Hmmmm....Friedhöfe....
Damit verbinde ich Eiseskälte, klamme Klamotten, Sonnenbrand, unendliche Langeweile, Hunger,Durst und Ohrfeigen.
Komische Mischung, aber sie ist erklärbar.
Als Kind wuchs ich in einer Gärtnerei und Kranzbinderei auf. Zu Allerheiligen ( 1.November) mussten wir Kinder immer mit in aller Früh, meist so zwischen 4 und 7 Uhr morgens, wenn die Allerheiligengestecke auf die Gräber gebracht wurden. Wir hatten dann die Aufgabe über die Friedhöfe zu laufen, die Gräber anhand der Namenslisten ausfindig zu machen und ggf mittels Handbesen vom Schnee zu reinigen.
Im Sommer mussten wir dann mit zu den Beerdigungen. Einerseits um "Anteilnahme" bei den Kunden zu heucheln, andererseits um die Ständer zu bewachen an denen die Kranzgebinde hingen. Da mein Vater zu der Zeit einer der wenigen war der wiedeverwendbare Kranzständer nutze ( die Dinger waren sauteuer) kam es anfangs vor dass andere Gärtner die dieselbe Beerdigung belieferten die Ständer einfach klauten.
Und Ohrfeigen setzte es wenn mein Bruder und ich mal wieder während den stinklangweiligen Ritualen und Reden Quatsch machten.
Abgesehen davon mag ich alte Friedhöfe. Weil sie so schön morbide sind, aber auch wegen der dort herrschenden Ruhe.
Ich für meinen Teil will in den Ofen, nix mit verbuddeln.
Zu den Fotos kann ich nur sagen: die Bilder von den alten Friedhöfen gefallen mir. Das Eröffnungsbild hat für mich etwas "Schiessbudenartiges", ein wenig erinnert es mich an die Schiessbuden mit ihren bunten Blumen auf unserer Kirmes.
So ein Mischmasch aus knalligen Farben wäre bei uns vor 40 Jahren nie durchgegangen. Da hätte der Pfarrer aber ordentlich Stunk gemacht.
Dunkles Rot, dunkles Lila und ggf Weiss, andere Farben waren nicht zu sehen und auch nicht gewollt.
Gruss
Ray