Jetzt geht es weiter mit der nächsten Wildblume. Deren Besucher sind oft winzig und deshalb nicht einfach zu erwischen.
Im Sommer ist die Wilde Möhre eine häufige Blume am Wegesrand oder auf naturbelassenen, gesunden Wiesen. Bei Insekten ist die Möhre sehr beliebt. Wildbienen, Wanzen, Käfer, Wespen und Fliegen finden wir auf den Doldenblüten. Inmitten der vielen kleinen weißen Blüten ist eine schwarz gefärbt. Die wurde früher, als man das noch durfte, „Mohrenblüte“ genannt und eventuell bekam die Möhre, oder auch Mohrrübe, daher sogar ihren Namen. AUWEIA. Bald darf man sicher nur noch Karotte sagen. Die kleine dunkle Blüte hat aber eine wichtige Funktion. Sie ist ein Scheininsekt und lockt andere Besucher an.
Aus den Samen keimen im ersten Jahr nur kleine Pflanzen, die dann erst im zweiten Jahr blühen. Die Wurzel ist weiß und essbar. Nur die einjährigen Wildmöhren sind zart, im zweiten Jahr sind sie scharf und holzig.
#60 Wilde Möhren
#61 Doldenblüte, in der Mitte das Scheininsekt.
Häufige Besucher sind Wespen, eine unglaublich vielgestaltige Gattung.
Die Haus-Feldwespe ist ausgesprochen friedfertig. Sie ist schlanker als viele andere Wespen und man erkennt sie gut an ihren teilweise orange gefärbten Fühlern und Beinen. Ihre langen Beine hängen beim Fliegen nach unten, so dass sie auch im Flug leicht zu erkennen ist. Die Wespen ernähren sich, wie fast alle Wespe, vom Pflanzennektar. Zur Aufzucht der Brut werden Insekten, insbesondere Fliegen und Stechmücken gefangen.
#62 Haus-Feldwespe (Polistes dominula)
Die kleinen Rollwespen findet man von Juni bis August. Sie leben von Pollen und Nektar. Das Weibchen kann im Boden lebende Larven von Blatthornkäfern riechen. Sie gräbt sie sich zur Larve in den Boden, sticht diese und legt ein Ei ab. Die Wespenlarve ernährt sich von der Käferlarve.
#63 Gemeine Rollwespe (Tiphia femorata)
Bei Knotenwespen sind die Segmente am Hinterleib eingeschnürt., besonders das erste. Das Weibchen gräbt einen bis 20 cm tiefen Gang in den Sand, von dem mehrere Brutzellen abzweigen. Danach legt es durch einen Stich gelähmte Rüsselkäfer als Nahrung für die Brut in die Zellen. Die Wespen selbst besuchen Blüten.
#64 Sandknotenwespe (Cerceris arenaria)
Die Berberitzenblattwespe ist ganz blauschwarz gefärbt und glänzt metallisch. Ihre Larven ähneln Raupen. Sie fressen die Blätter von Berberitzen oder Mahonien.
#65 Berberitzenblattwespe (Arge berberidis)
Diese sehr kleinen Wespen werden Schmalbauchwespen oder Gichtwespen genannt. Die Weibchen haben am Hinterleib einen Legebohrer, die Männchen nicht. Die Larven sind Parasiten in Wildbienennestern.
#66 Schmalbauchwespe (Gasteruption assectator), männlich
Die Goldwespen legen ihre Eier in die Nester von Wildbienen oder anderen Wespen. Die Larve frisst die Larve des Wirtes und deren Nahrungsvorräte.
#67 Gemeine Goldwespe (Chrysis ignita)
Der Bienenwolf gehört zur Familie der Grabwespen. Er fängt Bienen als Nahrung für seine Brut, die in bis zu einem Meter tiefen Gängen im Boden heranwächst. Dabei nutzt der Bienenwolf antibiotisch wirkende Bakterien, um Larven und Nahrung vor Schimmelbefall zu schützen. Er selbst ernährt sich vom Nektar der Blüten.
#68 Bienenwolf (Philanthus triangulum)
#69 ... weil er so schön ist nochmal mit Gesicht ...
Teil 2 wird Käfer, Wanzen und Fliegen zeigen.