Steffen1207
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Moin Leute,
ich arbeite ja wirklich am liebsten mit Festbrennweiten. Jedoch fehlt es mir da noch "untenherum" im Bereich zwischen 24 und 35 mm, ebenso fehlt mir noch die "klassische" Porträtbrennweite, also der Bereich zwischen 70 und 100 mm.
Ein lichtstarkes aber günstiges "Standardzoom", bisweilen wird so etwas auch "Immerdrauf" genannt, konnte also erstmal nicht schaden. Ein Objektiv eben, daß häufig gebrauchte Brennweiten in einem Gehäuse vereint.
Meine Wahl fiel auf das Sigma 2,8/28-70 EX DF Aspherical.
Warum?
Nun, dieses Objektiv genießt einen ausgezeichneten Ruf, was man so liest und ist günstig zu bekommen. Gebraucht natürlich, neu gibt es dieses schon lange nicht mehr.
Da es einige Sigma 2,8/28-70 gibt, habe ich ja eben schon hervorgehoben, daß meines das Kürzel DF im Namen trägt. Es gibt noch eine Vorgängerversion ohne DF, äußerlich erkennbar an der etwas schlankeren Bauform, ferner befindet sich beim DF die Meterskala hinter einem Plexifensterchen, beim Vorgänger ist sie direkt auf dem Fokusring aufgedruckt. Diese Vorgängerversion ohne DF eignet sich NICHT für Canon Digitalkameras (bis auf die 10D und einige andere ältere Modelle), die Kamera gibt mit einem solchen Objektiv die Meldung "Error 99" aus.
Die letzte Version des Sigma 2,8/28-70 hat als Namenszusatz das Kürzel DG statt DF im Namen und ist wohl eine komplette Neukonstruktion. Sie ist deutlich kompakter als die älteren Ausführungen (67mm Filtergewinde statt 77mm, außerdem schlanker und kürzer und mit knapp über 500g statt bisher 650g deutlich leichter). Diese Version hatte ich auch probeweise in den Fingern. Taugt optisch auch viel, neigt aber (aufgrund der kompakteren Bauweise?) deutlich mehr zum Vignettieren, als mein älteres DF.
Soviel zur Unterscheidung der einzelnen Objektivversionen.
Jetzt aber mal ein vorläufiges Fazit zum Sigma 2,8/28-70 EX DF Aspherical:
Dieses Objektiv ist nichts für Videofilmer. Der Autofokus mit Mikromotor und Kraftübertragung per Zahnradgetriebe ist schon reichlich laut!
Das Objektiv besitzt natürlich keine Innenfokussierung, die Tubuslänge ändert sich beim Fokussieren doch recht deutlich! Praktisch aber: Der Fokusring läßt sich durch verschieben von der Kraftübertragung entkoppeln. Dadurch dreht er sich beim automatischen Fokussiervorgang nicht mit. Außerdem wird so verhindert, daß durch den Fotografen durch versehentliches Drehen des Fokusringes im AF-Modus Schäden am AF-Antrieb verursacht werden.
Zu den optischen Eigenschaften dieser Linse:
Offen zeichnet dieses Objektiv etwas weich. Über den gesamten Brennweitenbereich. Dieser Effekt verstärkt sich zu den Ecken hin noch etwas. Das sehe ich aber nicht als sonderlich problematisch an, denn viele lichtstarke Festbrennweiten zeigen Ähnliches. Für manche Motive wie Blüten oder Porträts ist ein gewisser Grad an Weichzeichnung auch nicht negativ, ja oft sogar erwünscht.
Etwas abgeblendet, etwa auf 3,5 spätestens jedoch ab 4 verschwindet die Weichheit in der Abbildung und die Linse zeichnet sehr scharf.
Übermäßige Vignetten konnte ich ich auch nicht ausmachen, ebenfalls kommt die Linse ganz wunderbar mit Streif- oder Gegenlicht klar. Natürlich mit aufgesetzter Streuliblende, dafür ist die ja auch da.
Fazit vom Fazit: Wer für günstiges Geld ein Vollformat-Standardzoom sucht, wird mit dem Sigma bestens bedient. Ich bin jedenfalls hochzufrieden damit. Klar ist es gehäusemäßig ein ganz schöner Klotz und nicht gerade leicht. Die optische Leistung reicht an diverse Festbrennweiten natürlich auch nicht ganz heran. Das ist aber klar. Stattdessen erhält man ein Lichtstarkes Zoomobjektiv für einen sehr gebräuchlichen Brennweitenbereich. Klare Empfehlung von mir.
Kleiner Tipp noch für Photoshopverwender: Bei der Objektivprofilkorrektur in ACR statt des dort hinterlegten eigentlichen Objektivprofils lieber das für das Canon 28-70 2,8 L USM verwenden. Das führt IMO zu den besseren Ergebnissen.
Alternative zum Sigma: Für alle, die auf der Suche nach dem hier relevanten Brennweitenbereich sind, aber auf eine durchgehend gleiche Anfangsöffnung verzichten können ist das Canon 3,5-5,6/28-80 ne echte Empfehlung! Klein, sehr leicht und für ein Taschengeld zu bekommen. Vorsicht hier aber beim Gebrauchtkauf: AF prüfen! Ich hatte kurz nacheinander zwei Exemplare mit defektem AF in den Händen!
Danke für die Aufmerksamkeit. Hier noch ein paar Bilder, die heute mit dem Sigma 28-70 entstanden sind:
#1

#2

#3

#4

#5

#6 Landschaftsbilder gehen damit natürlich auch. Hier bei Blende acht und Streiflicht...

ich arbeite ja wirklich am liebsten mit Festbrennweiten. Jedoch fehlt es mir da noch "untenherum" im Bereich zwischen 24 und 35 mm, ebenso fehlt mir noch die "klassische" Porträtbrennweite, also der Bereich zwischen 70 und 100 mm.
Ein lichtstarkes aber günstiges "Standardzoom", bisweilen wird so etwas auch "Immerdrauf" genannt, konnte also erstmal nicht schaden. Ein Objektiv eben, daß häufig gebrauchte Brennweiten in einem Gehäuse vereint.
Meine Wahl fiel auf das Sigma 2,8/28-70 EX DF Aspherical.
Warum?
Nun, dieses Objektiv genießt einen ausgezeichneten Ruf, was man so liest und ist günstig zu bekommen. Gebraucht natürlich, neu gibt es dieses schon lange nicht mehr.
Da es einige Sigma 2,8/28-70 gibt, habe ich ja eben schon hervorgehoben, daß meines das Kürzel DF im Namen trägt. Es gibt noch eine Vorgängerversion ohne DF, äußerlich erkennbar an der etwas schlankeren Bauform, ferner befindet sich beim DF die Meterskala hinter einem Plexifensterchen, beim Vorgänger ist sie direkt auf dem Fokusring aufgedruckt. Diese Vorgängerversion ohne DF eignet sich NICHT für Canon Digitalkameras (bis auf die 10D und einige andere ältere Modelle), die Kamera gibt mit einem solchen Objektiv die Meldung "Error 99" aus.
Die letzte Version des Sigma 2,8/28-70 hat als Namenszusatz das Kürzel DG statt DF im Namen und ist wohl eine komplette Neukonstruktion. Sie ist deutlich kompakter als die älteren Ausführungen (67mm Filtergewinde statt 77mm, außerdem schlanker und kürzer und mit knapp über 500g statt bisher 650g deutlich leichter). Diese Version hatte ich auch probeweise in den Fingern. Taugt optisch auch viel, neigt aber (aufgrund der kompakteren Bauweise?) deutlich mehr zum Vignettieren, als mein älteres DF.
Soviel zur Unterscheidung der einzelnen Objektivversionen.
Jetzt aber mal ein vorläufiges Fazit zum Sigma 2,8/28-70 EX DF Aspherical:
Dieses Objektiv ist nichts für Videofilmer. Der Autofokus mit Mikromotor und Kraftübertragung per Zahnradgetriebe ist schon reichlich laut!
Das Objektiv besitzt natürlich keine Innenfokussierung, die Tubuslänge ändert sich beim Fokussieren doch recht deutlich! Praktisch aber: Der Fokusring läßt sich durch verschieben von der Kraftübertragung entkoppeln. Dadurch dreht er sich beim automatischen Fokussiervorgang nicht mit. Außerdem wird so verhindert, daß durch den Fotografen durch versehentliches Drehen des Fokusringes im AF-Modus Schäden am AF-Antrieb verursacht werden.
Zu den optischen Eigenschaften dieser Linse:
Offen zeichnet dieses Objektiv etwas weich. Über den gesamten Brennweitenbereich. Dieser Effekt verstärkt sich zu den Ecken hin noch etwas. Das sehe ich aber nicht als sonderlich problematisch an, denn viele lichtstarke Festbrennweiten zeigen Ähnliches. Für manche Motive wie Blüten oder Porträts ist ein gewisser Grad an Weichzeichnung auch nicht negativ, ja oft sogar erwünscht.
Etwas abgeblendet, etwa auf 3,5 spätestens jedoch ab 4 verschwindet die Weichheit in der Abbildung und die Linse zeichnet sehr scharf.
Übermäßige Vignetten konnte ich ich auch nicht ausmachen, ebenfalls kommt die Linse ganz wunderbar mit Streif- oder Gegenlicht klar. Natürlich mit aufgesetzter Streuliblende, dafür ist die ja auch da.
Fazit vom Fazit: Wer für günstiges Geld ein Vollformat-Standardzoom sucht, wird mit dem Sigma bestens bedient. Ich bin jedenfalls hochzufrieden damit. Klar ist es gehäusemäßig ein ganz schöner Klotz und nicht gerade leicht. Die optische Leistung reicht an diverse Festbrennweiten natürlich auch nicht ganz heran. Das ist aber klar. Stattdessen erhält man ein Lichtstarkes Zoomobjektiv für einen sehr gebräuchlichen Brennweitenbereich. Klare Empfehlung von mir.
Kleiner Tipp noch für Photoshopverwender: Bei der Objektivprofilkorrektur in ACR statt des dort hinterlegten eigentlichen Objektivprofils lieber das für das Canon 28-70 2,8 L USM verwenden. Das führt IMO zu den besseren Ergebnissen.
Alternative zum Sigma: Für alle, die auf der Suche nach dem hier relevanten Brennweitenbereich sind, aber auf eine durchgehend gleiche Anfangsöffnung verzichten können ist das Canon 3,5-5,6/28-80 ne echte Empfehlung! Klein, sehr leicht und für ein Taschengeld zu bekommen. Vorsicht hier aber beim Gebrauchtkauf: AF prüfen! Ich hatte kurz nacheinander zwei Exemplare mit defektem AF in den Händen!
Danke für die Aufmerksamkeit. Hier noch ein paar Bilder, die heute mit dem Sigma 28-70 entstanden sind:
#1

#2

#3

#4

#5

#6 Landschaftsbilder gehen damit natürlich auch. Hier bei Blende acht und Streiflicht...

