Wie ich zu darktable kam ...

Diskutiere Wie ich zu darktable kam ... im Bildbearbeitung unter Linux Forum im Bereich Bildbearbeitung; Hi, ich dachte mir heute, ich oute mich mal als Linuxer der ersten Stunde und beschreibe einen Teil der Erfahrungen die ich mit RAW auf Linux...
  • Wie ich zu darktable kam ... Beitrag #1
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Hi,

ich dachte mir heute, ich oute mich mal als Linuxer der ersten Stunde und beschreibe einen Teil der Erfahrungen die ich mit RAW auf Linux gemacht habe und wie ich zu darktable kam.

Ich mache digitale Bildverarbeitung schon sehr lange (> 10 Jahre). Zuerst fotografierte ich nur in JPG und gimp war mein Freund. Ich kenne gimp nun aus dem Effeff.

Dann kam die Erleuchtung und ich bin auf RAW umgestiegen. Das war vor einigen Jahren. gimp ist dafür nicht gut geeignet (meine Meinung). Daher habe ich viel mit rawtherapee gearbeitet und mir auch bibblepro zugelegt. bibblepro war wirklich gut, was Geschwindigkeit und entrauschen betraf. Als Corel bibble übernommen hatte, wurde daraus AftershotPro. Weder die alte, noch die jetzt erschienen neue Version AftershotPro 2, reichen an bibble5 heran. Zumal Afteshotpro 2 ohne Noise Ninja modul kommt und damit keinen Vorteil mehr bei der Rauschunterdrückung hat.

Ach ja, ich habe auch Windows XP in einer virtualbox laufen und mir dafür Lightroom 3.1 zugelegt. Obwohl es in der virtualbox etwas langsamer ist als in Natura, kann man ganz gut damit arbeiten. Wäre ich ein Windowser, würde Lightroom wohl mein tool sein.

Dann habe ich darktable gesehen. Es war Liebe auf den zweiten Blick :D Darktable hat einige Alleinstellungsmerkmale, die es für mich zum bevorzugten RAW tool machen.

Natürlich habe ich die Bildqualität aller tools die ich besitze, intensiv miteinander verglichen: Lightroom 3, bibble4+5, Aftershotpro 1+2, darktable, rawtherappe, gimp+ufraw. Dabei habe ich die default Einstellungen verglichen aber auch versucht, das Beste aus jedem tool herauszuholen. In diesem Vergleich liegen lightroom und darktable auf Augenhöhe vor allen anderen. Schon mal gut zu wissen, das man als Linuxer Qualitativ mithalten kann :daumen:

Aber darktable punktet erheblich bei den Alleinstellungsmerkmalen:
- Benutzerführung
- Masken und Instanzen
- Kameraprofile zum entrauschen
- Offenheit und Unterstützung

Benutzerführung:
Man kann sehr einfach Einstellungen von einem Bild auf ein anderes kopieren. Das können andere tools auch, aber bei DT ist es wirklich einfach Man kann sehr einfach standard Einstellungen hinterlegen, die bei einem bestimmmten Kameratyp oder ISO Wert greifen. Man kann für jedes einzelnen Modul festlegen, welche Einstellungen für welches Bild standardmässig gelten sollen. Dabei wird per EXIF parameter gefilter. Sehr flexibel. Sehr einfach.

Auch schön ist die Art und Weise wie man mit der Maus - ohne Tastatur - exakte Werte für die einzelnen slider einstellen kann. Sehr innovativ.


Masken und Instanzen:
Früher musste ich, um Teilbereiche eines Bildes gezielt zu verändern, immer gimp benutzen. Mit DT ist das vorbei. DT beherrscht Masken. Und man kann auch ein Modul mehrmals auf ein Bild anwenden = mehrere Instanzen. Beispiel: Ich kann in einer ersten Instanz die dunklen Bereiche eines Bildes mit einer Maske belegen und stark entrauschen. In einer zweiten Instanz kann ich die hellen Bereiche eines Bildes mit einer Maske belegen und überhaupt nicht entrauschen, was sich sehr positiv auf die Schärfe auswirkt.

Das gleiche funktioniert natürlich auch, wenn man nur den Himmel und nicht den Boden verändern möchte. usw. Mit jedem Modul.

Kameraprofile zum entrauschen
Das ist auch so eine geniale Sache. Über eine Testreihe von Fotos mit verschiedenen ISO Werten kann ein noise profile berechnet werden. Das ist Kameraspezifisch und ISO spezifisch. Hat man eine Kamera für die es ein noise profile gibt, erreicht man dadurch eine wirklich gute Rasuchreduzierung. Das kann man auf die Spitze treiben, wenn man zusätzlich noch über Masken und Instanzen unterschiedliche Profile für unterschiedliche Bildbereiche benutzt. Sollte man eine Kamera besitzen für kein noise profile zur Verfügung steht, aknn man ohne großen Aufwand selber eines erzeugen und an die Entwickler schicken. Das wird dann ins nächste release eingebaut. Merke: Open Source lebt von der Community!

Offenheit und Unterstützung
Das ist für mich mit das Beste an DT. Es gibt zwei aktive mailinglisten für DT. Eine für user und eine für Entwickler. Auf der user mailing Liste findet man sehr schnell Hilfe und wenn man einen bug gefunden hat oder eine Idee für ein neues Feature hat, haben die Entwickler immer ein offenes Ohr.

Es gibt Anleitungen wie man sich selber eine basecurve, ein noise profile oder ein icc profile für seine Kameras erstellt. Ich habe das für meine Kameras gemacht (obwohl die standard EInstellungen die mit DT kommen auch schon gut sind). Gerade was das icc profile angeht, lohnt sich der eine Nachmittag Arbeit.

Für basecurve und noise profile braucht man nur seine Kamera und einen Satz spezieller Fotos (nach Anleitung). Für das icc profile benötigt man ein IT8 target (zB von Wolf Faust) und einen wolkenlosen Sommertag mit D55 Lichtverhältnissen. Und natürlich muss man fit auf der Kommandozeile sein. Aber wahrscheinlich ist das nur was für Korinthenkacker wie mich ;-) Alle anderen werden zufrieden sein mit den standard EInstellunge von DT.

Alles in allem, kann ich nur jedem Linuxer empfehlen, darktable intensiv zu begutachten. Es lohnt sich!

Und allen Windowsern sei gesagt: Bei RAW hat Linux die Nase vorn. :klatschen:

Gruß
Matthias

PS
Ich bekomme kein Geld für diese Werbung. Ich bin einfach nur Enthusiast. :daumen:
 
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