Hallo zusammen,
ich habe ja schon mehrmals geschrieben, dass ich im Chmie-Photolabor quasi groß geworden bin. Ich kann die Chamikalien (mit absoluter Sicherheit) am Geruch erkennen und den jeweiligen Prozessen zuordnen.
Ich habe noch Baryt Photopapiere auf beheizten Pressen getrocknet (bevor das glatt trocknende PE-Papier zum Standard wurde. Ich könnte (immer noch blind) jeden Kleinbild- oder Rollfilm in eine Entwicklungsspule einziehen (das wurde mir (notwendigerweise) mal im Stockdunkeln beigebracht (da war ich 11 Jahre alt).
Ich weiß noch viel von sog. "Grundzahlen" auf den Verpackungen von Colour-Photopapieren. Man musste beim Kauf verschiedener Papiergrößen darauf achten, dass diese übereinstimmten, ansonsten musste beim Wechsel der Papiergrüßen immer wieder neu weißabgeglichen werden (den Ausdruck gab's noch nicht) Man nannte das bis in die 90er Jahre "Anfiltern".
Ich könnte noch heute ein farbstichiges Photo (Ausbelichtung) dahingehend ziemlich treffsicher beurteilen, welcher Korrekturfilter da in den Kopf des Vergrößerungsgerätes eingelegt werden müsste, damit's anschließend passt, bzw. welcher Filter-Prozentwert an einem "modernen" Vergrößerungskopf eingestellt werden müsste.
Ich kann eine Kleinbild-Filmpatrone nicht nur zerstörungsfrei im Labor öffnen, sondern auch mit Meterware im Dunkeln neu befüllen ... das verlernt man wohl nicht.
Ich habe seit 1999 keinen Film mehr belichtet! Nichts war und bleibt sooo genial wie das digitale Photolabor.:daumen::klatschen:
1999 hatte ich meine 2. Digitalkamera und habe dann Schritt für Schritt die digitale Bildverarbeitung für mich entdeckt. WOW WOW WOW!!!:daumen:
Damals war schon abzusehen, dass DIGITAL nicht nur kreativer werden würde, sondern letztlich auch qualitativ besser. Ich war mir damals schon ganz sicher, dass die indiskutabel teuren Profi-Kameras, die damals schon zeigten, was möglich werden würde, in einigen Jaheren auch für mich bezahlbar werden würden.
Genau das ist passiert ... klasse Entwicklung.
Nostalgie ... ja ... ich liebe altes Zeug .... altes Photo-Zeug, das sich digital nutzen lässt!!:daumen:
Ich hätte bei konventioneller Photographie schon gar keine Lust mehr, kubikmeterweise Negative trocken und kühl lagern zu müssen. Da geht enorm viel Platz bei drauf. Etwas wiederzufinden kann sehr zeitraubend werden. Ich muss nicht erwähnen wie genial einfach und präzise sich digitale Bildwerke archivieren speichern und wiederfinden lassen. Der Platzbedarf geht gegen null und digitale Daten altern nicht.
Also bei aller Nostalgie .... neeee ... ich möchte nicht zurück. Hier vor dem 27-Zöller-WIDE Bildschirm ist es viiieeeeel angenehmer als im dunkelen Keller-Photolabor ... gesünder und umweltfreundlicher ebenso.
Digital ist schon wirklich genial!
Lass Dir aber trotzdem die konventionelle Photographie nicht ausreden .... ich wünsch' Dir viel Spaß dabei. Es darf immer auch anders gedacht werden.
Grüße und viel Spaß mit Deinen Silbehalogenid-Photos.
Klaus