Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE

Diskutiere Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE im Suche Forum im Bereich Foto Markt; Danke Jens noch einmal für diesen Tipp! Der Mante ist wirklich Klasse! Ein Monat aus der Bibliothek reichte mir neulich leider nur für ein erstes...
  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #21
... Ich habe mir letztens von Mante "Das Foto" gegönnt. ...

Danke Jens noch einmal für diesen Tipp!
Der Mante ist wirklich Klasse!
Ein Monat aus der Bibliothek reichte mir neulich leider nur für ein erstes Anlesen.
Nach Streuen der Info im Bekanntenkreis bekam ich letzte Woche Mantes
"das Foto" von einer Freundin geschenkt. Freue mich darüber wie ein Schneekönig. :D

Den Kandinsky werd ich auch noch irgendwo für lau aufgabeln.


Dann war es das aber hoffentlich mit Buch-Anschaffungen für dieses Leben. :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: ;)


Liebe Grüße in die Runde! :)




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  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #22
...

Ich fände es erschreckend wenn ich Bilder nach Dogmen und nicht nach dem eigenen Gefühl beurteile und mache.
Interessanter sind doch eher die unüblichen Ansichten und Schnitte. Den Rest gibt es millionenfach.


Peter, diese Zeilen hatten mich übrigens irritiert!
Ich empfinde das komplett anders! Bildgestaltungsregeln empfinde ich als
eine Art natürlich gewachsener "Grammatik" des Bildaufbaues, die
eigentlich schon immer da war (siehe z.B. Goldener Schnitt), und jetzt
in den letzten paar hundert Jahren zunehmend erforscht und
versuchsweise formuliert werden.



Um die Sprach-Metapher noch einmal aufzugreifen:
Bereits beim (Fremd-)Sprachen erlernen fand ich Grammatik ein hoch
spannendes Thema, und es war mir immer sehr wichtig, da erstmal
sattelfest zu werden.
Ja, Gedichte oder sonstwie sprachliche Kunstwerke verletzen u.U.
bewusst Grammatik und Orthografie. Das setzt aber wie überall im
Leben erstmal vorraus, die Regeln, hier: Grammatik und Orthografie,
ganz genau verinnerlicht zu haben, um erst dann kreativ damit zu spielen
zu können.


Übertragen auf Fotografie oder sonstigen bildlichen Ausdruck:
Ich glaube nicht, dass es möglich ist, nur durch Beachtung des eigenen
Gefühles, und Versuch und Irrtum, jemals zu guten Ergebnissen zu kommen.

Es fährt ja auch Niemand in ein fremdes Land, lernt dort die
Landessprache quasi so nebenbei durch pures Hören und Sprechen
(ein Unsinn, der auch immer wieder behauptet wird), und
verfasst anschließend Kunstwerke in jener Sprache,
geschweige denn erstmal einen einzigen grammatikalisch korrekten Satz.


Herzliche Grüße vom Waldschrat... :)





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  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #23
Hallo!

Ich empfinde das komplett anders! Bildgestaltungsregeln empfinde ich als eine Art natürlich gewachsener "Grammatik" des Bildaufbaues,
Bedeutet doch das alles was dieser Grammatik nicht entspricht fehlerhaft ist oder dann sogar schon fortgeschritten also über die Regeln hinweg.
Entsteht Kunst aus abstrahierten Gelerntem oder aus abstraktem und kreativem Denken.
Ich hoffe aus Zweitem. Sonst wäre es nur eine geänderte Kopie erlernten Handwerks.

Übertragen auf Fotografie oder sonstigen bildlichen Ausdruck:
Ich glaube nicht, dass es möglich ist, nur durch Beachtung des eigenen
Gefühles, und Versuch und Irrtum, jemals zu guten Ergebnissen zu kommen.
Das wäre absolut traurig. Das würde bedeuten das der Mensch nicht lernt und auch nur nach Anleitung sehen kann. Deine Interpretation lehne ich ab.

So funktioniert Fotografie nicht, zumindest nicht für mich. Wenn jemand Halteschlaufen braucht um für sich sinnvolle Bilder gestalten zu können ist das in Ordnung.

Das setzt aber wie überall im
Leben erstmal vorraus, die Regeln, hier: Grammatik und Orthografie,
ganz genau verinnerlicht zu haben, um erst dann kreativ damit zu spielen
zu können.
Wenn ich das auf Maler, Bildhauer und andere Kunst umlege dann müsste jeder dieses Handwerk als solches gelernt haben um dann erst gestalterisch und kreativ tätig werden zu können.

Nun bin ich deprimiert...... und irritiert.
 
  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #24
@Peter M:
Im Grossen und Ganzen bin ich auf Deiner Linie.

Der kreative Prozess, den Künstler beim Schaffen ihres Werks durchlaufen, ist komplex, sprachlich oder abstrakt kaum darstellbar und auch keineswegs immer gleich.

In dieser am Anfang dieses Thread erwähnten Schrift von Kandinski spricht dieser nicht zufällig vom Geistigen in der Kunst.

Den Satz "Kunst kommt von Können, sonst hiese es Wunst" finde ich kleingeistig. Solche Einstellungsgefüge führen zu sehr bescheidenem kleinbürgerlichen Schaffen ("gelsenkirchener Barock"). Im schlimmsten Fall führt es zur Anmaßung, "entartete Kunst" definieren zu können oder zu so langweiligen Produkten wie dem "sozialistischen Realismus" der ehemaligen DDR.

Dennoch braucht man auch "handwerkliche" Grundlagen, wenn man photographieren, mit Tusche zeichnen oder Stein bearbeiten will...
 
  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #25
Noch etwas zum Thema "Handwerk", beziehungsweise der Gefahr des Abtötens von Kreativität durch die Überbetonung von "Technik und Regel":

Der Tod des Urchaos.


Der Herr des Südmeeres war der Flüchtige; der Herr des Nordmeeres war der Plötzliche; der Herr der Mitte war der Urchaos. Der Flüchtige und der Plötzliche trafen sich häufig im Lande des Urchaos, und das Urchaos begegnete ihnen stets freundlich.

Der Flüchtige und der Plötzliche überlegten nun, wie sie des Urchaos Güte vergelten könnten. Sie sprachen: "Die Menschen alle haben sieben Öffnungen zum Sehen, Hören, Essen und Atmen, nur er hat keine. Wir wollen versuchen, sie ihm zu bohren".

So bohrten sie ihm jeden Tag eine Öffnung. Am siebenten Tage, da war das Urchaos tot.

(Tschuang-Tse, Das südliche Blütenland / XVII, 7)
 
  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #26
Soviel vielleicht erstmal in Kürze:
Ich finde Eure Antworten sehr interessant.
Scheinbar "ticken" verschiedene Menschen da auch verschieden. ;)
 
  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #27
...
Wenn ich das auf Maler, Bildhauer und andere Kunst umlege dann müsste jeder dieses Handwerk als solches gelernt haben um dann erst gestalterisch und kreativ tätig werden zu können.
...

Genau das meinte ich.
Ohne soliden handwerklichen Grund und Boden kein kreativer Höhenflug.
Ohne erlernte Sprache - keine berührenden Gedichte. ;)
 
  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #28
@Waldschrat:
Und somit würde sich ein Konsens anbieten:
(1) Üben, üben und üben in den Grundlagen und der Routine. :eek:

(2) Danach erst freies Improvisieren und gegebenenfalls gezieltes und bewußtes Verlassen von "Regeln" und Normen. :cool:
Ausnahmen gelten für Leute wie Amadeus Mozart, Khalil Gibran etc. :rolleyes:
 
  • Wassily Kandinsky - PUNKT UND LINIE ZU FLÄCHE Beitrag #29
Wie sagt bereits der Volksmund treffend:
"Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen."

Nehmen wir z. B. die Musik. Auch hier muss das Instrument erlernt werden bevor man es spielen kann. Einige wenige werden das dann sogar virituos beherrschen. Allerdings ist der Virituose dadurch nicht automatisch ein zweiter Beethoven, Bach usw. Das künstlerische Genie hat noch etwas anderes.

Gestaltend und kreativ kann man IMHO auch mit wenigen Grundlagen werden. Es hilft dem Normalsterblich nur meist sehr, wenn diese Grundlagen klar sind.

LG Jens

@Peter: ich bin auch manchmal deprimiert, wenn meine Finger auf der Gitarre nicht so wollen, wie ich. Aber irritieren tut es mich nicht :D
 
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