Klaus-R
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Hallo zusammen,
freilebende Papageien abzulichten ist ja überhaupt schon ein Erlebnis. Dass mir das in Mittelamerika gelungen ist, war schon toll, aber zu erwarten.
Dass ich in Südspanien vor drei Jahren und in den folgenden Jahren ebenfalls freie Mönchsittiche vor die Hypertele-Objektive bekommen konnte, war fast noch faszinierender ....
http://www.bilderforum.de/t9871-moenchsittiche-beim-nestbau.html
http://www.bilderforum.de/t14948-moenchsittiche-2012-13-a.html
http://www.bilderforum.de/t18973-moenchsittiche-2013-14-a.html
Ich war 2011 dermaßen erstaunt über die Aufnahmen (ich konnte erst zu Hause bestimmen, was das überhaupt für Papageien waren), dass ich mich mit dem Thema mal genauer befasst habe.
Die Mönchsittiche sind wohl über Gibraltar tatsächlich nach Europa "übergesiedelt" und hatten sich (laut damaliger Recherche) nach Norden bis
Belgien ausgebreitet. Jetzt lese ich, dass die ersten Brutkolonieen der Mönchsittiche auch in Deutschland angekommen sind ... sehr selten noch ... nur ganz wenige Tiere.
Ich lese weiter und erfahre, dass es schon seit gut 40 Jahren mehrere kleinere Papageienkolonieen in Deutschland geben soll, die hier leben, nisten und dem eigentlich für sie absolut ungewohnten Klima problemlos standhalten ... sogar den extremen Frost im Jahr 1984 überlebt haben.
Die größte und stabilste Population sind die Halsbandsittiche, die (je nach Quelle) entweder seit 1967 oder seit 1969 im Rheinland zu Hause sein sollen.
Wie sie dort hinkamen ist strittig. Ob sie gezielt ausgewildert wurden oder durch Zufall entkamen, weiß man nicht wirklich.
Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich heute in Köln tatsächlich Gelegenheit hatte, mehrere Halsbandsittiche abzulichten.
Halsbandsittiche sind deutlich größer als die Mönchsittiche, die ich oben verlinkt habe.
Die hübschen und intelligenten Vögel haben extrem lange Schwänze, die fast schon länger sind, als ihre Körper. (Größe bid zu 45cm).
Im Gegensatz zu den Mönchsittichen lassen sich die Geschlechter eindeutig erkennen. Die eigentlichen "Halsbandsittiche" sind nämlich nur die Männchen, die ein schwarzes "Halsband" um den Hals tragen. Den Weibchen fehlt dieses Halsband.
Die Photos zeigen, dass die Tiere immer paarweise unterwegs sind. Einmal
"gefundene" Liebe hält bei den Halsbandsittichen ein Leben lang. Die Paare bleiben auch außerhalb der Brutzeit immer beieinander. Im Gegensatz zu den Mönchsittichen bauen sie keine Nester, sondern nutzen "Bruthöhlen".
Eine solche Bruthöhle, die ein solches Brutpaar schon gesichert hat, zeige ich unten.
Die Population der Halsbandsittiche ist in 40 Jahren sehr langsam gewachsen. In Deutschland wird der Gesamtbestand auf gerade mal 7.000 Tiere geschätzt. In den letzten Jahren waren nur sehr geringe Zunahmen zu verzeichnen.
Eine der größten Populationen lebt in Köln ... mit geschätzten 2.000 Tieren.
Natürlich sind diese "Neozoonen" (Neubürger) umstritten. Kritiker geben zu bedenken, dass sie anderen (heimischen) Höhlenbrütern die Nistplätze streitig machen könnten. "Gefährlich" in diesem Sinne könnte ihre viel höhere Intelligenz im Vergleich zu heimischen Vögeln werden. Tatsächlich ist ihre Stärke wohl in ihrer sozialen Organisation zu sehen, die sie nach außen hin in einer ihnen eigentlich absolut fremden Umgebung stark macht.
Ich seh's locker .....
Natürlich habe ich keine Ahnung von den komplexen Zusammenhängen der heimischen Vogelkunde, bin mir aber sehr sicher, dass der Hauptfeind der heimischen Artenvielfalt der Mensch ist und nicht der Halsbandsittich. In diesem Zusammenhang wurde übrigens beobachtet, dass unsere heimischen Greifvögel ebenfalls dazugelernt haben und die ersten Papageien von ihnen geschlagen wurden ... so schließt sich der Kreis vielleicht ganz einfach.
Mir gefallen die hübschen Papageien jedenfalls ausnehmend gut.

Hier also mal ein paar sehr hübsche Köllner .....
Phototechnik:
CANON EOS 600D (ISO 1600) + Beroflex 500mm / F:8,0 (Blende offen)
Viele Aufnahmen (alle Freihand) sind bei dem mäßigen Licht mit viel zu langen Verschlusszeiten trotzdem gelungen. KB 800mm und 1/125s ... das geht doch .. nicht immer .. aber es geht.






Grüße und schöne Photos
Klaus
freilebende Papageien abzulichten ist ja überhaupt schon ein Erlebnis. Dass mir das in Mittelamerika gelungen ist, war schon toll, aber zu erwarten.
Dass ich in Südspanien vor drei Jahren und in den folgenden Jahren ebenfalls freie Mönchsittiche vor die Hypertele-Objektive bekommen konnte, war fast noch faszinierender ....
http://www.bilderforum.de/t9871-moenchsittiche-beim-nestbau.html
http://www.bilderforum.de/t14948-moenchsittiche-2012-13-a.html
http://www.bilderforum.de/t18973-moenchsittiche-2013-14-a.html
Ich war 2011 dermaßen erstaunt über die Aufnahmen (ich konnte erst zu Hause bestimmen, was das überhaupt für Papageien waren), dass ich mich mit dem Thema mal genauer befasst habe.
Die Mönchsittiche sind wohl über Gibraltar tatsächlich nach Europa "übergesiedelt" und hatten sich (laut damaliger Recherche) nach Norden bis
Belgien ausgebreitet. Jetzt lese ich, dass die ersten Brutkolonieen der Mönchsittiche auch in Deutschland angekommen sind ... sehr selten noch ... nur ganz wenige Tiere.
Ich lese weiter und erfahre, dass es schon seit gut 40 Jahren mehrere kleinere Papageienkolonieen in Deutschland geben soll, die hier leben, nisten und dem eigentlich für sie absolut ungewohnten Klima problemlos standhalten ... sogar den extremen Frost im Jahr 1984 überlebt haben.
Die größte und stabilste Population sind die Halsbandsittiche, die (je nach Quelle) entweder seit 1967 oder seit 1969 im Rheinland zu Hause sein sollen.
Wie sie dort hinkamen ist strittig. Ob sie gezielt ausgewildert wurden oder durch Zufall entkamen, weiß man nicht wirklich.
Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich heute in Köln tatsächlich Gelegenheit hatte, mehrere Halsbandsittiche abzulichten.
Halsbandsittiche sind deutlich größer als die Mönchsittiche, die ich oben verlinkt habe.
Die hübschen und intelligenten Vögel haben extrem lange Schwänze, die fast schon länger sind, als ihre Körper. (Größe bid zu 45cm).
Im Gegensatz zu den Mönchsittichen lassen sich die Geschlechter eindeutig erkennen. Die eigentlichen "Halsbandsittiche" sind nämlich nur die Männchen, die ein schwarzes "Halsband" um den Hals tragen. Den Weibchen fehlt dieses Halsband.
Die Photos zeigen, dass die Tiere immer paarweise unterwegs sind. Einmal
"gefundene" Liebe hält bei den Halsbandsittichen ein Leben lang. Die Paare bleiben auch außerhalb der Brutzeit immer beieinander. Im Gegensatz zu den Mönchsittichen bauen sie keine Nester, sondern nutzen "Bruthöhlen".
Eine solche Bruthöhle, die ein solches Brutpaar schon gesichert hat, zeige ich unten.
Die Population der Halsbandsittiche ist in 40 Jahren sehr langsam gewachsen. In Deutschland wird der Gesamtbestand auf gerade mal 7.000 Tiere geschätzt. In den letzten Jahren waren nur sehr geringe Zunahmen zu verzeichnen.
Eine der größten Populationen lebt in Köln ... mit geschätzten 2.000 Tieren.
Natürlich sind diese "Neozoonen" (Neubürger) umstritten. Kritiker geben zu bedenken, dass sie anderen (heimischen) Höhlenbrütern die Nistplätze streitig machen könnten. "Gefährlich" in diesem Sinne könnte ihre viel höhere Intelligenz im Vergleich zu heimischen Vögeln werden. Tatsächlich ist ihre Stärke wohl in ihrer sozialen Organisation zu sehen, die sie nach außen hin in einer ihnen eigentlich absolut fremden Umgebung stark macht.
Ich seh's locker .....
Mir gefallen die hübschen Papageien jedenfalls ausnehmend gut.
Hier also mal ein paar sehr hübsche Köllner .....
Phototechnik:
CANON EOS 600D (ISO 1600) + Beroflex 500mm / F:8,0 (Blende offen)
Viele Aufnahmen (alle Freihand) sind bei dem mäßigen Licht mit viel zu langen Verschlusszeiten trotzdem gelungen. KB 800mm und 1/125s ... das geht doch .. nicht immer .. aber es geht.






Grüße und schöne Photos
Klaus