Trau mich kaum zu fragen

Diskutiere Trau mich kaum zu fragen im Canon Objektive Forum im Bereich Canon Forum; Tu es aber trotzdem weil mir hier schon oft so toll geholfen wurde und ich noch nie ausgelacht wurde :o Ich würde so gerne bessere makroaufnahmen...
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #1
Soe
Soe
Beiträge
252
Tu es aber trotzdem weil mir hier schon oft so toll geholfen wurde und ich noch nie ausgelacht wurde :eek:
Ich würde so gerne bessere makroaufnahmen machen und fange an zu überlegen ob ein solches objektiv für mich geeignet wäre. Wenn ja, welches und ..... Jetzt kommt die blöde frage....
Räusper.... :ups:
Wenn ich das objektiv dann habe und es an die kamera montiere, kann ich damit auch normale fotos machen wie bisher auch oder müsste ich dann jedes mal das objektiv wechseln? :ups:
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #2
Mit Makro-Objektiven kannst Du auch normale Fotos (also nah und fern) machen ;)
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #3
Ja danke :eek:
Und kann ich das dann also einfach dran lassen? Und ganz normal weiter fotografieren?
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #4
Ein Makro-Objektiv ist soweit ein Objektiv wie alle Anderen auch. Makro-Objektive werden sehr oft und gerne für Portraits benutzt !!!
Makro-Objektive unterscheiden sich primär durch die geringere Nahgrenze und den Abbildungsmassstab von anderen, normalen Festbrennweiten.
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #5
Hallo Soe,

also sooo dumm ist die Frage garnicht.
Ich versuch mal ein bisschen Klarheit zu schaffen...

Grundsätzlich ist ein Makro-Objektiv erstmal ein Objektiv wie jedes andere auch.

Schwarz, n bisschen Glas, paar Knöppe, feddisch!!!

Der entscheidende Unterschied ist aber, daß Makros auch die Möglichkeit haben, mit einem grösseren Abbildungsmassstab zu knipsen.
Ich glaube, ab 1:1 spricht man von einem echten Makro.
Ein weiterer Unterschied ist, daß Makro-Objektive fast immer Festbrennweiten sind. Und das ist fürs Handling wirklich ein entscheidender Unterschied.

Dein Kit-Objektiv deckt von 18mm bis 55mm jede Brennweite durch drehen des breiten Ringes ab. Du kannst also das Objekt, in einem bestimmten Rahmen, ranzoomen.
Das geht bei einer Festbrennweite nicht.
Bei einer Festbrennweite musst Du also den Zoom buchstäblich zu Fuss erledigen. :D
Festbrennweiten sind aber, im Normalfall, einem Zoom-Objektiv von der Abbildungsleistung deutlich überlegen.

Man sagt, das Tamron AF 90/2,8 Macro 1:1 soll, für einen erschwinglichen Preis (so um die 380 Euro), seeeeehr gute Ergebnisse erzielen.
Der Mitforist Toms hat das Teil mal getestet:

Und natürlich kann man solch ein Objektiv auch für andere Bilder gebrauchen. Speziell Portraits sollen mit dem Tamron toll sein.

Nun ist es bei Tamron so, daß sie fast auf jedes Glas Makro schreiben. Davon solltest Du Dich nicht irreführen lassen. Bei einen richtigen Makro steht ein Massstab von mindestens 1:1 mit in der Bezeichnung.

Mein Bruder besitzt zum Beispiel das Tamron 70-300 DI LD Macro.
Ein gutes Objektiv, wie ich finde. Aber kein wirkliches Makro.
Das ist einfach ein normales Tele-Zoom-Objektiv, welches aber die Möglichkeit bietet, durch umlegen des Makro-Schalters, die Naheinstellgrenze von 1,2 Metern auf (ich glaube...) 0,45 Meter zu ändern.
Das Ergebnis ist also dann eine Nahaufnahme mit einem Abbildungsmassstab von 2:1. Damit kann man schon einiges machen und die Ergebnisse sind wirklich net schlecht, aber ein richtiges Makro ist es halt noch nicht.
Der Vorteil dieses Objektives ist halt, daß es durch seinen Brennweitenbereich mehr Möglichkeiten bietet auch andere Dinge zu fotografieren.
Der Nachteil ist, daß ein Allround-Objektiv vieles kann, aber nichts richtig. :eek:
Oder besser gesagt: Es kann vieles, aber nichts so richtig gut wie spezielle Objektive für spezielle Anwendungen.

So, ich hab versucht, so wenig Fachchinesisch wie möglich zu nutzen und hoffe etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben. :D

Gruß Thomas
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #6
Festbrennweiten sind aber, im Normalfall, einem Zoom-Objektiv von der Abbildungsleistung deutlich überlegen.

steht ein Massstab von mindestens 1:1 mit in der Bezeichnung.


Das Ergebnis ist also dann eine Nahaufnahme mit einem Abbildungsmassstab von 2:1. Damit kann man schon einiges machen und die Ergebnisse sind wirklich net schlecht, aber ein richtiges Makro ist es halt noch nicht.


Gruß Thomas

Es gibt auch gute Besipiele wo ein Zoom tolle Ergebnisse liefern kann. hat Klaus im Posting 69 ein tolles und günstiges Zoom benutzt.

Auch ich habe ein 24-70, allerdings umgebaut auf Retrobetrieb, d. h. ich habe auf der Frontlinsenseite einen Bajonett gebastelt und betreibe das Objektiv falsch herum. Bilder auch im #41

Der Abbildungsmaßstab ist bei 1:2 (Merkhilfe: wie ein Bruch zu sehen- halbe Größe des Objekts) bereits als Makro zu bezeichenen. Bei 1:1 ist das Objekt gleich groß auf dem Chip im Vergleich zum Original und bei 2:1 bereits doppelt so groß. Irgendwann heisst es dann Mikrofotografie.

Soe, jedenfalls kannst du bedenkenlos ein Makroobjektiv als normale Objektiv nutzen, hängt nur von der Brennweite ab. Es gibt halt Weitwinkelmakros bis hin zum Telemakro und auch Zooms.

Zooms sind aber wie richtig erwähnt nicht soo top wie eine Festbrennweite.

Gruß
Andreas
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #7
Das gute bei den richtigen Festbrennweiten ist, das eigentlich alle Objektive aller Anbieter gute Bildqualität liefern. Sehr wichtig ist aber die richtige Auswahl der Brennweite. Ich hab die beiden 90mm und 180mm Objektive von Tamron und die unterscheiden sich doch ganz ordentlich. Die höhere Brennweite des 180ers ermöglicht einen höheren Arbeitsabstand zu den Motiven, was gerade bei Insekten sehr hilfreich ist damit sie nicht fliehen. Dafür ist aber die Schärfentiefe extrem gering wenn man nah rangeht. Freihändig wirds da schon richtig schwer, da würde ich ein kürzeres empfehlen.

Bei den Marken hast du wie gesagt die freie Auswahl. Ich hatte mich aufgrund der Preise für Tamron entschieden und es nie bereut. Allerdings nehme ich die Objektive eigentlich wirklich nur für Makros vom Stativ mit manueller fokussierung, von daher ist mir so etwas wie Stabi oder schneller Autofokus vollkommen Schnuppe gewesen, da gibt es deutlich besser ausgestattete ;)

Gruß,
Achim
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #8
Ich glaube, ab 1:1 spricht man von einem echten Makro.

Man spricht gängigerweise ab 1:4 vom Makro, wobei die DIN das noch weiter fasst. Gut für Objektivhersteller, die dann entspechend viele ihrer Objektive als Makro labeln können. Dafür verwirrend für Einsteiger.

Bei einen richtigen Makro steht ein Massstab von mindestens 1:1 mit in der Bezeichnung.

Das ist leider nicht richtig. Gerade das "mindestens". Dezidierte Makroobjektive besitzen zumeist genau den maximalen Abbildungsmaßstab 1:1. Setzt man z.B. noch Telekonverter zusätzlich ein (was nicht mit jeder Makrolinse geht), so kommt man auf 1,4:1 oder 2:1. Darüber benötigt man Balgen oder Zwischenringe.

Mein Bruder besitzt zum Beispiel das Tamron 70-300 DI LD Macro.
...
Das Ergebnis ist also dann eine Nahaufnahme mit einem Abbildungsmassstab von 2:1. Damit kann man schon einiges machen und die Ergebnisse sind wirklich net schlecht, aber ein richtiges Makro ist es halt noch nicht.

Das wäre Spitze - und ich würde mir sofort so eine Linse zulegen. Der Abbildungsmaßstab liegt aber bei 1:2 und nicht bei 2:1.

@Soe:

Mit Makro-Festbrennweiten, z.B.


  • Sigma 50mm 2,8 Macro (gut - und auch noch gut als "Standardlinse" einsetzbar)
  • Sigma 70mm 2,8 Macro (Spitzenklasse!)
  • Tamron 90mm 2,8 Macro (wohl sehr gut, s. Toms)
  • Sigma 105mm 2,8 Macro (sehr gut)
  • Sigma 150mm 2,8 Macro(Spitzenklasse!)
  • (Brennweiten darüber, z.B. 180mm, s. Anmerkungen von Achim...)

bist Du bei den speziell für Makrofotografie ausgelegten Linsen. Alle besitzen von Hause aus den maximalen Abbildungsmaßstab 1:1 und sind logischerweise vorzüglich für die Makrofotografie geeignet.

Natürlich lassen sich diese Linsen auch "ganz normal" nutzen (sie besitzen zudem, bedingt durch die Makroauslegung, eine exzellente Bildschärfe).

Lichtstark sind sie ebenfalls!

Aber: Festbrennweitentypisch, sind sie halt nicht besonders flexibel - was Zoomverwöhnten sehr unpraktisch vorkommen kann (gerade in der Nicht-Makro-Fotografie). Brennweiten jenseits von 50mm wirst Du als leichtes/mittleres Teleobjektiv wahrnehmen.

Thomas hat bereits das 70-300er Tamron genannt. Ebenso gibt es das 70-300er Sigma. Diese Telezoom-Linsen "können" 1:2, lösen jedoch optisch nicht besonders gut auf. Anders ausgedrückt: Wenn es Dir auf die Makrofotografie ankommt, wirst Du nach kurzer Zeit den Spaß mit ihnen verlieren. Lass das besser sein.

Ein -ziemlich interessantes- Zwischending kann ich Dir noch nennen:
Das Sigma 17-70mm 2,8-4,5 DC Macro. Es besitzt zwar "nur" einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:2,3, löst dafür aber -für ein Zoom- sehr hoch auf.

Damit das alles nicht so theoretisch bleibt, nachfolgend zwei Beispiele an einer 10ct-Münze (fotografiert mit der Sigma SD15):

Sigma 17-70mm 2,8-4,5 DC Macro bei 70mm und maximalem Abbildungsmaßstab von 1:2,3:

Macro_SDIM5005.jpg
und das voll aufgelöste Original:


Das Sigma 70mm 2,8 EX DG Macro, bei Abbildungsmaßstab 1:1

Macro_SDIM5006.jpg
und das vollaufgelöste Original:


Wie man erkennt, schlägt sich das 17-70er tapfer. Aber einen Pferdefuß hat die Sache dann doch noch:
Bei dem o.g. Abbildungsmastab von 1:2,3 klebt man mit dem Zoom schon fast auf der Münze. Das Ganze ist also nichts für Aufnahmen von schreckhaften Insekten. Käfer o.ä. gehen aber schon ganz gut.

Soviel von meiner Seite.

Grüße,
Oz
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #9
Hallo zusammen,

-Vielen Dank an Thomas für die gut verständliche Übersichtsdarstellung des Themas.:klatschen::klatschen:

-Vielen Dank an Oz75 für den engagiert geschrieben Vorpost und die anschaulichen Beispielaufnahmen. Ich weiß einerseits, wieviel Spaß sowas macht, andererseits aber auch, wieviel Zeit dabei 'draufgeht.:klatschen::klatschen:

Als Ergänzung noch ein sehr alter Schinken von mir, den ich vor Jahren mal getextet hatte, zum Thema LOW BUDGET in der Angelegenheit "MAKRO".



Alles, was ich da zum Thema schreibe, geht nicht nur für und mit SIGMA SD-Kameras, sondern (bis auf NIKON-F, die kein M42 kann) für alle anderen Kamerasysteme auch. (Für NIKON 'gibbet andere, ähnlich preisgünstige Möglichkeiten).

Je nachdem, wie teuer es werden darf oder, wie bezahlbar es bleiben muss, erreicht man mit den hier vorgestellten MAKRO-Tipps (insbesondere auch die Blitztechnik;)) eine ebenso ganz hervorragende Bildqualität ... für den letzteren Fall.

Grüße und schöne Photos

Klaus
 
  • Trau mich kaum zu fragen Beitrag #10
wow, super eintrag. denk auch des öfteren daran ein makro zu kaufen, jetzt weiß ich welche gut sind. das größte problem nur: die kosten :/

EDIT: ich lösche mal die nachstehenden vier identischen Beiträge: einmal auf "Senden" klicken reicht im Allgemeinen aus :D
 
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