Klaus-R
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Hallo zusammen,
Alle SIGMAs sind endschöne Kameras, die sich dennoch in Kleinigkeiten unterscheiden.
SIGMA SD9: Das Original /Die alte Zicke
Die SD9 (Anfang 2003 am Markt) ist und bleibt das Original. Sie war, ist und bleibt die ganz andere DSLR-Kamera. Sie fiel auf durch die Lebendigkeit der Farben, die Plastizität ihrer Aufnahmen und durch die einzigartige Pixelschärfe ihrer Bildkanten. Wie keine andere Kamera konnte sie bei guten Lichtverhältnissen durch Detailpräzision in der Wiedergabe glänzen. Besonders ihre Fähigkeit, Details in Bereichen mit sehr schwachen Kontrasten zu "erkennen" machte den Unterschied zu allen anderen Systemen aus.
Leider gab es erhebliche Probleme mit der SD9, die teilweise erst Jahre später (keiner konnte es dann fassen!) gelöst werden konnten.
Die SD9 ist leider ein Produkt des kleinsten Bildsensorherstellers in Kooperation mit dem kleinsten DSLR Herstellers gewesen. Sie ist eindeutig mangelhaft auf den Foveon mit seinen Eigenarten abgestimmt. Der Photograph MUSS diese Defizite ausgleichen, genau dann wird er erfolgreich mit ihr arbeiten können.
Die SD9 kam mit einer abenteuerlichen Spannungsversorgung. Zusätzlich zu den Hauptakkus (4 AA-Zellen, die den Digitalteil der Kamera versorgen) benötigt sie zwei CR123-A Zellen (oder Akkus!), die den "konventionellen" Teil der Kamera versorgen.
Die SD9 unterbelichtet IMMER! Mit einer Standardbelichtungkorrektur von (+0,5) kommt man bei akzeptabelen Lichtverhältnissen dem Grundproblem zwar bei ... das Problem aber ist, dass sie, je dunkeler es nun wird, immer stärker unterbelichtet ... man also immer stärker nachbelichten muss. Eben dies kann man problemlos dann machen, wenn man die Zicke gut kennt bzw. mit Histogrammauswertung und Überbelichtungswarnung arbeiten gelernt hat.
Weitere Ärgernisse waren das "Blue Sky Noise" Problem ... die SD9 hatte die Eigenart, ein niederfrequentes störendes Blaurauschen im Bereich des Himmelblaus schon bei ISO 100 zu produzieren bzw. viel zu starkes generelles Bildrauschen bei ISO 200 und erst recht bei ISO 400 zu produzieren. Mit den alten Konvertern musste man bei den angehobenen IOSs mit Belichtungstricks arbeiten (Unterbelichtung bei Schwachlicht unbedingt also vermeiden) um da noch brauchbare Bildergebnisse zu erreichen.
Die SD9 war dann diejenige SIGMA, die von den -Ende 2007 harausgebrachten- neuen RAW-Konvertern am meisten profitieren konnte!!
Die SD9 liefert die "knackigsten" pixelschärfsten Bildergebnisse aller SDs (auch wenn die Unterschiede gering sind). Viele führen das auf die fehlenden Mikrolinsen zurück, die bei den späteren Bildsensoren verbaut wurden ... sie führen wohl zu einem ganz leichten Verwischeffekt ... die Vorteile überwigen (IMHO) aber eindeutig.
Die Zicke ist meine Lieblingssigma.
MIT einer SD9 gehen wunderschöne Photos!
SIGMA SD10: Die Verbesserte
Just ein Jahr nach Markteinführung der SD9 wurde schon die SD10 vorgestellt, die Anfang 2004 die SD9 ablöste.
Die 10 kommt mit einem verbesserten Bildsensor Foveon Typ II der zwar ebenfalls mit 10,2 Millionen Photozellen in drei Layern glänzt ... neu sind lediglich die zusätzlichen Mikrolinsen, die die Lichtausbeute des Sensors um ca. 60 Prozent steigern und zu einer merklich verbesserten High ISO Performanz führen. So kann die Kamera von ISO 400 (SD9) auf ISO 800 SD10 erweitert werden. Im erweiterten Modus steht sogar ISO 1600 zur Verfügung, was zunächst aber absolut unbrauchbar war. Spätere drastische Verbesserung der X3F-SPP Rohdatenkonverter änderte dann diesen Zustand.
Im Vergleich zur SD9 werden bei der SD10 die Belichtungszeiten erweitert.
Bei ISO 100 gehen jetzt 30s (15s SD9) bei den angehobenen ISOs sind nun bis zu 4s möglich (1s bei SD9).
Deutliche Verbesserunegen gibt es bei der Abstimmung des Belichtungsmessers, der die Tendenz der SD9 zur Unterbelichtung bricht! Bei halbwegs akzeptabelen Lichtverhältnissen kann man die SD10 jetzt "machen lassen". Im Bereich von LOW LIGHT und insbesondere bei Nightshots muss man immer noch eingreifen und die Belichtung anheben ... dann geht auch das prima ...man muss es nur wissen und können.
MIT einer SD10 gehen wunderschöne Photos!
SIGMA SD14: Die Unproblematische:
Vergesst den ganzen Zinnober über ihre angebliche Anfälligkeit. Wenn die Dinger nicht in Ordnung sind, dann werden sie vom Service repariert oder sehr kulant getauscht. Hat man dann eine einwandfreie, dann beleibt das auch so, sagt ein Poweruser!
Die 14 ist im Grunde doch die perfekteste SIGMA. Sie ist die erste Sigma, die einen perfekt abgestimmten Belichtungsalgorithmus hat, der auch bei Schwachlicht und Nightshots präzise belichtet. Ihre Ausstattung ist klasse ... immer noch kein verzichtbarer Mist ... sie lässt gar nichts mehr vermissen, was man wirklich zum Photographieren benötigt. Die 14 räumt also mit vielen Macken auf, die früher beanstandet wurden.
Die Belichtungszeiten wurden erneut erweitert! automatisch belichtet sie nun bis zu 30s (auch bei der Konkurrenz üblich!). endlich gibt es einen wirklichen BULB-Modus, der Langzeitbelichtungen bis zu 120s ermöglicht.
Die 4s Grenze bei den angehobenen ISOs ist nun auch Geschichte.
Zusätzlich wurde im Zuge der Firmware-updates noch ISO 50 und ein erweitertes Blitzprogramm (der A-30s Modus) hinzugefügt.
Ihr Plus an Auflösung ist nett, aber nicht "kriegsentscheidend". Ich finde es kaum möglich, eine perfekte SD14 Aufnahme, auflösungsmäßig von einer perfekt gemachten SD9 Aufnahme zu unterscheiden. Der Foveon löst eben "anders" auf ... knackiger, präziser, plastischer ..... das können alle SIGMAs.
Alle SIGMAs sind zwar keine HIGH ISO Wunder ... so mies, wie oft behauptet sind sie in diesen Bereichen aber wirklich auch nicht. Bis ISO 400 sind sie absolut konkurrenzfähig ... bei noch höheren ISOs haben wir ganz nette Softwaretricks.
MIT einer SD14 gehen wunderschöne Photos!
Die SIGMAs unterscheiden sich tatsächlich etwas in der Farbwiedergabe, wobei die SD14 sicherlich die ehrlichsten Farben abliefert ... SD9/10 Farben sind oft schöner in den Blautönen.
Grüße und schöne Photos
Klaus