Waldschrat
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Gestern Abend auf "Kometenjagd" südwestlich Berlins (Werder/Havel),
musste der Orion auch mal wieder auf den Sensor.
#1 - 21:47Uhr

SD15, ISO800, 15sec, M42 CZJ MC Pancolar 1,8/50mm @1,8
#2 - 23:06Uhr

SD15, ISO800, 15sec, M42 Pentax SMC Takumar 2/55mm @2
Beide weitestgehend ausentwickelt im SPP 5.5.3,
maximale Entrauschung Luminanz und Chrominanz,
leichte Tonwerteverbiegung, JPG-Konvertierung, und Verkleinern in Darktable
Zunächst sind m.E. die deutlichen Abbildungsfehler beider Objektive bei
Offenblende äußerst interessant zu beschauen. Im Tageinsatz sind Beide
wirklich gute Optiken, die durchaus offenblendig sinnvoll verwendbar sind. :daumen:
Das Pancolar zeigt insgesamt feinere Sterne, deutlich weniger Farbsaum (CA?), dafür
eine interessante Koma bei den hellsten Sternen. Warum zeigt diese
Koma nach innen auf das Bildfeldzentrum?
Was meint Ihr?
Die Sterne des Takumar sind deutlich "größer", zeigen deutliche lila
Farbsäume bis hin zur rötlichen Abbildung eigentlich bläulicher Sterne.
Siehe z.B. die drei Gürtelsterne nahe der Bildmitte. Die Koma des
Takumar am den hellen Randsternen ist hingegen deutlich kleiner
als die des Pancolars.
Was wichtiges übersehen? Sag es mir!
Nicht weniger interessant finde ich folgenden Fakt:
Die Aufnahmen sind ähnlich, aber nicht ganz identisch ausgearbeitet.
Das zweite Bild mit dem Takumar f/2 55mm zeigt erheblich mehr Sterne
und Größe des Orionnebels. Das grobstreifige Foveon-Rauschen
war deutlich besser als bei Aufnahme #1. Dies, obwohl
- der Orion schon deutlich tiefer stand als bei Bild #1, somit lichtschwächer (Extinktion)
- das Objektiv ggü. dem Pancolar etwas lichtschwächer ist mit seinen f/2
Zu diesem zunächst kontraintuitiven Phänomen gibt es eine Idee:
Bild #1 entstand als allererstes nach Auspacken der Ausrüstung.
Bild #2 wurde als allerletztes, 79 Minuten später, belichtet.
Es herrschte Frost mit ein paar Grad unter Null.
Die Wiese war prasseldürr gefroren. Trotz Dauernutzung der Kamera
vermute ich, dass die Abkühlung durch die Frostluft die Erwärmung durch
insgesamt 37 Langzeitbelichtungen innerhalb der 79 Minuten überwogen hat,
und der Sensor am Ende einfach größenordnungsmäßig ca. 20 Grad kälter war.
feil: Also: Die Eisbeutel, oder besser den Flüssigstickstoff nicht
vergessen, bei Ausflügen mit Euren Siechmas.
sst:

Herzliche Grüße
der Waldschrat...
PS: Natürlich sind beide Aufnahmen auch Grenzgänge an das Machbare mit einer Sigma SD15.
ISO800 würde ich normalerweise niemals verwenden. Das wird nur durch die Spezifik der
Sternaufnahmen - extremer Kontrast - und dadurch Möglichkeit, die Tiefen der Daten
rigoros abzuschneiden, möglich. (negatives FillLight -0,3)
_
musste der Orion auch mal wieder auf den Sensor.
#1 - 21:47Uhr

SD15, ISO800, 15sec, M42 CZJ MC Pancolar 1,8/50mm @1,8
#2 - 23:06Uhr

SD15, ISO800, 15sec, M42 Pentax SMC Takumar 2/55mm @2
Beide weitestgehend ausentwickelt im SPP 5.5.3,
maximale Entrauschung Luminanz und Chrominanz,
leichte Tonwerteverbiegung, JPG-Konvertierung, und Verkleinern in Darktable
Zunächst sind m.E. die deutlichen Abbildungsfehler beider Objektive bei
Offenblende äußerst interessant zu beschauen. Im Tageinsatz sind Beide
wirklich gute Optiken, die durchaus offenblendig sinnvoll verwendbar sind. :daumen:
Das Pancolar zeigt insgesamt feinere Sterne, deutlich weniger Farbsaum (CA?), dafür
eine interessante Koma bei den hellsten Sternen. Warum zeigt diese
Koma nach innen auf das Bildfeldzentrum?
Die Sterne des Takumar sind deutlich "größer", zeigen deutliche lila
Farbsäume bis hin zur rötlichen Abbildung eigentlich bläulicher Sterne.
Siehe z.B. die drei Gürtelsterne nahe der Bildmitte. Die Koma des
Takumar am den hellen Randsternen ist hingegen deutlich kleiner
als die des Pancolars.
Was wichtiges übersehen? Sag es mir!
Nicht weniger interessant finde ich folgenden Fakt:
Die Aufnahmen sind ähnlich, aber nicht ganz identisch ausgearbeitet.
Das zweite Bild mit dem Takumar f/2 55mm zeigt erheblich mehr Sterne
und Größe des Orionnebels. Das grobstreifige Foveon-Rauschen
war deutlich besser als bei Aufnahme #1. Dies, obwohl
- der Orion schon deutlich tiefer stand als bei Bild #1, somit lichtschwächer (Extinktion)
- das Objektiv ggü. dem Pancolar etwas lichtschwächer ist mit seinen f/2
Zu diesem zunächst kontraintuitiven Phänomen gibt es eine Idee:
Bild #1 entstand als allererstes nach Auspacken der Ausrüstung.
Bild #2 wurde als allerletztes, 79 Minuten später, belichtet.
Es herrschte Frost mit ein paar Grad unter Null.
Die Wiese war prasseldürr gefroren. Trotz Dauernutzung der Kamera
vermute ich, dass die Abkühlung durch die Frostluft die Erwärmung durch
insgesamt 37 Langzeitbelichtungen innerhalb der 79 Minuten überwogen hat,
und der Sensor am Ende einfach größenordnungsmäßig ca. 20 Grad kälter war.
vergessen, bei Ausflügen mit Euren Siechmas.
Herzliche Grüße
der Waldschrat...
PS: Natürlich sind beide Aufnahmen auch Grenzgänge an das Machbare mit einer Sigma SD15.
ISO800 würde ich normalerweise niemals verwenden. Das wird nur durch die Spezifik der
Sternaufnahmen - extremer Kontrast - und dadurch Möglichkeit, die Tiefen der Daten
rigoros abzuschneiden, möglich. (negatives FillLight -0,3)
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