SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später

Diskutiere SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später im Sigma Digitalkameras Forum im Bereich Sigma Forum; Hallo SIGMArianer! Meinen ersten Eindruck zur SDQ habe ich hier beschrieben, deshalb auch der Zweite hier. Es ist ja üblich, dass jede...
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #1
uwedd
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Hallo SIGMArianer!


Meinen ersten Eindruck zur SDQ habe ich hier beschrieben, deshalb auch der Zweite hier. Es ist ja üblich, dass jede SIGMA-Kamera in den Foto-Medien verrissen wird, von „Experten“, die so eine Kamera nie benutzen. Auf diese Kritiken gehe ich nicht ein, AF-Geschwindigkeit, High-ISO usw. usf. interessieren bei einer SIGMA einfach überhaupt nicht.


Mich treibt die ziemlich pauschale Kritik der tatsächlichen SIGMA-Benutzer um. Da ich diese Kritiken im wesentlichen nicht teile, möchte ich meine Sicht darstellen. Was wird am häufigsten kritisiert:


Detailauflösung/Detailschärfe schlecht/schlechter als vorher. Ja. Konstruktionsbedingt geringer weil z. T. interpoliert.. Aber m. E. nicht signifikant und für die Praxis nicht relevant. Wofür nutze ich die Files? Print 3x2 Meter? Ansicht am 4k-Monitor? Projektion HD mit Beamer (meine hauptsächliche Nutzung) oder oder oder nur zum theoretisieren („Pixelpeepen“)? Hier muss jeder selbst seine Prioritäten setzen. Aber auch am 4k Monitor gibt es an den Files nichts zu mäkeln. 3x2 Meter Prints habe ich noch nicht probiert, aber 60x80 cm werden noch kommen. Die hängen denn neben den Merrill-Prints.
Beispiel:


HD_SDIM1898sample.jpg

Rauschen bei ISO 100 „geht gar nicht“. Ja, der Sensor neigt schon bei ISO 100 sehr schnell zu einem allerdings sehr, sehr feinem Rauschen in bestimmten Situationen/Bildbereichen, z. B. bevorzugt im grünen Unschärfebereich. Dieses Rauschen ist aber erstens im SPP leicht beherrschbar und zweitens wenn überhaupt nur bei 100%-Ansichten erkennbar. Für viele Anwendungen völlig irrelevant. Die Quattro Files sind SEHR anders im Vergleich z. B. zur SD1. Man kann durchaus kräftiger entrauschen, ohne Details zu verlieren. Es gibt mehrere Stellschrauben (Details, Schärfe, Luminanzrauschen), welche ziemlich anders reagieren als vorher bei den SDs.
Beispiel:


HD_SDIM0163sample.jpg


Lichter lassen sich schlecht wiederherstellen. Na ja, vielleicht etwas weniger als bei der SD14, jedenfalls mehr als bei der SD15 und ziemlich vergleichbar der SD1M. Ich finde: mehr als ausreichend, selbst bei einer krassen Fehlbelichtung.
Beispiel:


HD_SDIM0045origSample.jpg


Wolken werden nicht mehr gezeichnet. Finde ich nicht. Das JPG OOC zeigt ganz gut, wie es wirklich aussah. Noch impressionistischerals meine SPP Variante mag Kunst sein, aber kein Abbild der Realität mehr.
Beispiel:


HD_SDIM0878sample.jpg




Der SIGMA-Bildeindruck (3D-Pop oder wie auch immer…) ist weg. Das will ich nun überhaupt nicht bestätigen. Die SDQ Files vertragen kräftiges drehen an allen Reglern, der SIGMA-Bildeindruck wie ich ihn mag ist sehr wohl erreichbar. Es bedarf etwas Übung, aber es geht. Ich setze neben der SDQ eine Sony a6300 ein, wahrscheinlich einer der besten Bayer-Sensoren zur Zeit. Auch mit viel Mühe sind die Brillianz, Detailtreue und Strahlkraft der SDQ-Bilder NICHT erreichbar. In Fragen der schieren Auflösung haben die neuen Bayer-Sensoren beachtlich aufgeholt, hier hat der Foveon kaum noch Vorteile. Und trotzdem ist da dieser besondere Bildeindruck.
Beispiel:


HD_SDIM0825.jpg


Welche Vorteile schätze ich nun an der SDQ.

  1. Spiegellos, EVF, manuelles fokussieren, Bedienungskonzept, für mich DER Kaufgrund gewesen, sonst wäre meine SIGMA-Karriere zu Ende gewesen. Es ist die mit Abstand am besten handelbare SIGMA.
  2. ENDLICH sind die grün-magenta-Wolken (fast) verschwunden. Das hat mich am meisten genervt, ewiges basteln bis grau wenigstens nahezu grau war.
  3. Nicht wichtig aber nett: spürbar besseres HIGH-ISO-Verhalten. Man kann durchaus mal einen 1600-ISO-Schuss wagen, zur Not.
  4. Ja, tatsächlich, mir gefallen die Quattro-Files, sie sind wesentlich „gutmütiger“ als alles bisher. Entspanntes Entwickeln. Wenn korrekt belichtet ist ein JPG OOC (oder alle Regler 0) für normale Nutzung (HD-Ansicht, A4 Druck) geeignet. Wenn ich mehr will, siehe oben.
Ach ja, schon mal den Hi-Res-Modus (nicht SFD) beim Entwickeln probiert?? Da zeigt sich, was in den Files steckt.
Beispiel:


cSDIM0163shi.jpg

Alle Bilder sind in voller Auflösung auf meinem Flickr-Account.


Was nervt mich? Größe und Gewicht sowohl der Kamera als auch der Objektive… Seit Sony a6300 weiss ich, was geht. WARUM keine DPQx mit EVF und mit den 4 vorhandenen Linsen (14, 19, 30, 60) und noch ein paar mehr? Am besten mit E-Mount, dann verkaufen sie sich auch. Dann müsste die Quattro evtl. gehen. Dank MC11 dürften die Tr(a)um(m)objektive bleiben.
Mein Rat an jeden Quattro-Käufer: IN RUHE AUSPROBIEREN. 3 Testbilder und wieder weg? Schade drum.
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #2
PS: Kann ein Mod bitte den Titel korrigieren, SD statt DS.... Danke!
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #3
Done!

Und besten Dank für Deine detailierte Einschätzung :daumen:
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #4
...
  1. ENDLICH sind die grün-magenta-Wolken (fast) verschwunden. Das hat mich am meisten genervt, ewiges basteln bis grau wenigstens nahezu grau war...
Wie verhält sich die Kamera deiner Ansicht nach in diesem Punkt bei höheren Iso-Einstellungen, insbesondere bei eher schwachem Licht?
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #5
Vielen Dank für Deine ausführliche Einschätzung der Kamera und ihrer Qualitäten.

Mich interessiert weniger, was die Sigma bei hohen ISOs kann (da gibt es genügend Bildbeispiele und dementsprechend anschauliche Erkenntnisse) ... da ist sie definitiv schwach im Vergleich zur Bayer-powered Konkurrenz.

Wichtiger ist, ob sie bei ISO 100 und ISO 200 ihren Mitbewerbern nun überlegen ist, oder eben nicht.

Ich würde gerne mal ehrlich und gut aufgenommene Vergleichsaufnahmen an der Auflösungsgrenze im Vergleich zu einer guten Bayer Kamera sehen .... daran mangelt es ja irgendwie.:eek:

Wenn sie (was ja von Kritikern bezweifelt wird) auf Pixelebene nicht mehr wirklich sauberer und detailgenauer zeichnet, als die anderen, dann macht sie IMHO keinen Sinn mehr.

Darüber wüsste ich gerne mehr bzw. würde ich gerne Genaueres sehen dürfen.;)

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
Zuletzt bearbeitet:
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #6
Ich habe Vergleichsaufnahmen mit der Sony. Kann ich noch zeigen. Details und Schärfe nehmen sich nur wenig. Trotzdem bekomme ich den "Look" bei der Sony nicht hin. Wenn ich in RAW Therapie rabiat vorgehe, wird es fast vergleichbar. Dann sind die Bayer-Bilder aber sichtbar überschärft und nicht mehr sauber.
Wie gesagt - die Quattro hat zu Lasten der Detailauflösung/Detailschärfe andere Vorzüge. Ob man die schätzt oder nicht kann nur jeder selbst für sich entscheiden. Wenn nicht, dann ist man sicher mit einer SD1 besser bedient, siehe der Beitrag hier vom Heinrich. Für mich ist die SDQ (bis auf die Größe) ein sehr guter Kompromiss zwischen "rein" Foveon und "noch" Foveon, oder so ähnlich...

PS Weiteres morgen.
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #7
Ich habe Vergleichsaufnahmen mit der Sony. Kann ich noch zeigen. Details und Schärfe nehmen sich nur wenig. (....)

Bitte zeigen!! Das interessiert mich wirklich sehr!

Dass die Detailwiedergabe der Quattro nicht wirklich besser ist als Bayer, befürchte ich i.d.T. auch.

(...) Trotzdem bekomme ich den "Look" bei der Sony nicht hin.(...)

Bei all meinen SIGMAs (SD9-SD15) sehe ich diesen SIGMA-Look noch wirklich. Bei den Quattro Bildern (aus dem Netz) kann ich den gar nicht mehr finden. Kannst Du diesen "Look" (im Vergleich zur Alpha 7 z.B.) mal irgendwie hier ins Forum transportieren?;) Wie kann denn dieser Look zustandekommen, wenn die klassische Pixelgenauigkeit nicht mehr so ist?
Ich würde mich ja gerne für das Teilchen erwärmen ... nur wüsste ich um den "Look" gerne zuvor definitiv.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #8
Wichtiger ist, ob sie bei ISO 100 und ISO 200 ihren Mitbewerbern nun überlegen ist, oder eben nicht.

Was die D810 bei ISO64 mit einem guten Objektiv hinbekommt:

Noch eine Prise Mikroschärfung (0,4px Unschärfemaske) und das Ergebnis ist bestechend - kann jeder selbst ausprobieren. Sowohl was Plastizität als auch Details betrifft dem Quattro ebenbürtig. Nur -im Vergleich zum Quattro- völlig artefaktfrei. Und das ganz sicher nicht nur bei ISO64.


Grüße,
Oz
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #9
Was die D810 bei ISO64 mit einem guten Objektiv hinbekommt:

Noch eine Prise Mikroschärfung (0,4px Unschärfemaske) und das Ergebnis ist bestechend - kann jeder selbst ausprobieren. Sowohl was Plastizität als auch Details betrifft dem Quattro ebenbürtig. Nur -im Vergleich zum Quattro- völlig artefaktfrei. Und das ganz sicher nicht nur bei ISO64.


Grüße,
Oz

Lohnt sich aber auch, den Rest des Threads zu lesen. Vergleichen sollte man i. Ü. APSC 24 MPx mit der Quattro. Wenn ich eine Nikon 810 mit vergleichbaren Linsen haben wollte bin ich preislich in einer völlig anderen Liga. Nur zur Erinnerung: SDQ 799 Einstandspreis. 1249 die a6300...
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #10
Hallo Uwe :)

Dein Bericht ist zwar an die "SIGMArianer" gerichtet aber ich denke doch mal andere User dürfen das auch lesen ;)
Erstmal Danke für die Mühe eines solchen ausführlichen Berichts, weiss selber wieviel Arbeit und Zeit in so einem
längeren Fred stecken :daumen:

Möchte jetzt auch nicht wirklich auf alles eingehen was Du geschrieben hast aber bei folgendem Satz und den
dazugehörigen Bildern passt da bei mir irgendetwas nicht richtig zusammen und ich bitte um Aufklärung.

Auch mit viel Mühe sind die Brillianz, Detailtreue und Strahlkraft der SDQ-Bilder NICHT erreichbar.
Darunter dann ein Bild was u.a. die Strahlkraft verdeutlichen soll.....

Ganz ehrlich ? Die Strahlkraft des hellen Himmels ist auf dem Bild (sowie auch auf dem Bild darüber wo ein OOC
und ein SPP gezeigt wird)
nicht mehr vorhanden und aus eigener Erfahrung kann ich mir gut vorstellen das die
reale Szene deutlich dynamischer war und viel mehr an Strahlkraft zu bieten hatte !
Das sagt mir auch der nachträgliche Blick ins dazugehörige Histogramm (falls man seinen Augen und Eindrücken
nicht vertraut)
, bei solchen Landschaftsaufnahmen wie ich sie selber auch schon gemacht habe sind die Hellig-
keitswerte nicht schon bei ca. 205 zu Ende sondern gehen bis zum Ende von 255 ;)

Auch Deine Sony 6300 würde dieses Bild nicht so darstellen wie Du es eingestellt hast :eek:
Entweder ist da beim Entwickeln und der EBV etwas schiefgelaufen (Lichter zu sehr heruntergezogen und Tiefen
rauf)
oder die Kamera hat einen sehr geringen Dynamikumfang, was ich mir aber eigentlich nicht vorstellen kann.

Würde gern mal einen Direktvergleich mitmachen (und stelle mich gern zur Verfügung), dazu müsste man sich
aber auch mal treffen und dasselbe Motiv mit seinem Equipment ablichten, danach kann man auch wirklich erst
sehen wo welche Kamera da irgendwo eventuelle Vorteile hat (die man vermutlich auch nur beim Pixelpeepen
findet)
:daumen:

Davon aber mal ganz abgesehen :

Schon länger kommen mir viele der Sigma-Kamera-Freds vor wie eine Art "Rechtfertigung" wo viel über Technik,
Sensoren, Plastizität, etc. geschrieben und diskutiert wird....warum eigentlich ?
Wenn man sich aus irgendeinem Grund eine bestimmte Kamera gekauft hat weiss man doch auch warum, oder
etwa nicht ?!?!
Mir kommt es mittlerweile schon leider so vor als müsste man sich manch negative Seite der eigenen Kamera
immer wieder schönreden....warum ?
Wenn ich doch diese Kamera mit bestimmten Eigenschaften gekauft habe möchte ich damit doch Bilder machen,
bzw. damit arbeiten und nicht ständig irgendwas daran rechtfertigen müssen ;)

Also ist man doch im Grunde genommen mit seiner Kamera glücklich und zufrieden, warum beschäftigt man sich
dann so sehr mit Rechtfertigungen oder das Schönreden von vielleicht negativen Seiten...sorry, aber manchmal
verstehe ich das nicht (ist auch nicht bös gemeint) ?!?!

Wäre doch schöner wenn man mal über die Bilder und Bildinhalte selber redet anstatt nur darüber mit welcher
Kamera, Sensoren, Technik oder Objektiven es entstand und nicht mehr was man im Bild sieht oder wie es auf
den Betrachter wirkt....:)

Ein bisschen Technikgeschwafel find ich ja ab-und-zu auch ganz gut und interessant aber man sollte dabei das
Bildermachen und über die Bildinhalte reden nicht vergessen :daumen:









Gruss
JAN

193.png
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #11
Lohnt sich aber auch, den Rest des Threads zu lesen.

Was genau? Die vermurksten Quattro-Bilder von Kim Yee? Die Statements zum besseren Color-Rendering von Gate Bois?

Vergleichen sollte man i. Ü. APSC 24 MPx mit der Quattro.

Nein. Das Quattro-Marketing tritt mit anderen Ambitionen und Statements an.
Und was tröstet der kleine Einstandspreis (den man im Vergleich zu den kumulierten "Art"-Linsenkosten getrost als "anfixend" bezeichnen kann), wenn grundlegende Dinge nicht passen.

Man muss nicht zwingend Pixelpeeper sein (diese theoretisieren ja offenbar nur - es lebe das Stereotyp), um dies zu erkennen.
In den Aufnahmen einer kann man spazierengehen. Das Grauen lauert dort jedenfalls nicht.

Zum Quattro:
Es liegt m.E. nicht an der Kamera (das recht gelungene Konstrukt drumherum - ich mag das Design), sondern am Sensor.

Eine verbesserte ISO-Performance erkenne ich persönlich nicht. Selbst der Versuch per Binning (Reduktion auf 1/4) die High-ISO-Performance zu retten (ab ISO800 der Fall), ist ergebnisseitig schwach. Aber darum geht es beim Foveon auch nicht primär.

Objektiv problematisch ("Minderleistung") ist das, was die Kamera bei ISO100, bewerkstelligt. Überragende, kompromisslose Bildqualität bei Basis-ISO war zuvor die Foveon Domäne.

Ein Beispiel aus Deinem Portfolio, Uwe:


Oder dies hier:


Oder dies hier:


Das gehört auch zu den Quattro-Wahrheiten. Etwas, was man nie zuvor bei Foveon-Bildern gesehen hat.

Kein Vorwurf gegen Dich: Du machst tolle Bilder, die ich mir sehr gerne ansehe!:daumen:

"Hinsehen" war früher Foveon-Domäne, während man bei "den anderen" besser "nicht so genau hinsehen" sollte (Jan, bitte keine weiteren Protestnoten in der Signatur! :D). Das ist mittlerweile anders.

Das, was man da beim Quattro bei ISO100 sieht, ist offenkundig kein Rauschen. Das ist kein wirklich stochastisches Signal. Da sind andere Strukturen ersichtlich - warum auch immer. Da wird ein Problem sichtbar, das Sigma -zumindest noch- nicht im Griff hat und das durch die kamerainterne Signalverarbeitung sowie die SPP-Grundeinstellungen weiter verschärft wird.
Beim Quattro wird ein großzügiger Cocktail aus poppiger Saturation, Kontrast und derber Schärfe über die Rohdaten gekippt (vgl. SPP mit RawDigger-Datenextraktion). Das ist dann halt die "Standard-Einstellung" und fördert wenig Schmeichelhaftes zu Tage.

Man muss bei den Quattro-Bildern unter SPP einige Klimmzüge machen, um die o.g. Problematik zu mildern (z.B.: Schärfe Minus 2, Portraitmodus und eine ordentlich Portion Denoising ...). Bei ISO100.

Nur ist man dann nahezu auf einem Bildniveau angelangt, welches dem von guten Bayer-Kameras entspricht.

Ein paar Processing-Beispiele:

2016-11-14_195533.jpg

2016-11-14_195350.jpg

2016-11-19_235057.jpg

In schön buschigen Waldbildern kann man sich die Glättungsprozedur für den Quattro sparen. Da sehen dann alle Blätter im Detail frappierend plastisch und die Rinde "rindiger" als in Wirklichkeit aus. Den Blick gen Wasser/Himmel oder in die Hintergrundunschärfe spart man sich dann aber wirklich besser.

Ob man darüber hinwegsehen möchte, bleibt wohl wirklich der persönlichen Präferenz vorbehalten. Über Ansprüche, Geschmack und Präferenzen muss man natürlich nicht streiten.

Was nicht zur Debatte steht und was nicht als Präferenz abgetan werden kann:

:pfeil:Seit dem Release der SD9 war der Sensor für Sigma der "Unique Selling Point" (und ist es vermeintlich noch).

:pfeil:Alles andere konnten und können andere -weiterhin- viel besser.

In der Diskussion um die Quattro-Kameras ist stärkeres Augenmerk auf den Sensor insofern legitim und nicht verwunderlich. Du magst das weniger wichten, Uwe, aber Sigma bewirbt diesen Sensor immer noch als in vielerlei Hinsicht überlegen.

Der besonders gute Weißabgleich oder schöne JPEG OOC allein sind wohl für die Wenigsten Grund, eine Sigma zu kaufen. Nicht, dass Sigma-Nutzer solche Dinge nicht schätzten...

Meine (müßige) Vermutung:
Das Gros der Verbesserungen ggü. der SD1 würde die neue Kamera jedoch mit recht hoher Wahrscheinlichkeit auch mit einem evolutionär weiterentwickelten, konventionellen Foveon-Sensor bewerkstelligen. Beim Drumherum hat Sigma in der Tat einiges Gutes getan.

Egal. Was nicht ist, ist nicht.

Mein persönliches Fazit bleibt weiterhin:

Der Vorteil des Foveon liegt, pardon lag nunmal auf der Pixelebene.
(Farben würde ich da nicht inkludieren - da steckt überall viel EBV dahinter und da kann auch sensorunabhängig viel -leicht- angepasst werden.)
Ist Fotografen diese Besonderheit jedoch nicht bedeutend, könnten sie m.E. getrost zu in wirklich allen anderen Bereichen überlegenen Alternativen greifen. Da lockt auch der niedrige SD-Q-Preis wenig. Es wäre der falsche Kaufanreiz.

Für jene, die jedoch einen Park an Objektiven besitzen und sich über die umständliche, wenig pflegeleichte Nutzung der älteren Sigmas geärgert haben, ist die SD-Quattro potenziell eine Offenbarung. Allerdings eine mit einem Pferdefuß.

Bleibt die SD-Q H. Abwarten.

Grüße,
Oz
 
Zuletzt bearbeitet:
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #12
Dieser kleine Spass ist mir nicht entgangen :

(Jan, bitte keine weiteren Protestnoten in der Signatur! :D)
Meine Signatur ist sicherlich keine Protestnote, durch das "NUR"
doch eher ein wenig Neid auf den heiligen Gral....oder nicht ? :p

Egal, hab heut´nen Clown gefrühstückt
smiley_emoticons_clown2.gif











Gruss
JAN

193.png
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #13
Hallo,

die Abstriche bei den Quattro-Files zu Lasten Rauschen/Details und zu Gunsten "pflegeleicht" sehe ich ja genau so.
Ich gehöre aber zu denen, die mit diesen Abstrichen sehr gut leben können und die Vorteile ("pflegeleicht") sehr schätzen. Liegt natürlich an der Art der Nutzung der Files. Ich entwickle sehr knackig, oftmals zu Lasten des Dynamikumfangs (Jannis Bemerkung zum Wolkenbild). Diese Files auf HD skaliert und mit einem Canon Xeed Beamer auf 3x4.5 m projeziert sind dann so bestechend, dass nach Diavorträgen oft genug gefragt wird "Welche Kameras verwenden Sie eigentlich?". Besondesr Fotografen fragen das.

Ich will die SDQ nicht schönreden. ich finde nur sie wird manchmal etwas überzogen schlecht geredet weil alleinig auf die Pixelschärfe reduziert.

In einem Punkt muss ich etwas korrigieren. Die 3 Bildbeispiele sind entstanden, als ich die Cam 3 Tage hatte. SO würde ich heute kein Bild mehr ins Netz stellen.

Dieses ist ISO 100, hier entwickelt alle Regler 0, auch Details und Rauschen, Belichtung +0,3 weil ich mit -0,3 aufgenommen habe. Das zeigt die Realität der Datei etwas besser als das offensichtlich verunglückte erste Bild:

HD_SDIM0100.jpg

cSDIM0100.jpg

Bildbeispiel 2 und 3 sind 400 ISO-Bilder. Hier nochmal, auch alles 0, nur im SPP entrauscht:

HD_SDIM0220.jpg

cSDIM0220.jpg

HD_SDIM0192.jpg

cSDIM0192.jpg

Bild 3 ist übrigens mit einem hornalten 28-200 UC Makro aufgenommen. Klaus wollte damals wissen, ob die alte Schätzchen an der SDQ laufen. Sie laufen, wenn auch langsam.

Zu Jannis Bemerkungen: So ein Forum ist der einzige Platz, wo man mit Gleichgesinnten so schön über die Technik philosophieren kann. Im wirklichen Leben kenne ich leider keine so pixelverrückten SIGMArianer. Ich finde solche Diskurse schön.

Den A6300/SDQ-Vergleich liefere ich noch.
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #14
Hallo zusammen,

jeder weiß, dass ich photographiere und nicht nur pixelpiepe.:D
Auch meine Signatur "Kamera egal ...." wird umso richtiger, je perfekter ALLE Kisten ja geworden sind und gleichermaßen marginaler ja nun die eigentlichen Unterschiede ausfallen müssen.

Ich finde gut gemachte Technik Fäden wirklich interessant und dieser ist ja eben wirklich gut gemacht und deshalb lesenswert ... nochmals Danke.

Das andere (religiöse Zeugs!) nehme ich gar nicht mehr zur Kenntnis bzw. reagiere nicht mehr darauf.

Uwe hat inzwischen einige Fragen überzeugend beantwortet, die mich wirklich interessiert hatten und die -in der Summe- auch mehrere Vorteile der Quattro über die Merrill verdeutlichen.

-Verwendbarkeit der alten SA-Objektive
-Verwendbarkeit von M42 Objektiven, weil die Farbwolkenproblematik jetzt entfällt.

Das sind klare Marker, die mir eine Kaufentscheidung erheblich erleichtern würden, wenn denn die Bildqualität dann auch stimmt. Ich habe ja eine wirklich komplette SIGMA SA Verglasung ... nur eben keine Merrill, aus oft genannten Gründen, die nun bei der Q weggefallen sind.

Dass SIGMA beim Pixelpiepen zur Zeit nicht das zeigt, was man als Ausgleich zu ihren bekannten Nachteilen erwarten sollte, ist aber leider
auch evident.

Was die Fachpresse über SIGMA schrieb und schreibt war und ist nicht zu gebrauchen. Was SIGMA Kenner schreiben, ist da oft viel nützlicher, denn diese Leute schreiben über Kram, den sie auch kennen, -was das notwendige Kriterium für mich ist, die Beiträge dann auch ernst zu nehmen-.
Dabei lasse ich die SIGMA "Ideologen" aber auch gerne außen vor ... gilt übrigens für die Jünger der anderen Marken nicht anders.
Letztlich hat Jan absolut Recht .... die minimalen Unterschiede, die zwischen guten Kameras noch sind, lohnen den Diskurs immer weniger. Die Qualität eines Photos hängt viel mehr vom "Machen" ab, als vom "Zeugs" ....:DSpaß macht's aber dennoch!:D

Grüße

Klaus
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #15
Wie soll man jetzt einen fairen Vergleich SDQ/a6300 machen? Die SDQ hat, jenseits des SIGMA-Marketinggags, 19 MP, die a6300 24 MP. Ich entwickle die a6300 Files im RAW-Therapie auch ziemlich brachial, mit reichlich Schärfung und viel, viel lokal und Mikrokontrast, rechne dann auf HD runter zur Projektion. So ein Vergleich bringt nicht viel.

Die Bilder sind 1:1 Crops der unbearbeiteten Files, aufgenommen am gleichen Ort, gleiche Zeit, gleiches Objektiv, Sigma 50-100, an der Sony mit dem MC11, jeweils auf 85 mm (Sweetspot, sofern das Objektiv einen hat...)

Im folgenden habe ich im SPP alle Regler auf 0 gelassen bis auf Belichtung +0,3 weil ich immer -0,3 belichte. Auch Details und rauschen auf 0 (Mitte), also ziemlich identisch mit jpgooc. Auch am WB nichts geändert.

cSDIM1893.jpg

cSDIM1914.jpg

Die Sony Files habe ich mittels Sony's IDC gewandelt, ebenso alle Regler auf 0 gelassen bis auf Belichtung +0,3 weil ich immer -0,3 belichte. Das ist nach meiner Erfahrung exakt jpgooc. Ebenfalls WB nicht geändert.

cDSC05560.jpg

cDSC05575.jpg

Jeder kann sich seine Meinung selbst bilden.

Da vorhin mal ein 36 MP-Body für 3.250 EURO Einstandspreis angesprochen wurde (ungefähr SDQ+8-16+18-35+50-100) habe ich mal als SHI ausgegebene SDQ Files auf 36 MP skaliert und einen 1:1 Crop gemacht, ohne jede weitere Bearbeitung. Für einen 799 EURO-Body nicht soo schlecht. Die 810 kann mehr, viel mehr. Das sollte sie aber auch.

cSDIM1893_36MP.jpg

cSDIM1914_36MP.jpg
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #16
Vielleicht noch die vollen Bilder dazu.
Oben Sony, unten Sigma. Unbearbeitet, deshalb der Sensordreck noch drauf...

HD_DSC05560.jpg

HD_DSC05575.jpg

HD_SDIM1914.jpg

HDSDIM1893.jpg
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #17
Danke Uwe für die Gegenüberstellung.
Ich denke es ist eindeutig, die Quattro löst besser auf - allem Gemecker zum Trotz.
Auch die Farben sind lebendiger.

Gruß

Frankg
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #18
In einem Punkt muss ich etwas korrigieren. Die 3 Bildbeispiele sind entstanden, als ich die Cam 3 Tage hatte. SO würde ich heute kein Bild mehr ins Netz stellen.

Danke für die Klarstellung!
Ich finde das, was ich das sehe, zwar weiterhin (für mich persönlich) nicht berauschend, aber bedeutend besser als die Ursprungsvariante.

Da vorhin mal ein 36 MP-Body für 3.250 EURO Einstandspreis angesprochen wurde (ungefähr SDQ+8-16+18-35+50-100) ...

Gut, wenn man es so auf die Spitze treiben möchte: Eine DP3M für 350€ liefert bestimmt auch.

Jux beiseite.

Aber da Du den Budget-Gedanken noch einmal ansprichst:
Da der Quattro in Mikrodetails Schwierigkeiten hat, modern(st)e Linsen aber gerade in diese Bereiche hineinoptimieren:

Macht es überhaupt Sinn, in teure Art-Linsen zu investieren, oder fährt man mit guten Bestandslinsen nicht eventuell besser (effektiver)?

Ich meine damit jetzt nicht die ganz alten Möhrchen (UC und Co...), sondern Linsen, wie sie sich auch vor der Art-Serie sehr gut bewährt haben.

Schließlich lösen Art-Linsen in vielen Bereichen beugungsbegrenzt auf - womit wir wieder beim Pixelpeepen wären.

---

Vielleicht leihe ich mir mal irgendwann eine Quattro...

Gruß,
Oz
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #19
Bin ziemlich sicher, dass man nicht unbedingt ART-Linsen braucht. Habe noch mein altes 18-125 hier, das ist an der SDQ durchaus brauchbar. Das alte 70er Makro sowieso. Ich hatte das 18-35 schon an der Merrill, es hat mir 3 Festbrennweite mehr als nur ersetzt, 20 1.8, 24 1.8 und 30 1.4 EX - das Zoom ist einfach besser als die alten FBs.

Das 10-20 4.5-5.6 ging auch gut, habe ich aber wegen des 8-16 abgegeben. 2 UWW sind dann auch mir zuviel. :D

Das neue 30er 1.4 ART habe ich einfach "mitgenommen" weil es im Kit günstiig war. Es ist angenehm klein und leicht und passt auch mit MC11 sehr gut an die Sony. Rein bildtechnisch braucht man es neben dem 18-35 eigentlich nicht.

Nun ja - das 50-100 muss nicht sein, teuer und schwer. Aber es ist einfach ein tolles Objektiv, superscharf, lichtstark. Und es ergänzt den ab 50mm jämmerlichen Objektivpark bei Sony APSC am MC11 sehr gut. Ich habe es mir einfach gegönnt.

Auch mein altes 120-400 ging an der SDQ ganz gut, es hat hald Schwächen ab 300 mm (weich) genau wie an der Merrill schon. Das neue 150-600 ist top. Das habe ich aber eher an der Sony als an der Sigma, weil hier ISO 100 selten mgl. ist.

Was man aber beachten muss: Bei den älteren Linsen ist z. T. die AF-Performance schlechter. Das liegt wohl an der spiegellosen Bauweise.
 
  • SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später Beitrag #20
Danke fürs Feedback! :daumen:

Gruß,
Oz
 
Thema:

SD Quattro - zweiter Eindruck, 2000 Bilder später

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