Klaus-R
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Hallo zusammen,

Diese wunderschöne Voigtländer Bessa 1 ist vom Trödel und steht jetzt unter meinem persönlichen Schutz!
In diesem absolut neuwertigen Zustand ist die Voigtländer (1949 vorgestellt) SUPERSELTEN!
Gebrauchsspuren gibt es keine, auch die Tasche ist absolut perfekt erhalten ... das Leder riecht sogar
noch neu. So wie sie aussieht funktioniert sie auch ... alles perfekt ... da ist nix dran zu tun. Ich bin
hin und weg!
Nun soll es aber gar nicht um diesen KING-Size 6x9cm Mittelformater gehen, sondern um diesen
URALTEN Film, der in die 1950er Jahre gehört und in der Kamera lag:

Der Klassiker ... ein Rollfilm Typ 120 ... der älteste Film der Welt ... seit 1889 wird er so konfektioniert ... kein Vertipper!
Nun ist es bei Rollfilmen so, dass man klar erkennen kann, ob ein Film belichtet ist, oder nicht! die Filme werden ja nicht
zurück gespult, sondern werden "auf EXPOSED gewickelt" einfach aus der Kamera genommen. Anschließend werden
die Spulen dann getauscht .... die alte Geberspule wird zur Nehmerspule für einen neuen Film.
Uralte Filme sind total spannend, wenn man hoffen kann, dass da noch Bilder gerettet werden können .... ich hatte ja schon
zweimal hier im Forum alte Filme nicht weggeworfen, sondern entwickelt und ausgewertet .... das ist (im Erfolgsfall) dann
eine spannende Zeitreise ... zumal, wenn anzunehmen ist, dass der Film eben SEHR ALT ist.
ICH WILLS WISSEN!

Ein KODACOLOR-X .... ein uralter Farbfilm, der zwar auch noch in den späten 1960ern zu haben war .... wie sich aber
später herausstellte ist dieser alte Kollege noch auf eine Blechspule gewickelt. Klar ... nun könnte man sagen ... das ist ja
nicht die Spule, auf der er geliefert wurde ... aber seine Heimatspule lag ja auch noch in der Voigtländer ... auch aus Blech.
In den 1960ern waren die Spulen aber schon aus Kunststoff.
Es gibt weitere Probleme, als das Alter des Filmes, was Schwierigkeiten machen wird .... ich lese auf dem Klebezettel, dass der
Film nach C-22 entwickelt werden soll ... das ist ein historischer Prozess, für den es schon seit Mitte der 1970er endgültig keine
Chemikalien mehr gibt .... ich lese, dass das Zeug sehr giftig war .... mit ein Grund 1972 einheitlich für alle Hersteller auf den
viel harmloseren C41-Color-Prozess umzusteigen.
Gibt es eine Möglichkeit? ich lese nach, was es an Erfahrungswerten gibt ... viel schlimmes Gelaber, das nicht wirklich weiter hilft.
So ist das Internet .... voll mit Vermutungen und wenigen Fakten ... dann werde ich fündig. Eine Quelle berichtet, dass eine
SW- Entwicklung möglich sei und bei einem dermaßen alten Schinken auch viel erfolgversprechender sei, als zu versuchen,
mit eher ungeeigneten Chemikalien da noch Farbe rauszuquetschen.
Ich habe nur einen Versuch .... ein Risiko bleibt, mögliche latente Bilder final zu zerstören und nicht zu sichern.
Was weiß man denn?!
Farbfilme sind viel empfindlicher als SW-Filme ... haben und hatten immer schon eine sehr begrenzte Haltbarkeit.
Wärme zerstört sie schnell, Eiseskälte konserviert sie für mehrere 100 Jahre ... tiefgefrorene Filme halten ewig
und kühlschrankgelagerte Filme halten sehr sehr lange!
Fakt ist wohl, dass dieser uralte Streifen NIE gekühlt wurde und in der Kamera Jahrzehnte überdauert hat ....
Man darf von einem geheizten Wohnraum ausgehen im Sommer immer große Hitze usw.. Gut möglich, dass
da gar nichts mehr zu machen ist ... dass der Film einfach nur tot ist??!!
Was weiß man noch?!
Nun, würde man so einen alten Film jetzt noch belichten, dann wäre er anschließend leer!
So alter Farbfilm (ungekühlt gelagert) nimmt ganz sicher keine Belichtung mehr an ... hatte ich übrigens
schon berichtet und ausprobiert. Ich habe nämlich mal einen uralten Rollfilm (auch ein Farbfilm) zu Ende geknipst
und genau das festgestellt, was auch bekannt war ... Die Aufnahmen von damals waren noch zu holen, die
Neubelichtungen waren nicht vorhanden.
Warum sich LATENTE Aufnahmen, aus der Zeit, als der Film noch frisch war, auch unter widrigsten Umständen oft noch
holen lassen, Neubelichtungen aber nicht, ist unklar ... man weiß es nicht, ist aber so.
Erstaunlich ist auch, dass meistens die ersten Aufnahmen von Rollfilmen noch erhalten sind, denn die sind innen auf der Spule.
Die letzten (also die, die außen liegen) sind oft nicht erhalten ... auch das habe ich selber schon so feststellen können.
Neben Wärme, die dem Film den Gar aus macht, kann ihn auch ionisierende Strahlung zerstören! Haben Filme z.B. jahrelang
neben einem alten Röhrenfernseher zugebracht, sind sie garantiert hinne! In Kellerräumen kann es durch RADON-Gase
zu deutlich erhöhter Hintergrundstrahlung kommen, die kein Film über Jahrzehnte toleriert.
O.K. .... Die Sache ist ungewiss ... und die Frage nun, wie lange, bei welcher Temperatur und mit welcher Chemie soll man es versuchen??
Der Kollege im Netz schreibt, er sei mit einer hochkonzentrierten RODINAL-Lösung (1+25) 10min. bei 20 Grad erfolgreich gewesen ... Fixierung mit einem Universalfixierer.
Allerdings war dessen Film wohl jünger, als dieser, den ich auf Ende der 1950er schätze.
Überentwickeln kann auch böse enden! Wenn man zu lange entwickelt, dann zieht man leider den Grundschleier, (den er SICHER ausgeprägt haben wird) so hoch, dass der Kontrast dann wieder zu schwach wird, um das Bild noch zu retten.
Hin und her .... ich entscheide mich für 12 min. bei 20 Grad .... und los!
EINFACHER GESAGT ALS GETAN!
Ich spule jeden Film im Schlaf auf jede JOBO-Spindel .... das mache ich ja dauernd, wäre schade, wenn ich das nicht RAPIDO könnte.
Aber der uralte Film ist TOTAL STEIF und ausgehärtet ... hat einen Drall wie Hulle und springt immer wieder (wie eine Blattfeder)
aus der Spindel. Ich habe keine Wahl .... ich wickele den Film gegen seinen Drall (bei Finsternis natürlich) andersherum auf und nehme
ihm so etwas Spannung, bis der "DRECKSACK!" endlich im Entwicklungstank verschwindet.
Kurz ... Wie man Filme entwickelt hatte ich hier schon gezeigt
..... So kommt der alte Streifen aus der SW-Entwicklung ans Tageslicht:

Es zeigt sich, dass immerhin drei von den 8 Aufnahmen (eigentlich 2,5
) mit SEHR schwacher Durchzeichnung
gerettet werden konnten. Das sind die beiden ersten Aufnahmen ... wie oben schon erwähnt .... so ist es oft.
Man sieht, dass ich den Grundschleier schon kräftig mit an-entwickelt habe. Längeres Entwickeln hätte die Schatten
zulaufen lassen .... ich denke mal ... BINGO .... das ist das, was noch möglich war.
Spannende Frage .... was kann man da jetzt (am besten digital) noch rausholen und was erzählt uns der Film??!
Stay tuned, denn damit soll es weiter gehen!


Grüße und rettet Film!
Klaus

Diese wunderschöne Voigtländer Bessa 1 ist vom Trödel und steht jetzt unter meinem persönlichen Schutz!
In diesem absolut neuwertigen Zustand ist die Voigtländer (1949 vorgestellt) SUPERSELTEN!
Gebrauchsspuren gibt es keine, auch die Tasche ist absolut perfekt erhalten ... das Leder riecht sogar
noch neu. So wie sie aussieht funktioniert sie auch ... alles perfekt ... da ist nix dran zu tun. Ich bin
hin und weg!
Nun soll es aber gar nicht um diesen KING-Size 6x9cm Mittelformater gehen, sondern um diesen
URALTEN Film, der in die 1950er Jahre gehört und in der Kamera lag:

Der Klassiker ... ein Rollfilm Typ 120 ... der älteste Film der Welt ... seit 1889 wird er so konfektioniert ... kein Vertipper!
Nun ist es bei Rollfilmen so, dass man klar erkennen kann, ob ein Film belichtet ist, oder nicht! die Filme werden ja nicht
zurück gespult, sondern werden "auf EXPOSED gewickelt" einfach aus der Kamera genommen. Anschließend werden
die Spulen dann getauscht .... die alte Geberspule wird zur Nehmerspule für einen neuen Film.
Uralte Filme sind total spannend, wenn man hoffen kann, dass da noch Bilder gerettet werden können .... ich hatte ja schon
zweimal hier im Forum alte Filme nicht weggeworfen, sondern entwickelt und ausgewertet .... das ist (im Erfolgsfall) dann
eine spannende Zeitreise ... zumal, wenn anzunehmen ist, dass der Film eben SEHR ALT ist.
ICH WILLS WISSEN!

Ein KODACOLOR-X .... ein uralter Farbfilm, der zwar auch noch in den späten 1960ern zu haben war .... wie sich aber
später herausstellte ist dieser alte Kollege noch auf eine Blechspule gewickelt. Klar ... nun könnte man sagen ... das ist ja
nicht die Spule, auf der er geliefert wurde ... aber seine Heimatspule lag ja auch noch in der Voigtländer ... auch aus Blech.
In den 1960ern waren die Spulen aber schon aus Kunststoff.
Es gibt weitere Probleme, als das Alter des Filmes, was Schwierigkeiten machen wird .... ich lese auf dem Klebezettel, dass der
Film nach C-22 entwickelt werden soll ... das ist ein historischer Prozess, für den es schon seit Mitte der 1970er endgültig keine
Chemikalien mehr gibt .... ich lese, dass das Zeug sehr giftig war .... mit ein Grund 1972 einheitlich für alle Hersteller auf den
viel harmloseren C41-Color-Prozess umzusteigen.
Gibt es eine Möglichkeit? ich lese nach, was es an Erfahrungswerten gibt ... viel schlimmes Gelaber, das nicht wirklich weiter hilft.
So ist das Internet .... voll mit Vermutungen und wenigen Fakten ... dann werde ich fündig. Eine Quelle berichtet, dass eine
SW- Entwicklung möglich sei und bei einem dermaßen alten Schinken auch viel erfolgversprechender sei, als zu versuchen,
mit eher ungeeigneten Chemikalien da noch Farbe rauszuquetschen.
Ich habe nur einen Versuch .... ein Risiko bleibt, mögliche latente Bilder final zu zerstören und nicht zu sichern.
Was weiß man denn?!
Farbfilme sind viel empfindlicher als SW-Filme ... haben und hatten immer schon eine sehr begrenzte Haltbarkeit.
Wärme zerstört sie schnell, Eiseskälte konserviert sie für mehrere 100 Jahre ... tiefgefrorene Filme halten ewig
und kühlschrankgelagerte Filme halten sehr sehr lange!
Fakt ist wohl, dass dieser uralte Streifen NIE gekühlt wurde und in der Kamera Jahrzehnte überdauert hat ....
Man darf von einem geheizten Wohnraum ausgehen im Sommer immer große Hitze usw.. Gut möglich, dass
da gar nichts mehr zu machen ist ... dass der Film einfach nur tot ist??!!
Was weiß man noch?!
Nun, würde man so einen alten Film jetzt noch belichten, dann wäre er anschließend leer!
schon berichtet und ausprobiert. Ich habe nämlich mal einen uralten Rollfilm (auch ein Farbfilm) zu Ende geknipst
und genau das festgestellt, was auch bekannt war ... Die Aufnahmen von damals waren noch zu holen, die
Neubelichtungen waren nicht vorhanden.
Warum sich LATENTE Aufnahmen, aus der Zeit, als der Film noch frisch war, auch unter widrigsten Umständen oft noch
holen lassen, Neubelichtungen aber nicht, ist unklar ... man weiß es nicht, ist aber so.
Erstaunlich ist auch, dass meistens die ersten Aufnahmen von Rollfilmen noch erhalten sind, denn die sind innen auf der Spule.
Die letzten (also die, die außen liegen) sind oft nicht erhalten ... auch das habe ich selber schon so feststellen können.
Neben Wärme, die dem Film den Gar aus macht, kann ihn auch ionisierende Strahlung zerstören! Haben Filme z.B. jahrelang
neben einem alten Röhrenfernseher zugebracht, sind sie garantiert hinne! In Kellerräumen kann es durch RADON-Gase
zu deutlich erhöhter Hintergrundstrahlung kommen, die kein Film über Jahrzehnte toleriert.
O.K. .... Die Sache ist ungewiss ... und die Frage nun, wie lange, bei welcher Temperatur und mit welcher Chemie soll man es versuchen??
Der Kollege im Netz schreibt, er sei mit einer hochkonzentrierten RODINAL-Lösung (1+25) 10min. bei 20 Grad erfolgreich gewesen ... Fixierung mit einem Universalfixierer.
Allerdings war dessen Film wohl jünger, als dieser, den ich auf Ende der 1950er schätze.
Überentwickeln kann auch böse enden! Wenn man zu lange entwickelt, dann zieht man leider den Grundschleier, (den er SICHER ausgeprägt haben wird) so hoch, dass der Kontrast dann wieder zu schwach wird, um das Bild noch zu retten.
Hin und her .... ich entscheide mich für 12 min. bei 20 Grad .... und los!
EINFACHER GESAGT ALS GETAN!
Ich spule jeden Film im Schlaf auf jede JOBO-Spindel .... das mache ich ja dauernd, wäre schade, wenn ich das nicht RAPIDO könnte.
Aber der uralte Film ist TOTAL STEIF und ausgehärtet ... hat einen Drall wie Hulle und springt immer wieder (wie eine Blattfeder)
aus der Spindel. Ich habe keine Wahl .... ich wickele den Film gegen seinen Drall (bei Finsternis natürlich) andersherum auf und nehme
ihm so etwas Spannung, bis der "DRECKSACK!" endlich im Entwicklungstank verschwindet.
Kurz ... Wie man Filme entwickelt hatte ich hier schon gezeigt

Es zeigt sich, dass immerhin drei von den 8 Aufnahmen (eigentlich 2,5
gerettet werden konnten. Das sind die beiden ersten Aufnahmen ... wie oben schon erwähnt .... so ist es oft.
Man sieht, dass ich den Grundschleier schon kräftig mit an-entwickelt habe. Längeres Entwickeln hätte die Schatten
zulaufen lassen .... ich denke mal ... BINGO .... das ist das, was noch möglich war.
Spannende Frage .... was kann man da jetzt (am besten digital) noch rausholen und was erzählt uns der Film??!
Stay tuned, denn damit soll es weiter gehen!
Grüße und rettet Film!
Klaus
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