Klaus-R
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Hallo zusammen,
HIER ....
PRAKTICA NOVA (1964-1967) ....... Kameraportrait
wurde ja in meinem Praktica NOVA-Faden eine alte Praktica-Nova 1b mit zwei Objektiven zum Verschenken angeboten
Michael schrieb, dass die Sachen Mängel haben ..... naja .... nachdem gute 4 Wochen lang niemand die alten Sachen
haben wollte, habe ich mich dann gemeldet und die "kleine Photoausrüstung" mit dem Ziel übernommen, doch
mal zu gucken, was da gehen könnte, um die historische Kamera und beide Objektive wieder indienst stellen zu können.
Ich habe einfach Spaß daran, die alten Sachen neu an den Start zu bringen .... auch wenn sich sowas wirtschaftlich nicht
lohnt .... aber .... gucken wir einfach mal .....
Das Domiplan 50mm /F:2,8 ... ein Klassiker vom Meyer Görlitz ... eine nun 70 Jahre alte Rechnung .... die Blende sitzt offen fest!
Die Optik ist im Netz gut dokumentiert, das Problem tatsächlich auch, ich sehe nur nicht ein, warum man das Objektiv wegen seiner
festgegangenen Springblende komplett bis zur letzten Feder zerlegen sollte?? Ich repariere eigentlich immer MINIMALINVASIV ....
will sagen ... Was sein muss, muss sein ... aber nur bis dahin.

Hier reicht es völlig aus, die Rückschale und die Rücklinse auszubauen und schon liegt die Springblende frei
und ihre Auslösemechanik ist ebenfalls für Reinigung und Schmierung zugänglich.

Blick auf die Blende .... bei ausgebauter Rücklinse. Die Blendenlamellen müssen absolut trocken bzw. fettfrei sein, sonst
"springt" da leider nix .... Das Reinigen und Entfetten der Lamellen ist so mit etwas Geduld und der üblichen
Reinigungschmie kein großes Problem .....
Anhang anzeigen 20250828_203813.mp4
Nachdem die Lamellen gereinigt und die Auslösemechanik neu geschmiert ist, funktioniert alles wieder, wie es soll.
Natürlich muss die anliegende Linse noch gereinigt werden, bevor dann die Rücklinse wieder montiert werden kann.
Man muss darauf achten, dass die Rücklinse beim Einbau nach Auge mittig sitzt (zentriert wird) ... das geschieht mit
drei winzigen Madenschräubchen ....
Das MEYER bekommt meinen letzten 49mm Deckel spendiert und freut sich auf den ersten Einsatz!

Ferig!

SO IST DAS MEYER dann mal wieder FLOTT und kann wieder Dienst tun ... schwierig war das nicht wirklich.
Dabei ist auch ein nettes REVUENON 28mm/f:3,5 Weitwinkelobjektiv, das leider TOTAL trübe ist ... augenscheinlich
FUNGUS ....
Wie sich zeigt ist JETZT leider kein SMART REPAIR möglich .... der Linsenpilz sitzt leider mitten drin in der Optik.
Das wird also eine Komplettzerlegung ... da muss alles raus, was GLAS ist.


Ausbau der Rücklinse mit einem Saug-Tool, ohne das das kaum fachgerecht möglich ist. Beim Zerlegen solcher Sachen
ist es wichtig, dass man jeden Arbeitsschritt dokumentiert (ich mache Photos, wenn ich eine Optik nicht schon sehr gut
kenne ... dieses Objektiv kannte ich noch nicht.)
Die Linsen müssen in Ausbaureihenfolge abgelegt werden! NIEMALS LINSEN UMDREHEN! Oben bleibt OBEN! Man kann oft die
Einbaulage einer Linse nicht mit dem bloßen Auge erkennen. Werden Linsen falschherum eingebaut, ist meistens ESSIG, denn
dann gibt es unzählige Möglichkeiten, wie das "richtig" sein könnte .... also VORSICHT!

Rücklinse schon gereinigt und nasspoliert.

Die Blende ... (fünf Blätter) ist verölt! das ist hier technisch eigentlich egal, weil's keine Springblende ist
(Vorwahlblende) aber ich reinige trotzdem.

Der schlimmste "Modder" liegt definitiv viel weiter innen .....

Ausbau der Frontlinsengruppe (ein Achromat) .... nur leicht verschmutzt .....

Weitere drei Linsen befinden sich in einem Tubus oder "Käfig", der ebenfalls ausgebaut werden muss
und das Hauptproblem "beheimatet" ..... muss auch noch komplett zerlegt werden!

Hier wird's dann RICHTIG "FOGGY" .... nicht schön anzusehen!

Auseinander auch damit .....

Und jetzt wird's "SCHMUTZIG"
Die Linsen werden der Reihe nach in Isopropanol gebadet und dann mit einem weichen Lappen vorsichtig
nasspoliert. Wenn man Glück hat, und der Pilz nicht schon die Vergütung "gefressen" hat, kann man die
selbige noch retten (hier gelang das) Tatsächlich bringen aber auch Objektive nach Reinigung oft wieder klasse
Leistung auch wenn man die Vergütung der einen oder anderen Linse nicht retten kann. Allemal besser, als mit
Fungus zu photographieren.

Zusammenbau ... hier wird der nun glasklare Innentubus mit Spezialwerkzeug wieder eingebaut.
Das ist eine anspruchsvolle 6-linsige Retrofokus-Rechnung ...... "MADE IN WEST GERMANY" .... ich habe
leider nicht klären können, welcher westdeutsche Hersteller hinter diesem "REVUENON" nun tatsächlich
steckt??? Vielleicht weiß das ja jemand??!

Ich spendiere dem nun wieder glasklaren Weitwinkel meinen vorletzten 55mm-Deckel ....

Das Objektiv ist nun ebenfalls wieder am Start und wartet auf den ersten Einsatz!

Und hier sieht man schon den Star der kleinen Photoausrüstung .... die äußerlich tadellos hübsche
Praktica NOVA 1b (1967), die nicht mehr "kann", weil der Tuschschlitzverschluss nicht mehr lichtdicht ist,
-wie Michael ja schrieb- .... aber gucken wir uns das mal an:

Um die beiden Verschlusstücher zu prüfen wird ein Streichholz so abgelängt, dass der Klappspiegel oben
festgelegt ist. Die beiden Tücher müssen mit einer starken LED-Taschenlampe angestrahlt werden und auf der
Gegenseite beweisen, dass NULL Licht da durchkommt. Ist das anders, dann ist die Kamera nicht mehr
zu gebrauchen......

Zweiter Vorhang .... Bei Ausgelöster Kamera zu prüfen .....

Erster Vorhang .... bei gespannter Kamera zu prüfen .... nunja .... Katastrophe!!!
....Oder doch nicht??
Unter der Lupe stellt sich heraus, dass das Tuchgewebe selber völlig unbeschädigt ist (das ist übrigens MEISTENS
so!) Nur die Einfärbung der Tücher hat die Zeit nicht überstanden. Dieser Schaden ist übrigens gerade bei den Prakticas
mit Tuchverschlüssen eher selten .... ich hatte das bis jetzt nur bei einer meiner beiden FX-2 Kameras ... sah ganz
ähnlich aus.
Und jetzt die erfreuliche Nachricht .... solche Tücher müssen grundsätzlich NICHT erneuert werden ... da habe ich eine
SMART-REPAIR Lösung für ... kein PFUSCH, sondern eine sehr nachhaltige Reparaturmethode.

Die NOVAs sind sehr gut durchdachte und sehr servicefreundliche Kameras ... man kann die Filmbühne recht einfach
ausbauen ... leider sitzen die Schrauben IMMER sehr sehr fest! Da braucht es einen guten gehärteten und genau passenden
Schraubendreher!!

Bei dieser Gelegenheit schmiere ich dann auch gleich die Gleitlager der Tuchwalzen ....(ich beschreibe das in meinem
oben verlinkten NOVA-Faden.)

Es zeigt sich, dass die Tücher EIGENTLICH in einem guten Zustand sind (etwas wellig zwar, aber das Gewebe ist
noch gut in Ordnung).
Ich werde die Tücher also ganz einfach neu einfärben!
WICHTIG ist aber, dass man dafür GEEIGNETES verwendet .... Man braucht einen Farbstoff, der hochpigmentiert
(hochdeckend) ist, also mit einem nur dünnen Auftrag lichtdicht deckt, der keine agressiven Lösungsmittel enthält,
die die Tücher dann zersetzen, der auf keinen Fall klebt und SEHR WICHTIG .... der die Tücher nicht aussteift ... denn die
müssen auch nach der Reparatur blitzschnell wickeln!
Ich habe Erfolg mit Acryl-Malfarbe ..... hier welche von ACTION .... kostet Peanuts ... macht den Job.

Beide Tüccher damit einstreichen. Den Verschluss aber NATÜRLICH erst dann bewegen und weiterarbeiten, wenn die
Farbe trocken ist.
Anhang anzeigen 20250829_110906.mp4
Hier der neu eingefärbte Verschluss bei einer 1/4s .... (an dieser Stelle beschleicht mich schon
so ein "bestimmtes Gefühl" ... denn ich kenne die NOVA .... und das ist wohl keine wirkliche
"Viertelsekunde" mehr .... aber darüber gleich.....)
Zusammenbau der Kamera .... dann ein erneuter Test auf Lichtdichtigkeit der Verschlusstücher ....
BINGO ... soweit habe ich gewonnen .... da geht kein Lichtlein mehr durch!
Verschlusszeitenmessung:

Mit diesen Verschlusszeiten kann man leider nicht mehr zu Werke gehen, da stimmt ja gar nichts mehr.
Wie ich in meinem NOVA-Faden ja schon schreibe ..... Wenn solche alten Kameras mal über Jahre GESPANNT
gelegen haben, dann ermüden leider die Tuchwellen-Spannfedern und beschleunigen die beiden Vorhänge
nicht mehr ausreichend. Die Verschlusszeiten verlangsamen sich dann unzulässig ... irgendwann kann sogar
der Verschluss einfach "unterwegs" stehenbleiben.
Erfreulicherweise können die beiden Federn nachgespannt werden ... dafür muss nur der Kameraboden
demontiert werden:

Keine Ahnung, womit die damals geklebt haben .... die Hölle! Wenn die Belederung das überleben soll,
dann muss man mit Wärme und Lösungsmittel und Geduld zu Werke gehen!



An diesen beiden Klickrasten werden die beiden Tuchwellen-Federn eingestellt! Beide Vorhänge
müssen UNBEDINGT gleich schnell laufen, sonst erfolgt ungleichmäßige Belichtung beider Bildhälften,
wenn der zweite Vorhang "einholt" oder "nachzieht"! Im Idealfall sind beide Federn gleich stark ausgeleiert
und müssen um gleiche KLICKS nachgespannt werden. Man muss das später MESSEN!
Ich justiere immer die 1/125s möglichst exakt ein (und das kann dauern!) alle anderen Verschlusszeiten sollen
dann in den Toleranzen liegen ... so klappt das fast immer.
Leider kann ich mit meinem einfachen Messgerät die beiden Vorhänge nicht einzeln messen ... aber ein Trick schafft
Orientierung ich messe in Ablaufrichtung des Verschlusses dreimal: Mitte, linker Bildrand und rechter Bildrand.
Stimmen die Zeiten "gut" überein, ändert sich die Schlitzbreite über den Ablauf nicht und beide Vorhänge laufen
gleich schnell. Das muss bei 1/250s stimmen.
Hier ist alles im Grünen Bereich angekommen!
Nachmessung:

BINGO!
Das sind doch mal "traumhafte" Verschlusszeiten geworden! Gerade mal die 1s liegt ganz knapp außerhalb der Toleranz, ist etwas FLOTT, wobei 671ms (statt 1000ms) keine Katastrophe sind (mit frisch geschmiertem Langzeitenwerk) ... das kann in wenigen Wochen schon wieder passen.
Zuletzt mache ich Vergleichsmessungen mit dem ungekoppelten eingebauten SELEN-Beichtungsmesser ... er stimmt noch EXAKT!
Das ist immer dann möglich, wenn die Kameras schön dunkel in ihren Taschen gelagert waren. Slenzellen vertragen keine
jahrelange Dauerbelichtung .... heute weiß man das .... damals wusste man das noch nicht.
DIE NOVA IST AM START ....und wartet auf den Einsatz!

Fortsetzung folgt!
Grüße und RETTET FILM
Klaus
HIER ....
PRAKTICA NOVA (1964-1967) ....... Kameraportrait
wurde ja in meinem Praktica NOVA-Faden eine alte Praktica-Nova 1b mit zwei Objektiven zum Verschenken angeboten
Michael schrieb, dass die Sachen Mängel haben ..... naja .... nachdem gute 4 Wochen lang niemand die alten Sachen
haben wollte, habe ich mich dann gemeldet und die "kleine Photoausrüstung" mit dem Ziel übernommen, doch
mal zu gucken, was da gehen könnte, um die historische Kamera und beide Objektive wieder indienst stellen zu können.
Ich habe einfach Spaß daran, die alten Sachen neu an den Start zu bringen .... auch wenn sich sowas wirtschaftlich nicht
lohnt .... aber .... gucken wir einfach mal .....
Das Domiplan 50mm /F:2,8 ... ein Klassiker vom Meyer Görlitz ... eine nun 70 Jahre alte Rechnung .... die Blende sitzt offen fest!
Die Optik ist im Netz gut dokumentiert, das Problem tatsächlich auch, ich sehe nur nicht ein, warum man das Objektiv wegen seiner
festgegangenen Springblende komplett bis zur letzten Feder zerlegen sollte?? Ich repariere eigentlich immer MINIMALINVASIV ....
will sagen ... Was sein muss, muss sein ... aber nur bis dahin.

Hier reicht es völlig aus, die Rückschale und die Rücklinse auszubauen und schon liegt die Springblende frei
und ihre Auslösemechanik ist ebenfalls für Reinigung und Schmierung zugänglich.

Blick auf die Blende .... bei ausgebauter Rücklinse. Die Blendenlamellen müssen absolut trocken bzw. fettfrei sein, sonst
"springt" da leider nix .... Das Reinigen und Entfetten der Lamellen ist so mit etwas Geduld und der üblichen
Reinigungschmie kein großes Problem .....
Anhang anzeigen 20250828_203813.mp4
Nachdem die Lamellen gereinigt und die Auslösemechanik neu geschmiert ist, funktioniert alles wieder, wie es soll.
Natürlich muss die anliegende Linse noch gereinigt werden, bevor dann die Rücklinse wieder montiert werden kann.
Man muss darauf achten, dass die Rücklinse beim Einbau nach Auge mittig sitzt (zentriert wird) ... das geschieht mit
drei winzigen Madenschräubchen ....
Das MEYER bekommt meinen letzten 49mm Deckel spendiert und freut sich auf den ersten Einsatz!

Ferig!

SO IST DAS MEYER dann mal wieder FLOTT und kann wieder Dienst tun ... schwierig war das nicht wirklich.
Dabei ist auch ein nettes REVUENON 28mm/f:3,5 Weitwinkelobjektiv, das leider TOTAL trübe ist ... augenscheinlich
FUNGUS ....
Wie sich zeigt ist JETZT leider kein SMART REPAIR möglich .... der Linsenpilz sitzt leider mitten drin in der Optik.
Das wird also eine Komplettzerlegung ... da muss alles raus, was GLAS ist.



Ausbau der Rücklinse mit einem Saug-Tool, ohne das das kaum fachgerecht möglich ist. Beim Zerlegen solcher Sachen
ist es wichtig, dass man jeden Arbeitsschritt dokumentiert (ich mache Photos, wenn ich eine Optik nicht schon sehr gut
kenne ... dieses Objektiv kannte ich noch nicht.)
Die Linsen müssen in Ausbaureihenfolge abgelegt werden! NIEMALS LINSEN UMDREHEN! Oben bleibt OBEN! Man kann oft die
Einbaulage einer Linse nicht mit dem bloßen Auge erkennen. Werden Linsen falschherum eingebaut, ist meistens ESSIG, denn
dann gibt es unzählige Möglichkeiten, wie das "richtig" sein könnte .... also VORSICHT!

Rücklinse schon gereinigt und nasspoliert.

Die Blende ... (fünf Blätter) ist verölt! das ist hier technisch eigentlich egal, weil's keine Springblende ist
(Vorwahlblende) aber ich reinige trotzdem.

Der schlimmste "Modder" liegt definitiv viel weiter innen .....

Ausbau der Frontlinsengruppe (ein Achromat) .... nur leicht verschmutzt .....

Weitere drei Linsen befinden sich in einem Tubus oder "Käfig", der ebenfalls ausgebaut werden muss
und das Hauptproblem "beheimatet" ..... muss auch noch komplett zerlegt werden!

Hier wird's dann RICHTIG "FOGGY" .... nicht schön anzusehen!

Auseinander auch damit .....

Und jetzt wird's "SCHMUTZIG"
Die Linsen werden der Reihe nach in Isopropanol gebadet und dann mit einem weichen Lappen vorsichtig
nasspoliert. Wenn man Glück hat, und der Pilz nicht schon die Vergütung "gefressen" hat, kann man die
selbige noch retten (hier gelang das) Tatsächlich bringen aber auch Objektive nach Reinigung oft wieder klasse
Leistung auch wenn man die Vergütung der einen oder anderen Linse nicht retten kann. Allemal besser, als mit
Fungus zu photographieren.

Zusammenbau ... hier wird der nun glasklare Innentubus mit Spezialwerkzeug wieder eingebaut.
Das ist eine anspruchsvolle 6-linsige Retrofokus-Rechnung ...... "MADE IN WEST GERMANY" .... ich habe
leider nicht klären können, welcher westdeutsche Hersteller hinter diesem "REVUENON" nun tatsächlich
steckt??? Vielleicht weiß das ja jemand??!

Ich spendiere dem nun wieder glasklaren Weitwinkel meinen vorletzten 55mm-Deckel ....

Das Objektiv ist nun ebenfalls wieder am Start und wartet auf den ersten Einsatz!

Und hier sieht man schon den Star der kleinen Photoausrüstung .... die äußerlich tadellos hübsche
Praktica NOVA 1b (1967), die nicht mehr "kann", weil der Tuschschlitzverschluss nicht mehr lichtdicht ist,
-wie Michael ja schrieb- .... aber gucken wir uns das mal an:

Um die beiden Verschlusstücher zu prüfen wird ein Streichholz so abgelängt, dass der Klappspiegel oben
festgelegt ist. Die beiden Tücher müssen mit einer starken LED-Taschenlampe angestrahlt werden und auf der
Gegenseite beweisen, dass NULL Licht da durchkommt. Ist das anders, dann ist die Kamera nicht mehr
zu gebrauchen......

Zweiter Vorhang .... Bei Ausgelöster Kamera zu prüfen .....

Erster Vorhang .... bei gespannter Kamera zu prüfen .... nunja .... Katastrophe!!!
Unter der Lupe stellt sich heraus, dass das Tuchgewebe selber völlig unbeschädigt ist (das ist übrigens MEISTENS
so!) Nur die Einfärbung der Tücher hat die Zeit nicht überstanden. Dieser Schaden ist übrigens gerade bei den Prakticas
mit Tuchverschlüssen eher selten .... ich hatte das bis jetzt nur bei einer meiner beiden FX-2 Kameras ... sah ganz
ähnlich aus.
Und jetzt die erfreuliche Nachricht .... solche Tücher müssen grundsätzlich NICHT erneuert werden ... da habe ich eine
SMART-REPAIR Lösung für ... kein PFUSCH, sondern eine sehr nachhaltige Reparaturmethode.

Die NOVAs sind sehr gut durchdachte und sehr servicefreundliche Kameras ... man kann die Filmbühne recht einfach
ausbauen ... leider sitzen die Schrauben IMMER sehr sehr fest! Da braucht es einen guten gehärteten und genau passenden
Schraubendreher!!

Bei dieser Gelegenheit schmiere ich dann auch gleich die Gleitlager der Tuchwalzen ....(ich beschreibe das in meinem
oben verlinkten NOVA-Faden.)

Es zeigt sich, dass die Tücher EIGENTLICH in einem guten Zustand sind (etwas wellig zwar, aber das Gewebe ist
noch gut in Ordnung).
Ich werde die Tücher also ganz einfach neu einfärben!
WICHTIG ist aber, dass man dafür GEEIGNETES verwendet .... Man braucht einen Farbstoff, der hochpigmentiert
(hochdeckend) ist, also mit einem nur dünnen Auftrag lichtdicht deckt, der keine agressiven Lösungsmittel enthält,
die die Tücher dann zersetzen, der auf keinen Fall klebt und SEHR WICHTIG .... der die Tücher nicht aussteift ... denn die
müssen auch nach der Reparatur blitzschnell wickeln!
Ich habe Erfolg mit Acryl-Malfarbe ..... hier welche von ACTION .... kostet Peanuts ... macht den Job.

Beide Tüccher damit einstreichen. Den Verschluss aber NATÜRLICH erst dann bewegen und weiterarbeiten, wenn die
Farbe trocken ist.
Anhang anzeigen 20250829_110906.mp4
Hier der neu eingefärbte Verschluss bei einer 1/4s .... (an dieser Stelle beschleicht mich schon
so ein "bestimmtes Gefühl" ... denn ich kenne die NOVA .... und das ist wohl keine wirkliche
"Viertelsekunde" mehr .... aber darüber gleich.....)
Zusammenbau der Kamera .... dann ein erneuter Test auf Lichtdichtigkeit der Verschlusstücher ....
BINGO ... soweit habe ich gewonnen .... da geht kein Lichtlein mehr durch!
Verschlusszeitenmessung:

Mit diesen Verschlusszeiten kann man leider nicht mehr zu Werke gehen, da stimmt ja gar nichts mehr.
Wie ich in meinem NOVA-Faden ja schon schreibe ..... Wenn solche alten Kameras mal über Jahre GESPANNT
gelegen haben, dann ermüden leider die Tuchwellen-Spannfedern und beschleunigen die beiden Vorhänge
nicht mehr ausreichend. Die Verschlusszeiten verlangsamen sich dann unzulässig ... irgendwann kann sogar
der Verschluss einfach "unterwegs" stehenbleiben.
Erfreulicherweise können die beiden Federn nachgespannt werden ... dafür muss nur der Kameraboden
demontiert werden:

Keine Ahnung, womit die damals geklebt haben .... die Hölle! Wenn die Belederung das überleben soll,
dann muss man mit Wärme und Lösungsmittel und Geduld zu Werke gehen!



An diesen beiden Klickrasten werden die beiden Tuchwellen-Federn eingestellt! Beide Vorhänge
müssen UNBEDINGT gleich schnell laufen, sonst erfolgt ungleichmäßige Belichtung beider Bildhälften,
wenn der zweite Vorhang "einholt" oder "nachzieht"! Im Idealfall sind beide Federn gleich stark ausgeleiert
und müssen um gleiche KLICKS nachgespannt werden. Man muss das später MESSEN!
Ich justiere immer die 1/125s möglichst exakt ein (und das kann dauern!) alle anderen Verschlusszeiten sollen
dann in den Toleranzen liegen ... so klappt das fast immer.
Leider kann ich mit meinem einfachen Messgerät die beiden Vorhänge nicht einzeln messen ... aber ein Trick schafft
Orientierung ich messe in Ablaufrichtung des Verschlusses dreimal: Mitte, linker Bildrand und rechter Bildrand.
Stimmen die Zeiten "gut" überein, ändert sich die Schlitzbreite über den Ablauf nicht und beide Vorhänge laufen
gleich schnell. Das muss bei 1/250s stimmen.
Hier ist alles im Grünen Bereich angekommen!
Nachmessung:

BINGO!
Das sind doch mal "traumhafte" Verschlusszeiten geworden! Gerade mal die 1s liegt ganz knapp außerhalb der Toleranz, ist etwas FLOTT, wobei 671ms (statt 1000ms) keine Katastrophe sind (mit frisch geschmiertem Langzeitenwerk) ... das kann in wenigen Wochen schon wieder passen.
Zuletzt mache ich Vergleichsmessungen mit dem ungekoppelten eingebauten SELEN-Beichtungsmesser ... er stimmt noch EXAKT!
Das ist immer dann möglich, wenn die Kameras schön dunkel in ihren Taschen gelagert waren. Slenzellen vertragen keine
jahrelange Dauerbelichtung .... heute weiß man das .... damals wusste man das noch nicht.
DIE NOVA IST AM START ....und wartet auf den Einsatz!

Fortsetzung folgt!
Grüße und RETTET FILM
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