Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait ....

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  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #41
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Hallo zusammen,😊

tatsächlich freue ich mich sehr über Euer Interesse an dieser wundervollen Kamera, bzw. an diesem wundervollen Kamerasystem!

Irgendwie klar, dass ich um die genannten Dinge weiß!😊
Trotzdem klasse, das hier zu nennen, denn der Faden ist natürlich nicht für die, die schon alles wissen, sondern für die, die alles wissen wollen und zu denen gehöre ich definitiv ja auch.

Eine "runde" Bessamatic Ausrüstung oder -Sammlung- kommt natürlich nicht ohne die wichtigsten Fokare bzw. Objektivvorsätze aus!

Hier mein Kram in der Sache:

Bild -5.jpg

Bild -7.jpg

Und LATÜRNICH😊 ..... habe ich auch den oben genannten (wichtigen) Portrait-Vorsatz für das 135mm DYNAREX.....

Bild -6.jpg

Das alles sind wundervolle Sachen, die man heute nur noch mit viel Geduld und systematischer Suche über Jahre zusammenbringen kann ......

WOBEI .... ich sollte diesen Faden hier unbedingt mal wieder aufgreifen .... denn ich habe eine weitere BESSAMATIC hinzubekommen .... eine 1958er im Traumzustand und das dritte 50mm .... das COLOR-SCOPAR ist hier inzwischen auch in Rente gegangen.

Sobald ich die Zeit habe, werde ich berichten!

Viel Spaß mit historischer Phototechnik!

Rettet Film!😊

Grüße

Klaus
 
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #45
-VOIGTLÄNDER COLOR SCOPAR 50mm/f:2,8-
-VOIGTLÄNDER BESSAMATIC 1958-


Hallo zusammen,

meine Bessamatic Ausrüstung hat sich erweitert.😊

Nun gibt es für Voigtländers BESSAMATIC insgesamt drei 50mm Normalobjektive.😊
Das COLOR LANTHAR 50mm/ f2,8 hatte ich oben schon vorgestellt und auch Bilder damit gezeigt.

Ferner hatte ich das TOP-50mm, den Siebenlinser SEPTON 50mm/f:2.0 oben schon vorgestellt und was ja noch fehlte, war ja das COLOR-SCOPAR 50mm /f:2,8, das gerade jetzt zu mir fand.

Das Objektiv kam aber nicht alleine .... es hing auch noch eine UR-Bessmatic 1958 mit daran.

Oben zeige ich ja eine DE LUXE .... das Nachfolgemodell der UR-Bessamatic ....., das dann von 1962 bis zum Produktionsende 1969 gebaut wurde. Eine gute Gelegenheit diese beiden Modelle der Hauptbaureihe mit Selen-Belichtungsmesser mal zu vergleichen:

Bild - 2.jpg

Links die DE LUXE ..... ab 1962 und rechts die neu hinzugekommene UR-Bessamatic ab 1958.

Unterschiede und Verbesserungen:

Die wichtigste und vielleicht genialste Neuerung war 1962 der gut erkennbare Höcker der DE-Luxe, der dem Original ja noch fehlte:

Bild - 2b.jpg

Dieser "Höcker" beinhaltet ein optisches System, dass die Einstellskalen der Kamera hinsichtlich Verschlusszeit und Blende oben in den Spiegelreflex-Sucher einspiegelt:

Bild - 11b.jpg

Ab 1962 sieht man also direkt durch den Sucher, dass die Kamera (so belichtungsnachgeführt) mit einer 1/125s und Blende 8 belichtet.
Beim UR-Modell fehlt dieses Feature, so dass man die Kamera absetzen muss, um die genaue Belichtung
vom Kameragehäuse abzulesen. GENIAL ..... meiner Meinung nach .... und auch das wieder ohne jede Elektronik oder Displaytechnik, die es damals noch nicht gab.

Ein Blick auf die rechte Kameraschulter zeigt eine weitere Neuerung der DE-LUXE:

Bild - 10b.jpg

Die DE-LUXE verfügt ab 1962 über ein zusätzliches Stellrad, mit dem das Filmzählwerk justiert werden kann .... so auch bei geschlossener Kamera.
Man kann zwar auch beim Original das Zählwerk einstellen, aber eben nur über das Verdrehen der Filmtransportwalze innerhalb der Kamera .... also nur bei geöffnetem Kameradeckel.
Geändert wurde tatsächlich auch die drehbare Filmmerkscheibe. Hier bei der De-Luxe meint GELB-Farbfilm Kunstlicht, BLAU-Farbfilm Tageslicht, WEISS-SW-Film

Da finde ich das ORIGINAL der UR-Version schöner und selbsterklärender:

Hier das ORIGINAL:

Bild - 9.jpg

Tatsächlich ist im Zuge des Modellwechsels aber auch etwas weggefallen:

Die UR-Variante konnte noch alte Birnenblitzgeräte zünden ...... M-Synchro.

Bild - 6.jpg

Blitzbirnen haben eine kurze aber relevante Verzögerungszeit, bis sie nach Kontaktschluss ihr Licht abgeben. Deswegen müssen sie bei Verschlusszeiten kürzer als 1/30s vorgezündet werden ... Zündung also kurz vor Öffnen des Verschlusses.

Die X-Synchro ist die auch heute noch übliche verzögerungsfreie Zündung für Elektronenblitzgeräte, die mit Lichtgeschwindigkeit reagieren, quasi ohne Zeitverzögerung.

Das NEUE Modell .... die DE-LUXE hat diese M-Synchro tatsächlich nicht mehr: Hier die DE-LUXE:

EDIT: Frühe DE-LUXE (1962-1964) haben noch die M-Synchro ... ab 1965 fiel sie dann weg!

Bild - 5b.jpg

Das "V" steht übrigens für "VORLAUFWERK" ..... später wurde sowas "Selbstauslöser" genannt.

Das also sind die beiden Modelle der erfolgreichsten Haupt-Baureihe "Bessamatic".

Seltener sind das Grundmodell "BESSAMATIC-m" und die "BESSAMATIC CS".

Das Modell "m" ist um die Nachführbelichtungsmessung/-steuerung abgespeckt. Die Belichtung muss also manuell ermittelt werden.

Das CS-Modell hat eine batterieabhängige TTL-Belichtungsmessung mit gekoppelter Nachführsteuerung.
Von der Bedienung her unterscheidet sie sich von der "Bessamatic" nicht, ihre batterieversorgte TTL-Messung ist aber schwachlichtempfindlicher als die SELEN-Außenmessung der Bessamatic.

Es gibt auch noch die Baureihe "ULTRAMATIC" .... eine mechanisch hochkomplizierte Variante von Voigtländer mit sog. Rückkehrspiegel (auch Rückschwingspiegel).

Heute ist Rückkehrspiegelsteuerung bei SLRs selbstverständlich, damals war's noch selten. Ein "RETURN MIRROR" ist ein SLR-Spiegel, der nach der Auslösung der Kamera automatisch wieder herunterklappt.
Genau das können die Modelle der BESSAMATIC Baureihe von Voigtländer mit einer Ausnahme noch nicht ..... nur die Ultramatic kann das.

Bei den oben gezeigten Modellen bleibt also der Spiegel oben und nach der Auslösung bleibt der Sucher dunkel! Wer "was sehen will" muss also zuvor die Kamera spannen bzw. den Film transportieren.

Leider ist gerade die Voigtländer Ultramatic genau das Modell, das ich nicht empfehle!!! Ihre Spiegelrückkehrsteuerung ist in Kombination mit dem Zentralverschluss feinmechanisch so extrem kompliziert, dass die Kamera immer schon sehr störanfällig war. Kameras, die heute noch funktionieren sind daher sehr selten .... und dass sie lange funktionieren, ist sehr unsicher.

Für alle anderen Voigtländer Zentralverschluss-SLRs gilt jahrzehntelange Zuverlässigkeit als ziemlich sicher.

Tatsächlich ist auch meine neue UR-Bessamatic in einem sensationell schönen und technisch einwandfreien Zustand. Auch bei dieser Kamera funktioniert der empfindliche Selenmesser immer noch klasse, hat aber etwas an Empfindlichkeit nachgelassen, was unvermeidlich ist. Ich hatte das Thema oben ja ausführlich erläutert und auch, wie man die Messung berichtigen kann.

Meine DE-LUXE braucht 1 ISO-STUFE Pluskorrektur und das 1958er Modell 1,5 ISO-Stufen Plus-Korrektur bei der ISO-Einstellung für dann sehr genaue Belichtungsergebnisse.

WILL sagen .... wenn die Selenzelle nach 60 Jahren um ein EV nachgelassen hat, dann stellt man eben statt ISO 100 ISO 200 ein, wenn man einen ISO 100 Film belichten will. Ein Abgleich kann mit einem zuverlässigen Handbelichtungsmesser erfolgen.

Es soll weitergehjen mit dem neuen COLOR-SKOPAR 50mm/2,8 Objektiv

STAY TUNED!

Grüße und rettet Film .....😊

Klaus

P.S: Auch Photos mit der neuen alten Kamera werden hier folgen ... bleibt dran!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #46
Die drei Voigtländer 50mm-Objektive.

Das Color-Lanthar war damals das preisgünstigste 50mm für die Bessamatic.
Der hervorragende Dreilinser war damals schon ein Klassiker und konnte einfach übernommen werden.
Die Rechnung ist viel älter, als das Bessamatic System. Das Lanthar diente schon viel früher an zahlreichen
VITO und VITORET Messucher Voigtländendern. Natürlich musste das Lanthar umgebaut werden, nämlich für den SLR-Gebrauch auf Springblende und Wechselbajonett.

Das Lanthar ist dennoch das mit Abstand seltenste 50er für die Bessamatic. Es passte einfach nicht, an die damals extrem teure Bessamatic ein Budget-Objektiv zu setzen. Die meisten Käufer entschieden sich dmals also für das COLOR-SKOPAR Objektiv in Verbindung mit der UR-Bessamatic.

Das Lanthar wurde (wenn überhaupt) nur mit der günstigeren abgespeckten Bessamatic-m bestellt.
Aus Kostengründen verzichtete man beim Lanthar auch auf das hübsche Tiefenschärfe-Anzeigesystem, mit den roten sich automatisch bewegenden Zeigern .... je nach Blende .... ich zeige das noch unten.

Hier das BUDGET Lanthar OHNE die besagten Tiefenschärfe-Zeiger:

Bild - 15.jpg

.....und hier das im Vergleich deutlich teurere COLOR-SKOPAR mit eben diesem Feature:

Bild - 14b.jpg

Es gibt im Netz einige Vergleichsaufnahmen (Lanthar gegen Skopar) mit dem von mir bestätigten Ergebnis, dass sich beide Objektive nicht ganz viel nehmen! Ich zeige ja oben schon Lanthar-Aufnahmen, die an Bildbrillanz und Schärfe der Marke Voigtländer alle Ehre machen.
Es war eben einfach möglich, Kleinbild Achromaten hervorragender Qualität mit nur drei Linsen bis zu einer Lichtstärke von 1:2,8 zu bauen.
Die Bezeichnung "COLOR" bei beiden Objektiven zielte darauf ab, dass chromatische Abberationen bei solchen Objektiven behoben sind .... und ich habe auch noch nie Farbsäume bei Voigtländer Objektiven finden müssen.

COLOR SKOPAR 50mm/f:2,8

Das 1958 ebenfalls verfügbare und deutlich teurere COLOR-SKOPAR ist eine Vierlinsen-Rechnung und schon daran zu erkennen, dass eben die typischen (ich finde genialen) Tiefenschärfezeiger nicht fehlen.
Wie gesagt ... das Lanthar zu toppen war kaum möglich ... denn das ist ja schon sehr sehr gut .... beworben wurde es jedenfalls als "noch besser".

SEPTON 50mm/f2,0

Das "Septon" war ebenfalls ab Produktionsbeginn 1958 als TOP-Optik für unverschämt viel Geld verfügbar.
Wie der Name "Septon" ja auch schon vermuten lässt, handelte es sich dabei um einen damals hochlichtstarken Siebenlinser und das damals als "höchstentwickeltlte" 50er der Welt geltende Objektiv.

Ende der 1950er waren 2,0er Objektive noch selten .... zumal wirklich brauchbar scharfe.
Das Septon war damals ein wirkliches Statussymbol und Imageträger für Voigtländer.
Die Gebrauchtpreise für ein Septon sind in den letzten Jahren enorm gestiegen und weiter anziehend.
Ich bin froh, ein solches noch zu einem vernünftigen Preis bekommen zu haben:


Voigtländer SEPTON 50mm f:2.0:

Bild - 4.jpg

Links das SEPTON an der De-Luxe und rechts das "neue" COLOR-SKOPAR an der Ur-Bessamatic

FAZIT: Alle drei 50er von Voigtländer machen dem Hersteller alle Ehre und liefern auch heute noch
wundervoll ab. Beim SEPTON gilt es zu wissen, dass es leider nicht in die Standard-Kamera-Ledertasche passen will! es ist schlicht "zu dick"!🤣

Allein das macht es mir ja schon sympathisch .... schließlich passe ich ja auch nicht in jede Hose!😂

Wenn man damals das SEPTON gleich mitbestellt hatte, bekam man eine passende (also größer ausladende) Bereitschafts-Ledertasche gleich dazu. Diese Taschen sind leider sehr selten .... ich suche eine solche schon lange vergeblich.

Soo .... oben habe ich Aufnahmen mit meiner DE-LUXE gezeigt .... und natürlich sollen auch Photos mit dem Neuzugang ... eben der 1958er UR-Bessamatic nicht fehlen .......

STAY TUNED ..... Film will auch in 2023 noch belichtet werden ....

ES FOLGEN Bessamatic-1958 ..... die Photos

Grüße und rettet Film .,...😊

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #47
Bildergebnisse mit der neuen UR-BESSAMATIC und mit dem neuen Color-Skopar 50mm /f:2,8

Die Voigtländer Bessamatic gilt (in beiden Varianten) als sehr langlebig und zuverlässiges Arbeitstier.
Qualität hatte damals ihren (hohen!) Preis .... immerhin, man bekam Qualität!

Wie oben mehrmals erwähnt, ist der SELEN-Belichtungsmesser bei JEDER SELEN-Messer Kamera das große
Fragezeichen. War die Kamera dunkel gelagert, hat er überlebt, stand sie jahrelang in der Vitrine oder gar in der Sonne, ist er leider unwiederebringlich tot.

Auch meine UR-Bessamatic hat glücklicherweise mit intakter SELEN-Zelle 65 Jahre lang überlebt (kleine ISO-Korrektur habe ich oben schon erwähnt) und ging somit von mir filmlos geprüft vermeintlich tauglich an den Start .... ganz genau weiß man das aber immer erst, wenn man den entwickelten Film zum Trocknen aufhängt .... und ja ... VOLLTREFFER .... der Streifen zeigt korrekte Belichtung (an der sog. DICHTE der Negative zu erkennen ..... also der "Schwärzung" .... auch wenn das bei Farbfilmen eigentlich falsch ist).

Bild - 1.jpg

Ich liebe ja Farbfilm .... der aber ist im Moment aufgrund der erfreulich angestiegenen Nachfrage sehr schlecht verfügbar bzw. teuer ist.
Zur Verwendung kam also KODAK VISION 2 CINE-Film, den ich in einer größeren Charge sehr günstig (weil überlagert) kaufen konnte.
Natürlich muss man dieses Material selber in Patronen spulen und auch selber entwickeln (Remjet-Problematik .... habe ich an anderer Stelle ja schon geschrieben)

Unterwegs war ich mit drei Objektiven ... den "neuen" Color-Skopar 50er, dem 35mm/f3,4 Skoparex und dem 135mm Super-Dynarex f:4,0


#1
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Es wäre interessant zu wissen, wie lange es her war, dass diese Kamera ihr letztes Photo geliefert hatte???
Jetzt jedenfalls wurde sie 65 Jahre nach Produktionsbeginn des Modells wieder indienst gestellt .... 😊

......ein für mich sehr schöner Moment!

Grüße und rettet Film

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #48
Moin Klaus,

ich bin begeistert von Deinem Bericht !!!!!!

Zum Septon glaube ich mich erinnern zu können irgendwo gelesen zu haben, daß die 7. Linse deshalb notwendig war, um den breiten Lichtstrahl der 2.0-Linse durch den engen Zentralverschluß hindurch zu bekommen.

Es gab auch noch eine abgespeckte Bessmatic M, von der nur 6000 Exemplare gebaut wurden. Ich kann nächste Woche schauen, ob ich sie wiederfinde und mache dann Fotos von ihr.

LG Gerhard
 
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #49
Moin Klaus,

ich bin begeistert von Deinem Bericht !!!!!!

Zum Septon glaube ich mich erinnern zu können irgendwo gelesen zu haben, daß die 7. Linse deshalb notwendig war, um den breiten Lichtstrahl der 2.0-Linse durch den engen Zentralverschluß hindurch zu bekommen.

Es gab auch noch eine abgespeckte Bessmatic M, von der nur 6000 Exemplare gebaut wurden. Ich kann nächste Woche schauen, ob ich sie wiederfinde und mache dann Fotos von ihr.

LG Gerhard
Hallo Gerhard,

tatsächlich hat gerade der Kamera-Gehäusebasierte Zentralverschluss des Bessamatic/Ultramatic-Kamerasystems die Konstruktion diverser Objektive erschwert oder unmöglich gemacht.

Ich hatte das (glaube ich) damals oben schon mal andiskutiert ......
Eigentlich gehört der Zentralverschluss ja IN DAS OBJEKTIV und ganz idealerweise genau dahin, wo die Blende ja auch hingehört .... in die Hauptebene der Optik.
Ist das technisch nicht möglich, dann muss der Verschluss aber zumindest MÖGLICHST NAHE an die Hauptebene der Optik heran ..... im Falle der Bessamatic eben direkt hinter die jeweiligen Rücklinsen der Objektive.
Ansonsten vignettiert der Verschluss .... gerade bei kurzen Verschlusszeiten.

Insbesondere hochlichtstarke Objektivkonstruktionen waren schwierig oder gar nicht möglich, weil Voigtländer halt eben diesen relativ kleinen DKL-Zentralverschluss als Konstruktionsvorgabe zu berücksichtigen hatte. Auch Weitwinkelobjektive waren schwierig zu rechnen, weil die Rücklinse ja immer noch vor den Verschluss musste .... was extreme Retrofokus-Rechnungen erforderlich machte.
Ich beschreibe ja oben, dass man die 28mm nur mit einem umgebauten Schneider Kreuznach Objektiv erreichen kann ....
Letztlich gabe es also Gründe, warum der Tuchschlitzverschluss das Rennen machte ... später der Stahllamellen-Schzlitzverschluss .... und heute die Spiegellosen .... die den Optikern maximale Gestaltungsfreiräume bieten, weil man fast beliebig nahe an die Filmebene (Bildebene) herankonstruieren kann.

NICHTSDESTOTROTZ:

Die vorhandenen Voigtländer Objektive sind ein Traum in scharf ..... das Kamerasystem macht auch heute noch sehr viel Spaß und gute Photos.

Grüße und rettet Film

Klaus

P.S. Ich freue mich auf Deine Bessamatic-m. 😊 Die "m" war eine abgespeckte Bessamatic ohne Selen-Belichtungsmesser und gekoppeltes Nachführsystem. Sie wurde i.d.R. mit dem heute seltenen Lanthar 50mm Objektiv verkauft. Insbesondere das seltene Lanthar ist bei Sammlern sehr beliebt und gesucht.....
eine "Wertanlage"🤣
Schau mal nach .... es sollte mich nicht wundern, wenn da ein Lanthar 'dran ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #50
Moin Klaus,

heute bin ich endlich mal wieder dort, wo die meisten meiner Schätze sind ...
Hier ein Foto von der Bessamatic M

DSC_0025.jpeg


Zuguterletzt noch ein Foto von der Ultramatic und dem Zoomar ... ich trau mich nicht einen Film einzulegen, weil ich zu viel Angst habe, daß sie kaputt geht. Im Moment sieht es aus, als wenn da noch nie ein Film drin war.

DSC_0032.jpeg

Gelb markierte Schraube signalisiert, daß das Objektiv für die Blendenautomatik der Ultramatic geeignet ist.

gelb.jpg

Ich habe leider kein Lanthar 😢

Liebe Grüße Gerhard
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #51
Noch ein Nachtrag:
wie alles so haben die Russen auch versucht eine Bessamatic nachzubauen, natürlich wie immer in russischem Barock - pottenhäßlich: eine Zenit 6 mit Rubin-1, 2,8/37-80mm. Die Kamera hat auch einen Zentralverschluß mit DKL-Bajonett. Aber das Auflagemaß beträgt nicht wie bei der Bessamatic 47.6 mm sondern 49,9 mm.

DSC_0034.jpeg

Das Vega-3 2,8/50mm hatte sogar die kleinen roten Tiefenschärfenzeiger ...

DSC_0035.jpeg

... und die Filmrückspulkurbel ist komischerweise an der Seite ...

Liebe Grüße Gerhard
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #52
Hallo Gerhard,

danke für Deine tollen Beiträge, die ich (urlaubsbedingt) leider nicht mitbekommen hatte!

Deine Ultramatic CS sieht ja wirklich wie neu aus ..... schönes Teil .... (die technischen Probleme damit
hatte ich ja oben schon erwähnt ..... ABER ....

DU HAST ABER GLÜCK!😊

Die leider übliche Unzuverlässigkeit bzw. Störanfälligkeit der Ultramatic-Ur-Variante beruht ja
auf ihrer unendlich komplizierten Feinmechanik für den Rückschwingspiegel!!!

Auf eben diesen Rückschwingspiegel wurde wegen der ständigen, teuren und schwierigen Reparaturen
bei der CS wieder verzichtet!

Die Ultramatic CS hat also keine Spiegel-Rückschwing-Mechanik mehr und ist wieder ebenso zuverlässig, wie eine Bessamatic!!

Es spricht also nichts dagagen, die Kamera auch heute bedenkenlos zu benutzen.

Sollte ihr Verschluss wegen Verharzung klemmen, so ist das ohne Zerlegung so einfach zu beheben, wie ich das eingangs für die Bessamatic beschreibe.

Viel Spaß also auch heute noch mit Deiner Ultramatic-CS.

Grüße und viel Spaß mit Film

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #53
Hallo zusammen,

meine Bessamatic-Sammlung konnte um zwei weitere, sehr seltene Kurztele-oder-Portraittele-Objektive
wachsen.

Das meistverkaufte Standard-Teleobjektiv war das 135mm/f:4 SUPER-Dynarex, das man auch heute noch problemlos und günstig kaufen kann:

Bild -  7.jpg

Dieses kleine und sehr scharfe 135er hatte ich oben ja schon vorgestellt und auch Aufnahmen gezeigt.
Das Super Dynarex 135mm hat insofern einen Nachteil, als dass es eine Naheinstallgrenze von 4m hat.

Der spezielle "Portrait-Vorsatz", den ich oben gezeigt hatte, löst dieses Problem zwar schon und mit den Standard-Focaren kommt man auch in den Nahbereich, aber wirklich komfortabel ist das natürlich nicht.

Kommen wir also zu den beiden Kurztele-Objektiven aus dem Voigtländer-Objektivprogramm:

Grüße und rettet Film

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #54
....... Während das Super-Dynarex 135mm extrem erfolgreich war, führten die beiden Portraittele
nur ein "Schattendasein".

Beide sind heute nur selten im Handel ... aber ... wer sie möchte wird mit etwas Geduld noch drankommen
können ... so wie ich auch:

Bild -  1.jpg

Dynarex 90mm/f:3,4 und Dynarex 100mm/f:4,8 ........ seltene Kurztele für die Bessamatic.

Zum Vergleich ..... während vom 135er ca. 105.000 Stück verkauft werden konnten, kommen die
beiden Portrait-Tele nur auf jeweils ca. 4.000 Stück über die gesamte Produktionszeit der Baureihe.

Historisch gesehen ist das 100mm die ältere Rechnung .... noch aus Vor-Bessamatic-Zeiten, während das
90mm erst nach Einführung der Bessmatic im Verkauf war.

Beide Varianten standen aber ab 1960 zur Verfügung .... das 100mm bis 1964, das 90mm wurde
1966 aus der Produktion genommen ... aus Lagerbeständen dann aber bis Ende der Baureihe
abverkauft.

Warum beide Objektive nicht sonderlich erfolgreich waren, erklärt sich bestimmt nicht aus mangelnder
Qualität, sondern eher durch die damals sehr hohen Verkaufspreise.
135mm war eben die Standard-Tele-Brennweite und wohl beliebter.

Beide sind sehr kompakt!

Beide haben kurze Naheinstellgrenzen .... insbesondere das 100er mit nur 1m:

Bild -  3.jpg

Das lichtstärkere 90mm bringt es auf akzeptabele 2m ......

Bild -  4.jpg

Das 100mm Dynarex Tele schafft sogar nur einen Meter Aufnahmeabstand:

Bild -  5.jpg

Beide Kurztele nehmen die Voigtländer Standard-Focar-Nahbereichs-Vorsätze. 😊

Bild -  6.jpg

Die gezeigte Streulicht-Blende passt ebenso für beide Objektive.

Die Abbildungsleistung entspricht natürlich dem Anspruch, den Voigtländer damals an alle Objektive der
Baureihe stellte und ist wirklich tadellos:

Dynarex 90mm / KODAK VISION 2

Bild -  108b.jpg

Dynarex 100mm / KODAK VISION 2

Bild -  95b.jpg

Grüße und rettet Film😊

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #55
Wow!

Lieber Klaus, da hast Du ja noch 2 richtige Perlen, die mich auch interessiert würden ...

das 100er scheint besonders rar zu sein ...

Zum richtig freistellen sind die kleinsten Blenden zu klein (war das Portät mit Offenblende?), aber das war vermutlich in den 50igern noch nicht so in Mode

Wenn ich den Film in meiner alten Kodak zu Ende fotografiert habe getraue ich mich dann mal an die Ultramatic ... wenn du wirklich meinst, daß ich nichts kaputtmachen kann ...

Liebe Grüße

Gerhard
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #56
Wow!

Lieber Klaus, da hast Du ja noch 2 richtige Perlen, die mich auch interessiert würden ...

das 100er scheint besonders rar zu sein ...

Zum richtig freistellen sind die kleinsten Blenden zu klein (war das Portät mit Offenblende?), aber das war vermutlich in den 50igern noch nicht so in Mode

Wenn ich den Film in meiner alten Kodak zu Ende fotografiert habe getraue ich mich dann mal an die Ultramatic ... wenn du wirklich meinst, daß ich nichts kaputtmachen kann ...

Liebe Grüße

Gerhard

Hallo Gerhard,

ich denke ich habe ALLES, -was es zur Voigtländer Bessamatic/Ultramatic gibt-, gelesen.
Das Problem bei den ersten ULTRAMATICs war die nicht beherrschbare Spiegel-Rückkehr-Mechanik!

Nach dem Auslösen der Kamera musste die "Energie" zum erneuten Herunterklappen des Spiegels durch eine hochkomplizierte Ferderspeichermechanik erzeugt werden.
Wenn dieser Ablauf mal klemmt, gibt es keine Möglichkeit, den Auslösevorgang der Kamera irgendwie "künstlich" ablaufen zu lassen .... zum Beispiel, um die Feinmechanik zu schmieren.

Wenn eine "normale" Bessamatic aufgrund ihres Alters mal klemmt, dann kannst Du sie (wie ich oben ja schon schrieb) zu fast 100% damit zum Verschlussablauf bringen, dass du sie etwas erschütterst!

Ich hatte das bei meiner DE-Luxe ja (wie oeben geschrieben) mit einem Holzbrett gemaht .... auf das ich sie gelegt hatte ... und dann das Brett mit einer Schlagbohrmaschine erschüttert!

So kriegt man übrigens fast jeden altersbedingt klemmenden Zentralverschluss erstmal zum Ablauf, bevor man ihn dann mit Kriechöl und Reinigungs-Alkohol fast immer wieder flott kriegt.

Bei der UR-Ultramatic ist das i.d.R unmöglich .... LEIDER .... die hat in ihrer Zeit schon sooo viel Ärger gemacht, dass Voigtländer die Spiegelrückkehr wieder ausgebaut hat.

Deine CS hat den MIST nicht mehr. Da gibt es keinen RETURN MIRROR mehr .... die hat wieder die robuste und zuverlässige Feinmechanik der Bessamatic .... natürlich incl. der bezeichnenden Blendenautomatik.

ERGO:

Mit der fachgerechten Inbetriebnahme einer alten Kamera kann man nix kaputtmachen!
Wenn sie nicht funktioniert, war sie ja vorher schon kaputt!

Wenn sie zuvor in der Vitrine gestanden hat .... bitte .... das geht dann immer noch!

Die alte Voigtländer ist ein Erlebnis!!! Damit zu photographieren ist NICHT alltäglich .... macht enormen Spaß und bereichert die Photographie als Qualität enorm ..... EINFACH MACHEN! 😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #57
Hallo Gerhard,

bei 90 oder 100mm Brennweite kann man (nach meiner Meinung) auch mit damaligen Offenblenden schon
gut freistellen ....

Gucken wir doch mal:

SCREEN.jpg

Bei 100mm Brennweite und Blende 5,6 ergibt sich für Kleinbild und einen Motivabstand von 1,5m gerade mal eine Tiefenschärfe von 7cm.

In etwa das gleiche Freistellungspotential hast Du bei 50mm, einem Meter Abstand und Blende 2,0 .... und da meckert niemand.😊

Prtraits, wo nur noch die Augen (so frontal im selben Kameraabstand) scharf sind ... Nase und Ohren aber nicht mehr ..... also .... da sind viele nicht mehr mit einverstanden ... auch wenn technisch heute möglich.


Mit den alten Objektiven geht schon einiges .... auch heute noch.😊

Grüße und rettet Film

Klaus
 
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #58
Moin Klaus,

ja, wenn ich jetzt nochmal gucke ... ja das stimmt; ich sehe jetzt die Dreidimensionalität auch beim 100mm Bild ...

ok also nehme ich sie demnächst mal in Betrieb ...

Das mit dem Schlagbohrer ist eine super Idee ... Ich hatte mal eine verklebte Canon T90, die erste Kamera mit modernem Design (ich glaube von Colani), da mußte ich mit einem Stabmagneten eine bestimmte Stelle neben dem Objektiv magnetisieren und habe danach die Kamera jedesmal beim Auslösen auf den Teppich gekloppt (Profi Kameras müssen das aushalten) ... ja und nach ein paar mal ging sie dann ...

Liebe Grüße

Gerhard
 
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #59
......🤣..... das mit dem vibrierenden Brett ist vielleicht doch "schonender" .....🤣

Grüße

Klaus
 
  • Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait .... Beitrag #60
Moin,

ich habe gerade ein Dynarex 4,8/100mm in meinen Schubläden entdeckt ...😅

Liebe Grüße

Gerhard
 
Thema:

Voigtländer Bessamatic ..... Ein Kameraportrait ....

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