Der Kampf mit den kleinen Dingen

Diskutiere Der Kampf mit den kleinen Dingen im Makro Forum im Bereich Bildbesprechungen; Ich erinnere mich noch recht gut, als ich vor acht Jahren meine erste digitale SLR gekauft habe. Ausgepackt, Kit Objektiv drauf und ab in den...
  • Der Kampf mit den kleinen Dingen Beitrag #1
Olaf 66
Olaf 66
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Ich erinnere mich noch recht gut, als ich vor acht Jahren meine erste digitale SLR gekauft habe. Ausgepackt, Kit Objektiv drauf und ab in den Garten. Das allererste Bild, das ich damit gemacht habe war dieses:

Margerite_FB.jpg

Wow, das war ja einfach:klatschen:. Super Foto, eigentlich ja schon ein Makro, auch wenn es mit keiner speziellen Makro Linse gemacht wurde.

Doch die Ernüchterung folgte schnell. Immer wieder machte ich Versuche, die kleinen Dinge auf den Sensor zu bannen, aber irgendwie war ich mit den Ergebnissen nie richtig zufrieden. Beispielhaft dafür das nächste Bild:

Pfauenauge_FB.jpg

Eigentlich nicht so schlecht, aber irgendwie ist der Schärfebereich bei den Bildern so verdammt klein. Die obere Flügelspitze ist ok, aber der Kopf mit den Fühlern schon nicht mehr ganz. Und die untere Flügelspitze schon wieder aus der Schärfeebene heraus. Dafür sind die Blüten, die ich gar nicht so dominant haben wollte schön scharf. Aber offenblendiger als Offenblende geht ja nicht:(.
Vielleicht muss eine andere Kamera oder ein Makroobjektiv her?
Irgendwann kam dann eine andere Kamera und ein anderes Objektiv. Festbrennweite aber noch kein Makro. Der nächste Versuch:

Hornveillchen_FB.jpg

Schon besser. Das was scharf sein soll ist scharf und der Rest nicht. Aber bei dem Bildaufbau ja auch kein Problem. Außer dem Hornveilchen ist ja auch nichts auf dem Bild drauf :eek:. Und der Schärfebereich ist ja echt nur Millimeter breit (Ok, Blende 2).
Irgendwann kam dann doch das Makroobjektiv dazu. Aber die erhoffte Konstanz in der Qualität blieb aus. Mal waren die Bilder gelungen

Weidenkätzchen_FB.jpg

mal wieder nicht so, wie gedacht

Quitte_FB.jpg.

Irgendwann hat man die Kamera nicht dabei und man macht dann so ein Foto mit dem Smartphone

Bilderforum 2.jpg

OK, ein bisschen mehr Offenblende für den unschärferen Hintergrund wäre nicht schlecht und ein bisschen mehr Auflösung für ein DIN A4 Ausdruck. Aber mehr Offenblende heißt auch, vielleicht ist dann nicht mehr alles scharf, was scharf sein soll.

Manchmal fragt man sich, ob sich das ganze teure Geraffel, was man sich so im Laufe der Zeit anschafft, wirklich lohnt, wenn man mit vergleichsweise günstiger Ausrüstung schon einigermaßen beachtliche Bilder machen kann.

Nein, eigentlich nicht. Ich muss mein Geld nicht mit Fotos verdienen und es ist schließlich ein Hobby. Außerdem sind Herausforderungen und die Fehlschläge, das, was mich letztendlich weiterbringt.
Wer also jetzt bei meiner kleinen Auswahl den entscheidenden Fehler sieht, den ich mache, oder andere hilfreiche Tipps hat :idee:, immer her damit.

Und alle anderen, denen es vielleicht genauso geht, wie mir. Stellt doch einfach die nicht so tollen Bilder mal ein. Denn:

Hier werden Sie geholfen! :daumen:
 
  • Der Kampf mit den kleinen Dingen Beitrag #2
Eine schöne Geschichte über deine Erfahrungen mit Makroaufnahmen, habe ich sehr gerne gelesen. :)

Mir gefällt übrigens das Hornveilchen am besten.
Vielleicht ist das der Trick: Nicht erwarten, dass tolle Fotos mit jedem Motiv und bei jedem Licht funktionieren, wenn nur die Ausrüstung gut genug ist, sondern die Motive so auswählen, dass sie schon mit einfachen Mitteln extrem gut wirken.
Eben erst hinzusehen, bevor man mit der Technik anrückt. Und die Technik so gut kennen und beherrschen, dass man weiß, wo sie einen gestalterisch unterstützen kann, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, und wo nicht.

Und manchmal ist es schwieriger, das Motiv zu sehen, dass es einem einfach macht und die Technik nicht an ihre Grenzen bringt, als die Bilder durch Optimierungen an dieser Stelle zu verbessern.
 
  • Der Kampf mit den kleinen Dingen Beitrag #3
Helena hat es schon gut beschrieben :)

Ist immer wieder interessant so einen kleinen Erfahrungsbericht zu lesen, da erfährt man mehr über die Hintergründe und das Drumherum
als wenn man nur die Bilder sieht, Danke Olaf :daumen:

Jeder der mal gerne fotografiert kommt früher oder später an den Punkt und versucht sich an die kleinen Motive, spätestens dann macht
jeder die typische Erfahrung mit der knappen Schärfeebene bei diesen nahen Motivabständen :D
Entweder man lässt es dann (frustriert) bleiben oder man will es besser machen ;)
Die Leute die es besser hinbekommen wollen steigern sich auch und informieren sich was und wie man es besser machen kann.
Wer Gefallen an diesen "kleinen Dingen" findet wird sich Zwischenringe oder Nahlinsen zulegen (kostengünstige gute Alternative), wenn es
danach weiterhin Spass macht kommt später doch noch das richtige Makroobjektiv dazu, schliesslich taugt das ja auch für andere Foto-
grafiebereiche :D

Die Frage ob sich das zusätzlich angeschaffte Geraffel wirklich gelohnt hat, hab ich mir schon so oft gestellt und sogar auch regelrecht "in-
Frage-gestellt".....Fazit für mich jedenfalls : Ja, es hat sich gelohnt weil ich Spass an dieser Sache hatte und auch weiterhin habe :daumen:
Es ist ein Hobby womit man sich in seiner kostbaren Freizeit beschäftigt und soetwas soll Spass machen, da möchte (zumindest) ich mich
nicht mit Notlösungen oder Kompromissen zufrieden geben :)
Wenn man nicht unbedingt bis an die Grenzen der Ausrüstung geht oder sich dank guter Ausrüstung über "das Technische" keine Gedanken
mehr machen braucht, dann kann man sich voll und ganz auf das Motiv und Bildgestaltung schon während der Aufnahme konzentrieren :p

Wie gesagt spreche ich nur für mich und wie ich es mache, am Ende muss es jeder für sich entscheiden :daumen:

Daher sage ich mir auch immer :
Man lebt nur einmal und in meiner Freizeit möchte ich das Leben und das Hobby voll und so gut es geht auskosten.... :psst:












Gruss
JAN
 
  • Der Kampf mit den kleinen Dingen Beitrag #4
Hallo Olaf
dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Jeder muss halt für sich selber die Entscheidung treffen.
Ich sage mir , was nützen mir die besten Objektive wenn ich mit der Bildbearbeitung auf Kriegsfuß stehe.
Zur Fotografie gehört auch ein grosser Teil die Bildbearbeitung und genau das isses wo ich mir noch nicht schlüssig bin , wo bei mir die Reise hin geht.Ich bin halt nicht der PC Freak.
Ich fotogrfiere viel lieber an statt mich mit der Blechkiste rum zu ärgern. Bearbeiten werde ca 50% meiner Bilder ( nach dem löschen).
vg Frank
 
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