Ausnahmsweise mal keine Makros und viel Text, aber das gehört ach dazu, leider.
Als Ausgleichsfläche für den Ausbau der Autobahn ist der Stadt Dresden eine Streuobstwiese anvertraut. Eine wirtschaftliche Nutzung ist nicht Ziel, die Natur soll hier zu Ihrem Recht kommen.
Ich beobachte diese Fläche seit Jahren und fotografiere die Pflanzen- und Insektenwelt. Ein kleines Paradies, Flockenblumen, Margeriten, wilde Möhren, Glockenblumen, Wicken und noch viel mehr, eine artenreiche Wiese, wie es sie kaum noch gibt. Mitte Juli in voller Blüte und voller Leben: 12 Schmetterlingsspezies, allein über 30 Schachbrettfalter dort, der Schmetterling des Jahres 2019. Selbst seltene Segelfalter und Schwalbenschwänze gab es dort, 5 Hummelarten und viele Wildbienen.
Um Insekten zu helfen empfehlen Experten, solche Wiesen nur teilweise zu mähen und Randstreifen stehen zu lassen. Nicht so in Dresden. Dort wird auch eine Ausgleichsfläche Mitte Juli abgeholzt. Mitten in der Wildblumenblüte. Das ist jedes Jahr so. Nur bisher wurden wenigstens Randbereiche und Flächen zwischen den Bäumen des angrenzenden Waldes verschont. Wohl eher aus Bequemlichkeit denn aus Kalkül. Restflächen, welche die Artenvielfalt bisher gerettet haben. Nicht so in diesem Jahr. Kahlschlag bis in die Hecken hinein und sogar in den Wald. An vielen Stellen wurde bis auf die Wurzeln „gemäht“.
Auf diese Art wurde auch gleich die Ringelnatter mit gehäckselt, die dort im Wald lebte. Die liegt jetzt neben dem Verpackungsmüll, welchen die Mähbrigade nach der Brotzeit auf der Wiese liegen ließ.
Ob das Dresdener Amt für Stadtgrün vor Ort eigentlich prüft wann und wie gemäht wird? Weiß jemand, was dort ist? Wohl nicht.
#45 Idyllisch
#46 Kahlschlag
#47 Rngelnatter, Pech gehabt...
#48 Die Mähbrigade läßt grüßen
So, das musste raus. Jetzt kommen die Ex-Bewohner der Wiese.