Die obigen Beiträge sind ausgesprochen informativ, ich habe noch einiges über das Kamerasystem bei der Lektüre gelernt. Über zwei Jahre nach dem letzten Beitrag möchte ich hier als Forenneuling auch was zum Thema schreiben.
Und zwar, wie ich zu meiner Bessamatic de luxe kam. Sie war ein Trödelmarktfund vor etwa 8 Jahren in Krefeld auf dem Sprödentalplatz.
Einsam und vernachlässigt lag sie auf auf einer Decke neben anderer üblicher Trödelmarktware herum - auf dem Boden. Leicht staubig war sie schon und ein Preisschildchen mit der Angabe "20€" klebte an ihr. Color-Skopar dran und akzeptable Bereitschaftstasche dabei.
Also schaute ich sie an und merkte, daß auch sie klemmte. Das habe ich dem Verkäufer dann auch vorgemacht. Nichts rührte sich. Der Verkäufer war geständig, aber erst zwei Stunden später habe ich sie schließlich und endlich für lächerliche 3 Euro mitgenommen. Wohlgemerkt, eine Bessamatic mit Objektiv und Tasche.
Was dann kam, war nicht sehr schön. Mein Auto stand einen guten Kilometer Luftlinie entfernt, ich machte mich also alsbald auf den Weg dahin und kam an einem Vorgarten vorbei, der von einem Mäuerchen umgeben war.
Hm - Methode Praktica: eine klemmende Praktica hatte ich schon früher einmal mit festem Aufsetzen auf einen harten Untergrund gelöst. Ich setzte mich also auf das Mäuerchen, holte die Kamera aus ihrer Tasche und setzte sie einmal aus 5 cm kurz und trocken auf das Mäuerchen auf.
Es entrang sich ihr ein Geräusch, als ob ein Kind ein Bäuerchen machte - und danach ging der Verschluß wieder und die Kamera ließ sich wieder spannen und auslösen. Das ist bis heute so geblieben.
Zuhause angekommen überprüfte ich dann den Belichtungsmesser mittels eines Lunasix 3 - die Werte stimmten soweit. Der erste Film konnte problemlos belichtet werden.
Im Laufe der Zeit fanden sich dann auch die üblichsten Wechselobjektive ein, das Skoparex 35 und das Super-Dynarex 135, längere Teles mag ich grundsätzlich nicht. Aber kürzere schon, daher kam ein ultrakompaktes Schneider Kreuznach Tele-Arton 85 dazu, das eigentlich zur Kodak Retina-Reflex gehört und wie oben beschrieben adaptiert wurde. Genauso ein Curtagon 28 und das Retina-Xenon 1,9/50. Dieses soll, wie ich irgendwo las, nicht so zur Separation neigen, wie das originale Septon. Es ist aber wohl simpler konstruiert und auch kein Siebenlinser.
Fotografiert habe ich immer wieder mal damit, hatte aber auch einen unangenehmen Zwischenfall im Urlaub. Ich war in Österreich und fotografierte am Stift Göttweig. Etwas zu enthusiastisch riß ich zu fest an der Kurbel und damit den Film aus der Patrone. Ärgerlich. Ich mußte die Kamera ruhen lassen, hatte aber Ersatz dabei in Gestalt einer Mamiya DSX1000 und noch einer kleinen Voigtländerin, aber das sind Themen für eigene Threads.
Eigentlich bin ich heutzutage mehr ein Kamerasammler als ein Amateurfotograf. Die alten Gesellen liegen bei mir im Schrank herum und träumen von besseren Zeiten, als man vor einem Urlaub noch überschlug, ob man wohl mit 6 Rollen Film auskommen würde oder im Urlaub würde nachkaufen müssen.....heute wird im Urlaub wild um sich geknipst, das ist meine Sache nicht.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und die Lesezeit.
Holger