Einsteigerfrage: 1/3 der Abzüge sind matschig grau...warum?

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  • Einsteigerfrage: 1/3 der Abzüge sind matschig grau...warum? Beitrag #1
derda
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Hallo zusammen,

habe beim Aufräumen im Keller die alte Minox 35 GT meiner Mutter gefunden und dies zum Anlass genommen mal mit der analogen Fotografie zu beginnen.
Der Plan war also fix den ersten Film meines Lebens (Ilford HP5 plus 400) durchzuknipsen um mal zu schauen ob die Kamera noch geht und bestenfalls noch etwas vom Ergebnis zu lernen. Habe also schnell auf dem Weg zur Arbeit und in der Mittagspause eine Handvoll unterschiedlicher Situationen fotografiert. Da ich nicht wusste ob der Film überhaupt richtig belichtet wurde, habe ich den Film vorerst nur bei DM zum entwickeln gegeben. Nun habe ich die Auszüge vorliegen und bin etwas verwirrt. 1/3 der 36 Abzüge ist matschig grau und kontrastarm.

(Bitte verzeiht das schlechte Foto von den Abzügen)
02.jpg
Die Bilder sind bei nahezu identische Lichtsituation zur gleichen Urzeit aufgenommen. Blende könnte sich unterschieden haben. Die Bilder rechts sind so wie ich mir unterbelichtete Aufnahmen vorstelle... aber was ist bei den linken Fotos passiert? Bei einer Überbelichtung müsste doch zumindest weiß ausgebrannte Flächen vorhanden sein oder stehe ich auf dem Schlauch? Oder könnte das eine falsch vorgenommene Tonwertkorrektur eines unterbelichteten Bildes vom Labor sein?

Hier noch ein paar Abzüge die Beispielhaft für den restlichen Film stehen......größtenteils unterbelichtet. Ich würde versuchen den nächsten Film bei grauem Wetter mit ISO200 zu belichten, oder wie seht ihr das? Alternativ den Film im Labor einfach +1 pushen lassen?
01.jpg

Beste Grüße und vielen Dank im Voraus 🍻
 
  • Einsteigerfrage: 1/3 der Abzüge sind matschig grau...warum? Beitrag #2
War die Minox vielleicht größeren Temperaturunterschieden ausgesetzt?
Dann kann das Objektiv durch Feuchtigkeit beschlagen.
Nach kurzer Zeit ist die Feuchtigkeit verdunstet und der Spuk wieder vorbei.
 
  • Einsteigerfrage: 1/3 der Abzüge sind matschig grau...warum? Beitrag #3
Grundsätzlich ein gutes Projekt, die Minox zu reanimieren 👍. Die zweite der beiden Bildersammlungen finde ich gar nicht so schlecht. Um dir Mut zu machen: Meine ersten Versuche in den 80ern sind nicht so gut ausgefallen 😋.

Wenn ich richtig sehe, hast du vom Großlabor sowohl die Filme entwickeln als auch die Abzüge machen lassen?
Da sollte man im Hinterkopf behalten, daß das Großlabor beides zwar ganz gut kann - aber es stößt schnell an seine Grenzen:
  • Die Schwarzweiß-Filmentwicklung im Großlabor ist (zumindest kenne ich das so aus den 80ern) zwangsläufig ein Kompromiß: Dort wandert alles (vermutlich) in einen Universal-Entwickler, der ganz gut arbeitet, der aber nicht aus jedem Film das Optimum herausholt. Ein Ausweg wäre es heute, den zu verwenden: Der wird als Schwarzweißfilm (!) in einem standardisierten Farbprozeß entwickelt, den jedes Großlabor beherrschen dürfte. Zusätzlich hat der XP-2 einen großen Belichtungsspielraum und kann eine Menge ausgleichen.
  • Auch die Abzüge aus dem Großlabor können bei kontrastreichen Motiven wie hier gern mal unbefriedigend ausfallen. Das war selbst in besten Farbnegativ-Zeiten ein häufiges Problem: die Maschinen im Labor wissen nicht, welche Bildbereiche wichtig und welche unwichtig sind, und machen eine Einheitsbelichtung. Ein Ausweg wäre: die Negative zuhause auf den Scanner legen (oder sie im Labor nach der Entwicklungs scannen lassen), in der Bildbearbeitung (z.B. , das kostet nix und kann viel 👍 ) bearbeiten und zuletzt digital im heimischen Drucker abziehen. Dann hast du alles in der Hand. (Natürlich kann man auch Filme wie Abzüge komplett analog in der eigenen Dunkelkammer verarbeiten - aber das würde ich eher als Langzeitprojekt ansehen: es braucht viel Zeit und Erfahrung, um wirklich hervorragende Abzüge hinzubekommen - wie ich über die Jahre bei einem professionell arbeitenden Schulfreund gesehen habe.)
  • Bei dem S-Bahn- und dem Fahrrad-Bild könnte ich mir vorstellen, daß die Minox bei der Belichtungsmessung einen Mittelwert aus der hellen Himmelsbereichen und den dunklen Bereichen bei Brücke und Laub gebildet hat: Die Negative packten dann die großen Kontraste durchaus noch; aber bei den Abzügen (das Papier verkraftet nur weniger starke Kontraste) war dann Schluß: Hier spielt auch mit rein, wie die Belichtung beim Abziehen im Labor gesteuert wurde. Möglicherweise hättest du dann zwar eine Blende überbelichten können, aber die automatisch arbeitende, nicht "mitdenkende" Labormaschine hätte davon etwas wieder geschluckt und dafür den Abzug etwas abgedunkelt. Potentieller Ausweg siehe oben: Negativ scannen (lassen), in GIMP die Kontraste etc. so bearbeiten, daß man einen guten digitalen Abzug davon machen kann.
  • Auch das Bild aus dem U-Bahn-Tunnel (oder sind das halblinks die Stützen der Hochbahn?) zeigt enorme Kontraste. Ich würde jetzt mal aus der Ferne denken: Das ist mit Abzügen aus dem Großlabor kaum besser machbar. So sahen damals meine analogen Abzüge von HP5-Nachtaufnahmen häufig auch aus. Auffallend und ermutigend übrigens, daß die Minox in dieser Dunkelheit die Belichtung offenbar korrekt gemessen hat. Meine Rollei 35 TE hätte bei bei so wenig Licht möglicherweise schon Probleme.
  • Warum das "oberirdische" (?) U-Bahn-Bild rechts unten ziemlich kontrastarm ausgefallen ist, kann man aus der Ferne schwer sagen - evtl. war das Licht eher diffus? Es könnte tatsächlich um eine, anderthalb Blenden unterbelichtet sein.
  • Die beiden Architekturbilder finde ich einwandfrei. Vielleicht ist das mit den Altbauten sogar glatt um eine halbe Blende überbelichtet. Aber da könnte wieder die Abzugsmaschine im Labor mit reingespielt haben.
Bei allem spielt hinein, daß Belichtungsautomatiken zwar viel können - aber nicht alles. Man muß je nach Motiv und Licht durchaus mal Korrekturen anbringen. Spätestens bei kontrastreichen Motiven wie hier.

Grundsätzlich könntest du - sofern du konventionelle Schwarzweißfilme nutzt - natürlich mit einer Blende Überbelichtung einen Versuch machen. Getreu dem alten Spruch für Negativfilme: "Belichte reichlich - entwickle kurz".

Die Push-Entwicklung würde ich hingegen erst mal zurückstellen. Kann man mit dem HP5 zwar gut machen (im Heimlabor sogar bis ISO 3200 / 36°), aber würde ich hier unnötig finden, wenn du einfach reichlicher belichtest. Zumal die Kontraste beim Pushen steiler werden - sich also bestehende Probleme da evtl. eher noch verschärfen.

Nicht aufgeben! 🙂 Eine Stadt wie Berlin gibt gerade für solche Alltagsaktionen so viele schöne Motive her, und kleine Kameras wie die Minox sind als Immer-dabei-Kamera perfekt.

Michael
 
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  • Einsteigerfrage: 1/3 der Abzüge sind matschig grau...warum? Beitrag #4
vielen Dank für die flotten Rückmeldungen und Tipps!
War die Minox vielleicht größeren Temperaturunterschieden ausgesetzt?
Dann kann das Objektiv durch Feuchtigkeit beschlagen.
Nach kurzer Zeit ist die Feuchtigkeit verdunstet und der Spuk wieder vorbei.
das könnte durchaus zutreffen, das wäre mir nie in den Sinn gekommen. Habe die Kamera immer im, mit Klamotten vollgestopften, Rucksack gehabt und draußen waren es nur 4 grad bei sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Bis auf ein Innenraumbild sind es auch immer die ersten Bilder die ich gemacht habe, sobald ich die Minox draußen rausgeholt habe. Da werde ich mal drauf achten.
oder sie im Labor nach der Entwicklungs scannen lassen
jetzt wo ich weis, dass die Minox Bilder macht, wäre das mein Plan für die nächsten Filme. Habe mir schon gedacht, dass die Entwicklung über die Drogeriemärkte nicht das Beste ist. Habe aber um die Ecke schon ein kleines Fotolabor gefunden. Wird Zeit dort Stammkunde zu werden auch wenn das meinem Portemonnaie nicht gut tut.😋
Auffallend und ermutigend übrigens, daß die Minox in dieser Dunkelheit die Belichtung offenbar korrekt gemessen hat.
Hat mich auch überrascht! Habe auf dem Weg zum DM noch die letzten Aufnahmen geschossen. Zudem auch noch in halber Bewegung ... in einer Hand das Rad und in der anderen die Kamera. Aber alle Bilder sind nicht unterbelichtet, wenn auch sehr kontrastreich.
Warum das "oberirdische" (?) U-Bahn-Bild rechts unten ziemlich kontrastarm ausgefallen ist, kann man aus der Ferne schwer sagen - evtl. war das Licht eher diffus? Es könnte tatsächlich um eine, anderthalb Blenden unterbelichtet sein.
Diffus auf alle Fälle. Grau bewölkt gegen 8 Uhr. Das kontrastarme wundert mich sehr. Würde bei einer Unterbelichtung immer mehr tiefes Schwarz erwarten und nicht so eine mittelgraue Suppe. Hat vielleicht ja wirklich was mit einer beschlagenen Linse zu tun. Bin immer nur kurz abgestiegen, habe die Kamera aus dem Rucksack geholt und hab das Foto ohne lange zu warten gemacht.
sicher nicht! Hätte nicht gedacht, dass ich nochmal so viel Freude am Fotografieren habe. Die Reise beginnt 😃
 
  • Einsteigerfrage: 1/3 der Abzüge sind matschig grau...warum? Beitrag #5
Habe aber um die Ecke schon ein kleines Fotolabor gefunden. Wird Zeit dort Stammkunde zu werden auch wenn das meinem Portemonnaie nicht gut tut.😋
Zum Scannen-Lassen könnte sich das lohnen. Vielleicht auch zum Abzüge-machen-Lassen, das würde dann halt in der Tat teurer.

Im benachbarten Aphog-Forum für analoge Fotografie läuft gerade (man muß sich allerdings im Forum anmelden, um lesen zu können) - da könnten durchaus auch Labore aus Berlin unter den Empfehlungen sein.

Nur die reine Farbfilm-Entwicklung (einschließlich des Ilford XP-2) kann man nach meinem Eindruck zumindest für den Anfang genausogut im Drogeriemarkt machen lassen. Ich weiß - es gibt da mitunter Diskussionen in Foren; und Entwicklungspannen kommen in den Großlaboren scheint's manchmal vor.

Würde bei einer Unterbelichtung immer mehr tiefes Schwarz erwarten und nicht so eine mittelgraue Suppe.😃
Nur der Vollständigkeit halber: Die dunklen Stellen auf den gelungenen Fotos scheinen in der Tat tiefschwarz zu sein?
Dann kann man nämlich Fehler beim Entwickeln ausschließen (wie ich sie mitunter beim Selbstentwickeln von Schwarzweiß-Diafilmen gemacht habe, wo die Schwärzen auch nicht richtig kamen).
 
  • Einsteigerfrage: 1/3 der Abzüge sind matschig grau...warum? Beitrag #6
Hallo,
meinen Glückwunsch für die Experimente, von den ersten gezeigten Aufnahmen abgesehen schauen doch die anderen s/w Fotos gut aus. Was will man verlangen von der Minox 35 GT, die kleinste Kleinbildkamera der Welt ihrer Zeit. Hatte mal mit der Kleinstbildkamera von Minox fotografiert, sie wird auch als Spionagekamera bezeichnet. Wenn Du mal nicht schnell, schnell machst, sondern Dich ganz bewusst der Fotografie widmest und Dich mit den Einstellungen vertraut machst, die Kamera an die Außentemperatur anpassen lässt, werden die Ergebnisse besser. Die DM Entwicklung ist nicht das Problem, natürlich sieht das jemand der selbst entwickelt, anders. Die Fotos mit dieser kleinen Kamera lassen sich nicht mit einer Mittelformatkamera vergleichen oder einer digitalen Vollformat-Systemkamera. Wenn Dir das Aufnehmen mit der kleinen Kamera Deiner Mutter Spaß macht, ist doch alles gewonnen, oder willst Du noch den Foto-Oscar gewinnen mit einer Minox 35?
 
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