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Ich fände es erschreckend wenn ich Bilder nach Dogmen und nicht nach dem eigenen Gefühl beurteile und mache.
Interessanter sind doch eher die unüblichen Ansichten und Schnitte. Den Rest gibt es millionenfach.
Peter, diese Zeilen hatten mich übrigens irritiert!
Ich empfinde das komplett anders! Bildgestaltungsregeln empfinde ich als
eine Art natürlich gewachsener "Grammatik" des Bildaufbaues, die
eigentlich schon immer da war (siehe z.B. Goldener Schnitt), und jetzt
in den letzten paar hundert Jahren zunehmend erforscht und
versuchsweise formuliert werden.
Um die Sprach-Metapher noch einmal aufzugreifen:
Bereits beim (Fremd-)Sprachen erlernen fand ich Grammatik ein hoch
spannendes Thema, und es war mir immer sehr wichtig, da erstmal
sattelfest zu werden.
Ja, Gedichte oder sonstwie sprachliche Kunstwerke verletzen u.U.
bewusst Grammatik und Orthografie. Das setzt aber wie überall im
Leben erstmal vorraus, die Regeln, hier: Grammatik und Orthografie,
ganz genau verinnerlicht zu haben, um erst dann kreativ damit zu spielen
zu können.
Übertragen auf Fotografie oder sonstigen bildlichen Ausdruck:
Ich glaube nicht, dass es möglich ist, nur durch Beachtung des eigenen
Gefühles, und Versuch und Irrtum, jemals zu guten Ergebnissen zu kommen.
Es fährt ja auch Niemand in ein fremdes Land, lernt dort die
Landessprache quasi so nebenbei durch pures Hören und Sprechen
(ein Unsinn, der auch immer wieder behauptet wird), und
verfasst anschließend Kunstwerke in jener Sprache,
geschweige denn erstmal einen einzigen grammatikalisch korrekten Satz.
Herzliche Grüße vom Waldschrat...
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