Klaus-R
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Hallo zusammen,
Jetzt bin ich doch schon so ein alter Sack ...ABER ... ich hab Photozeugs, das noch älter ist.
Irgendwie macht es Spaß, in der Vergangenheit herumzuwühlen .... einfach mal photographieren, so wie das damals war.
Eines ist gewiss .... der alte Kram ist heute ein Blickfang.
Kameras werden sowieso immer seltener im Straßenbild ... die Leute knipsen fast nur noch mit dem Schmaatfön .... und dann so uralte Film Sachen. Da lautet die Frage sehr oft .... "Wie alt ist die denn?"
Ein Sommertag am Rhein bei Düsseldorf:

Das alte Zeugs:
Seagull 203 6x6 oder 4,5x6 Faltkamera aus 1963
Praktica FX2 Schachtsucher Spiegelreflex Kleinbildkamera (wahlweise auch mit Prismensucher) aus 1956
Objektive Carl Zeiss Jena und Meyer Görlitz aus den frühen 1960ern
Lichtmesser Gossen SIXTOMAT aus 1955
Kameraportraits hatte ich schon geschrieben:
Praktica FX2 .... Kameraportrait
Kameraportrait Seagull 203 (6x6 /4,5x6 Faltkamera)
Die alte Praktica soll einen KODAK GOLD 200 Kleinbild-Film belichten, die Seagull 203 bekommt einen 120er Rollfilm KODAK PORTRA 160 spendiert
.... der deutlich teurere Farbfilm.
Beide Filme liegen in der Empfindlichkeit eng beisammen und so beschließe ich, beide ISO 160 zu belichten. Ich will den Handlichtmesser nämlich nicht ständig umstellen müssen .... Farbnegativ-Filme sind sehr tolerant was etwas kräftigere Belichtung angeht .... KODAK sowieso.
Beide Kameras müssen auf eigene Belichtungsmesser verzichten. Zum Einsatz kommt ein wirklich schöner Lichtmesser aus 1955, der Gossen SIXTOMAT:

Dieser alte Kamerad misst noch genau so, wie am ersten Tag. Selbstverständlich ist das nicht! Es handelt sich um einen batterielosen SELEN-Lichtmesser dessen Selenzelle nur deswegen die 65 Jahre schadlos überstand, weil der Gossen in völliger Dunkelheit (in seiner originalen Ledertasche) alt werden durfte.
Sehr viele alte Selenmesser sind heute unbrauchbar, weil die Selenzellen keine jahrelange Dauerbelichtung vertragen und so zerstört werden. Leider wusste man das damals nicht und so fehlten entsprechende Hinweise in damaligen Bedienungsanleitungen leider gänzlich.
Wie gesagt, dieser "SIXTO" liefert auch heute noch perfekt genaue Belichtungswerte.

Was keinen Sinn macht, macht mir dennoch enormen Spaß!
Beide Kameras können nicht intuitiv bedient werden, man muss sich sehr gut mit der uralten
Feinmechanik auskennen .... ich muss mich insbesondere bei der Handhabung der Seagull sehr konzentrieren, die nichtmal automatischen Filmtransport hat, um das Filmmaterial nicht zu versauen.
Kann man bei solch umständlicher Handhabung der Sachen überhaupt "locker" bleiben und vielleicht sogar Schnappschüsse machen?
Ja, das ging damals und das geht auch heute noch, wenn jeder Handgriff sitzt.
Auch diesmal ist es mir letztendlich gelungen, gar keinen Ausschuss zu produzieren.
In den 1950ern und 60ern, als die Kameras noch keine Belichtungsautomatik kannten, wurde in der Tat von Amateuren tonnenweise Schrott produziert.
Was die Photo-Laboranten damals in den Kleinlaboren zu sehen bekamen, war nicht immer "lustig".
Gerne nahm damals die sehr fehlbelichtungstoleranten SW-Negativfilme sehr niedriger Epfindlichkeiten ... insbesondere für die zahlreichen Point and Shoot Knipsen AGFA CLACK oder BOX usw..
Die Belichtung wurde damals oft nur "geschätzt", denn Präzisions-Messer, wie der Gossen waren teuer. Farbfilme, die genaues Arbeiten erforderten gab es zwar, waren aber sauteuer und wenn, dann "nur für gut".
Tatsächlich kann ein erfahrener Photograph Belichtungswerte recht treffsicher auch schätzen .... gibt es da doch die SUNNY 16 Regel ... kein Witz .... das kenne ich tatsächlich auch noch von ganz früher ..... geht immer noch!
Hier erklärt Film Guru Steffen Schüngel mal, wie man mit "SUNNY 16" zur Not auch ohne Lichtmesser das Photo in den Kasten kriegt:
Hier beide Filme am Haken .... noch nass.

Wie gut zu sehen habe ich den alten SEAGULL Falter auf das kleine Mittelformat 4,5x6 cm eingestellt. So gehen immerhin 16 Aufnahmen auf einen 120er Rollfilm anstatt nur 12 bei 6x6 Nutzung. Irgendwie komisch ist nur, dass man die Kamera für Querformat dann drehen muss und für Hochformat eben nicht ... Du gewöhnst Dich 'dran. Im Sucher wird 4,5x6 durch Lichtkanten angezeigt .... gut gemacht ist das!
Und los jetzt ..... ein Sonnentag am Rhein .... mit uraltem Kram festgehalten .... so wie damals, als Photographieren sich noch deutlich vom telephonieren unterschied .... knipsen war damals schon "mobil" ....
Und sollte jetzt der eine oder die andere Lust bekommen, mal die alte Kiste herauszukramen und 'nen Film reinzuschmeißen, dann bin ich gerne 'dran schuld. Rettet FILM!!!
#1

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#11

#12

#13

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#15

#16

Grüße und schöne Photos
Klaus
Jetzt bin ich doch schon so ein alter Sack ...ABER ... ich hab Photozeugs, das noch älter ist.
Irgendwie macht es Spaß, in der Vergangenheit herumzuwühlen .... einfach mal photographieren, so wie das damals war.
Eines ist gewiss .... der alte Kram ist heute ein Blickfang.
Kameras werden sowieso immer seltener im Straßenbild ... die Leute knipsen fast nur noch mit dem Schmaatfön .... und dann so uralte Film Sachen. Da lautet die Frage sehr oft .... "Wie alt ist die denn?"
Ein Sommertag am Rhein bei Düsseldorf:

Das alte Zeugs:
Seagull 203 6x6 oder 4,5x6 Faltkamera aus 1963
Praktica FX2 Schachtsucher Spiegelreflex Kleinbildkamera (wahlweise auch mit Prismensucher) aus 1956
Objektive Carl Zeiss Jena und Meyer Görlitz aus den frühen 1960ern
Lichtmesser Gossen SIXTOMAT aus 1955
Kameraportraits hatte ich schon geschrieben:
Praktica FX2 .... Kameraportrait
Kameraportrait Seagull 203 (6x6 /4,5x6 Faltkamera)
Die alte Praktica soll einen KODAK GOLD 200 Kleinbild-Film belichten, die Seagull 203 bekommt einen 120er Rollfilm KODAK PORTRA 160 spendiert
.... der deutlich teurere Farbfilm.
Beide Filme liegen in der Empfindlichkeit eng beisammen und so beschließe ich, beide ISO 160 zu belichten. Ich will den Handlichtmesser nämlich nicht ständig umstellen müssen .... Farbnegativ-Filme sind sehr tolerant was etwas kräftigere Belichtung angeht .... KODAK sowieso.
Beide Kameras müssen auf eigene Belichtungsmesser verzichten. Zum Einsatz kommt ein wirklich schöner Lichtmesser aus 1955, der Gossen SIXTOMAT:

Dieser alte Kamerad misst noch genau so, wie am ersten Tag. Selbstverständlich ist das nicht! Es handelt sich um einen batterielosen SELEN-Lichtmesser dessen Selenzelle nur deswegen die 65 Jahre schadlos überstand, weil der Gossen in völliger Dunkelheit (in seiner originalen Ledertasche) alt werden durfte.
Sehr viele alte Selenmesser sind heute unbrauchbar, weil die Selenzellen keine jahrelange Dauerbelichtung vertragen und so zerstört werden. Leider wusste man das damals nicht und so fehlten entsprechende Hinweise in damaligen Bedienungsanleitungen leider gänzlich.
Wie gesagt, dieser "SIXTO" liefert auch heute noch perfekt genaue Belichtungswerte.

Was keinen Sinn macht, macht mir dennoch enormen Spaß!
Beide Kameras können nicht intuitiv bedient werden, man muss sich sehr gut mit der uralten
Feinmechanik auskennen .... ich muss mich insbesondere bei der Handhabung der Seagull sehr konzentrieren, die nichtmal automatischen Filmtransport hat, um das Filmmaterial nicht zu versauen.
Kann man bei solch umständlicher Handhabung der Sachen überhaupt "locker" bleiben und vielleicht sogar Schnappschüsse machen?
Ja, das ging damals und das geht auch heute noch, wenn jeder Handgriff sitzt.
Auch diesmal ist es mir letztendlich gelungen, gar keinen Ausschuss zu produzieren.
In den 1950ern und 60ern, als die Kameras noch keine Belichtungsautomatik kannten, wurde in der Tat von Amateuren tonnenweise Schrott produziert.
Was die Photo-Laboranten damals in den Kleinlaboren zu sehen bekamen, war nicht immer "lustig".
Gerne nahm damals die sehr fehlbelichtungstoleranten SW-Negativfilme sehr niedriger Epfindlichkeiten ... insbesondere für die zahlreichen Point and Shoot Knipsen AGFA CLACK oder BOX usw..
Die Belichtung wurde damals oft nur "geschätzt", denn Präzisions-Messer, wie der Gossen waren teuer. Farbfilme, die genaues Arbeiten erforderten gab es zwar, waren aber sauteuer und wenn, dann "nur für gut".
Tatsächlich kann ein erfahrener Photograph Belichtungswerte recht treffsicher auch schätzen .... gibt es da doch die SUNNY 16 Regel ... kein Witz .... das kenne ich tatsächlich auch noch von ganz früher ..... geht immer noch!
Hier erklärt Film Guru Steffen Schüngel mal, wie man mit "SUNNY 16" zur Not auch ohne Lichtmesser das Photo in den Kasten kriegt:
Hier beide Filme am Haken .... noch nass.

Wie gut zu sehen habe ich den alten SEAGULL Falter auf das kleine Mittelformat 4,5x6 cm eingestellt. So gehen immerhin 16 Aufnahmen auf einen 120er Rollfilm anstatt nur 12 bei 6x6 Nutzung. Irgendwie komisch ist nur, dass man die Kamera für Querformat dann drehen muss und für Hochformat eben nicht ... Du gewöhnst Dich 'dran. Im Sucher wird 4,5x6 durch Lichtkanten angezeigt .... gut gemacht ist das!
Und los jetzt ..... ein Sonnentag am Rhein .... mit uraltem Kram festgehalten .... so wie damals, als Photographieren sich noch deutlich vom telephonieren unterschied .... knipsen war damals schon "mobil" ....
Und sollte jetzt der eine oder die andere Lust bekommen, mal die alte Kiste herauszukramen und 'nen Film reinzuschmeißen, dann bin ich gerne 'dran schuld. Rettet FILM!!!
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Grüße und schöne Photos
Klaus
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