Stoneage
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Ist Sigma das neue Apple?
Achtung, langer "rant" (Schimpftirade)
Ein zugegeben absurder Vergleich. Apple hat sich von einer einer Gruppe von Bastlern in einer Garage in Palo Alto, Kalifornien zu einer der wertvollsten Firmen der Welt entwickelt, während Sigma noch immer ein Nischen-Anbieter von Spezialkameras ist. Die Objektiv-Sparte andererseits ist mittlerweile durchaus anerkannt und respektiert, auch im professionellen Umfeld.
Trotzdem erinnert mich Sigma (die Kamerasparte) oft an Apple. Wie Apple hat Sigma eine loyale Nutzerbasis, welche vom Konzept derart überzeugt ist, dass sie über Fehler, Ungereimtheiten und Mühseligkeiten hinwegzusehen vermag, welche andernorts nicht toleriert würden. Es gab wohl keine einzige Sigma Kamera, die nicht entweder unter einem Serienfehler, einer schlechten Design-Entscheidung, Kinderkrankheiten oder einer schier unzumutbaren RAW-Entwicklung zu leiden hatte.
Dazu kommt, dass die Kameras seit jeher technisch meist einige Jahre hinter der Konkurrenz her hinkten.
Dinge, die in der Industrie eigentlich gelöst waren (anständiger LCD, OVF, Autofokus, Batterie, Geschwindigkeit…) waren bei Sigma immer ein, zwei Generationen im Hintertreffen.
Bei Sigma ist es der Foveon Sensor, welche die Gemeinschaft zusammenhält, bei Apple ist es Mac OS. Nichts konnte einen Mac User zu Windows bringen, auch nicht günstigere, schnellere und kompatiblere Hardware, genauso konnte man keinem Foveon Fan den Bayer Sensor schmackhaft machen.
Sowie ich auch heute noch Mac user bin und Windows nicht mag, bin ich noch immer ein nostalgischer Fan des Foveon, auch wenn ich mittlerweile weiss, dass für viele Arbeiten ein Windows PC oder eine Bayer Kamera die vernünftigere Entscheidung ist.
Was mich an Apple immer geärgert hat, ärgert mich gleichermassen bei Sigma:
-Die ungewissen Zukunftsaussichten
Bei Apple weiss man nie was passiert. Wird nicht irgendwann wieder ein grosser Plattform Wechsel stattfinden wie damals als man vom PowerPC (IBM) auf X86 (Intel) wechselte und der Mac dadurch für mindestens 2 Jahre ausgebremst wurde? Apple stellt mittlerweile selbst Prozessoren her, die in nicht allzu ferner Zeit durchaus eine Option zu Intel sein können. Eine Anpassung sämtlicher Software wäre wieder nötig.
Professionelle Software wurde einfach eingestellt oder in der Funktionalität beschnitten, Schnittstellen wurden als grosse Neuigkeit eingeführt um dann bald wieder begraben zu werden, was einen mit nicht mehr kompatibler Peripherie zurück liess oder eine Adapter-Orgie zur Folge hatte.
Der Mac Pro (Eimer) wurde mit grossem Tamtam eingeführt und dann vernachlässigt. Kommt ein Nachfolger? Wann? Wie soll ich mich als professioneller Nutzer von Mac Workstations verhalten?
Bei Sigma ärgert mich genau das selbe:
Man weiss nicht wohin die Reise geht. Bei jeder Sensor-Generation ist ein neuer Workflow nötig. Erst wird eine überteuerte high-end DSLR vorgestellt, dann gibt es 4000 Dollar Rabatt und danach wird sie vernachlässigt.
Statt einer SD1 MKII mit live view stampft man die DSLR Sparte kurzerhand komplett ein, stellt um auf spiegellos ohne aber wirklich dafür entwickelte Objektive vorzustellen. Nebenbei weicht man vom jahrelang als überlegen propagierten Sensor-Konzept ab. (Über das schreckliche Design der DP Reihe lasse ich mich gar nicht erst aus)
Es dauert Jahre, bis SPP die Rohdaten der Quattro einigermassen sauber verarbeiten kann.
Nun folgt der nächste Wechsel: Der SA-Anschluss wird eingestellt und es folgt der L-Mount.
Technisch natürlich nachvollziehbar, wird man aber gezwungen, sich entweder mit Adaptern rumzuschlagen, was dem eh schon nicht gerade sehr fixen Autofokus sicherlich nicht dienen wird, oder auf native L-Mount Objektive umzusteigen.
(Wobei, was heisst „nativ“: Ich bin mir sicher, dass Sigma erst mal seine bestehende DSLR Art-Objektiv-Serie mit „integriertem Adapter“ anbietet, analog der Sigma E-Mount Reihe.)
Wann Sigma die neue Kamera vorstellen wird und welche Objektive dann vorhanden sein werden, darüber schweigt sich Sigma aus. Genau wie Apple es immer tut.
Andere Hersteller veröffentlichen vorab Daten zu kommenden Kameras sowie eine Roadmap der zu erwartenden Objektive.
Fujifim macht sogar eine Umfrage, welche Objektive sich die Nutzer wünschten und berücksichtigt dies in der Planung. Firmware welche die Funktionalität der Kamera verbessert wird angekündigt und eingeführt.
Und bei Sigma? Schweigen im Walde.
So sehr ich Kazuto Yamaki mag, er ist eben doch nicht Steve Jobs, der „one more thing“ aus der Tasche ziehen kann und am nächsten Tag gibt es eine Million Vorbestellungen davon. Wer, wenn nicht der allseits geliebte Sigma CEO, könnte besser auf die Wünsche seiner Kundschaft hören und eingehen? Tut er aber nicht.
Ich habe das Quattro Zeitalter geduldig ausgesessen, jetzt würde ich aber langsam gerne wissen, wohin die Reise geht, sonst ist mein Geduldsfaden dann langsam gerissen.
Wer's bis hierher geschafft hat: Danke für die Aufmerksamkeit!
Achtung, langer "rant" (Schimpftirade)
Ein zugegeben absurder Vergleich. Apple hat sich von einer einer Gruppe von Bastlern in einer Garage in Palo Alto, Kalifornien zu einer der wertvollsten Firmen der Welt entwickelt, während Sigma noch immer ein Nischen-Anbieter von Spezialkameras ist. Die Objektiv-Sparte andererseits ist mittlerweile durchaus anerkannt und respektiert, auch im professionellen Umfeld.
Trotzdem erinnert mich Sigma (die Kamerasparte) oft an Apple. Wie Apple hat Sigma eine loyale Nutzerbasis, welche vom Konzept derart überzeugt ist, dass sie über Fehler, Ungereimtheiten und Mühseligkeiten hinwegzusehen vermag, welche andernorts nicht toleriert würden. Es gab wohl keine einzige Sigma Kamera, die nicht entweder unter einem Serienfehler, einer schlechten Design-Entscheidung, Kinderkrankheiten oder einer schier unzumutbaren RAW-Entwicklung zu leiden hatte.
Dazu kommt, dass die Kameras seit jeher technisch meist einige Jahre hinter der Konkurrenz her hinkten.
Dinge, die in der Industrie eigentlich gelöst waren (anständiger LCD, OVF, Autofokus, Batterie, Geschwindigkeit…) waren bei Sigma immer ein, zwei Generationen im Hintertreffen.
Bei Sigma ist es der Foveon Sensor, welche die Gemeinschaft zusammenhält, bei Apple ist es Mac OS. Nichts konnte einen Mac User zu Windows bringen, auch nicht günstigere, schnellere und kompatiblere Hardware, genauso konnte man keinem Foveon Fan den Bayer Sensor schmackhaft machen.
Sowie ich auch heute noch Mac user bin und Windows nicht mag, bin ich noch immer ein nostalgischer Fan des Foveon, auch wenn ich mittlerweile weiss, dass für viele Arbeiten ein Windows PC oder eine Bayer Kamera die vernünftigere Entscheidung ist.
Was mich an Apple immer geärgert hat, ärgert mich gleichermassen bei Sigma:
-Die ungewissen Zukunftsaussichten
Bei Apple weiss man nie was passiert. Wird nicht irgendwann wieder ein grosser Plattform Wechsel stattfinden wie damals als man vom PowerPC (IBM) auf X86 (Intel) wechselte und der Mac dadurch für mindestens 2 Jahre ausgebremst wurde? Apple stellt mittlerweile selbst Prozessoren her, die in nicht allzu ferner Zeit durchaus eine Option zu Intel sein können. Eine Anpassung sämtlicher Software wäre wieder nötig.
Professionelle Software wurde einfach eingestellt oder in der Funktionalität beschnitten, Schnittstellen wurden als grosse Neuigkeit eingeführt um dann bald wieder begraben zu werden, was einen mit nicht mehr kompatibler Peripherie zurück liess oder eine Adapter-Orgie zur Folge hatte.
Der Mac Pro (Eimer) wurde mit grossem Tamtam eingeführt und dann vernachlässigt. Kommt ein Nachfolger? Wann? Wie soll ich mich als professioneller Nutzer von Mac Workstations verhalten?
Bei Sigma ärgert mich genau das selbe:
Man weiss nicht wohin die Reise geht. Bei jeder Sensor-Generation ist ein neuer Workflow nötig. Erst wird eine überteuerte high-end DSLR vorgestellt, dann gibt es 4000 Dollar Rabatt und danach wird sie vernachlässigt.
Statt einer SD1 MKII mit live view stampft man die DSLR Sparte kurzerhand komplett ein, stellt um auf spiegellos ohne aber wirklich dafür entwickelte Objektive vorzustellen. Nebenbei weicht man vom jahrelang als überlegen propagierten Sensor-Konzept ab. (Über das schreckliche Design der DP Reihe lasse ich mich gar nicht erst aus)
Es dauert Jahre, bis SPP die Rohdaten der Quattro einigermassen sauber verarbeiten kann.
Nun folgt der nächste Wechsel: Der SA-Anschluss wird eingestellt und es folgt der L-Mount.
Technisch natürlich nachvollziehbar, wird man aber gezwungen, sich entweder mit Adaptern rumzuschlagen, was dem eh schon nicht gerade sehr fixen Autofokus sicherlich nicht dienen wird, oder auf native L-Mount Objektive umzusteigen.
(Wobei, was heisst „nativ“: Ich bin mir sicher, dass Sigma erst mal seine bestehende DSLR Art-Objektiv-Serie mit „integriertem Adapter“ anbietet, analog der Sigma E-Mount Reihe.)
Wann Sigma die neue Kamera vorstellen wird und welche Objektive dann vorhanden sein werden, darüber schweigt sich Sigma aus. Genau wie Apple es immer tut.
Andere Hersteller veröffentlichen vorab Daten zu kommenden Kameras sowie eine Roadmap der zu erwartenden Objektive.
Fujifim macht sogar eine Umfrage, welche Objektive sich die Nutzer wünschten und berücksichtigt dies in der Planung. Firmware welche die Funktionalität der Kamera verbessert wird angekündigt und eingeführt.
Und bei Sigma? Schweigen im Walde.
So sehr ich Kazuto Yamaki mag, er ist eben doch nicht Steve Jobs, der „one more thing“ aus der Tasche ziehen kann und am nächsten Tag gibt es eine Million Vorbestellungen davon. Wer, wenn nicht der allseits geliebte Sigma CEO, könnte besser auf die Wünsche seiner Kundschaft hören und eingehen? Tut er aber nicht.
Ich habe das Quattro Zeitalter geduldig ausgesessen, jetzt würde ich aber langsam gerne wissen, wohin die Reise geht, sonst ist mein Geduldsfaden dann langsam gerissen.
Wer's bis hierher geschafft hat: Danke für die Aufmerksamkeit!