deckel mit dem M42-Gewinde abgeschraubt, alles unnötige entfernt und sodann der Anschluß plan gedreht und in die durch den beschriebenen Bund gebildete Vertiefung eingepaßt. Hier habe ich in den "neuen" M42-Teil neue Löcher gebohrt und das Teil in die am Objektiv vorhandenen Gewinde eingeschraubt.
Durch diesen Umbau wurden wichtige mm gewonnen, die gewünschte Unendlichstellung (mit Linsenadapter) wurde leicht verfehlt. Ich werde nun versuchen, die im Servicemanual beschriebene Einstellung versuchen und so hoffentlich auch hier erfolgreich sein.
Ich schreibe diesen Roman hier, weil ich es immer wieder "mit Befremden zur Kenntnis nehme", wenn irgendwelche "Spezialisten" ihre gewagten Thesen "geht nicht", "gibts nicht", "lohnt nicht" zum Besten geben - oft wohl nur irgendwo aufgeschnappt und nachgeplappert.
Ich bin Hobbyfotografierer und habe keine zwei linken Hände. Jeder mit ähnlicher Ausstattung kann jederzeit das gleiche leisten. Die Ergebnisse überzeugen und erfreuen. Wenn beim Einsatz der Objektive gegenüber den ultrateuren Herstellerlinsen auch der eine oder andere Pixel weniger abgebildet wird, so bringt diese Erbsenzählerei real eigentlich nichts.
Wer also mit diesen manuellen Linsen aufgewachsen ist oder wer vor dem Einsatz derselben nicht zurückschreckt, dem sei ruhig zu etwas Experimentierfreude geraten. Man kann nicht viel verlieren (die erzielbaren Preise dieses Altglases liegen wohl heutzutage weit unter dem Schrottpreis), sondern nur gewinnen.
Das beigefügte Bild zeigt den ehemaligen T2-Anschluß des o.g. 300ers, gerade fertig aus dem Backofen geholt, sowie am Objektiv nach den ersten Probeaufnahmen. Die ausgetretenen Klebstoffrückstünde wurden noch entfernt, das Anschlußteil mittlerweile abseits der eigentlichen Auflagefläche mit Enamel/Humbrol farblich aufgehübscht.
Generell geht es für die Verwendung von Fremdglas an Nikon-F-Kameras immer darum, das gesamte Objektiv um einige mm näher an die Kamera zu rücken. Wo das durch Umbaumaßnahmen möglich ist, ist der Umbau auch realisierbar.
nachdem ich aus früheren Zeiten noch eine große Menge Objektive besitze und es mir in der Seele weh tun würde, sie wegzuschmeissen (ein Verkauf kommt dem bei den derzeitig erzielbaren Preisen gleich), habe ich nach Einsatzmöglichkeiten an mei9ner Nikon D7100 gesucht. Das Problem ist bekannt: M42-Objektive können wegen unpassender Auflagemaße nicht an Nikon Kameras mit F-Anschluß auf unendlich fokussiert werden.
Eine zufriedenstellende Lösung gibt es nicht. Ich habe mittlerweile ca. 14 handelsübliche Adapter mit Linse hier gehabt, die Exemplarstreuung bzgl. Bildqualität ist enorm, einzig ein Urth Adapter (einer von dreien !!!) konnte wenigstens befriedigende Ergebnisse liefern. Aus einigen anderen habe ich linsenlose Adapter gemacht, indem ich den Absatz mitsamt der Linse abgedreht habe (Mini-Lathe), der Rest wanderte in die Tonne (sowas kann man nicht guten Gewissens verkaufen).
So die Gläser eine nennenswerte Bildqualität besitzen, können sie mindestens noch gut im Makrobereich eingesetzt werden. Besonders gefallen mir bzgl. Bildqualität hier ein kürzlich auf M42 umgebautes Minolta 1:1,4/50mm, ein Minolta 1:3,5/135mm (ebenfalls auf M42 umgebaut) und ein Vivitar 1:2,8/135mm. Ich setze sie auch am Balgen und mit Zwischenringen ein.
Für den "Normal"-Betrieb habe ich nach Lösungen gesucht und war nun bei einem Beroflex 400er und einem Soligor 300er sehr erfolgreich. Beide Objektive habe ich mal probehalber mit abgeschraubtem M42-Gewinde an die Kamera gehalten und siehe da, es ergab sich was bei unendlich weit über die erforderliche Stellung hinaus. Ein Umbau bot sich an und versprach, erfolgreich zu werden.
Bei diesen beiden Objektiven ist der M42-Anschuß auf einen objektivseitigen T2-Anschluß aufgeschraubt. So war der Hersteller jeweils in der Lage, leicht und unkompliziert verschiedene Anschlußmöglichkeiten zu liefern. Die objektivseitigen T2-Anschlüsse sind in beiden Fällen geschraubt und können so relativ leicht entfernt werden. Von diesen T2-Anschlüssen habe ich das T2-Gewinde abgedreht und den Adapter bis zur Auflagefläche plan gedreht. An diesen Ansatz habe ich ein M42-Gewinde geklebt (UHU endfest plus 300 bei 100°C). Das M42-Gewinde war ein ehemaliger M42-Zwischenring, ebenfalls per Drehbank "verschlankt" und bearbeitet.
Eine Probe an der Kamera brachte ein sehr erfreuliches Ergebnis: Beide Objektive können bis über die unendlich-Stellung hinaus fokussiert werden, sie sind somit ohne Verlust der Bildqualität mit linsenlosen Adaptern an meiner D7100 eingesetzt werden. Schaden am Spiegel sind nicht zu erwarten, aus den Objektiven kommt hinten "nichts raus"...
Weiter bin ich noch dabei ein Vivitar Series1 1:3,5/70-210 anzupassen. Es war eine K/PR-Ausführung (Pentax). Nach entfernen der ganzen Anschlußmimik (Bajonett etc.) wieder ein Versuch mit probehalber einfach so an die Kamera gehaltenem Objektiv. Dieser Versuch war beinahe erfolgreich. Es fehlte nicht viel bis zur unendlich-Stellung. Ergänzen möchte ich noch, daß im Servicemanual des Objektives beschrieben ist, wie durch Verdrehen der Frontlinse eine Einstellung der Unendlichstellung möglich ist. Hoffnung keimte auf...
Nach Entfernen der KPR-Teile bleibt am Objektiv ein Bund stehen, der sich mit der Blendeneinstellung mitdreht. Aus dem vorhandenen M42-Restepark wählte ich einen M42-Anschluß mit in etwa passenden Abmessungen heraus. Auch hier wieder den Deckel mit dem M42-Gewinde abgeschraubt, alles unnötige entfernt und sodann der Anschluß plan gedreht und in die durch den beschriebenen Bund gebildete Vertiefung eingepaßt. Hier habe ich in den "neuen" M42-Teil neue Löcher gebohrt und das Teil in die am Objektiv vorhandenen Gewinde eingeschraubt.
Durch diesen Umbau wurden wichtige mm gewonnen, die gewünschte Unendlichstellung (mit Linsenadapter) wurde leicht verfehlt. Ich werde nun versuchen, die im Servicemanual beschriebene Einstellung versuchen und so hoffentlich auch hier erfolgreich sein.
Ich schreibe diesen Roman hier, weil ich es immer wieder "mit Befremden zur Kenntnis nehme", wenn irgendwelche "Spezialisten" ihre gewagten Thesen "geht nicht", "gibts nicht", "lohnt nicht" zum Besten geben - oft wohl nur irgendwo aufgeschnappt und nachgeplappert.
Ich bin Hobbyfotografierer und habe keine zwei linken Hände. Jeder mit ähnlicher Ausstattung kann jederzeit das gleiche leisten. Die Ergebnisse überzeugen und erfreuen. Wenn beim Einsatz der Objektive gegenüber den ultrateuren Herstellerlinsen auch der eine oder andere Pixel weniger abgebildet wird, so bringt diese Erbsenzählerei real eigentlich nichts.
Wer also mit diesen manuellen Linsen aufgewachsen ist oder wer vor dem Einsatz derselben nicht zurückschreckt, dem sei ruhig zu etwas Experimentierfreude geraten. Man kann nicht viel verlieren (die erzielbaren Preise dieses Altglases liegen wohl heutzutage weit unter dem Schrottpreis), sondern nur gewinnen.
Das beigefügte Bild zeigt den ehemaligen T2-Anschluß des o.g. 300ers, gerade fertig aus dem Backofen geholt, sowie am Objektiv nach den ersten Probeaufnahmen. Die ausgetretenen Klebstoffrückstünde wurden noch entfernt, das Anschlußteil mittlerweile abseits der eigentlichen Auflagefläche mit Enamel/Humbrol farblich aufgehübscht.
Generell geht es für die Verwendung von Fremdglas an Nikon-F-Kameras immer darum, das gesamte Objektiv um einige mm näher an die Kamera zu rücken. Wo das durch Umbaumaßnahmen möglich ist, ist der Umbau auch realisierbar.
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