Apple und Samsung in diesem Zusammenhang in eine Topf zu werfen finde ich merkwürdig.
Samsung hat nahezu keine Entwicklungsabteilung, während Apple seit 1972 kontinuierlich eine Innovation nach der anderen auf den Markt bringt. Der Apple-Campus ist eines der größten Entwicklungszentren weltweit. Ohne Apple wüsste Samsung heute noch nicht wie man ein Smartphone baut und eigentlich wissen sie es immer noch nicht

Das ist aber nicht Kern des Problems Kodak.
Dass in den USA auch Trivialpatente schutzfähig sind ist mir bekannt. Dennoch lassen sich diese meist umgehen, denn sie formulieren nur eine Idee, aber nicht den konkreten Weg dorthin. Solche Patentklagen wie sie Kodak gerade in den letzten Wochen angestrengt hat verlaufen aber auch in den USA meist im Sande.
Nachdem Kodak gerade ausnahmslos die ganze Fotoindustrie verklagt wird das gemeinhin als Theaterdonner gewertet um den Wert des Patentportfolios zu steigern.
Nur wundere ich mich, dass Kodak keine schwereren Geschütze auffährt. Irgendwo in den über 1000 Patenten muss doch etwas sein, dass tatsächlich eine technische Innovation beschreibt, die unlizensiert genutzt wird. Oder ist es so, dass für diese echten Innovationen bereits Lizenzen bezahlt werden? Immerhin beschreibst Du ja, dass Kodak dadurch eine hohe Summe einnimmt. Allerdings laufen Patente auch nicht ewig. Die Bayer-transformation dürfte beispielsweise inzwischen jeder lizenzfrei nutzen - immerhin ist das tatsächlich eine bahnbrechende und industriewichtige Erfindung von Kodak gewesen.
Ich halte es im übrigen auch für vollkommen falsch das Patentportfolio für 2 Milliarden zu verkaufen, wenn auf der anderen Seite damit knapp 2 Milliarden in 2 Jahren erwirtschaftet werden. Das wäre ein Strohfeuer, dass die Basis vernichtet. Damit würde Kodak nicht mal Zeit gewinnen, da der Bedarf an Liquidität diese Summe wohl vollständig vernichten kann.
Die Insolenz hat wohl nur den Zweck sich von Altlasten, wie Pensionszahlungen und Vertragsverpflichtungen zu trennen und nur die gesunden Teile zu behalten. Das wird vermutlich ziemlich teuer für den amerikanischen Steuerzahler.
Ich denke jedoch nicht, dass die Filmprodukte darunter leiden. Die Größenordnung ist nur falsch. Deswegen muss Kodak unbelastet von alten Verpflichtungen das Ganze eine Nummer kleiner neu starten. Die großen Filmproduktionen werden immer noch zu 80% analog gedreht. Das ginge zwar inzwischen auch digital, aber wäre jetzt unwahrscheinlicher Weise plötzlich kein Filmmaterial mehr verfügbar könnte die Lücke digital nicht gefüllt werden. Letzten Endes gibt es in diesem Markt nur ARRI und RED, die qualitativ mit Film mithalten.
Das ist aber lange noch nicht ausgestanden, denn über kurz oder lang wird der analoge Film nur noch wenige Prozent ausmachen und auch die Kinoproduktionen werden digital erzeugt, vertrieben und archiviert werden.
Solange wird auch das Filmmaterial gebraucht werden. Aber in stets schwinden Mengen bis auf eine kleine Restmenge die vermutlich bleibt. Die Frage ist nur, ob man in so einen schwindenden Markt noch investiert. Anderseits hat Kodak bis heute nicht zeigen können, dass der Konzern ein Konzept für die Zukunft hat. Vom Verkauf des Geschäftsgrundlage kann man erfahrungsgemäß nicht leben.
Gruß
Frankg