So, nachdem ich mein Samyang 8+3 Monate habe schlummern lassen, kam es heute wieder zum Einsatz.
Ich brauchte quasi eine
Vergleichsoptik für das Bigma 50-500mm in EX-Qualität

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Ist so ähnlich wie Birnen mit Äpfeln zu vergleichen, aber äh 'beides schmeckt gut'.
Gewicht: Da schenken sich beide nicht viel, die Kamera-Objektiv-Combi bleibt nicht unter 3kg Gewicht. Lies sich aber für vier Stunden und über 300 Fotos überraschend gut stemmen. Beide liegen gut in der Hand.
Verarbeitung: Beide Objektive sind massive Boliden, die einen hochwertigen Eindruck machen. Wenn man das Samyang nicht fallen lässt ist es jedoch unkaputtbar - extrem massive Ganzmetall-Ausführung!
Aufbewahrungstasche: Obwohl das Bigma eingefahren nur die halbe Länge des Samyang hat, hat dessen kistenförmige Tasche mehr Volumen als die schlanke Verpackungszigarre des Samyang. Die Sigmatasche ist ein klein wenig hochwertiger verarbeitet, beide Taschen erfüllen ihren Zweck.
Brennweite: Während das Sigma 50-500mm abdeckt, beginnt das Samyang erst ab 650(~700mm laut Klaus). Am Samyang vermisse ich eine Makrofunktion; der Mindest-Fokussierabstand ist recht deftig... ab 5m aufwärts.
Focus: Der HSM des Bigma ist verwöhnend: Schnell, relativ zuverlässig und recht leise. Das Samyang wird manuell fokussiert, ist unhörbar und mit etwas Übung lassen sich auch schwierige, rasante Motive wie Modellflieger einfangen! Das hätte ich vorher nicht gedacht und liegt an dem geschmeidigen, kurz-übersetzten Focus-Ring des Samyang, der es Freihand brauchbar macht.
Freihand: Regel Nummer Eins: Verwende ein gutes Stativ samt Fernauslösung, es sei denn du willst
viel Ausschuss produzieren
Regel Nummer Zwei: Ohne Stativ bist du FREI

-> Beide Objektive lassen sich übrigens vergleichsweise gut und bequem frei-Hand benutzen.
Um die Modellflieger einzufangen, war ohne Stativ fotografieren angesagt. Es ging ganz gut, der Ausschuss liegt jedoch bei ca. 70-95 Prozent. Je nach Brennweite und Belichtungszeit. Manchmal sitzt der Fokus nicht richtig, da die Flieger nicht still halten wollen, deutlich öfter ist es jedoch das Zittern des Fotografen, dass die Bilder unscharf und 'flau & matt' werden lässt. Hier hilft nur fleißig zu knipsen was der Pufferspeicher hergibt.
Wenn die Parameter stimmen ist der erzielbare (Bild-)Unterschied in der Praxis @ 500mm+
frei-Hand(!) gering: Das Bigma ist nur ein wenig kontrastreicher und das trotz besserer Vergütung/Lichtbrechung. Chromatische Aberationen treten im Gegensatz zum Samyang kaum auf. [Am Stativ dürfte das Bigma in seiner Bildbrillianz hingegen
besser überzeugen!]
Beide Linsen (da für Vollformat geeignet) sind bis zum Rand hin scharf und natürlich ist das Bigma prinzipiell besser (kostet ja auch ein vielfaches!), ABER: frei-Hand ist der Unterschied nicht so groß, wie die Handelspreise erwarten lassen sollten.
Nachstehend Aufnahmen mit dem Samyang 650-1300mm, alle Bilder entstanden im Flug, manuell fokussiert @ 650mm
Ein 100%-Crop vom oberen rechten Bildrand. Das Samyang bildet bis an den Rand scharf ab!
Hier ein Gesamtbild (verkleinert):
Und hier ein 100%-Crop daraus:
Persönliches Fazit: Für mich stand die im Vordergrund, die Fähigkeiten des Bigma zu testen; das Samyang diente eigentlich nur als 'netter Vergleich'.
Der Zoombereich des Bigma von 50-500mm lies sich mit den Modellfliegern praktisch nutzen. Der HSM-Fokus funktionierte gut unter den fordernden Bedingungen (allerdings ist rasante Action-Fotografie nicht unbedingt die Stärke der Sigma SD14 - heißt ca. 1/5 der Aufnahmen war fehl-fokussiert, was ich auf die Kamera und NICHT das Objektiv schiebe; sowie die zittrigen Hände des Fotografen

)
Für die Greifvogelfotografie sind die 500mm mir persönlich jedoch eher zu wenig, da gefallen mir die 650mm+ des Samyang besser. Da ich in erster Linie Teles frei-Hand benutze kann ich die gute Abbildungsleistung des Bigma nicht voll nutzen. Hinzu kommt, dass ich ein Tele nur selten gebrauche. Für mich bedeutet dies, dass ich das Samyang behalten werde und mich vom Bigma trenne - zum rum liegen ist letzteres einfach zu schade

.
Das Samyang überrascht mich immer wieder - ganz einfach weil ich es in seinen Möglichkeiten zu oft unterschätze.
Viele Grüße
Martin