Schritt 2: Weiterbearbeitung in NIK Software Collection
Hier nochmal der Ausschnitt aus dem Bild, das wir aus SPP exportiert haben:
Als erstes öffnen wir Dfine2, um als Vorbereitung für die Schärfung das Sensorrauschen so weit wie möglich zu eliminieren. Wir schalten auf "Methode Manuell" und suchen uns eine gleichmäßige, strukturlose Stelle im Himmel und setzen dort ein Kontrollkästchen:
und klicken dann auf "Rauschen messen". Die Platzierung des Kontrollkästchens ist äußerst kritisch. Sollten sich dort geringe, vielleicht kaum sichtbare Bildstrukturen (hier z.B. Federwölkchen) befinden, wird das gesamte Bild zerstört. Am besten, man lässt alles rekursibel, zum Beispiel, in dem man Dfine als Smartfilter in Photoshop einsetzt. Dann kann man Fehler korrigieren, ohne wieder von vorne beginnen zu müssen.
Das Ergebnis sieht dann folgendermaßen aus:
Der Unterschied zu oben ist nicht groß, aber man muss bedenken, dass alles Restrauschen durch die folgenden Schärfungsschritte wieder verstärkt werden.
Um die verwaschenen Strukturen des RAW-Bildes zu restaurieren, ist der das zweite Programm der NIK Software-Collection, der RAW-Presharpener da. Ich spare mir den Screenshot, nach Anwendung der Vorgaben sieht der Bildausschnitt so aus:
Spätestens jetzt sollte die die Bilddatei archiviert werden. Noch aber besitzt das Bild nicht die endgültige Schärfe, diese wird erst nach Einstellung der endgültigen Bildgröße (z.B. für einen Tintenstrahl-Druck oder für das Hochladen hier im Forum) mit dem NIK Output-Sharpener eingestellt.
Durch die 100% Ausschnitt-Vergrößerung sieht das vielleicht ein wenig pixelig aus - aber keine Angst, beim Printen zerläuft das - das Ergebnis wirkt wesentlich detailreicher als ohne die Ausgabeschärfung. Der Bildschirm bei 100% ist nicht die Referenz für eine gute Fotografie.
Hier noch mal der Vergleich SPP-Grundeinstellung und hier beschriebene Methode im 100%-Ausschnitt aus dem Gesamtbild im Anfangsbeitrag:
wobei nur die Grundfunktionen genutzt sind. Mann kann auch partiell entrauschen und schärfen, andere Parameter wählen oder weitere Parameter aktivieren und mehr.
Was mir wichtig ist: Das Problem des Aquarell-Effektes ist verursacht von den "eingefahrenen" Algorithmen der Rauschunterdrückung - offenbar nicht nur in SPP, wie meine weiteren Versuche gezeigt haben. Sie alle sind auf den Quattro-Sensor nicht anwendbar. Der manuelle Modus in Dfine2 ist die Ausnahme (dass jemand noch andere findet, mal vorbehalten). Der Automatikmodus in Dfine2 funktioniert übrigens auch nicht, man muss manuell die Kontrollkästchen setzen und, falls das mangels homogener Flächen im Bild nicht geht, auf gespeicherte Profile ähnlich belichteter und entwickelter Bilder zurückgreifen.
Das ist leider alles etwas aufwändig, aber wenn man den gesamten Zeitaufwand bei der Bildverarbeitung und der Verschlagwortung betrachtet, so schlimm auch wieder nicht. Es lohnt sich.
Andreas