Foveon-Bayer .... die ewige Debatte ...
Hallo zusammen,
auch, wenn's (wie Jörg sagen würde) der "Dauerbrenner" ist.
Ich kann inzwischen beide Bildwandler ganz gut vergleichen, da ich inzwischen mit beiden Sensortypen gerne "mache".
Kurz: Meine Auffassung dazu
Foveon/ Bayer:
-Auflösung? Was ist das genau?
Meine Meinung dazu: Auflösung ist die Fähigkeit einer Kamera + Objektiv Details abzubilden bzw. zu erfassen. Es ist nicht die Anzahl der Pixel, die eine Kamera erzeugt (da sind wir uns wohl alle einig) .... und es ist (IMHO!) leider auch nicht die Anzahl der differenzierten Linien, die ein Testbild aufzeigt. Dabei allerdings kann FOVEON X3F nur verlieren ... aber das wäre zu einfach.
Was nämlich sind "zwei differenzierete Linien"? Bei den üblichen Testverfahren werden zwei differenzierte Linien dann "gegeben", wenn sich deren Luminanzwerte (also Grauwerte) um
lächerliche 10% voneinander unterscheiden. Das ist nix anderes mehr, als undifferenzierter Matsch, der beim Croppen auch genau so "kommt".
Alle bisher gefertigten FOVEON Bildsensoren haben bei halbwegs ordentlich durchgeführten Tests bewiesen, dass ihr Auflösungsvermögen in Verbindung mit Spitzenobjektiven EXAKT der Anzahl ihrer horizontalen Pixelreihen entspricht (vertikal muss logischerweise das selbe gelten).
WICHTIG! Die Grenzauflösung des aktuellen FOVEON-4,7MP Foveons reißt dabei abrupt bei einem
Restkontrast von immerhin 55% zwischen zwei Linien ab ... geht also NICHT, wie bei den Testverfahren, die auf Bayersensoren abgestimmt werden, kontinuierlich bis auf 10% runter.
Wie sieht's in der Folge an der Pixelfront dann wirklich aus?
Hier wird das IMHO genau so ausgedrückt, wie ich das bestätigen kann:
(...) A visual comparison between a 14 MP Foveon sensor and a 12.3 MP Bayer sensor shows Foveon has crisper details. (...)
"Ein visueller Vergleich zwischen einem 14MP Foveon Sensor und einem 12,3 MP Bayer Sensor zeigt, dass der Foveon die knackigeren Details hat."
Quelle:
http://en.wikipedia.org/wiki/Foveon_X3_sensor
Das ist letztlich das, was Kenner als "Pixelschärfe" sehen und so bezeichnen. Diese Pixelschärfe, die Fähigkeit des Systems, Mikrokontraste auf Pixeleben zu erfassen und abzubilden ist absolut foveontypisch und zunächst in der Sensorarchitektur begründet.
Steht man also auf "Knackigkeit" in den Mikrodetails, dann ist der Foveon der (in Sachen Auflösung) besser ... will man Linien zählen und dabei Restkontrastdifferenzen von 10 Luminanzprozenten akzeptieren, dann ist ein Bayer die bessere Wahl. Bekannt ist ferner, dass Foveon keine Probleme mit Farbmoirés erzeugt, die ich bei Bayerkameras (ehrlich gesagt!) aber auch noch nie als bildstörend gesehen habe. Warum sollt ich danach suchen?!
RGB-Auflösung vs. Luminanzauflösung:
Auflösungstests werden üblicherweise luminant (also SW) durchgeführt. Wenn es darum gehen soll,
Farben bei geringsten Kontrastuntershieden zu differenzieren, dann ist X3F-Direktbildtechnik endgültig ganz deutlich im Vorteil und das sieht man auch im Vergleich ... Blattgrün z.B. wird von Bayer bei gleichen Bildausschnitten (natürlich nicht Pixelzahlen) IMHO von Foveon erkennbar besser differenziert, als von Bayer.
Die Frage, ob das wichtig ist ... oder bei wie wenigen Aufnahmen das überhaupt eine Rolle spielt, lasse ich hier mal offen ... wir reden hier sowieso von Marginalien .. ist uns allen klar.
JJ hat oben IMHO zurecht gesagt, dass Bayer in Sachen Auflösung die kritisch Grenze erreicht hat ... mehr Pixel bringen nicht mehr wirklich was ... warum? Meine Meinung dazu:
Natürlich ist die optische Auflösung der Objektive endlich. Überdeutlich merkt man das, wenn man die brillanten Bildergebnisse einer 6MP (Bayer D-SLR) mit der Leistung einer 14MP Kompaktkamera für 80,-€ vergleicht.
Die Auflösung (insbesondere die RGB-Auflösung) einer Bayerkamera wird zusätzlich durch den BAYER-Algorithmus und durch die Notwendigkeit der Verwendung eines AA-Streufilters reduziert. Das ändern auch höhere Pixelzahlen im Prinzip nicht ... das Problem ist also systemimmanent.
Letztlich sehe ich es (wie JJ) als klaren Vorteil an, dass Foveon im Vergleich winzige Bilddateien erzeugt, die es dann aber in sich haben.
Farbwiedergabe/Farbgenauigkeit.
Die Farbgenauigkeit des Foveons ist sehr stark Softwareabhängig. Ich habe ältere Tests, bei denen SD14 Kameras eher mittelmäßig abgeschnitten haben (wobei ich nicht weiß, ob die da mit JPGs o.o.C gemessen haben oder (wie bei SIGMA zwingend!) RAWs gerechnet hatten.
Der letzte COLOR FOTO Test (insgesamt natürlich wieder "ernüchternd" schlecht

) bescheinigt der SD15 "vorbildlich exakte" Farbtreffsicherheit und explizite "Stärken bei den Hauttönen" was in einer Empfehlung für "Portraitphotographen" resultierte.
Kurz: Ich weiß es nicht! Im Vergleich finde ich die Farben irgndwie reichhaltiger und lebendiger , vielleicht "klarer", als bei CANON ... meinem Zweitsystem.
Wichtig .... wir reden hier über absolute Kleinigkeiten, die nicht wirklich "kriegsentscheidend" sein können. Wenn hier jemand ein Bayer Bild mit "gefälschten

" EXIFs bei SIGMA einstellt, dann merke ich das auch nicht .... da muss man einen direkten Vergleich haben.)
Schaut man sich ein "Nettobild" einer Bayerkamera an, das keine "Bayerinterpolation" erfahren hat (verdammt

.... ich finde den Link nicht mehr ... wer hat sowas mal parat??), dann stellt man fest, dass das fast SW ist. Da ist wirklich kaum Farbe drin.
So gesehen ist es wirklich beachtlich, was da an Farbwiedergabe rauskommt. Das ist wirklich alles andere als schlecht.
Dynamik und Bearbeitungsreserven.
Tja .. da kann man viel schreiben ... das muss man erleben und im Vergleich betrachten. Das ist eigentlich das Goilste und für mich wichtigste Argument, bei SIGMA zu bleiben, bei all den vielen Nachteilen und Zumutungen, die dieses eher rückschrittliche Kamerasystem mit sich bringt.
Man holt einfach mehr raus aus einem X3F-RAW, weil mehr drin ist........ wenn man LICHT

hatte. Insbesondere die großen Reserven in der Lichterzeichnung sehe ich bislang als unerreicht gut an. Einen weißen Schwan im Sonnenlicht kann ich mit CANON nicht wirklich hinkriegen ... da brennen mir die Lichter auch dann noch aus, wenn ich strategisch kräftig unterbelichte. Das geht ganz eindeutig an Foveon.
Was allerdings bei ISO100/200 absolut pro Foveon geht, ist bei angehobenen ISOs dann BAYER-Sieg.
Foveon Nachteile/Bayer Vorteile
Während Bayer Kameras bei angehobenen ISOs sehr stabile Farbgenauigkeiten und geringe Luminanz- und RGB-Rauschwerte messen und auch sehen lassen, ist das dann der Knackpunkt bei Foveon Bildwandlern.
Bis ISO 400 ist die Welt beim Foveon noch ganz in Ordnung und macht wenig Probleme auch bei Schwachlicht. ISO 800 und 1600 sind bei gutem Licht (Sport und Teleaufnahmen) auch noch zu gebrauchen. Muss bei solchen ISOs aber lange belichtet werden, dann tut man sich selber den Gefallen, (wenn vorhanden), auf eine Bayer-Kamera auszuweichen.
Ich weigere mich nach wie vor, einzuräumen, dass im HIGH ISO-Bereich mit SIGMA gar nichts geht ... das stimmt auch nicht .... man benötigt aber einiges an EBV-Talent und Spezial-SIGMA Kenne, um den Job zu machen.
Zuzugeben bleibt allerdings, dass sämtliche Foveon Vorteile (insbesondere die hohe Eingangsdynamik) bei hohen ISOs schlicht wegfallen.
Ein mehrfach bestätigter Foveon Vorteil (auch durch Bastian im Vergleich SIGMA/NIKON).
Dem Foveon reicht ein gutes (letztlich bezahlbareres!) Objektiv genau da, wo Bayer ein Spitzenobjektiv erfordert. Auch ich kann das so bestätigen. Eine Optik, die unter Umständen an der SIGMA brilliert, kann an einer CANON unerwartet mäßige Bildergebnisse produzieren. Letztlich wirkt sich IOMHO auch hier die Foveon Pixelschärfe positiv aus.
LOW LIGHT Fähigkeit:
Das war mal ganz klar Bayer-Sache ... und das ist immer noch so, wenn man bei Schwachlicht mit mehr als ISO 200 ran muss. Da hat der Foveon den klaren Nachteil, dass ein Dreischichtsensor nunmal eine erheblich schlechtere Lichtausbeute hat.
Wenn man aber die Möglichkeit hat, bei niedrigen ISOs lange zu belichten, dann gehen inzwischen auch glasklare sehr farbkräftige und absolut rauschfreie Nightshots und LOW-Lights mit Foveon.
Eindeutige Vorteile Bayer:
Bayer ist unproblematischer und in der Summe ihrer Eigenschaften eine hervorragende Sensortechnik, die sich nicht zufällig zu fast 100% durchgesetzt hat.
Gleichmäßig gute (insbesondere hinsichtlich Farbtreue und Farbsättigung) konstante Bildergebnisse bei angehoben ISOs.
Geringes Rauschen (beides Luminanz und RGB) bei schlechten Lichtverhältnissen.
Fazit: Beide Sensortypen haben "geringe" Vor- und Nachteile. Ich will mich da gar nicht festlegen müssen, was nun besser ist. Letztlich ist es aber auch irgendwie wurscht, weil ein interessantes Photo ja nie danach fragt, mit welcher Phototechnik es entstanden ist.
Die meisten SIGMARIANER haben auch Erfahrung mit einer Bayer .... umgekehrt ist es natürlch seltener. Eigentlich schade .... einige wären evtl. erstaunt, wie viel Spaß diese sehr gewöhnungsbedürftigen Kameras machen können.
Grüße und schöne Photos
Klaus