Ich sag gerne nochmal meine Meinung in anderen Worten: Da kann nix zu sehen sein, weil das Testmotiv nicht geeignet ist.
Es folgt eine ganz schlimme Aussage, und ich bin auf eine foveonistische Steinigung eingestimmt: So einen Fernblick hätte man bestimmt
in identischer Anmutung wahrscheinlich sogar mit einem in der Auflösung herunter gerechneten Bayer-Sensor-Bild erzielen können.
Aber nicht doch.

Ich erkenne da nichts verwerfliches - allerdings auch kein Fünkchen einer Erläuterung, welche Deinen Erklärungsversuch der Unterschiede zwischen SD9 und SD10 untermauern würde. Den Versuch über "Fringes" irgendetwas zu untermauern, halte ich, wie bereits gesagt, für ...ähm, sorry,...ziemlichen Käse

(bzw. diplomatisch fomuliert für nicht zielführend).
+1 :daumen:
Das braucht ein scharfes Objektiv. Ist aber überhaupt nicht sooo schwierig. Wir reden ja über Kameras mit ca. 3,4 Megapixeln.
Nein, das ist nicht hinreichend. Es braucht in erster Linie eine hochfrequente lokale Ortsauflösung des Bildsignals - woher sie auch immer kommt. Ein Fringe ist in diesem Zusammenhang alles, aber nicht subtil. Eher würde ein Siemensstern taugen. Dass die verwendete Optik diese hochfrequente Ortsauflösung nicht korrumpieren darf (idealerweise beugungsbrenzte Auflösung), ist selbstredend, aber mitnichten hinreichend. Denn auf das Signal kommt es an.
Apropos auflösen: Ich löse gerne die Frage auf. In allen gezeigten Beispielen (#28, #32, #33) stammt die erste Aufnahme von der SD10 und die zweite Aufnahme von der SD9.
Und damit ihr euch ein eigenes Bild machen könnt, und wir uns unnötige Diskussionen über jpegs, Auflösungen etc... sparen können, gibt es hier die RAW-Files

:
Für #28 / #32:
SD10
SD 9
Für #33:
SD10
SD9
Zur Darstellung von #32, eine Ergänzung zur SPP-Ausarbeitung. Für das SD10-Bild galt dort folgende SPP-Reglerstellung,

...während beim SD9-Bild alle Regler weiterhin auf "Null" standen.
Dies war erforderlich, um die
leichten Lichtunterschiede in den Aufnahmen zu kompensieren. Ich musste die Belichtung beim SD10-Bild etwas zurückziehen, die Kontraste und Schwarzwerte etwas verstärken und -amüsanterweise

- die Farbsättigung eine Nuance zurücknehmen, um den "lebendigeren, farbenfroheren" Grundzustand der SD9-Aufnahme annähernd zu emulieren.
Vorstellen kann ich mir durchaus auch, dass diese Unterschiede andere Gründe haben könnten, z.B. minimale Unterschiede bei der Fokussierung.
Genau das, Robert! Was nichts anderes bedeutet, dass vermeintliche Auflösungsunterschiede zwischen den beiden Kameras, im Rahmen eines gewöhnlichen Betriebsgeschehens, völlig irrelevant werden.
Diese beiden Kameras lösen -unter guten Bedingungen (die SD10 nutzt Schwachlicht besser aus als die SD9)- völlig identisch auf, was auch dpreview bestätigt:
http://www.dpreview.com/articles/2133515752/sigmasd10res
Soviel zu Knackschärfen (sagt ich eigentlich schon, dass ich den Begriff ähm...beknackt finde?

) und Unschärfen durch Mikrolinsen.
Also, woher kommt der vermeintliche Unterschied? Der Unterschied liegt im Signal-Rausch-Verhältnis der einzelnen Pixel, welcher sich genau dann bemerkbar macht, wenn wenig Licht auf ein Pixel trifft.
Klartext: Schwach belichtete Pixel saufen bei der SD9 im Vergleich eher ab und werden ggf. dunkler als bei der SD10 wiedergegeben.
Da ist aber nicht mehr Mikrokontrast, sondern -mangels Mikrolinsen- vor allem der schlechteren Signalausbeute geschuldet, was man in #33 sehr schön in den dunklen Stellen des Nadelgehölzs sowie den Schieferplatten am Fachwerkhaus sehen kann. Da beginnt die SD9 schon ansatzweise zu rauschen, während die Schatten bei der SD10 sauber gezeichnet werden.
Solche Unterschiede bei der Wirkung dunkler Partien,
wirken auf den Betrachter ggf. "kontrastreicher, lebendiger".
Diesen "SD9-Look" kann man aber mit ein wenig SPP-Justage leicht nachbilden und wird ansonsten mit saubereren Schatten bei sonst identischer lokaler Auflösung und Kontrastausbeute belohnt. Nachteile durch die Mikrolinsen gibt es nicht - ganz im Gegenteil.
Dass die Unterschiede durch die Umsteiger SD9->10 initial die Nutzer zu nachteiligen Wertungen "kontrastärmer,... " veranlasst haben könnten, ist indes nicht verwunderlich. Es war bei jedem Foveon-Generationswechsel SD9->10->14->15->1 so, dass man die Aufnahmen anders als beim Vorgänger ausarbeiten musste, um ein individuell gefälliges Bild zu erhalten.
Gewöhnt man sich einmal an die Ausarbeitungsmethodik bei der jeweiligen Kamera, werden die Unterschiede unbedeutend.
Gruß,
Oz