Arbeit mit einem Hintergrund(system), Freisteller

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  • Arbeit mit einem Hintergrund(system), Freisteller Beitrag #1
fotom
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Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit unterschiedlichen Hintergrundsystemen und lese in unterschiedlichen Foren und an Stellen im Internet darüber. Etwas verwirrend sind dabei einige aufgeworfene Aspekte, die sich teilweise widersprechen oder sich schlicht ausschliessen.

Nach meinen Versuchen im Keller mit einem simplen und recht billig anmutendem, leichten Stoff, den ich auf zwei Stativen mit einer Querstange befestigt habe, kommt nun doch ein wenig Licht ins Dunkle. Im wahrsten Sinne des Wortes.

An einigen Stellen konnte ich immer wieder lesen, dass sich so mancher über Falten und Dellen auf dem Hintergrundstoff ärgert. So wie bei mir hier:

_DSC6338.jpg

Das Problem ist nachvollziehbar, man bekommt es einigermassen in den Griff wenn man unterschiedliche Lösungsansätze verfolgt. Leider wird als Königsweg immer wieder angeführt, dass man die Blende weiter öffnen und/ oder die Brennweite verlängern soll, um den störenden Hintergrund auszublenden. Das ist nicht immer realisierbar. Entweder möchte man mit der eingestellten Arbeitsblende agieren und hat dadurch keine Möglichkeit, notwendige und entgegenwirkende Maßnahmen aus dieser Sicht vorzunehmen oder die Lichtmenge, die ein eingesetztes Blitzlicht abgibt, lässt eine kleinere Blende von vornherein nicht zu. Auch eine Verlängerung der Brennweite und ein gleichzeitig entsprechender Abstand vom Motiv zum Hintergrund ist nicht immer realisierbar.

Eine für mich nun als praktikabel empfundene Lösung ist das Anblitzen des Hintergrundes, um ein rein weisses Ergebnis als Hintergrund zu erzielen. Das Ergebnis soll beim Freistellen die Arbeit erleichtern. Allerdings steht man auch hier vor einem Problem: Unter Umständen ist der Hintergrund so "weiss" geblitzt", dass er auf das aufzunehmende Motiv hinein strahlt und es "von hinten" ausfrisst. So geschehen bei meinem Test für den Threat "Hands on Profoto...". Beim Freistellen zeigt sich, dass ein weisser Hintergrund nicht unbedingt die allerbeste Lösung ist. Vor Allem, wenn sich Anteile der Hintergrundfarbe auch im Motiv befinden.

Bei einem anderen Motiv, das ich im Moment noch nicht zeigen kann, zeigt sich auch, dass bei ähnlicher Farbgebung (Weiss auf Weiss) ein Ausfressen von Details des Motivs auftreten können. Das ist nicht immer störend, spätestens für eine Freistellung ist das aber kontraproduktiv.

Eine für mich in Sicht liegende Lösung wäre nun ein Hintergrund in einer so genannten "Chromakey- Farbe". Bekannt ist das auch als Blue- oder Green- Screen, wie er auch im Fernsehen angewandt wird. Ein schönes Beispiel dafür sind die Wettermoderatoren, die vor einer Wetterkarte stehen.

Bringt die Green- oder Bluescreen Geschichte denn nun einem Fotografen etwas? Je nach Aufgabenstellung durchaus. Auf einer Messe in Hamburg habe ich einigen Leuten vom NDR zugesehen, die Fotos mit einem Greenscreen aufgenommen und später eine andere Kulisse ins Bild eingesetzt haben. Der Greenscreen hatte den Vorteil, dass er in einem Motiv aufgrund seiner extrem grellen Farbe nicht real existent vorkommt. Kein Kleidungsstück ist so "Chroma" wie dieser Hintergrund. Ausser man befindet sich auf einer Ravertechnoparty und alle laufen in Chromafarben herum. Dann ist aber weiss oder schwarz oder schlichtes Grau wieder sehr opportun.

Auf der Messe jedenfalls haben sie ein Programm benutzt, bei dem man den Hintergrund über einen Schieberegler einfach ausblenden konnte. Das Programm war Adobe Premiere. Dies allerdings ist für Fotografen etwas umständlich, was auch die Leute an dem Messestand so empfanden. Unter Photoshop hatten sie aber keinen Weg gefunden, um diesen Hintergrund einfach auszublenden.

Da habe ich nun etwas recherchiert und eine sehr einfache Lösung gefunden, die sogar mit sehr viel älteren Versionen als mein CS4 funktionieren sollte: "Farbbereich". Man nimmt die entsprechende (Hintergrund) Farbe auf und lässt den Radius großzügig weit ausfallen (bis 200 Pixel lässt der Regler zu) und nimmt die Auswahl dann einfach durch Löschen heraus. Das kann bei Motiven, die wenig Kontrast zum Hintergrund bieten, ein wenig rigoros ausfallen (siehe meine kleine Ente im genannten Threat). Es geht aber selbstverständlich mit ein wenig Übung auch ohne grosse Blessuren:

testing 2.jpg

So sieht das dann unter Photoshop aus:

Auswahl Farbbereich CS4.jpg

Ich warte nun auf meinen Chromahintergrund und werde dann ein wenig detaillierter recherchieren und die Ergebnisse hier posten. Wenn es denn interessant genug ist.
 
  • Arbeit mit einem Hintergrund(system), Freisteller Beitrag #2
Hmmm....,

ich bin jetzt nicht wirklich sicher, ob ich verstanden habe, was Dein Problem genau ausmacht. Wenn Du mal beispielhaft zeigst, was Du vorhast (Problem zur Lösung also), dann kann ich Dir bestimmt gut weiterhelfen.

Scharfkantige Motive (wie Deines oben) stelle ich ganz anders frei, mit einer Methode, die weder von Farb- noch von Luminanzkontrasten abhängig ist ... schon gar keine HG-Aufblitz Aktionen erfordert.



Bei dieser Montage ist sehr genaues Freistellen notwendig gewesen. Da hättest Du mit der von Dir oben referenzierten Methode gar keine Chance.

Wie gesagt ... was genau hast Du vor .... ist die Tigerente jetzt Dein Motiv, oder nur Dein Versuchsobjekt.

Leider ist es so, dass jede Freistellung dann auch wieder andere Vorgehensweisen erfordert ... ein generelles Rezept wirst Du da nicht finden.



Diese Montage wird Dir keiner mit irgendwelchen einfachen "Tricks;)" hinlegen. Da muss man handwerklich sauber arbeiten ... auch, wenn es halt dauert ... das muss es dann wert sein.

Grüße und schöne Bildbearbeitung

Klaus
 
  • Arbeit mit einem Hintergrund(system), Freisteller Beitrag #3
Genau vor diesem Problem hatten wir auch vor einiger Zeit in unserem kleinen Heimstudio gestanden.
Cromakey- Hintergründe schieden von vorne herein aus weil die Abstände zwischen Hintergrund und Model in einem 6 Meter tiefen Heimstudio einfach zu gering sind um nicht reflektiertes licht vom Hintergrund auf die Modelle gelangen zu lassen.
Die Freistellmöglichkeit via Freemasksystem alá Hensel kam für uns ebenfalls nicht in Frage da die Studioblitze mit denen so etwas möglich ist erst ab ca. 1500€ aufwärts zu haben sind.
Wir haben uns daher für einen "Lichtvorhang" auf dem Hintergrundsystem entschieden.
Hierbei wird der weisse oder graue Hintergrund möglichst gleichmässig mit aufgeblitz bzw. der schwarze Hintergrund soweit abgeschattet das kein oder sehr wenig Licht darauf fällt .... voraussetzung ist natürlich der Einsatz eines Haarlichtes auf das Model um eine Ablösung von der Hintergrundfarbe zu erreichen.
Die Nachbearbeitung ist denkbar einfach: Mit dem "Zauberstab" (toleranz möglichst gering .... meist 4-8 ) wird dann entlang des Models der Hintergrund möglichst Pixelgenau ausgestanzt.
Danach wird die Auswahl umgekehrt und das nun freigestellte Model in eine weitere Ebene übernommen.
Zwischen die beiden Ebenen wird nun der neue Hintergrund eingefügt, in der Deckkraft angepasst und anschliessend wird auf der Deckebene der "Feinschliff" nochmals via "Radiergummi" ausgeführt ...
Anbei ein Beispiel:



comp-12001_KU0050.jpg

comp-12001_KU0050frank.jpg
 
  • Arbeit mit einem Hintergrund(system), Freisteller Beitrag #4
Hallo und Danke für die Antworten.

Ich hatte mich in Gedanken tatsächlich mit einem Problem beschäftigt, das ich im Eingangspost nicht richtig dargelegt habe. Für den kommenden Standortball ist geplant Fotos der Gäste aufzunehmen und diese anschliessend in einen Hintergrund einzumontieren und das fertige Bild abschliessend auszudrucken. Die damit an dem Abend erzielten Einnahmen sollen anschliessend für eine bedürftige Einrichtung gespendet werden. Damit das allerdings klappt sollen die Gäste die fertigen Drucke noch am gleichen Abend mitnehmen können. Bei etwa 180 geladenen Paaren gehe ich von rund 220 Aufnahmen aus, die in einem vorab definierten Workflow abgearbeitet und ausgegeben werden müssen. Viel Zeit für aufwendige Retuschen bleibt da leider nicht, da mir pro Bild vielleicht etwas weniger als 2 Minuten vom Take bis zum fertigen Ergebnis auf dem Rechner zur Verfügung stehen. Für die Freistellung werde ich daher auf den Chromakey zurück greifen, da ich damit eben auf der angeführten Messe die schnellsten und durchaus effektivsten Ergebnisse erleben konnte. Mit Spiegelungen oder Überstrahlungen rechne ich eher weniger, da sich hier die meisten Komplikationen durch eine geschickte Lichtsetzung minimieren lassen und man im aufgenommenen Bild auch Überreste solcher Fehler mit PS doch recht einfach ausmerzen kann. Den Hintergrundstoff habe ich noch nicht, er wird mir in den kommenden Wochen aber zur Verfügung gestellt werden.

Die Arbeiten von Dir, Klaus, finde ich klasse :klatschen: haben aber andere Voraussetzungen als die von mir angedachten.

Grundlegend schwebt mir so etwas wie im letzten Beitrag vor: Die Personen vor neutralem Hintergrund aufnehmen und in ein anderes Motiv einmontieren. Im gezeigten Beispiel bringt die Protagonistin schon einige Vorteile mit: Die Haare sind recht akkurat angelegt und es gibt viele gute Kontrastkanten, die man mit mehr als einem zur Verfügung stehenden Werkzeug "einfangen" und damit ausblenden kann.

Interessant bei den Debatten im Internet über das Freistellen oder aber das Einbinden des Hintergrunds in einem Bild finde ich die Vielzahl an Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen. Vom Ausblenden des Hintergrunds durch gezieltes Unterbelichten oder eben dem Aufblenden, Verändern des Abstandes vom Hintergrund oder Ändern der Brennweite wird da einiges gezeigt. Interessanterweise findet man aber nur selten Informationen zu einem aufgehelltem Hintergrund, der Studioarbeit durchaus spannend machen kann.

In dem von mir gezeigten Beispiel mit der Ente habe ich mich auch über den faltigen Hintergrund geärgert. Allerdings schon viel früher bei einem Shootong als jetzt erst mit der Ente. Die Idee, den Hintergrund von hinten mit einem weiteren Blitz aufzuhellen habe ich einfach mal spontan umgesetzt. Vom Ergebnis war ich überrascht. Das durchaus positiv, denn wie gesagt, es eröffnet neue und eine schier unglaubliche Vielzahl an Möglichkeiten, die einen das Motiv im Vordergrund fast ein wenig aus dem Blick verlieren lässt.

Vielleicht hätte ich dieses Thema an den Profotostrang angliedern sollen, denn daraus ist er ja eigentlich entstanden, aber ich fand ihn separat besser aufgehoben und hoffte darauf, dass mehr Beiträge kommen wie sie im letzten Beitrag gezeigt wurden und vielleicht auch ein wenig den Weg dahin beschreiben. Der Beitrag von Dir, Klaus, im eigenen Strang ist dabei genauso super wertvoll und ergänzt das Thema sinnvoll, da er einen anderen Weg beschreibt.

Wenn ich mehr Ergebnisse erzielt habe werde ich noch ein wenig dazu schreiben. Wie schon erwähnt bin ich auf den Chromahintergrund schon sehr gespannt und werde auch weiter mit dem Profoto werkeln.
 
  • Arbeit mit einem Hintergrund(system), Freisteller Beitrag #5
Chroma ist schon passend und funktioniert auch tadellos!
Ist die richtige Wahl.
Zum Licht:
3 Blitzköpfe sollten es schon sein, bei einem derartigen, fliegenden Aufbau.

220 Aufnahmen kannst Du nicht machen, bearbeiten und ausdrucken,
ohne jegliche Hilfe. Zeitlich nicht machbar!
Das funktioniert nur mit Funk, direkt in den Rechner und eine zweite Person
klickt, löscht und fügt ein (den neuen Hintergrund)
Rechnest Du nur 1 Minute pro Bild, sind es schon 220 Minuten,
rechne lieber 3 Minuten pro Bild (was schon mehr als reichlich knapp ist)
und du hängst schon bei 10 Stunden - also nicht machbar, am Abend.
Personen positionieren, knipsen, nachschauen - bäh, Augen sind zu -
nochmals knipsen, auch nix, nochmals knipsen und schon sind 5 Minuten weg.
Jetzt kommt noch die Bearbeitung und der Druck.
Wie lange braucht der Drucker? 40-60 Sekunden? ThermoSub?
Braucht der ne Abkühlphase?

WOW - hast Dir aber echt was gesteckt, als Ziel!
 
  • Arbeit mit einem Hintergrund(system), Freisteller Beitrag #6
Ich bekomme noch 3 bis 4 zusätzliche Mitarbeiter für diesen Abend unterstellt. Das sollte klappen. Mein Workflow bisher geplant:

- Foto aufnehmen über den Rechner (Sofortbild) und automatisches Laden auf den Rechner
- aus dem entsprechenden Ordner öffnen und in Photoshop in neuer Ebene einbinden
- mit dem gezeigten Weg den Hintergrund rausnehmen und das Bild direkt ausdrucken (nach Begutachtung durch die Protagonisten)
- Ausdruck

Die Veranstaltung geht von etwa 20:00 Uhr bis nach Mitternacht, das letzte Mal hatten wir einen Selphy von Canon und haben nur stumpf die Bilder aufgenommen und direkt ausgedruckt. Zeitlich ist das schon zu schaffen, die Knechte müssen nur arbeiten... sowohl die elektronischen als auch die echten aus Fleisch und Blut... :)
 
  • Arbeit mit einem Hintergrund(system), Freisteller Beitrag #7
Da bin ich echt gespannt, wenn Du eine Rückmeldung machst.

Mega viel Erfolg wünsche ich!
 
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