Sigma 2,8/28 (nicht nur) für M42

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Steffen1207

Steffen1207

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Moin Leute,

obwohl es nicht geplant war, habe ich meinen Pentacon-Briefbeschwerer

http://www.bilderforum.de/t28403-pentacon-2-8-29-der-optimale-briefbeschwerer.html

wieder abgegeben und dafür ein "olles" Sigma 28er bekommen.

Ich möchte diese Linse hier mal kurz vorstellen, denn sie ist für Liebhaber alten Glases durchaus interessant.

So sieht sie aus:








comp_IMG_0598.jpg








Das Objektiv hört auf den Namen "Sigma Multi Wide YS 1:2,8 f=28mm". Der Zustand meines Exemplares ist tadellos, nahezu neuwertig. Mechanisch ist alles einwandfrei, genau so, wie man das von japanischen Linsen aus vergangenen Jahrzehnten gewohnt ist. Die Blende funktioniert einwandfrei und der Meterring läuft wie warme Butter. :daumen: Apropos Meterring: Er läuft "falschrum", heißt zum Fokussieren in Richtung unendlich muß im Uhrzeigersinn gedreht werden. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig. ;)

Interessant ist das Objektiv deswegen, weil es das "YS" genannte Anschlußsystem von Sigma verwendet. Die Idee dahinter ist die gleiche, wie beim bekannteren "Adaptall" - System von Tamron, nämlich ein Objektiv für viele verschiedene Kamerasysteme nutzbar zu machen, ohne sehr viele verschiedene Serien fertigen zu müssen.
Auf diese Weise können zum Beispiel die Nutzer von Nikon DSLR-Kameras Objektive mit diesem Anschlußsystem nutzen, bei denen ja M42-Linsen leider außen vor sind. Ich zeige mal eben, wie das geht:







Direkt am Gehäuse haben Objektive mit "YS"-Anschlußsystem einen T2-Anschluß verbaut...
comp_IMG_0602.jpg







...hier mein 28er mit dem mitgelieferten T2>M42 Adapter...(so geht es auch an Canon-Kleibild-DSLR, kein Spiegelcrash bei unendlich!)
comp_IMG_0603.jpg








...und hier das gleiche Objektiv mit einem herkömmlichen T2>Nikon-F Adapter, der aus vergangenen Tagen noch bei mir herumliegt. Lediglich der am T2-Anschluß des Objektives vorhandene Blendenstift muß vor dem Ansetzen dieses Adapters noch niedergedrückt und (mit etwas stabilem Klebeband) fixiert werden, damit die Blende nutzbar bleibt. Alles kein Hexenwerk. ;) So läßt sich das Objektiv auch an Nikon DSLR nutzen, meines Wissens nach die einzigen DSLR, die aufgrund des Auflagemaßes keine M42 - Optiken nehmen können. ;)
comp_IMG_0606.jpg


Zum Schluß noch eine ganz wichtige Frage:

Was kann diese Linse optisch denn so?

Ganz kurze Antwort mit zwei Aufnahmen, die ich heute morgen angefertigt habe:







Bei Offenblende sehen die Ecken etwas merkwürdig aus und der Gesamteindruck ist etwas weich. Nichts Anderes hätte ich bei einem alten Weitwinkel erwartet. ;)
comp_IMG_0579.jpg








Ab F5,6 ist allerdings alles bestens. Das habe ich auch erwartet, oder zumindest erhofft. ;) Auch bei F8 und F11 sieht diese Linse sehr gut aus.
comp_IMG_0580.jpg



Fazit: Ein schön brauchbares Weitwinkel-Altglas, daß im Rahmen der damaligen technischen Möglichkeiten vor allem bei Weitwinkeln wirklich gut abliefert. Durch das "YS" - Anschlußsystem ist es ein Tipp für die Altglasliebhaber unter den Nikon-Verwendern, denen ja die Nutzung von M42-Linsen verwehrt ist. Einfach einen leicht zu bekommenden T2>Nikon-F Adapter montieren und loslegen. Optisch finde ich dieses Objektiv recht gut,offenblendig darf man allerdings keine Wunderdinge erwarten. Ist aber normal für ein altes Weitwinkel, welches aus Zeiten stammt, da asphärische Glaselemente nicht gefertigt werden konnten. Jedenfalls nicht zu vertretbaren Preisen. ;) Mechanisch (haptisch) ist auch dieses Objektiv ein Traum. Gar kein Vergleich zu Objektiven aus DDR-Produktion aus der gleichen Zeit. :daumen:
 
27.11.2016
#1

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Guest

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Klaus-R

Klaus-R

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Hallo Steffen,

vielen Dank für diesen Technik-Faden.;)
Ähnlich wie bei meiner T4-Sammlung, hat sich ja (leider!!) auch der T2-Ansatz zur universellen Nutzung von Objektivbaureihen nicht durchsetzen können.

http://www.bilderforum.de/t11953-das-t4-universal-bajonett-photo-technikgeschichte-nur-fuer-nostalgiker.html

http://www.bilderforum.de/t1719-alles-rund-um-tamron-adaptall.html

Ähnlich wie bei Adaptall und T4 (TX) kam diesen genialen Systemen, --die praktisch jeden Kamertasystemwechsel ermöglichten, ohne dass alle Objektive neu gekauft werden mussten-- die damalige einführung der Blendenautomatik und erst recht (wenig später) die Einführung des Autofokus in die Quere.

Diese Anforderungen konnten dann leider nicht mehr über ein universelles Adaptersystem überbrückt werden.:eek:

Was die optische Qualität betrifft! :daumen: Sieht sehr gut aus .... viele wirklich sehr gute Objektive kamen damals aus Japan. Mechanisch (so auch meine Meinung) sind sie vielen DDR-Sachen wirklich überlegen.

Grüße und schöne Photos

Klaus