Hallo,
ein paar kleine Anmerkungen. Die in [1] verlinkten Fotos sind nach dem Stand der Technik 'scharf'. Für die Bemessung der Schärfentiefe muss man einen zulässigen Zerstreuungskreis-Durchmesser festlegen. Dieser wird meist mit 1/1500stel der Bilddiagonale angenommen, bzw. 0,067% der Bilddiagonalen. Mehr kann man als normalsichtiger Mensch nicht auflösen. Und selbst mir guten Augen kommt man nicht weit unter diese Marke.
Nehme ich das scharfe der beiden Bilder und appliziere einen Gausschen Weichzeichner darauf, erhalte ich bei einem Wert von ca. 0,6 Pixel eine ähnliche Unschärfe wie im defokussiert aufgenommenen Bild. Das wäre ca. 0,02 % der Bilddiagonalen. Also technisch gesehen, immer noch im Fokus.
Wie Andreas schon schrieb, das Problem wird bei der SD1 nur durch die hohe Sensorauflösung eher sichtbar.
[1] -
http://www.bilderforum.de/t21266-sd...am-rad-50-mm-f2-8-ex-dg-makro.html#post221719
Ein Stück weit muss man fragen, inwiefern dieser Auflösungswahn sich überhaupt mit dem SLR-Konzept vereinbaren lässt. Neben den Objektiven, der Fokussierung limitieren mit der Verwacklung durch den Kameranutzer sowie die Erschütterung durch Schwingspiegel und Verschluss die erzielbare Auflösung. Wenn man wirklich sehr hochauflösenden und sehr scharfe Bilder haben will, gibt's da sicher von vornherein bessere Konzepte als eine SLR. Die SLR hat eher in der Anwendung Vorteile, nicht bei den Resultaten.
Wenn ich meine alte 7 MP DSLR auflösungstechnisch ausreizen wollte, ging das nur mit Stativ und Spiegelvorauslösung. Also nur für statische Motive.
Zur Ausgangsfrage: Ein Makroobjektiv ist, wie der Name schon sagt, für Nahaufnahmen gerechnet und optimiert. Dass der AF bei unendlich so seine Schwierigkeiten hat, liegt schlicht in der Natur der Sache. Die Bilder zeigen mir deutlich, dass zu wenig abgeblendet wurde. Aber auch bel Blende 16 wird ein auf unendlich optimiertes Objektiv immer einen Vorsprung haben.
Das mag ein Zeissianer messen können, praktisch relevant ist das nicht. Wenn die Optik bei F16 noch signifikant von Abbildungsfehlern limitiert wäre, hätte man bei F4.0 nur noch Bildmatsch (aufgrund der mit der Blendengröße recht rapide steigenden Abbildungsfehler).
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Das ganze funktioniert nur bei nicht zu lichtstarken Optiken, weil das Sucherbild nur eine abgeblendete Version des eigentlich Mattscheibenbildes ist. Je nach Kamera funktioniert das ab F2.8 bis F4.0 ganz gut. Bei F1.4 geht's leider nicht.
Es ist im Vergleich zum 50/2,8 mit der Blende 4 bei 70 mm auch etwas unempfindlicher.
Ist das so? Gefühlt eher nicht. Beide haben von vorn gesehen ca. 17 mm Blendendurchmesser ("Eintrittspupillendurchmesser"). (70/4 bzw. 50 / 2,8)