Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht?

Diskutiere Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? im Sigma Digitalkameras Forum im Bereich Sigma Forum; Also auf keinem Fall in der Ebene. Deswegen haben die Foveon-Bilder auch diese wunderbaren Mikrokontraste. Genau das. Die Farbermittlung auf...
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #21
Bei der Foveon X3-Bilderfassungstechnik muss wirklich nicht interpoliert werden.

Also auf keinem Fall in der Ebene. Deswegen haben die Foveon-Bilder auch diese wunderbaren Mikrokontraste.

Der X3 Sensor liefert je Pixel einen individuell "ausgelösten" vollständigen RGB-Wert, der allerdings RGB-mäßig mit unterschiedlicher Signalstärke (je Farbe) abgelifert wird und rechnerisch der Realität angepasst werden muss.

Genau das. Die Farbermittlung auf Basis der wellenlängenabhängigen Eindringtiefe der Photonen in die Siliziumschichten des Foveons ist aber eine haarige Angelegenheit.
Ich bin mir recht sicher, dass dort enorm viel Kalibrierarbeit bei der Sensorentwicklung und der Anpassung der verarbeitenden Einheiten erforderlich ist.

S.27 in der nachfolgenden Thesis zeigt das ganz gut. Dort wurde ein Foveon mit einem Monochromator vermessen.



Die "blaue Schicht" des Foveon (blau?) sieht nicht nur blau, sondern alles!! Blau, rot, grün.

Die "grüne Lage" kriegt schon weniger von dem in der oberen, "blauen Lage" absorbierten kurzwelligen Lichtbestandteilen mit. Dies gilt natürlich umso stärker für die unterste Lage - jene, die für die "Rot"-Detektion zuständig ist.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:

Die blauabsorbierende Schicht sieht (und detektiert!) das ganze optische Spektrum von violettblau bis dunkelrot (420nm - 670nm).

Die grünabsorbierende Schicht sieht von blaugrün bis dunkelrot (470 - 670nm).

Die rotabsorbierende Schicht sieht von grün bis dunkelrot (490 - 670nm).

Es ist auch logisch, da Photodioden im Silizium des Foven nicht zwischen Farben unterscheiden. (Genausowenig, wie ein Bayer-Sensor ohne Farbfilter Farben in der Pixelebene unterscheiden kann.)

Daher ist der Berechnungsaufwand zur Farbrekonstruktion aus diesen Signaldaten der einzelnen Ebenen aufwändig. Rechenaufwändig - denn sie kommen nicht naturgegeben aus dem Sensor.

Teilweise werden diese Berechnungen in der Kamera durchgeführt (für die jpg-Ansicht ist es unumgänglich) aber wohl hauptsächlich in der Postprocessing-Software. Sicherlich liegen im SPP entsprechende Lookup-Tabellen vor, die mit welchen Algorithem auch immer in den per Monochromator generierten Signaldatentabellen hin- und herrechnen. Ich sage auch mal ketzerisch: "Interpolieren".

Das die breite Wellenlängen-Detektion der Sensorebenen kein Hingespinst ist, kann sich jeder SD1-Besitzer im Monochrom-Modus des SPP vor Augen führen. Einfach einmal mit der gezielten Aussteuerung des Blau-, Grün- und Rotkanals spielen.


Auch ich halte die obigen Erklärungen - zumindest was den Foveon betrifft - für falsch.

Schau mal tippex, ich habe versucht, Dir die Sachverhalte anschaulich darzulegen. Dafür erwarte ich kein Danke, aber Kategorien wie "falsch" solltest Du verwenden, wenn Du sie belegen kannst.

Gruß,
Oz

 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #22
Und wie hat man das beim Dreischichten-Farbfilm gemacht?
Dessen Prinzip ist dem Foveon ja sehr ähnlich.
In der Analogfotografie ist keine rechnerische "Interpolation" im Computer möglich und dennoch hatten die Dias naturgetreue Farben.

 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #23
In der Analogfotografie ist keine rechnerische "Interpolation" im Computer möglich und dennoch hatten die Dias naturgetreue Farben.

Sind das naturgetreue Farben?



Dennoch phantastisch.

Es war ein langer Weg, bis man Farbfilme soweit gebändigt hat, dass sie passable Farben lieferten.

Ich mag die Anmutung - gerade von Farbdiafilmen, aber nicht umsonst gab es Verfechter unterschiedlicher Farbrikate. Richtig - wegen der jeweils filmabhängigen speziellen Farbanmutung.

Aber darum geht es hier überhaupt nicht.

Und wie hat man das beim Dreischichten-Farbfilm gemacht?

Das kannst Du in Deinem Link nachlesen.

Dessen Prinzip ist dem Foveon ja sehr ähnlich.

Nein. Du vergleichst einen photochemischen Prozess mit der quantenmechanischen Auslösung von Elektronen aus einem Silizium-Halbleiter.
Bloß weil in beiden Fällen untereinanderliege Schichten zum Einsatz kommen, sind die Verfahren noch lange nicht sehr ähnlich.

Es wäre mir neu, dass man nach jeder Foveon-Aufnahme den Sensor wechseln muss, weil er chemisch reagiert hat.

Egal. Ich will hier gar nicht den Foveon kleinreden. Nicht umsonst habe ich alle SDs im Sortiment. :)

Man sollte halt nur prinzipiell betrachten, was im Marketing behauptet wird und letztendlich physikalisch passiert (bzw. was alles rechnerisch erforderlich wird, um einen RGB-Wert pro Foveon-Pixel zu erhalten).

Wissen ist in diesem Fall besser als Glauben. ;)

Grüße,
Oz
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #24
Ich schätze die Foveons auch sehr.
Dies haben wir dann schon einmal gemeinsam. ;)

Funktionen und Charakteristiken von Sensoren und die persönlichen Gedanken und Theorien dazu sind sicher interessant. Daneben halte ich es für sinnvoller gute Fotos zu machen (egal ob mit Bayer oder Foveon).

In diesem Sinne "Gut Licht!"
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #25
Ich schätze die Foveons auch sehr.

Das merkt man zweifelsohne.

Funktionen und Charakteristiken von Sensoren und die persönlichen Gedanken und Theorien dazu sind sicher interessant. Daneben halte ich es für sinnvoller gute Fotos zu machen (egal ob mit Bayer oder Foveon).

Man sollte m.E. die Dinge (wertungsfrei) trennen (können).

Themenorientierte technische Diskussionen haben immer ihre Berechtigung in einem Forum.

Jenen, die sich nicht dafür interessieren, wird glücklicherweise viel Alternativprogramm geboten. ;)

-------------------

Zurück zur Sache:
Ein Paper, in dem die Auflösung der einzelnen Farbkanäle eine Bayer-Sensors getestet wird.



Man sollte sich jedoch beim o.g. Paper ein wenig Gedanken um den Versuchsaufbau machen, um die Ergebnisse endgültig zu bewerten. Ebenso ist die Abszissenskalierung der Diagramme beachtenswert. ;)

Beim Siemensstern, der dort verwendet wird



ist klar, dass dieser Anwendungsfall der härteste Testfall ist, dem man einen nach der Bayer-Interpolation funktionierten Sensor unterziehen kann.
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #26
Vielen Dank Oz für die vielen tollen Links und Ausführungen und vielen Dank an den Mod, der den Thread angepinnt hat. Das Thema ist sehr interessant. :daumen:
Ich zitiere mal frei eine gute Seele des Forums: Kamera und Sensor egal- mach was damit! :D

Das mit einem separaten Thread finde ich auch besser. Mach ich so - wird aber noch ein paar Tage dauern, da ich die Woche nicht dazu kommen werde. Man muss die Leutchen ja nicht mit kontroversen Blogdiskussionen belasten.:)

Grüße,
Oz

Hier muss ich Einspruch erheben. Zwar ist der Blog-Post einfach geschrieben (richtet sich wohl an Laien und keine Experten), die einfache Beschreibung dort deckt sich aber mit einigen Beispielbildern die ich gefunden habe viel besser, als die Theorie, mit der du argumentierst.

Wenn Bayer-Sensoren wirklich so toll Licht durchlassen und es praktisch nie zu Situationen kommt, wo sie einbrechen, wie kann man dann erklären? Zwar sind die Bilder klein, man sieht aber auf den ersten Blick, wie stark das Auflösungsvermögen des mächtigen 36MP Bayers in der D800 leidet, sobald er rot darstellen muss. Sogar auf der stark hochgerechneten SD1 Aufnahme kann man die rote Schrift "caffe open" lesen, auf dem Foto des Bayer-Sensors ist da nur Matsch. Und das ohne Laser mit monochromatischem Licht, sondern unter ganz normalem Tageslicht.
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #27
Sorry,

auch als Foveonfan muss ich Zweifel an diesem Bild anmelden! Ich halte die NIKON-Aufnahme deshalb für manipuliert, weil neben der roten Schrift merkwürdigerweise auch das unmittelbare Umfeld verschmiert ist.

Derartig nachlassende Auflösung im Rot-Bereich ist mir bei Bayeraufnahmen noch nie aufgefallen und müsste (analog zum gleichen Anteil der blauen-Photozellen) ebenso die "Blauauflösung" betreffen.

Grüße

Klaus
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #28
Jou .... jetzt bin ich mir noch viel sicherer, dass das ein Fake ist!

BILD-1.jpg

BILD-1b.jpg

Ich habe mir mal erlaubt, das Bild zu entsättigen und wie erwartet festgestellt, dass allein der kräftige Luminanzkontrast der ROTEN Schrift auf dem schwarzen Schild ausreichen MUSS, damit der Bayer-Sensor hier problemlos greifen kann.

Bei dem SW-Bild sieht man IMHO ganz deutlich, dass da jemand rumgeschmiert hat. Es gibt solche Leute.

Grüße

Klaus
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #29
.... um es nochmal deutlicher zu machen ....

Wäre (wie unerwartet) zufällig der Luminanzwert (Grauwert) der Roten Schrift
ähnlich oder gar identisch zur grauen Tafel gewesen, dann hätte man hier mit eingeschränkter Roterkennung des Bayersensors vielleicht noch argumentieren können (nur 25% der Photozellen sind ja rotgefiltert).

Einerseits liegt aber ein sehr deutlicher Luminanzunterschied hier vor, der in jedem Fall vom Bayer-Senor erkannt wird und andererseits haben wir oben gelesen, dass 'ne rote Photozelle nicht wirklich NUR Rot sieht ... mal ganz abgesehen davon, dass die Rote Schrift nicht mit Sicherheit genau die Wellenlänge der Rotfilter auf dem Sensor haben wird ... als Mischfarbe also auch von anderen Photzellen mitgesehen werden müsste.

Grüße

Klaus
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #30
Sorry,

auch als Foveonfan muss ich Zweifel an diesem Bild anmelden! Ich halte die NIKON-Aufnahme deshalb für manipuliert, ...
Ich würde Klaus da zustimmen.

Hier hätte das Rot ja auch keinesfalls einen eng begrenzter Wellenbereich: der ergibt sich doch hauptsächlich bei LEDs oder Laserlicht!


Tante Edith fragt: ... oder sind das eventuell doch Leuchtdioden :confused:
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #31
Zwar ist der Blog-Post einfach geschrieben (richtet sich wohl an Laien und keine Experten)...

Ich nenne so etwas Laien-Irreführung. Auch Laien verdienen Worte zu den Limitierungen der dortigen Erörterungen. So werden sie das mitnehmen, was dort gepredigt wird und es für bare Münze nehmen.

Zum Bildvergleich:
Ich kann nicht beurteilen, ob die Bilder gefaked sind. Unabhängig davon sieht das D800-Bild merkwürdig aus - übersät mir Artefakten. Auch in anderen Partien des Bildes sind seltsame Dinge zu entdecken (z.B. an den Türfalzen).

Was wäre ein seriöser Ansatz, um die Sache zu klären?
Richtig: Das Einstellen der RAW-Dateien beider Kameraufnahmen zum Download.

Hast Du ggf. irgendeinen Vergleich, der solchen Mindestanforderungen entspricht?
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #32
Hallo!
Ich habe zugegeben mich anfangs auch nicht ausgekannt und es hat mich bis jetzt nicht wirklich interessiert. Aber da Sigma ja ebenfalls an diesen Foveon Sensor arbeitet, habe ich mich damit auseinander gesetzt und ich finde ist es sehr gut erklärt, für die, die es nicht verstanden haben.

Und hier ist ein offizieller Vergleich mit einer Canon 350D und einem Sigma DP1:
Foveon-Bayer-Sensor-Vergleich-01.jpg
wie man sieht, sieht das Bild rechts viel realistischer aus, oder?
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #33
(...)
wie man sieht, sieht das Bild rechts viel realistischer aus, oder?

Hmm ... ich bin jetzt nicht wirklich sicher, ob ich verstehe, was Du meinst?

Gib mir 3 min. EBV-Zeit, und es wird sehr schwierig, beide Bilder auseinanderzuhalten ... zumindest in der Größe hier.

Grüße

Klaus

P.S. Ich habe zufällig gerade eine EOS 350D hier zum "Check and Clean" auf dem Tisch liegen ... Mit gereinigtem Bildsensor und nun wieder fusselfreier Mattscheibe ist das eine erstaunlich gute Knipskiste.:daumen:
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #34
... Die Farbermittlung auf Basis der wellenlängenabhängigen Eindringtiefe der Photonen in die Siliziumschichten des Foveons ist aber eine haarige Angelegenheit.
Ich bin mir recht sicher, dass dort enorm viel Kalibrierarbeit bei der Sensorentwicklung und der Anpassung der verarbeitenden Einheiten erforderlich ist.

S.27 in der nachfolgenden Thesis zeigt das ganz gut. Dort wurde ein Foveon mit einem Monochromator vermessen.



Die "blaue Schicht" des Foveon (blau?) sieht nicht nur blau, sondern alles!! Blau, rot, grün.

Die "grüne Lage" kriegt schon weniger von dem in der oberen, "blauen Lage" absorbierten kurzwelligen Lichtbestandteilen mit. Dies gilt natürlich umso stärker für die unterste Lage - jene, die für die "Rot"-Detektion zuständig ist.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:

Die blauabsorbierende Schicht sieht (und detektiert!) das ganze optische Spektrum von violettblau bis dunkelrot (420nm - 670nm).

Die grünabsorbierende Schicht sieht von blaugrün bis dunkelrot (470 - 670nm).

Die rotabsorbierende Schicht sieht von grün bis dunkelrot (490 - 670nm).

Es ist auch logisch, da Photodioden im Silizium des Foven nicht zwischen Farben unterscheiden. (Genausowenig, wie ein Bayer-Sensor ohne Farbfilter Farben in der Pixelebene unterscheiden kann.)

Daher ist der Berechnungsaufwand zur Farbrekonstruktion aus diesen Signaldaten der einzelnen Ebenen aufwändig. Rechenaufwändig - denn sie kommen nicht naturgegeben aus dem Sensor.

Teilweise werden diese Berechnungen in der Kamera durchgeführt (für die jpg-Ansicht ist es unumgänglich) aber wohl hauptsächlich in der Postprocessing-Software. Sicherlich liegen im SPP entsprechende Lookup-Tabellen vor, die mit welchen Algorithem auch immer in den per Monochromator generierten Signaldatentabellen hin- und herrechnen. Ich sage auch mal ketzerisch: "Interpolieren".

Das die breite Wellenlängen-Detektion der Sensorebenen kein Hingespinst ist, kann sich jeder SD1-Besitzer im Monochrom-Modus des SPP vor Augen führen. Einfach einmal mit der gezielten Aussteuerung des Blau-, Grün- und Rotkanals spielen.


Im Kontext ein sehr interessantes Statement eines Software-Entwicklers



Grüße,
Oz
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #35
Ich nenne so etwas Laien-Irreführung. Auch Laien verdienen Worte zu den Limitierungen der dortigen Erörterungen. So werden sie das mitnehmen, was dort gepredigt wird und es für bare Münze nehmen.

Zum Bildvergleich:
Ich kann nicht beurteilen, ob die Bilder gefaked sind. Unabhängig davon sieht das D800-Bild merkwürdig aus - übersät mir Artefakten. Auch in anderen Partien des Bildes sind seltsame Dinge zu entdecken (z.B. an den Türfalzen).

Was wäre ein seriöser Ansatz, um die Sache zu klären?
Richtig: Das Einstellen der RAW-Dateien beider Kameraufnahmen zum Download.

Hast Du ggf. irgendeinen Vergleich, der solchen Mindestanforderungen entspricht?
Leider nein. Die vorige Woche über hatte ich auch keine Zeit zu suchen. Ich werde mich aber melden, falls ich etwas finde.
Danke für den Link. :daumen:
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #36
Hallo Oguzhan,

puhh .... ich bin der englischen Sprache wirklich gut mächtig, der Sache aber nicht in dem Maße, als dass ich den DPRIVIEW Post wirklich verstehen könnte....:eek:

Kannst Du das evtl. mal in etwas einfachere Worte (zusmmen)fassen ... sorry ... ich weiß, dass das viel Malloche ist...

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #38

Ich denke, Klaus, als Sigma-Häuptling weiss sehr gut wie der Foveon funktioniert. :)
Im dpreview Posting geht es aber um die Schwierigkeiten, die Roh-Daten überhaupt zu verarbeiten.
Obwohl ich relativ gut englisch kann, habe ich aber auch nicht alles verstanden.
Im Beitrag kommt der Foveon eher schlecht weg, so schlecht, dass ich mich wundere, wie es möglich ist, dass wir trotzdem gute Ergebnisse erhalten.
Dass der Foveon Sensor im Speziellen schlecht sein soll bei Überbelichtung (blown highlights) während dieser Übergang bei Bayer angeblich schön langsam und weich stattfindet, deckt sich (ausgenommen SD15 :D ) eher nicht mit meinen Erfahrungen.
Aber wie gesagt, ich bin da technisch zu wenig bewandert, dies (auf Software-Entwicklerebene) wirklich beurteilen zu können.
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #39
(...)
Dass der Foveon Sensor im Speziellen schlecht sein soll bei Überbelichtung (blown highlights) während dieser Übergang bei Bayer angeblich schön langsam und weich stattfindet, deckt sich (ausgenommen SD15 :D ) eher nicht mit meinen Erfahrungen.
Aber wie gesagt, ich bin da technisch zu wenig bewandert, dies (auf Software-Entwicklerebene) wirklich beurteilen zu können.

Jou ... genau dieser Punkt ist so auch meiner Meinung nach nicht haltbar!
Insbesondere in der Lichterzeichnung sehe ich eine explizite Stärke aller mir bekannten SIGMAs (ich habe ja noch keine Merrill).

Bei den Bayer Sensoren haben sich inzwischen die CMOS-Typen gegen die CCDs durchgesetzt. Die CCDs sind diesbezüglich noch schwächer (auch "Bloomimg" Problematik), als die CMOS-Sensoren, die schon bessere Lichter-Zeichnung abliefern.

Ich kann für alle meine CANONs sagen, dass sie diesbezüglich schwächer sind, als die SIGMAs.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Foveon vs. Bayer: Bilder wo der Bayer auf ein 1/4 einbricht? Beitrag #40
Hallo Klaus und Stoneage,

zum Link muß ich etwas erzählen:
Ich hatte mich aufgrund der mangelnden Silkypix-Untersützung für die Merrills in den Thread eingeklinkt und interessante Antworten von Arvo Jägel erhalten. Daß sich auch besagter J. Wisniewski geäußert hat, ist mir entgangen. Ich hab' das Posting erst vor ein paar Tagen entdeckt, als ich den Thread ausgegraben habe. :eek:

Mich interessieren seine Äußerungen, weil es sich bei ihm um einen Softwareentwickler zu handeln scheint, der schon einmal etwas in Richtung Foveondatenaufbereitung programmiert hat. Ich kaufe ihm das durchaus ab. Das, was er da schreibt, trägt nicht die Handschrift einer Schaustellers.

Wie Stoneage schon sagt, ist gerade der Passus über die Highlights, ein Teil, bei dem ich ungläubig den Kopf geschüttelt habe (es gibt da sehr gutmütige Foveons, lassen wir die Dpx'en und SD15 mal außenvor), der mich andererseits aber auch sehr neugierig macht.
So etwas kann man ggf. forcieren und schauen ob die anderen Kanäle auch betroffen sind.
Ich habe ja versucht darzulegen, dass die Foveon-Sensorebenen nicht Farbsignale sehen, sondern, den Gesetzmäßgkeiten der Halbleiterphysik und der Transmission durch Siliziumschichten folgend, detektieren.
Warum sollte es nicht möglich sein, z.B. bei 600nm (also orangerot) alle drei Kanäle gleichzeitig zu überfluten? Alles eine Frage der Einstrahlintensität, da bei dieser Wellenlänge blau und grün auch ansprechen.

Muß ich mal ausprobieren. :)

Zum Inhalt des Postings:

Es ergab sich, dass die Frage aufkam, ob man der Entwicklung von dcraw (der RAW-Konverter von Dave Coffin) nicht nachhelfen könnte, indem man Color-Target-Aufnahmen zur Verfügung stellt, die der Farbkalibrierung dienen sollen.

Warum? Weil dcraw für Merrills zurzeit noch solche Bilder liefert:



Arvo hat erläutert, dass dies nicht zielführend sei.

Zu den Ausagen von Wisniewski:

1.)
Wisniewski spricht zunächst etwas an, was ich vollkommen nachvollziehen kann: Ein Foveon ist nicht per se farbensehend - und schon gar nicht schichtenbezogen selektiv farbensehend. Er nennt das "noncolorimetric". (Bayer'sches Silizium wird auch nur deswegen "farbensehend", weil echte Farbfilter vor entsprechende Pixel vorgeschaltet sind - ein Foveon hat aber keine Farbfilter jenseits des UV/IR-Sperrfilters).

Wie kann man also die Grundlage schaffen, Farben aus den Signalen zu konstruieren? "Ganz einfach": Indem man für den zu kalibrierenden Foveonsensor, Fingerabdrücke zur jeder Wellenlänge aufzeichnet: Jede Wellenlänge eines kontinuierlichen Spektrums ist charakterisiert durch ein Tripel (ich nenne sie hier mal bewußt nicht R/G/B, sondern Ebene 1, Ebene2 und Ebene3) entsprechender Quantenausbeuten (Quanteneffizienzen) der jeweiligen Sensorebenen. Verwendet man nun einen mit dem man den Sensor bestrahlt, kann man das Lichtspektrum -diskret, Wellenlänge für Wellenlänge- durchwandern und dabei entsprechende Sensordatentripel aufzeichnen. Eine Datenbank zum Abgleich von Signalausbeuten entsteht, anhand derer man (den Fingerabdrücken) Wellenlängen zuordnen kann.

So eine Datenbank kann theoretisch beliebig groß werden. Mit wie vielen diskrete Wellenlängen möchte man denn ein kontinuierliches Spektrum annähern. 10? 100? 10^18?
Also beschränkt man sich auf entsprechende sinnvolle Anzahl von Stützstellen, z.B. in 10nm-Abständen.
Und was macht man mit den Lücken dazwischen. Richtig: Die Werte dazwischen interpoliert man mit hinreichender Genauigkeit.

Für die erforderlichen Interpolations und Matrixoperationen schlägt Wisniewski das Open Source Werkzeug Little CMS (Color Management System) vor:



2.)
Mehr Kopfzerbrechen bereitet mir, wie Wisniewski das Signalverhalten des Foveons beim Ausbrennen eines Ebenenkanals beschreibt. Er meint, dass wenn ein Kanal ausbrennt ("blowouts"), alle anderen auch unbrauchbar werden und dass die RAW-Prozessoren für Foveon-Daten vollumfängliche inpainting-Algorithmen (inapainting = Rekonstruktion) verwenden, um diesen Umstand abzumildern.

Zunächst einmal ist mir klar, dass durchaus auch alle drei Kanäle gleichzeitig durchbrennen können. Ich hatte dies eingangs (in diesem Posting) erwähnt. Das meint er aber wahrscheinlich nicht.

Gedankenspiel: Was passiert, wenn, sagen wir mal, der Rotkanal völlig durchgebraten wird?

Wie sieht dann die Fingerabdrucksuche in der Signaltripel-Datenbank aus?
Ist da überhaupt ein passender?

Man stelle sich mal den Aufwand vor, eine Signaldatenbank für den Foveon mit gezielter Reproduktion einzeln ausgebrannter Signalkanäle zu erstellen.

Ich denke schon, dass da Rekonstruktionsalgorithmen im SPP vorhanden sind.

Wisniwski sagt:
"Currently, SPP uses full fledged inpainting for blowouts. Sometimes that works, other times, you get weird textures in the blowouts. That "signature" is what let me figure out WTF Foveon was doing."

WTF übersetze ich mal nicht. :rolleyes:

Verrückte Texturen in der ausbrandrekonstruktionszone? Ja die kenne ich - von der SD14, siehe die Koronastruktur um die Sonne.

SD14.jpg

Und noch einmal die im X3F eingebettete jpeg Voransicht ohne SPP-Processing:

2013-10-25_221745.jpg

Wisniewski empfiehlt als Eigenbau-Strategie für einen Foveon-RAW-Konverter auf die Rekonstruktionsalgorithmen von Paul Harrison auf Basis seiner Doktorarbeit entwickelt hat...




Harrison hat auch den "Resynthesizer" (manche kennen ihn sicher als gimp-Plugin) programmiert, der in etwa dem Werkzeug für "bereichssensitive Füllen" eines bekannten Softwareherstellers entspricht.

Das Ganze natürlich im Spitzlichter-Kontext als Rekonstruktionswerkzeug physikalisch nicht in der Datenbank registrierter Sensor-Readouts (Stichwort Fingerabdrücke).

Was bedeutet so eine Rekonstruktion "nicht kartografierter" Farbsignal-Tripel, sofern seine Aussagen richtig sind? Richtig: Es werden an solchen Stellen Farbwerte geschätzt.

3.)
Er spricht über etwas, das er Rotkanalschärfung nennt.
Hier hängt er mich allerdings ab.

Er behauptet, dass die Interpolation nach 1.) nicht ausreicht um bei der "Schärfung der Rotkanals" keine Abweichungen in orange gelb und grün zu erhalten.
Er schlägt hierfür vor, das Spektum in 50nm-Bereiche zu unterteilen und mit unterschiedlichen Radien zu schärfen...

Kann sein, aber da spricht ein Softwareentwickler aus seinem persönlichen Erfahrungsnähkästchen. Ich kann so etwas nicht logisch nachhalten.

Ich glaube aber, dass dieser Passus nicht sonderlich relevant ist, um ein Grundverständnis für den Foveon zu erhalten.

-----
Soweit mein Verständnis zu dem, was im Wisniewski-Link steht.

Für mich am interessantesten ist Passus 1.). Er räumt auf mit der Mähr des vollfarbsehenden Foveons. Aber man sieht ja auch an den Foveon-Endergebnissen, dass man die Sensorphysik mit vernünftigen Algorithmen und Datenbanken bestens beherrschen kann. :)

Grüße,
Oz
 
Thema:

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