GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr ....

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  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #21
Hallo Roman,

zunächst einmal "Sorry" .... unsere Foren Software hatte in Deinem Fall ein MOD-Freischaltung angeordnet, zu der ich jetzt erst kam.
Warum in Deinem Fall???? Ich weiß es nicht!😊

Zu Deinen Fragen und Beiträgen (Danke dafür!) komme ich dann im Folgepost!

Grüße und viel Spaß mit Film!

Klaus
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #22
Historie:

Wie ich oben schon angerissen hatte, gab (und gibt) es vom Gossen Linasix insgesamt 3 Varianten:

Das Original von 1960 war damals schon genau so leistungsfähig, wie die beiden späteren Versionen, hatte aber
noch ein gänzlich anderes Design und eine andere Stromversorgung, nämlich NUR EINE Batterie des selben Typs
PX 625 (PX 13) MALLORY.
Etwa 1964 kam dann die Neuauflage (später Modell 2 genannt), die sich vom letzten Modell (Lunasix 3) nur dadurch
unterscheidet, dass der Messkopf etwas modifiziert wurde, um diverse Adapter aufnehmen zu können .... es gab ab Modell 2
aber keine technischen Veränderungen mehr ..... Modell 3 ab ca. 1966.


Du hast einen UR-Lunasix, der NUR von einer PX-625 Zelle versorgt wir .... nicht, wie meine Geräte von zwei in Reihe geschalteten
Zellen.

Will sagen, Dein Gerät arbeitet im Original mit 1,35V Spannung, die nun mit 1,5V in Einklang zu bringen sind und nicht, wie meine
Geräte, die von 2,7V auf moderne 3V "getuned" werden müssen.😊

Soweit so gut ..... das Procedere ist grundsätzlich das selbe!

Nur die Diode muss anders gewählt werden, weil Du keinen Spannungsfall von 300mV brauchst, sondern einen von 150mV.

Und jetzt hast Du ein Problem ..... weil ich tatsächlich den UR-Gossen Lunasix noch nie umgerüstet habe und dessen Umrüstung im Netz NIRGENDWO (meines Wissens!) vernünftig dokumentiert wurde ...... ABER .....

Schau mal hier:



Ich habe die Tage mal einen Weimarlux CDS umgerüstet, der auch mit NUR einer PX625 Zelle betrieben wurde!

Hier gelang es mir (most easy!), die Anpassungs-Diode einfach in das Batteriefach einzubauen.

Ich kenne jetzt den UR-Lunasix von Gossen nicht im Detail ..... es käme auf sein Batteriefach an .... aber evtl. ist diese Starategie
auch für den Gossen gangbar??!

Verdächtige Shottky Dioden wären die oben im Link genannte TYP 1N5819 oder die noch baukleineren Typen BAT 43 oder BAT 46!

Diese Dioden stehen im dringenden Verdacht, etwa einen Spannungsfall von 150mV für den genannten Lichtmesser zu bewirken!


Dokumentiert ist das für den UR-Gossen leider noch nicht!

Wenn Du mit einer dieser Dioden erfolgreich sein solltest, wäre eine diesbezüglich Rückmeldung i.d.T. hilfreich und Dank
im Voraus dafür!

Grüße und viel erfolg mit diesem genialen Lichtmesser!

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #23
Hallo Klaus,
(....) nur solltest du bei deiner Anleitung noch dazu schreiben, dass beim Öffnen die winzig kleine Kugel nebst ebenso kleiner Feder sich ins Nirwana verabschieden kann, wenn man nicht weiß dass sich selbige in dem Schieber für Hell/Dunkel befindet. Ich hatte Glück und es gerade noch rechtzeitig bemerkt. (....)
Gruß, Roman

Sorry .... ja .... das Problem tritt i.d.T. auf .... ist mir wirklich nicht unbekannt!

Hier siehst Du auch die Abhilfe!

Lunasix.jpg

Die ganze Chause einfach mit Klebeband fixieren, damit der Kram nicht futsch geht!

GRUNDSÄTZLICH!

Ein Totalverlust eines Gerätes, wenn man es ohne INFO zerlegen muss, weil EINER immer der "Dumme" ist, ist leider
NORMAL und keine Schande für den Loser, der nix dafür kann!


Damit nicht unnötig viele Fehler wiederholt werden müssen, weil man's einfach nicht wissen kann, ist es ein FEINER ZUG!
solches Wissen zu teilen, damit schöne Geräte, die man raprieren kann nicht sinnlos verloren gehen!


Vielen Dank an dieser Stelle an alle die sich diesbezüglich um "BILDUNG" bemühen!

Grüße und viel Spaß mit mit dem Gossen LUNASIX

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #24
Guten Abend Klaus,
ich habe die von Dir empfohlene BAT 43 eingebaut. Die ist wirklich winzig und die Anschlussdrähte sehr dünn und prima in die gewünschte Form zu bringen. Der Spannungsabfall passt perfekt, mit neuen LR44 bleibt der Zeiger kurz vor Ende des Markers stehen, und aktuell habe ich ja wieder die gebrauchte PX625U drinne (1,52V), und da steht der Zeiger exakt in der Mitte des roten Feldes. Die von Dir vorgeschlagene BAT 43 hat also genau die benötigten 150mV Spannungsabfall. Ich bin begeistert, und werde den Lunasix jetzt ausgiebig testen. Nur wenn ich den Zeiger mit Kunstlicht auf die 12 einpegele, und dann auf den hohen Bereich umschalte, fällt der Zeiger nicht auf die 12 zurück, sondern auf 11,5. Aber ich denke das wird sich nicht wirklich dramatisch auswirken. Ich werde ihn jedenfalls die nächste Zeit ausgiebig testen.
Gruß, Roman
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #25
Super!!!

Damit wäre auch dokumentiert, wie der 1960er Lunasix technisch in die Neuzeit zu bringen ist!
Tatsächlich habe ich noch am Sonntag mit dem Lunasix 3 photographiert und 1a Negative nach Hause gebracht.
Das ist einfach DER Handbelichtungsmesser aller Zeiten! 🤣 👍

Das "Treffen" des Skalenwertes 12 beim Umschalten vom LOW-Light in den High-Light-Bereich ist immer ein bisschen spannend
und natürlich wichtig!
Berücksichtigen musst Du natürlich, dass sich durch das Vorschieben des Abblendfilters auch der Messwinkel des Gerätes etwas ändern kann .... man muss also für Vergleichbarkeit eine möglichst homogen helle Szene anmessen .... und dann passt das bei
einem gut abgeglichenen Gossen Lunasix ziemlich exakt .... innerhalb von Toleranzen, die unwichtig sind.
Der Gossen hat insgesamt 5 Potentiometer, mit denen ein separater Abgleich BEIDER Messbereiche einzeln möglich ist.
Ich habe hier gerade 5 Geräte noch auf Lager von denen 4 nach Umbau perfekt stimmten. Einer leider nicht, weil schon jemand
"dran gedreht" hatte.
Ich habe den abgeglichen bekommen .... aber das ist wirklich übeler Fummel .... nicht ohne NOT zu empfehlen!
Im Netz empfiehlt ja jemand, die Geräte einfach auf 3V "einzustellen" .....ich warne ausdrücklich davor und lese an anderen Stellen das auch ....... Finger weg von der Werkseinstellung, wenn mit dem Gerät anschließend noch Filme belichtet werden sollen!!!

Die originale Betriebsspannung muss her und hier im Faden steht, wie das geht!

Grüße und Gossen!🤣

Klaus
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #26
Hallo Klaus,

Dein Gossen Lunasix 3 grandioser Bericht mit Historie, technischen Informationen nebst Umbauanleitungen ist schon bemerkenswert.
Vielen Dank für Deine Mühe und das Teilen.

Seit ca 12 Jahren bin ich im Besitz eines Lunasix 3 und habe diesen nur selten benutzt.
Durch Deinen Faden hier habe ich ihn wieder ans Tageslicht gebracht und natürlich habe ich nun das Batterieproblem.

Fragen habe ich zu folgendem:
Gossen verkauft für 30,00 € einen Batterie Adapter speziell für den
"Lunasix, Lunasix 3, Lunasix 3S, Luna-Pro und Luna-Pro S"
Es wird der Adapter mit zwei Batterien Typ "V386/SR43" geliefert.
Da dieser von Gossen selber stammt und speziell für die oben genannten Lunasix Varianten ausgelegt ist sollten die Belichtungsmesser doch genau funktionieren.
Hat wer Wissen zu diesen Batterie Adapter von Gossen und kann die korrekte Funktion von einem der oben genannten Belichtungsmesser bestätigen?

Eine weitere Batterie Adapter Variante gibt es aus den USA:
"MR-9 Mercury Battery Adapter"
wahlweise mit passender Batterie.
Hat allerdings einen stolzen Preis da wohl für den Lunasix 3 zwei dieser Adapter benötigt werden.
Hat wer zufällig zu dieser Möglichkeit wer Erfahrungen?

Besten Dank.
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #27
Hallo zurück,

traurig genug ..... aber bei Gossen weiß man leider über die eigenen Produkte nicht mehr Bescheid!
der Lunasix 3S (und einige wenige der allerletzten 3er ohne "S" -erkennbar am komplett schwarzen und nicht dunkelgrauen Gehäuse-) benötigen gar keine Batterieanpassung, weil die schon Brückenschaltungen haben.

Hier weiß das noch jemand:



Alle anderen Lunasix MÜSSEN angepasst werden.🙂

Wie ich oben ja schon schrieb .... der (frisch aus dem 3D-Drucker gedruckte) Batterieadapter beinhaltet ja eben gerade auch eine solche Diode, wie ich sie oben gezeigt in die Geräte einbaue.

Das wird wohl auch schon funktionieren, aber es hat eben auch die schon genannten Nachteile. Die SR43 ist noch flacher als die LR44
(sicher um Platz für die Diode zu gewinnen, die ja mit ins Batteriefach muss) und schwieriger verfügbar .... die musst Du bestellen ....
LR44 gibt's überall.

Der oben von mir empfohlene Umbau kostet Dich nur die DIODE (1N 4007) ... also gar nichts ... das kriegst Du hin, wenn Du einen
Lötkolben und einen Seitenschneider hast.....🙂

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #28
Nachtrag:

Alte und neue DIN und ASA Skalen:

Wie ich oben recht ausführlich ausgeführt habe, ist SEHR WENIG BEKANNT, dass man mit historischen Handbelichtungsmessern
bzw. mit alten Lichtempfindlichkeitsangaben SEHR sorgsam umgehen muss. 🙂

Oben schreibe ich ja schon alles darüber.... aber JETZT kann ich das mal SEHR SCHÖN an zwei FAST gleichen Selen-Belichtungsmessern zeigen:

20240202_192635.jpg

Diese beiden Zeiss-IKON Handlichtmesser sehen zunächst mal gleich aus .... aber nur FAST!

Der Linke ist aus den 1950ern / definitiv älter als 1957, denn er ist noch mit alten DIN und mit alten ASA skaliert!

1957 wurden ja die amerikanischen ASA neu genormt und bei gleichem Licht stark angehoben (bitte oben nachlesen).
1960 folgte dann die DIN-Neufassung. Die DIN wurde bei gleichem Licht um genau eine Stufe angehoben!


Das bedeutet, dass ein 17 DIN-Film von 1959 ohne Änderung der Emulsion ab 1960 mit 20 DIN genormt wurde!

Modell VOR 1957: Modell nach 1960:

20240202_192703.jpg20240202_193027.jpg

Mit dem uralten IKOPHOT kann man auch heute noch prima arbeiten .... der ist technisch top ... nur muss man dann exakt
eine DIN-Stufe höher einstellen .... wenn ich also ISO 100 belichten will, stelle ich nicht 21DIN sondern 24 DIN ein.🙂

Mit den alt ASA kann ich nix anfangen .... da habe ich keinen Bezug mehr zu .... dafür bin selbst ich zu jung!

Der rechte (modernere) IKOPHOT skaliert DIN und ASA (=heutige ISO) genau so, wie wir das alle kennen.

Wer genau guckt sieht, dass es weitere Unterschiede gibt!

Der ältere Geselle hat zwei Skalen .... eine mit den Vorkriegs-Verschlusszeiten und die andere mit den bis heute gängigen sog. LINEAREN Verschlusszeiten.

Bei dem jüngeren Gesellen fallen die Vorkriegszeiten dann mal weg und es gibt anstelle eine CINE-Skale mit den typischen GANGZAHLEN der CINE-Film-Kameras.
Da wo der Pfeil die "16" hervorhebt (Stanbdard-Aufnahmefrequenz für 8mm Filmkameras..... also 16 Bilder pro Sekunde) kann
die passende Blende abgelesen werden.

Änderte man die Gangzahl der Kamera (Zeitraffer oder Zeitlupenaufnahme), dann änderte sich damit natürlich auch die Belichtungszeit der Einzelbilder, was zu einer anderen Wahlblende führen musste, die man so bestimmen konnte.

Das jüngere Modell (rechts) besitze ich seit nun ca. 45 Jahren .... und dieser Messer hat VIEL MITGEMACHT! Er funktioniert immer noch gut und sehr genau, war damals schon gebraucht gekauft .... naja ....man sieht ihm die vielen Jahre natürlich deutlich an.

Der eigentlich ältere ist erst kurz in meinem Besitz .... wie so oft eine Zufallsbegegnung ... er wollte zu mir.
Als er da lag und verkauft werden sollte war das wie ein "Wiedersehen" .... da lief ein langer Film ab ... jetzt liegen beide
nebeneinander.
Die unterschiedlichen Skalen waren mir dann erst zu Hause aufgefallen .... ich musste das genau wissen .....jetzt weiß ich's!
Dieses Uraltmodell aus den 1950ern ist in einem Traumzustand .... kann nicht oft benutzt worden sein ... funktioniert, wie neu!

Grüße und hoffentlich interessant??🙂

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #29
Danke Klaus ,dann werd ich meinen auch mal "rauskramen" und identifizieren....... übrigens hab ich mir dank deiner Infos auch Dioden bestellt fuer den Lunasix3.
Gruss
Hartmut
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #30
Danke Klaus ,dann werd ich meinen auch mal "rauskramen" und identifizieren....... übrigens hab ich mir dank deiner Infos auch Dioden bestellt fuer den Lunasix3.
Gruss
Hartmut
🤣 Cool .... ich habe was "bewegt" .... und wenn es nur'n paar Dioden für Pfennige sind .....😂😂

Grüße, viel Erfolg und Spaß!

Klaus
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #31
NEUKALIBRIERUNG Gossen Lunsasix 2 und 3:

Gestern vom Trödel ..... ich habe natürlich genug davon ... aber für einen einzigen Euro konnte ich diesen wunderschön
erhaltenen LUNASIX 3 natürlich keinem schlechteren Schicksal überlassen:


DER NEUE: 😊
Lunasix - 7.jpg

Wenn das Modell in einem dermaßen makellosen Neuzustand vorliegt, rechne ich EIGENTLICH nicht mit Schwierigkeiten
beim Umbau auf moderne LR44 Knopfbatterien, doch diesmal sollte es anders kommen.😟

Der "normale" Umbau auf 3V Betriebsspannung, wie oben beschrieben durch Einbau der 1N 4007.

Lunasix - 2.jpg

Lunasix - 3.jpg
Die Betriebsspannung von 2,7V habe ich so zwar, wie üblich getroffen:

Lunasix - 5.jpg

Leider stellt sich aber heraus, dass dieser nagelneu erscheinende Lunasix 3 nur Unfug anzeigt ...
nicht knapp daneben sondern total vorbei. Eine Erklärung dafür habe ich nicht??! Das Gerät war
original-verklebt, wohl kaum verbastelt??!

ALLES EINSTELLUNGSSACHE! Neukalibrierung des GOSSEN LUNASIX 2 / 3

Es wird selten notwendig sein, aber ich zeige hier mal die Neukalibrierung des Lunasix ausführlich!
Bitte sehr sorgfältig vorgehen, ich weise auf die Schwierigkeiten, die dabei auftreten werden, genau hin!

WICHTIG: Die Neukalibrierung des GOSSEN LUNASIX ersetzt NICHT die Umrüstung des Gerätes auf
3V für moderne Batterien! Ohne die Diode geht es nicht! Ich habe das ausprobiert. Erstens landet man
außerhalb der Einstellbereiche aller Trimmregler und zweitens sollte man sich die außerordentlich
zeitintensive Nauabgleichung BITTE NICHT ohne Not antun. Solch ein Präzisionsmessgerät macht ja nur
Sinn, wenn es auch ganz exakte Messergebnisse abliefert ... und dafür steht das Gerät ja wirklich.

1) Umbau auf 3V wie oben gezeigt vornehmen
2) Das Drehspulenmesswerk MECHANISCH nullen!

Dazu die Trimmschraube auf der Rückseite des Gerätes vorsichtig und nur ggfls. so verstellen, dass der
Messzeiger ganz exakt bei abgedeckter Messzelle und eingeschaltetem HIGH-LIGHT-Bereich, die linke
Anschlagmarkierung trifft. Wird dieser Schritt vergessen, sind alle weiteren Einstellungen leider obsolet.


3) Das Gerät, wie oben beschrieben zerlegen (Rückplatte mit Fön warm machen, um den Werkskleber
zu lösen und Platte vorsichtig abhebeln, dann die oben gezeigten 4 Schrauben lösen.

VORSICHT! Das Gerät manuell zusammenhalten und nur das Oberteil nach oben sehr feinfühlig abheben!
Vorne fallen ansonsten Blende, ein kleines Kügelchen, eine kleine Schraubenfeder und die Messkalotte
heraus!!! Ist das Kügelchen futsch, ist das Gerät wertlos!
Das geöffnete Gerät NICHT EINSCHALTEN!!! ansonsten fliegen ebenfalls die Sachen umher!!!
DIE BATTERIEN MÜSSEN DRIN BLEIBEN!!


4) Einen winzigen MICRO Schlitzschraubendreher zur Hand nehmen und das Gerät an den UNTEN im Bild
gezeigten 4 Trimmreglern (Trimmern) neu abgleichen:

Lunasix - 8.jpg

HINWEISE zur Neukalibrierung:

Den Batterietest NICHT ohne Not verstellen!!! Man verliert sonst jeglichen Bezug zur Werkseinstellung!

Es macht nur Sinn, das Gerät neu zu kalibrieren, wenn man GESICHERTE REFERENZEN dafür hat, denn kaum jemand
wird zu Hause ja einen Messstand haben, um so eine Arbeit vornehmen zu können. Im Idealfall hat man also einen
zuverlässigen und bewährten zweiten Handbelichtungsmesser, mit dem man vergleichen bzw. abgleichen kann!
Dazu ist es notwendig, sich mehrere eindeutige Lichtsituationen zu "basteln", um im LOW, MID und HIGHLIGHT Bereich
verschiedene Messpunkte einregeln zu können. Wie man sieht, habe ich mir die Stellungen der Werkseinstellung
zuvor mit einem MARKER angezeichnet, um sie im Zweifel wiederfinden zu können.
Ich mache jetzt in Stichpunkten weiter, um kein Buch abzuliefern:

5) Vergleichsmessungen IMMER NUR mit geschlossenem Gehäuse durchführen! Wie man ja sieht, kriegt der
CDS-Sensor sonst erhebliches Streulicht ab! Das Gerät nicht jedes Mal zusammenschrauben ... zusammenhalten reicht!

-Mit dem HIGH-LIGHT Messbereich beginnen (die rechten beiden Trimmer). Linksanschlag und Rechtsanschlag mit
entsprechenden Lichtsituationen annähern. Klingt einfacher, als es ist ... leider beeinflussen sich beide Regler auch
gegenseitig ... es ist geduldiger Fummel! rechtsdrehen bedeutet höherer Zeigerausschlag, linksdrehen bedeutet weniger!

Die Trimmer reagieren GIFTIG!!!
Winzige Verstellwinkel haben starke Auswirkungen!

Wenn der HIGH LIGHT Bereich stimmt, dann mit den linken beiden Trimmern das gleiche für den LOW-LIGHT Messbereich
machen.
ÜBERGANG HIGH-LIGHT und LOW LIGHT sehr sorgfältig prüfen und abgleichen!!!
Den Skalenwert 12 durch passende Lichtsituation einpegeln! Es muss sich die Zeigerstellung 12 sowohl bei HIGH LIGHT, wie
auch bei LOW-LIGHT Messung gleichermaßen ergeben .... sonst stimmt was nicht! Natürlich muss 12 auch "stimmen"

Nicht entmutigen lassen .... ich habe fast 60min. gebraucht, um den Gossen neu abzugleichen.

Grüße und viel Spaß mit diesem schönen Lichtmesser, den man fast immer "fit für die Zukunft" machen kann ....

Klaus

P.S. Dieser Neuabgleich wird nur sehr selten überhaupt nötig werden .... die Dinger stimmen fast immer, wenn sie fachgerecht
auf 3V umgebaut werden. Warum dieser verstellt war???? Ich weiß es nicht! Ich befürchte, dass der noch nie richtig gemessen hatte!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #32
Klasse Erklärung. 1 A Reparaturvorlage!!!!
Wieder ein interessanter Beitrag von dir!
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #33
Klasse Erklärung. 1 A Reparaturvorlage!!!!
Wieder ein interessanter Beitrag von dir!
Du erwärmst mein Herz! Ich hätte kaum mit Interesse gerechnet .... wenn ich mich hier so detailliert mit "Unwichtigem" beschäftige.
Diesmal war mir der Gossen noch nichteinmal "SELBER" auf dem Trödel aufgefallen ....meine Frau sah ihn im "Gerümpel" .... erkannte ihn wohl deshalb, weil ich mich für das Gerät ja nunmal so begeistert hatte.
Klar ... die Erde dreht sich auch ohne den Gossen .... aber so ein schönes Stück PHOTOGRAPHIE wissentlich dem Sperrmüll überlassen???
Egal, ob es nun "Sinn" macht, oder doch nicht .... Ich habe hier jetzt neben meinem "EIGENEN" noch sechs umgebaute und startklare
LUNAs auf Lager .... zwei habe ich in allerbeste Hände schon verschenkt ... und die anderen warten noch auf weitere Beschäftigung.

Wenn ein Stück Wertarbeit nach 60 Jahren noch Dienst tun kann, dann war es die Sache ganz sicher wert! 👍 😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #34
Ich bedanke mich für diesen fachkundigen Beitrag! Ich habe zwar einen Lunasix F, den ich gerne für nächtliche Himmelsaufnahmen und ähnliche Spezialitäten verwende - und der auch zuverlässig funtioniert. Aber halt doch ein rechtes Trum ist... Und nach der erfrischenden und höchst aufschlußreichen Lektüre habe ich mich mit einem alten Ikophot angefreundet, der mir vor ein paar Monaten zugeflogen ist. Offenbar ein frühes Modell, denn der hat die alten Skalenwerte, die mir zunächst nicht nachvollziehbar waren. Entsprechend den gegebenen Hinweisen eingestellt, funktioniert er jetzt zur Zufriedenheit und erleichtert mich in jeder Hinsicht.

Beste Grüße - Robert
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #35
Auch ich verwende den Lunasix, oder besser gesagt verwendete ihn für die analogen Aufnahmen im Mittelformat mit der Hasselblad. Er liegt seit Jahren unberührt und die Batterien, für die es Alternativen gibt, sind sicher leer. Aber das macht nichts, das Verwenden eines Belichtungsmessers ist nicht existenziell, selbst die Praktica als SLR hatte einen eingebauten Belichtungsmesser. In digitalen Zeiten ist die automatische Belichtungsmessung eines der Grundlagen der Fotografie. Ich würde nicht um jeden Preis die Dinge der Vergangenheit erhalten wollen, vieles wird durch neue Prägung erst gesund.
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #36
Ich bedanke mich für diesen fachkundigen Beitrag! Ich habe zwar einen Lunasix F, den ich gerne für nächtliche Himmelsaufnahmen und ähnliche Spezialitäten verwende - und der auch zuverlässig funtioniert. Aber halt doch ein rechtes Trum ist... Und nach der erfrischenden und höchst aufschlußreichen Lektüre habe ich mich mit einem alten Ikophot angefreundet, der mir vor ein paar Monaten zugeflogen ist. Offenbar ein frühes Modell, denn der hat die alten Skalenwerte, die mir zunächst nicht nachvollziehbar waren. Entsprechend den gegebenen Hinweisen eingestellt, funktioniert er jetzt zur Zufriedenheit und erleichtert mich in jeder Hinsicht.

Beste Grüße - Robert

Hallo Robert,

ich bin froh, wenn ich mit diesen Zeilen tatsächlich und eigentlich -wider Erwarten- diese Wirkung erziele!

Der Lunasix F hat das MALLORY Batterie Problem natürlich nicht mehr, wird ja mit einer 9V-Blockbatterie betrieben.😊
allerdings wir der deswegen ja auch deutlich teurer gehandelt .... soll nicht heißen, dass er keine 100,-€ + wert ist ...
Ein schönes Gerät ... allerdings mit einer anderen Ablese-Systematik ... aber auch gut erdacht!👍

Ich habe ja auch noch andere GOSSENs ... in meiner klitzekleinen Sammlung!

Wenn ich einen Photoladen entdecke ... in diesem fall in Bocholt, ziehen mich Schaufenster mit historischen Sachen ja
MAGISCH an .... Der Keeper (in meinem Alter) fand's schon cool, dass einer überhaupt wusste, was das überhaupt ist und
so wurden wir uns über einen "Freundschaftspreis" für diesen Multisix auch schnell einig....

Multisix - 1.jpg

Auch ein Oldtimer und auch ein hochpräziser Mondlichtmesser ... der übrigens auch Blitzlicht misst!!

ABER .... IRGENDWIE .... es ist nicht der bildschöne Lunasix mit dieser wirklich schön gemachten Skale und diesem
einfach FEIN aussehenden Drehspulen-Zeigermesswerk .... will sagen .... ich kann mich mit dem LCD-Display einfach
nicht so sehr anfreunden .... der Lunasix ist doch einfach ein Schmuckstück gegen diesen "nüchtern" wirkenden
Digitalanzeiger??! Oder??

Die Messwertte beider Geräte stimmen natürlich ganz exakt überein ... der Multisix kann im Bereich Dauerlicht also
auch nicht mehr ...allerdings ... er kann auch Blitzlicht messen .... das kann der alte Bruder natürlich noch nicht.😊

Gossen hat wirklich schöne Sachen gebaut ... vieles davon hat inzwischen zu mir gefunden ... der Lunasix aber ist für
mich der URKNALL des Spitzen-Handlichtmessers ... und gerne im Einsatz!

Grüße und viel Spaß mit den Sachen

Klaus

P.S.: Weder der oben genannte Lunasix F noch mein Multisix erreichen die sagenhaften 0,17 Lux Messgrenze, die seit
1960 vom UR-LUNASIX Stand der Dinge sind. Beide Messer sind gut und für fast alle Zwecke top .... der Lunasix misst aber
noch 8mal weniger Licht!
Diese Messgrenze wurde erst wieder vom Modell PROFISIX erreicht! Der Profisix ist im Vergleich aber ein Ziegelstein, hat eine
andere, mir weniger zusagende Ablese-Systematik und kann im Breich Dauerlicht auch nicht mehr. Das Batterieproblem hat der
Profisix zwar nicht mehr (9V Blockbatterie!) aber dafür ist er sehr viel teurer als der Klassiker .... auch wenn ... irgendwie ...
ebenfalls ein beliebter Klassiker!
😊
 
Zuletzt bearbeitet:
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #37
Auch ich verwende den Lunasix, oder besser gesagt verwendete ihn für die analogen Aufnahmen im Mittelformat mit der Hasselblad. Er liegt seit Jahren unberührt und die Batterien, für die es Alternativen gibt, sind sicher leer. Aber das macht nichts, das Verwenden eines Belichtungsmessers ist nicht existenziell, selbst die Praktica als SLR hatte einen eingebauten Belichtungsmesser. In digitalen Zeiten ist die automatische Belichtungsmessung eines der Grundlagen der Fotografie. Ich würde nicht um jeden Preis die Dinge der Vergangenheit erhalten wollen, vieles wird durch neue Prägung erst gesund.

Dieser Meinung darfst Du natürlich sein .... macht Sinn, ist logisch, ich bin absolut einverstanden. 😊

Photographie ist eben vielschichtig und pluralistisch. Wahrnehmungen und Erfahrungen sind unterschiedlich und
ich bleibe DEFINITIV auch in der digitalern Welt zu Hause.

Es ist halt nur schön ... mehr nicht ... aber schön, wenn ein paar Spinner (und ich bin nicht ganz alleine!) die klassische
Silberhalogenid-Photographie nicht aussterben lassen ... denn, sie war, ist und bleibt ein Erlebnis .... NICHT nur, für
diejenigen, die das noch erlebt haben, sondern eben auch für diejenigen, die das noch ganz neu entdecken können
und sollen!

Grüße und rettet Film🤣

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #38
(....) Offenbar ein frühes Modell, denn der hat die alten Skalenwerte, die mir zunächst nicht nachvollziehbar waren. (....)

Beste Grüße - Robert
Noch einmal dazu ......
Wer sich mit historischer Lichtmessung und mit historischen Kameras beschäftigt MUSS unbedingt um die Geschichte
der Lichtmesswerte wissen!!!

Das Unwissen um diese alten Einheiten und um die Neunormungen von ASA (ISO) und DIN (1957 und 1960)
führt heute ständig zu Fehlbedienungen und Missverständnissen, wenn alte Skalen auf Photoapparaten und Filmkameras
falsch interpretiert werden. Wer z.B. eine CINE-Filmkamera aus 1955 mit modernem Schamalfilm lädt und sich nach den uralten
und ungültigen DIN-Angaben richtet, wird seinen Film krätig überbelichten und so schnell nicht darauf kommen,
woran das eigentlich liegt.
Egal ... wer obiges gelesen hat, weiß ggfls. jetzt Bescheid!

Grüße

Klaus
 
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #39
Ausnahmemodell SCHWARZ .... kein 3V-Umbau notwendig!

Hallo zusammen,

ich erhalte gerade ein PN-Anfrage, die ich sinnvollerweise gleich öffentlich beantworte!

Es gibt eine Handvoll (wirklich EXTREM seltene) schwarze LUNASIX-3 Modelle, die zum Ende der Produktionszeit
mit auslaufender Serie noch auf den Markt kamen, aber eigentlich kaum Erwähnung finden und KEINEN 3V UMBAU
ERFORDERN!

Komisch ... ich gehöre zu den "Erlesnen🤣, die auch dieses Modell besitzen:

1718999975445.jpeg
Rechts das "normale Modell, das etwa 99,5% der Gesamtproduktion ausmacht und links der "SCHWARZE", wie
er unter Gossen Kennern genannt wird.

Nun ... was heißt "Schwarz" und wie soll man ohne Vergleich Dunkelgrau und Schwarz auf den Produktbildern
unterscheiden können?! Sicherer ist, sich die Skale genau anzusehen .... sie ist beim Ausnahmemodell farblich
invertiert ... so lässt sich der "Schwarze" vom "Normalen" unterscheiden.

Beide sind für die PX625-Mallory-Problembatterie gebaut ABER ... Modell "Schwarz" hat schon die Wheatstone-
Brückenschaltung des Nachfolgers Lunasix 3s und benötigt KEINEN 3V Umbau!

Der Batterietest zeigt natürlich Überspannung an, weil das Modell ja für 2,7V gebaut war, es toleriert aber die
3V Überspannung moderner Batterien ohne Fehlmessung!

leider ist dieser Umstand bei Gossen selber in Vergessenheit geraten und man behauptet dort FÄLSCHLICH!, dass
auch dieses Modell deren Batterieadapter benötige. Es ist nicht so!

Wer einen der sehr seltenen Schwarzen Lunasix 3 hat, ist schon fertig .... Zwei Varta V625U oder (wie ich empfehle)
zwei modifizierte LR44 und FERTIG!

Grüße und viel Spaß

Klaus

P.S.: Das Nachfolgemodell Gossen Lunasix 3s benötigt ebenfalls KEINEN 3V Umbau, auch wenn es für die PX625 gemacht ist.
Alle 3s Modelle sind ebenso mattschwarz und haben eine farblich invertierte Skale.
Auch das ist auf der GOSSEN-Seite leider FALSCH dargestellt. Dort empfielt und verkauft man auch für den 3s den
dafür nicht erforderlichen Batterieadapter.

P.S. 2 Ich persönlich mag den "normalen" Lunasix übrigens viel lieber, als den "SCHWARZEN", denn die schwarze Skale ist gerade bei Mondlicht VIEL schlechter ablesbar, als die helle "NORMALE" Skale. Nun hat der Gossen zwar Messwertspeicherung, das heißt, man kann messen und dann den blockierten Zeiger auch bei Handy-Licht ablesen (oder Taschenlampe) ... nur ... sinnreicher ist schon, die Standard-Bauweise, die eben wirklich besser lesbar ist.😉
 
Zuletzt bearbeitet:
  • GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr .... Beitrag #40
P.S. ... bei Mondlicht VIEL schlechter ablesbar, als die helle "NORMALE" Skale. Nun hat der Gossen zwar Messwertspeicherung, das heißt, man kann messen und dann den blockierten Zeiger auch bei Handy-Licht ablesen (oder Taschenlampe) ... nur ... sinnreicher ist schon, die Standard-Bauweise, die eben wirklich besser lesbar ist.😉
Dazu kurz noch meinen Senf: Taschenlampe oder Handy-Licht sollte man bei Mond/Nachtlicht möglichst vermeiden. Das wirft die erreichte Dunkel-Adaption der Augen um 10 Minuten zurück. Ich empfehle für derartige Übungen eine kleine rote LED-Lampe; etwa so ein Fahrrad-Rücklicht. Bei meinen amateurastronomischen Umtrieben ist das Teil Standard.

Gruß Robert
 
Thema:

GOSSEN LUNASIX 3 ... Batterieproblem, Kalibrierung und mehr ....

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