Hallo zusammen,
Karsten hat hier recht!
die SVA funktioniert, wie von ihm beschrieben, genau so ...
1) Kamera samt Langtele auf Stativ montieren
2) Bildausschnitt wählen und Fokus setzen
3)
Auslösen! (Sinnvollerweise mit Kabelauslöser!) Jetzt klappt NUR der Spiegel hoch. Der Verschluss bleibt geschlossen. Kamera und Optik haben nun BELIEBIG viel Zeit, auszuschwingen.
4) Auslösen! Genau jetzt erst wird belichtet. Direkt im Anschluss an die Belichtung klappt der Spiegel wieder runter ... der Sucher ist wieder aktiv. Die jetzt erzeugten Schwingungen sind egal ... der Shot ist ja im Kasten.
Der Photograph bestimmt also bei wirklicher SVA den exakten Zeitpunkt der Aufnahme, nachdem er dem System ausreichend Zeit gelassen hatte, auszuschwingen.
Seh ich nicht so, denn bei der kx von Pentax ist das so beim 2s Timer.
erster Druck auf Auslöser -Spiegel klappt nach oben und die 2s laufen ab, danach macht der Verschluss seine Arbeit und der Spiegel klappt wieder runter.
mfg Lutz
Ok! Das wird dann so funktionieren, wenn 2s ausreichen, um Ausschwingen zu gewährleisten (ich find's recht kurz!) Für brachiale Brennweiten kann das nicht ausreichend sein.
Außerdem hat natürlich so der Photograph eben gar keine Kontrolle mehr über den wirklichen Zeitpunkt der Auslösung.
Ein wirklicher Ersatz für eine echte SVA ist das also IMHO nicht wirklich.
Abhilfe bei Kameras mit Liveview ....
Bei Kameras mit Liveview Option kann man sich dadurch helfen, dass man diesen aktiviert. Dabei klappt ja der Spiegel ebenfalls hoch ... das Livebild entsteht ja über den dauerbelichteten Bildsensor.
Bei CANON muss man allerdings beachten, dass man den AF so einstellt, dass über Sensorkontrast fokussiert wird ... und eben nicht über das AF-Messfeld-system. Eben im letzteren Fall klappt der Spiegel dann nämlich kurz zum Fokussieren wieder runter .. man hat nix gewonnen.
Für CANON ist das allerdings nur theoretisch ... alle mir bekannten Modelle haben nämlich eine SVA.
Grüße
Klaus
PS: Erster bzw. zweiter Verschlussvorhang ...

... das ist der ganz andere Film, der gar nix mit SVA zu tun hat!
Der 1. Verschlussvorhang ist derjenige, der den Verschluss öffnet. Eine Lamelle läuft mit endlicher Geschwindigkeit (meist vertikal, weil die Strecke dann natürlich kürzer ist) ab und lässt so das Licht auf den Bildsensor.
Wenn nun also der Verschluss von oben aus öffnet, dann wird die Bildoberkante natürlich einen "Schnaps" früher belichtet, als die Bildunterkante.
Der 2. Verschlussvorhang schließt nun den Verschluss (ebenfalls aus der selben Richtung). Da das Schließen nun ebenfalls (oben zuerst) geschieht, wird exakt jeder Pixel genau gleichlang belichtet.
Faktisch bedeutet das nun, dass die Bild-Oberseite insgesamt einen "Schnaps" früher belichtet wird, als die Bild-Unterseite.
Vorhang-Verschlüsse sind sogenannte "Schlitzverschlüsse". Was soll das nun wieder heißen??
Jeder Schlitzverschluss hat eine endliche "Ablaufgeschwindigkeit". Diese kann aus Verschleißgründen leider nicht beliebig hoch sein. Der 1. Vorhang läuft also mit endlicher Geschwindigkeit ab ... der 2. Vorhang schließt anschließend in selber Richtung mit exakt der selben Geschwindigkeit wieder.
Folge: Auch die Zeit, bei welcher der Bildsensor ganz frei liegt ist eben ENDLICH!
Bei den meisten Kameras ist nicht mehr als 1/250s Vollöffnung technisch zu realisieren. Eben diese 1/250s ist dann die kürzest mögliche Blitzsynchronzeit, die eine Kamera ermöglichen kann. Eine Blitzbelichtung braucht ja gerade einen komplett "freien" Bildsensor .... anders geht's nicht.
Wie realisiert die Kamera denn nun sowas, wie 1/4000s oder noch viel kürzer??!
Das geht mit einem unverschämt simpelen Trick, der dem Verschluss seinen Namen gab.
1. und 2. Vorhang laufen quasi gleichzeitig nacheinander ab. Was sich ergibt, ist ein mehr oder weniger schmaler Schlitz, dessen Unterkante der 1. Vorhang und dessen Oberkante der 2. Verschlussvorhang bildet.
Bei einer 1/2000s Belichtungszeit ist der Schlitz genau halb so "breit", wie bei einer 1/1000s Belichtungszeit.
Das Bildfenster wird also in Wirklichkeit gar nicht gleichzeitig belichtet, sondern zeitlich fortlaufend. Will sagen ... die Bildoberseite wird zeitlich früher belichtet, als die Bildunterseite.
In seltenen Fällen kann dieser Umstand (z.B. bei Hochgeschwindigkeitsaufnahmen) zu Bildfehlern führen. Eine technische Lösung gibt's da auch ... den Zentralverschluss.
Vorhangwahl, bei Blitzaufnahmen:
Üblicherweise wird ein Blitzgerät genau dann gezündet, wenn der 1. Verschlussvorhang gerade abgelaufen ist. Fast immer macht das so Sinn, um die Auslöseverzögerung zu minimieren.
Manche Kameras (oder Blitzgeräte!) bieten die Möglichkeit, den Blitz auf den zweiten Vorhang zu synchronisieren.... will sagen, der Blitz zündet ganz knapp, bevor der 2. Vorhang den Verschluss wieder schließt.
Bildwirkung:
Sync: 1. Vorhang: Der Blitz friert die Bewegung zu Beginn der Aufnahme ein. Wer nun Verschlussmäßig so belichtet, dass das Umgebungslicht für eine nachträgliche AL-Belichtung sorgt, der erreicht, dass das bewegte Motiv eine Lichtspur (VOR SICH) herschiebt.
Sync: 2. Vorhang: Der Blitz friert die Bewegung zum Ende der Belichtung ein ... die Lichtspur liegt folglich nun (HINTER) dem bewegten Motiv.
Sehr schön illustriert ist das alles
HIER!