Hi Lennart!
Das war eine einzelne Belichtung; da ich in RAW fotografiert habe konnte ich natürlich einiges rausholen

.
Ah, das dachte ich mir.
Grundsätzlich finde ich Deinen Ansatz Klasse :daumen:, auf den Dämmerungshimmel
nach dem Sonnenuntergang zu achten. Da gibt es nicht selten die
atemberaubendsten Stimmungen. Manche packen die Kamera ein, nachdem die
Sonne gerade untergegangen ist.

Aber so Einer biste ja nun nicht!
Konkret bei diesem Bild sehe ich einen sehr hellen Teil im Himmel.
Vermute, dass da einfach das System aus Sensor und Signalverarbeitung
in Deiner Kamera am Ende der Möglichkeiten angekommen war. Kameras
können leider nur einen begrenzten Umfang an Lichtintensitäten verarbeiten.
Diese Spanne zwischen dem Dunkelsten und Hellsten, was die Kamera noch
aufzeichnen kann, wird hochwissenschaftlich

"
Dynamikbereich" genannt.
"Nach oben" ist an irgend einem Punkt entweder
- der Sensor gesättigt
- ein evtl. dem Sensor nachfolgender analoger Verstärker übersteuert
- das höchstmögliche Bit im Analog-Digital-Wandler digitalisiert
Diese obere Grenze ist bei den üblichen digitalen Kameras systembedingt
ziemlich "hart".
"Nach unten" sind Rauschen und ähnliche Bildstörungen die Grenze.
Dieses untere Ende läuft viel weicher aus.
Der Dynamikbereich von menschlichen Augen ist in jedem Fall um Größen-
ordnungen größer als der, den irgendwelche handelsüblichen
Bildaufzeichnungssysteme aufnehmen konnten und können.
Das mal zu verinnerlichen, halte ich für eine wichtige Erkenntnis für Fotografen.
Workarounds / Umsegelungsstrategien im Falle der Dämmerungshimmel:
1. Technisch würden solche Aufnahmen auf jeden Fall besser werden, wenn
Du mehrere Belichtungen kombinierst. Der Helligkeitsunterschied zwischen
Himmel und dem Vordergrund ist in solchen Situationen oft einfach zu groß.
Ein HDR sieht aber auch schnell unnatürlich aus. Die Geschmäcker sind
da verschieden.
2. Alternativ und vom Prozedere natürlich einfacher ist die Entscheidung, die
Belichtung auf den Himmel zu optimieren, und den Vordergrund als
"Scherenschnitt" im Schwarzen zu versenken.
3. Für Variante drei hat's mich in der letzten Zeit sensibilisiert:
In der Dämmerung einfach mal dem Hauptlicht den Rücken kehren, sich
um 180 drehen, und die
Gegendämmerung wertschätzen!
Abends im Osten ist der Himmel nicht selten auch sehr schön bunt!
Dazu kommt, dass der Vordergrund komplett vom weichen Licht der
Hauptdämmerung erfüllt ist, welches nun nicht von vorn, sondern von
hinten kommt. Plötzlich passt das Foto dann unter Umständen in den
Dynamikbereich einer Einzelbelichtung.
Sollte ich Dir was erklärt haben, was Du schon wusstest:
Sorry, das konnte ich nicht wissen.
Herzlicher Gruß vom Waldschrat,

und Spaß beim Fotografieren! :daumen:
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