Systemix
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Mit der EXA Ia bin ich erwachsen geworden. Mein Bruder war gelernter Fotograf, bis er als Kameramann sich beruflich weiter entwickelte. Ich bekam sie an meinem 14. Geburtstag geschenkt. Das Objektiv war ein Original Tessar mit 50mm, später kam dann das Meyer Lydith mit 35mm Brennweite hinzu. Ich habe sehr lange mit beiden Objektiven gearbeitet. Mein späterer Lehrer in Sachen "bildnerische Gestaltung" war Peter von Waldhausen, der auf das Tessar schwor und überzeugt war, dass das Produkt aus Oberkochen nicht an das Original in Jena heran reichte. Doch das ist alles Geschichte und als Erwachsener ließ ich mich von der Bequemlichkeit der Zoomobjektive anstecken. Das Zeitalter der digitalen Kameras war nun angebrochen und durch Umzüge fiel nun auch der Platz für eine Fotolabor weg. Die Fujifilm X-T 100 sagte mir zu, weil sie leicht ist, was auch auf die Objektive zutrifft. Das war gewöhnungsbedürftig, denn Objektive waren für mich stets robust in einem Metallgehäuse eingebaut und hatten eine gewisse Masse. Die Fuji schaffte ich erst an, als die erste digitale Spiegelreflexkamera Pentax K30 unbrauchbar wurde. Es war der übliche Fehler, dass die automatische Blende nicht mehr entsprechend geöffnet wurde. Die Reparatur war mir zu teuer und die Aussicht, dass nach zwei Jahren dieser Fehler wieder auftreten würde, erzeugte einen Überdruss an dieser Marke. Allerdings benutze ich sie gelegentlich noch heute mit einem Zoomobjektiv. Dazu beschaffte ich einen M42-Adapter auf Pentax Bajonett und setzte ein gebraucht gekauftes Maginon-Zoom an. Es war eine Scheinlösung. Doch sie hatte einen Lerneffekt. Die Druckblendenautomatik bei M42-Objektiven kollidiert mit einer digitalen Kamera. Das heißt: Das Objektiv muss über eine manuelle Blendenvorwahl verfügen. Die Feder und der Führungsstift für die Automatik müssen tot gelegt werden. Dann fotografiert man damit nach alter Schule. Doch der Teufel sitzt im Detail. Die Pentax K 30 ist eine traditionelle Spiegelreflexkamera im Gegensatz zur Fuji X-T 100.
Der Adapter von M42 auf Pentax-K Bajonett muss absolut versenkt werden, was eigentlich nicht möglich ist. So ergibt sich eine Veränderung der Bildweite "b" (Linsengleichung) zur Sensorebene bzw. Sucher. Die Folge sind gewisse Unschärfen bei Einstellung auf "unendlich". Das Maginonobjektiv verfügt aber auch über eine Makro-Einstellung, weshalb ich die Pentax auch dafür noch verwende . Über diese Einstellung kann die Unschärfe ausgeglichen werden. Das ist aber sehr umständlich. Daher kann ich Festobjektive nur eingeschränkt für "echte" Spiegelreflexkameras empfehlen. Bei der Fuji jedoch war die Frage der korrekten Bildweite völlig anders gelagert. Nun besaß ich also das Tessar und mein Meyer Lydith mit Exa-Bajonett. Ich fand einen Adapter bei der Firma Kentfaith K&F. Da ich wie der andere Forist hier auch im Besitz einer Pentacon-Ausstattung bin, bestellte ich zugleich noch einen M42-Adpater, da ich das Ü bergangsstück von Pentcon 6 auf Praktica auch in meiner Sammlung habe. So kann ich auch das 300mm Objektiv nutzen. Stativ ist aber dafür unbedingt erforderlich. Die Tests verliefen sehr erfolgreich. Zu beachten ist bei der Fujifilm X-T 100, dass im Programm der Menupunkt: "Fotografieren ohne Linse" aktiviert wird. Die Kamera arbeitet dann mit der Zeitautomatik, was in den meisten Fällen auch erwünscht ist. Im ersten Bild sieht man in der Draufsicht, dass das Objektiv einen relativ großen Abstand zum Kameragehäuse besitzt. Für die Fertigung eines Adapters ist es aber naturgemäß einfacher mit einem Abstand zu arbeiten, weil die Einstellung der korrekten Bildweite fertigungstechnisch einfacher ist, als bei einem Adapterring, der in die vorhandene Objektivfassung eingesetzt wird.
Ein Beispielfoto ist eine verblühte Löwenzahnblüte. Ein beliebtes Motiv und so recht geeignet um die Schärfe zu testen.
Das seien zwei Beispiele für die Anwendung von Festobjektiven. Was spricht nun für diese "veraltete" Technik? Zunächst die hohe Qualität der Objektive, die mit großem Aufwand berechnet wurden, zu einer Zeit, als für genauere Berechnungen lediglich die Logarithmentafel zur Verfügung stand. VEB Meyer-Görlitz beschäftigte einen genialen Entwickler, der mit dem Orestor Pionierarbeit leistete. Ebenso das Lydith war zu seiner Zeit ein "koploper", wie man es im niederländischen sagt. Auf den heute üblichen Sensor einer Systemkamera bezogen besitzen diese Objektive natürlich einen Tele-Effekt. Doch ist das sogenannte "Normalobjektiv" in seinem Bildausschnitt eher langweilig. Ferner wird der Fotograf immer wieder versucht zuviel in dem Foto unterzubringen. Bei Architekturaufnahmen ist das natürlich etwas völlig anderes. Doch durch die heutige übliche Bildbearbeitung ist es möglich mittels veränderlicher Ausschnitte das Foto zu optimieren. Deshalb ist kein Zoom-Objektiv vonnöten. ES zeigt sich, dass preiswerte Zoom-Objektive auch von der Abbildungsqualität hinter einer Festbrennweite zurückfallen. Wer also noch solche hochwertigen Objektive auftreiben kann, sollte einmal einen Versuch damit starten. Die von mir verwendeten Adapter haben ihren Preis gegenüber den billigen Einschraubringen, doch sind sie auch für den schmalen Geldbeutel erschwinglich. Seit einem Jahr arbeite ich nun nach dieser "alten Schule". Von früher bin daran gewöhnt bei offener Blende scharf zu stellen und dann vor dem Auslösen die korrekte Blende einzustellen. Das ist gewiss ein Nachteil. Für sehr schnelle Fotos muss man dann passende Objektive verwenden. Doch das dürfte eher auf einen kleineren Kreis an Berichterstattern zutreffen.
Das ist die Auflösung, wie sie den Grundeinstellungen der Fotosoftware entspricht.

Die Ausschnittsvergrößerung der ehemaligen mittleren Blüte in der unteren Reihe. t=1/2200, ISO 3200 VEB Carl Zeiss Jena Tessar 2,8/50mm
Ein weiterer Vergleich allerdings nicht mit so einem starken Ausschnitt zeigt das Bild aus den Ijssel-Auen
Man beachte die Sumpfpflanzen im Vordergrund t? 1/5000 ISO 3200 Tessar. Im folgenden Ausschnitt sind die Pflanzen deutlicher zu sehen.
Ich kann den Ausspruch eines altgedienten Fotografen nachvollziehen, der meinte, er könne sofort auf einem Foto erkennen, ob ein Zeiss Tessar verwendet wurde. Ein weiterer Schritt war die Beschaffung eines Meyer Orestor 2.8/135 mm. Dieses Objektiv wurde seinerzeit als Portraitobjektiv gefeiert. An der Fuji beitzt es die Wirkung eines starken Teleobjektivs. Dazu zwei Beispiele.
Schwimmunterricht für eine Gänsefamilie. VEB Meyer-Görlitz Orestor 2.8/135mm t=1/4000 ISO 3200 Die warmen pastelligen Töne wurden nachträglich durch die Filterung erreicht. Nun folgt der Ausschnitt.
Der Ausschnitt ist trotz der Vergrößerung detailreich und gibt die Wasserreflektionen gut wieder ohne starkes Überstrahlen.


Der Adapter von M42 auf Pentax-K Bajonett muss absolut versenkt werden, was eigentlich nicht möglich ist. So ergibt sich eine Veränderung der Bildweite "b" (Linsengleichung) zur Sensorebene bzw. Sucher. Die Folge sind gewisse Unschärfen bei Einstellung auf "unendlich". Das Maginonobjektiv verfügt aber auch über eine Makro-Einstellung, weshalb ich die Pentax auch dafür noch verwende . Über diese Einstellung kann die Unschärfe ausgeglichen werden. Das ist aber sehr umständlich. Daher kann ich Festobjektive nur eingeschränkt für "echte" Spiegelreflexkameras empfehlen. Bei der Fuji jedoch war die Frage der korrekten Bildweite völlig anders gelagert. Nun besaß ich also das Tessar und mein Meyer Lydith mit Exa-Bajonett. Ich fand einen Adapter bei der Firma Kentfaith K&F. Da ich wie der andere Forist hier auch im Besitz einer Pentacon-Ausstattung bin, bestellte ich zugleich noch einen M42-Adpater, da ich das Ü bergangsstück von Pentcon 6 auf Praktica auch in meiner Sammlung habe. So kann ich auch das 300mm Objektiv nutzen. Stativ ist aber dafür unbedingt erforderlich. Die Tests verliefen sehr erfolgreich. Zu beachten ist bei der Fujifilm X-T 100, dass im Programm der Menupunkt: "Fotografieren ohne Linse" aktiviert wird. Die Kamera arbeitet dann mit der Zeitautomatik, was in den meisten Fällen auch erwünscht ist. Im ersten Bild sieht man in der Draufsicht, dass das Objektiv einen relativ großen Abstand zum Kameragehäuse besitzt. Für die Fertigung eines Adapters ist es aber naturgemäß einfacher mit einem Abstand zu arbeiten, weil die Einstellung der korrekten Bildweite fertigungstechnisch einfacher ist, als bei einem Adapterring, der in die vorhandene Objektivfassung eingesetzt wird.
Ein Beispielfoto ist eine verblühte Löwenzahnblüte. Ein beliebtes Motiv und so recht geeignet um die Schärfe zu testen.
Das seien zwei Beispiele für die Anwendung von Festobjektiven. Was spricht nun für diese "veraltete" Technik? Zunächst die hohe Qualität der Objektive, die mit großem Aufwand berechnet wurden, zu einer Zeit, als für genauere Berechnungen lediglich die Logarithmentafel zur Verfügung stand. VEB Meyer-Görlitz beschäftigte einen genialen Entwickler, der mit dem Orestor Pionierarbeit leistete. Ebenso das Lydith war zu seiner Zeit ein "koploper", wie man es im niederländischen sagt. Auf den heute üblichen Sensor einer Systemkamera bezogen besitzen diese Objektive natürlich einen Tele-Effekt. Doch ist das sogenannte "Normalobjektiv" in seinem Bildausschnitt eher langweilig. Ferner wird der Fotograf immer wieder versucht zuviel in dem Foto unterzubringen. Bei Architekturaufnahmen ist das natürlich etwas völlig anderes. Doch durch die heutige übliche Bildbearbeitung ist es möglich mittels veränderlicher Ausschnitte das Foto zu optimieren. Deshalb ist kein Zoom-Objektiv vonnöten. ES zeigt sich, dass preiswerte Zoom-Objektive auch von der Abbildungsqualität hinter einer Festbrennweite zurückfallen. Wer also noch solche hochwertigen Objektive auftreiben kann, sollte einmal einen Versuch damit starten. Die von mir verwendeten Adapter haben ihren Preis gegenüber den billigen Einschraubringen, doch sind sie auch für den schmalen Geldbeutel erschwinglich. Seit einem Jahr arbeite ich nun nach dieser "alten Schule". Von früher bin daran gewöhnt bei offener Blende scharf zu stellen und dann vor dem Auslösen die korrekte Blende einzustellen. Das ist gewiss ein Nachteil. Für sehr schnelle Fotos muss man dann passende Objektive verwenden. Doch das dürfte eher auf einen kleineren Kreis an Berichterstattern zutreffen.
Das ist die Auflösung, wie sie den Grundeinstellungen der Fotosoftware entspricht.
Die Ausschnittsvergrößerung der ehemaligen mittleren Blüte in der unteren Reihe. t=1/2200, ISO 3200 VEB Carl Zeiss Jena Tessar 2,8/50mm
Ein weiterer Vergleich allerdings nicht mit so einem starken Ausschnitt zeigt das Bild aus den Ijssel-Auen

Man beachte die Sumpfpflanzen im Vordergrund t? 1/5000 ISO 3200 Tessar. Im folgenden Ausschnitt sind die Pflanzen deutlicher zu sehen.

Ich kann den Ausspruch eines altgedienten Fotografen nachvollziehen, der meinte, er könne sofort auf einem Foto erkennen, ob ein Zeiss Tessar verwendet wurde. Ein weiterer Schritt war die Beschaffung eines Meyer Orestor 2.8/135 mm. Dieses Objektiv wurde seinerzeit als Portraitobjektiv gefeiert. An der Fuji beitzt es die Wirkung eines starken Teleobjektivs. Dazu zwei Beispiele.

Schwimmunterricht für eine Gänsefamilie. VEB Meyer-Görlitz Orestor 2.8/135mm t=1/4000 ISO 3200 Die warmen pastelligen Töne wurden nachträglich durch die Filterung erreicht. Nun folgt der Ausschnitt.

Der Ausschnitt ist trotz der Vergrößerung detailreich und gibt die Wasserreflektionen gut wieder ohne starkes Überstrahlen.

