Thema Auflösungsvermögen

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  • Thema Auflösungsvermögen Beitrag #1
Knipsograph
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Hallo allerseits,

vielleicht gelingt es mir ja mit Eurer Hilfe etwas Licht in das Thema Auflösungsvermögen gängiger digitaler Spiegelreflexkameras im Verhältnis zu Sigma zu bringen.

Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass analoges Kleinbild-Filmmaterial eine Auflösung von ca. 20 - 40 Mio. Punkten aufweist - je nach dem um welchen Film es sich handelt. Selbst Objektive von recht guter Qualität würden angeblich aber diesbezüglich eher an der unteren Grenze liegen. Das heißt, um das Auflösungspotential des Kleinbildfilms auszureizen bedarf es schon eines megascharfen Objektivs (Leica oder so???).
Angenommen diese Ausführungen über Kleinbildfilm stimmen halbwegs, was würde dies dann für eine digitale Foveon-Kamera bedeuten?

1. Frage: Wie sieht es bei einer Foveon-Kamera aus? Technisch betrachtet müsste diese also 20 Megapixel auf einem Vollformat-Sensor vereinigen, um auszureizen, was die Objektivwelt so hergibt - richtig? Eine SD14 oder 15 läge da mit ihren gerade mal 4,5 Megapixeln deutlich darunter.

2. Frage: Und wie steht's mit der neuen Sigma SD 1 (nur mal angenommen der neue Sensor schafft die angegebene Auflösung)? Hier hätten wir dann 45 Mio. Pixel auf einem APS-Format. Schöpfen die vorhandenen Objektive dieses Auflösungsvermögen also nicht voll aus und passende Objektive müssten erst noch gebaut werden?

3. Frage: Mal ganz allgemein - wenn selbst sehr gute Objektive im Kleinbildbereich maximal 20 Mio. Bildpunkte auflösen - ermöglichen dann Vollformat-Kameras von Nikon, Canon oder Sony wirklich deutlich größere Printformate als z. B. eine Sigma SD 14 oder 15? Schließlich wird die Farbinformation hier teilweise interpoliert und selbst 30 Mio. Beyer-Pixel auf einem Kleinbildformat reichen womöglich noch nicht an den Kleinbildfilm heran?
Häufig liest sich das in Foren so, als ob die Sigmas nur für Postkartendruck taugen, eine digitale Kleinbildformat-Kamera aber riesige Poster möglich macht. Also wie isses denn nun wirklich?

Grüße an alle, Wilfried
 
  • Thema Auflösungsvermögen Beitrag #2
Ohne groß rechnen zu wollen meine praktischen Erfahrungen:

Kleinbildnegativfilm endet auflösungmäßig mit alten Emulsionen bei ca. 6 MP.
Neuere Emulsionen, wie der Kodak Ektar 100 schaffen bis zu 9 MP.
Die Objektive, die ich verwendet habe (ausnahmslos Zeiss und Schneider) waren alle besser. D.h. chromatische Aberrationen, Randunschärfen und ähnliche objektivbedingte Bildfehler gehen in der Filmkörnung unter.
Deshalb können Objektive aus der Filmära zu schwach für digitale Aufnahmen sein, sie müssen allerdings nicht.
Eine Foveonkamera hat ja prinzipbedingt größere Pixel, so dass die Objektivfehler und die Beugung nicht so stark ins Gewicht fallen wie bei einer Bayerkamera, die bei gleicher Megapixelzahl wesentlich kleinere Pixel hat.
Die Foveonpixel liegen ja quasi hintereinander, während sie bei einer Bayerkamera nebeneinander liegen.

Höchstauflösende Vollformatkameras bringen einen kleinen Auflösungsgewinn gegenüber einer sehr guten SD14/15. Real würde ich sagen wenn eine Sigma SD14/15 bei ca. 11 MP liegt, schafft eine 21+ MP Kamera real etwa 18 MP, beides bezogen auf die Auflösung.
Auf alle Fälle kann man SD14/15 Bilder ohne weiteres mit entsprechender fraktaler Interpolation auf Din A0 drucken.

Gruß

Frankg
 
  • Thema Auflösungsvermögen Beitrag #3
Danke Frank,

sehr ausführliche Antwort. Wieder was gelernt.
Demnach scheint das mit den 20 - 40 Megapixel bei Filmmaterial nicht realistisch zu sein.

Allerdings wird bei 11 Megapixeln bei einer SD14 oder 15 ja auch schon interpoliert.
Bei voller Farbinformation pro Pixel liegen Kleinbildfilm und der Foveon-Sensor der SD 14 / 15 also in etwa gleich?

Kann man eigentlich ungefähr einschätzen inwieweit die korrekte Farbinformation der Pixels eine Rolle für den Schärfeeindruck spielt? Schließlich wird bei Beyer-Sensoren ja bei zwei Farbkanälen an sich nur "intelligent geraten", welchen Farbwert der Kanal hat.
 
  • Thema Auflösungsvermögen Beitrag #4
Prinzipiell würde ich schon sagen, dass eine Foveon-Auflösung, also die uninterpolierte Ortsauflösung in etwa mit der Filmauflösung gleich liegt. Wobei der Foveon um Klassen weniger rauscht als Film und damit seine nutzbare Auflösung besser ist. Auch der Film „interpoliert" gewissermaßen durch die Kornstruktur.
Das Auflösungsproblem bei den Bayer-Sensoren ist weniger die Farbinterpolation, sondern die Art wie sie erreicht wird: durch den unscharf zeichnenden Tiefpassfilter und die Notwendigkeit mit den Unschärfekreisen des Objektivs mindestens 4 Pixel auf einmal treffen zu müssen, weil sonst die Bayerrechnung nicht mehr funktioniert. Zumindest auf den Tiefpassfilter verzichten ja eingige Systeme (Leica, alle MF-Hersteller). Allerdings müssen dann unter Umständen bei regelmäßigen Strukturen die Farbfehler (Moirés) herausgerechnet werden, was wiederum zu Lasten der Schärfe geht, aber eben nur in den betroffenen Gebieten. Deswegen verspricht man sich ja von der SD1 eine besondere Eignung für Stoffe etc. Denn da sind reale 15 MP Ortsauflösung bisher mit kaum einem System darstellbar.

Gruß

Frankg
 
  • Thema Auflösungsvermögen Beitrag #6
Aus praktischer Erfahrung heraus liefert die Sd14 bis 30x45 cm eine gute Druckqualität für geringe Betrachtungsabstände, wie sie in normalen Haushalten vorkommen.

Die originale Ausgabegröße bei 300 dpi entspricht 22,42 x 14,94 cm
(2648x1768 Pixel)

Die SD1 hat bei 300 DPI laut Testbilder (4707x3136 Pixel) = 39,83 x 26,55 cm
Vergleicht man die Erfahrung mit der Sd14, so sollten 80x60 cm in wirklich guter Qualität möglich sein. Wie gesagt, ich gehe von geringen Betrachtungsabständen aus und wohl besser als die der A850.

Die Sony A850 liefert bei 300 DPI 51,21 x 34,14 cm (6048 x 4034 Pixel)

Demnach würde eine SD1 auf 30MP Skaliert 55,29 x 36,86 cm (6530 x 4353 Pixel) ausgeben. Diese Qualität ist also theoretisch mit der A850 vergleichbar. In der Praxis ist ja die Skalierbarkeit der Ausgabegröße aus Sigma Kameras sehr gut.

Hier zwei Jpeg`s:







Wer möchte, kann damit ja Testdrucke beim Fotolabor erstellen lassen. Damit lässt sich die mögliche Größe am besten bestimmen. Die Bilder wurden mit dem Sigma 50mm Macro aufgenommen. Sie wurden in Aperture entwickelt und nur minimal geschärft. Die Ausgabequalität der SD1 wird aber mit Sicherheit sehr gut sein.

Gruß Sven
 
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