Steffen1207
- Beiträge
- 8.722
Moin Leute,
eigentlich wollte ich mir ja kein altes Weitwinkel zulegen. Wegen der zu erwartenden Schwächen.
Wie das Leben aber so spielt, ist mir gestern quasi zum Nulltarif ein neuwertiges Porst 2,8/28 MC Auto G zugelaufen.
Ich möchte euch dieses Objektiv kurz vorstellen.
Porst ist eine Handelsmarke und kein Hersteller. Dazu jetzt gleich und am Schluß noch ein wenig mehr. Aufgrund dieser Tatsache gibt es nämlich eine Vielzahl von Linsen, die auf den Namen Porst 2,8/28 hören. Deswegen habe ich weiter oben einen Bestandteil der Objektivbezeichnung hervorgehoben. Genau dieses Modell nämlich läßt sich ohne Weiteres an der Canon 5D verwenden, es verursacht auch in Stellung "unendlich" keinen Spiegelcrash bei der genannten Kamera. Das ist vor allem für Weitwinkel mit M42-Anschluß beileibe keine Selbstverständlichkeit! Das äußerlich sehr ähnliche Modell "Auto H" soll auch an der 5D gehen, überprüfen kann ich das natürlich nicht. Erkennbar sind beide Optiken natürlich an der Aufschrift, aber auch am 58mm Filtergewinde. Die Naheinstellgrenze beträgt 35cm.
Die mechanische Qualitätsanmutung des Objektivs ist sehr hoch, es macht den Eindruck, als wäre es für zwei Menschenleben lange Haltbarkeit gebaut. Bis auf Glas und Aluminium sind keine weiteren Werkstoffe auszumachen. Jedenfalls äußerlich.
Der Blendenring ist schmal, aber griffig und die Blendenwerte rasten satt und sauber ein. Dabei wurde aber auf Zwischenwerte verzichtet, einstellen lassen sich nur 2,8-4-5,6-8-11-16-22. Die Bedienung des Meterringes ist ein absoluter Hochgenuß, so satt, geschmeidig und gleichmäßig läuft dieser. Was die mechanischen Eigenschaften angeht, ist diese (japanische) Linse klar besser, als z.B. Fabrikate aus DDR-Produktion.
Doch wie sieht es mit den optischen Qualitäten dieses Objektives aus? Viele (oder alle?) alte
Weitwinkel haben ja gravierende Schwächen im Randbereich, vor allem in den Bildecken und vor allem bei Offenblende. Warum daß so ist, ist schnell erklärt: Um solche Abbildungsschwächen im Weitwinkel zu unterbinden, bedarf es der Verwendung asphärischer Linsenelemente. Zur damaligen Zeit war man aber technologisch noch nicht in der Lage, solche Glaselemente zu fertigen.
Selbsverständlich hat also auch das hier besprochene Porst genau solche Schwächen im Bildrandbereich. Diese lassen bei Aufnahmen an der Naheinstellgrenze auch abgeblendet kaum nach! Bei Aufnahmen von etwas weiter entfernten Objekten hilft es dann schon eher, die Linse kräftig abzublenden, etwa auf F8, siehe Beispielbilder.
Am brauchbarsten, jedenfalls nach meinem Empfinden, sind Aufmahmen in Stellung unendlich, natürlich ebenfalls kräftig abgeblendet. Landschaftsbilder etwa.
Fazit: Wenn der Preis klein und der Zustand gut ist und man eine Linse für abgeblendetes Arbeiten außerhalb des Nahbereiches sucht, kann man sich so ein Ding zulegen. Jedenfalls für Vollformat-Kameras. An APS-C, wo der Randbereich des größeren Kleinbild-Ausleuchtungskreises keine Rolle spielt, dürfte dieses Objektiv, wie wohl viele andere alte Weitwinkel auch, eine wesentlich bessere Figur machen. Dann natürlich, wegen des APS-C Formatfaktors, als etwas weiteres Normalobjektiv.
Ist für Vollformat allerdings ein Weitwinkel gefragt, daß sich auch offenblendig einsetzen läßt, kommt man nicht um die Anschaffung eines modernen Objektivs mit asphärischen Linsen herum.
Was mich nebenbei noch interessiert, aber nicht wirklich wichtig ist:
Wie eingangs erwähnt, ist Porst eine Handelsmarke (genau so wie Vivitar, Soligor, Beroflex und wie sie alle heißen), für die Objektive von verschiedenen Herstellern produziert wurden. Bei meiner Recherche verdichteten sich die Hinweise auf Tokina als Hersteller für mein Porst Auto G. Sicher bin ich aber nicht, wenn jemand mehr Infos dazu hat, gerne her damit.
Danke für die Aufmerksamkeit. :daumen:
An der Naheinstellgrenze: Abblenden hilft kaum!
#1 offen

#2 F5,6

#3 F8

Etwas besser: Aufnahmen von Objekten, die etwas weiter entfernt sind.
#4 offen

#5 F5,6

#6 F8

eigentlich wollte ich mir ja kein altes Weitwinkel zulegen. Wegen der zu erwartenden Schwächen.
Wie das Leben aber so spielt, ist mir gestern quasi zum Nulltarif ein neuwertiges Porst 2,8/28 MC Auto G zugelaufen.
Ich möchte euch dieses Objektiv kurz vorstellen.
Porst ist eine Handelsmarke und kein Hersteller. Dazu jetzt gleich und am Schluß noch ein wenig mehr. Aufgrund dieser Tatsache gibt es nämlich eine Vielzahl von Linsen, die auf den Namen Porst 2,8/28 hören. Deswegen habe ich weiter oben einen Bestandteil der Objektivbezeichnung hervorgehoben. Genau dieses Modell nämlich läßt sich ohne Weiteres an der Canon 5D verwenden, es verursacht auch in Stellung "unendlich" keinen Spiegelcrash bei der genannten Kamera. Das ist vor allem für Weitwinkel mit M42-Anschluß beileibe keine Selbstverständlichkeit! Das äußerlich sehr ähnliche Modell "Auto H" soll auch an der 5D gehen, überprüfen kann ich das natürlich nicht. Erkennbar sind beide Optiken natürlich an der Aufschrift, aber auch am 58mm Filtergewinde. Die Naheinstellgrenze beträgt 35cm.
Die mechanische Qualitätsanmutung des Objektivs ist sehr hoch, es macht den Eindruck, als wäre es für zwei Menschenleben lange Haltbarkeit gebaut. Bis auf Glas und Aluminium sind keine weiteren Werkstoffe auszumachen. Jedenfalls äußerlich.
Der Blendenring ist schmal, aber griffig und die Blendenwerte rasten satt und sauber ein. Dabei wurde aber auf Zwischenwerte verzichtet, einstellen lassen sich nur 2,8-4-5,6-8-11-16-22. Die Bedienung des Meterringes ist ein absoluter Hochgenuß, so satt, geschmeidig und gleichmäßig läuft dieser. Was die mechanischen Eigenschaften angeht, ist diese (japanische) Linse klar besser, als z.B. Fabrikate aus DDR-Produktion.
Doch wie sieht es mit den optischen Qualitäten dieses Objektives aus? Viele (oder alle?) alte
Selbsverständlich hat also auch das hier besprochene Porst genau solche Schwächen im Bildrandbereich. Diese lassen bei Aufnahmen an der Naheinstellgrenze auch abgeblendet kaum nach! Bei Aufnahmen von etwas weiter entfernten Objekten hilft es dann schon eher, die Linse kräftig abzublenden, etwa auf F8, siehe Beispielbilder.
Am brauchbarsten, jedenfalls nach meinem Empfinden, sind Aufmahmen in Stellung unendlich, natürlich ebenfalls kräftig abgeblendet. Landschaftsbilder etwa.
Fazit: Wenn der Preis klein und der Zustand gut ist und man eine Linse für abgeblendetes Arbeiten außerhalb des Nahbereiches sucht, kann man sich so ein Ding zulegen. Jedenfalls für Vollformat-Kameras. An APS-C, wo der Randbereich des größeren Kleinbild-Ausleuchtungskreises keine Rolle spielt, dürfte dieses Objektiv, wie wohl viele andere alte Weitwinkel auch, eine wesentlich bessere Figur machen. Dann natürlich, wegen des APS-C Formatfaktors, als etwas weiteres Normalobjektiv.
Ist für Vollformat allerdings ein Weitwinkel gefragt, daß sich auch offenblendig einsetzen läßt, kommt man nicht um die Anschaffung eines modernen Objektivs mit asphärischen Linsen herum.
Was mich nebenbei noch interessiert, aber nicht wirklich wichtig ist:
Wie eingangs erwähnt, ist Porst eine Handelsmarke (genau so wie Vivitar, Soligor, Beroflex und wie sie alle heißen), für die Objektive von verschiedenen Herstellern produziert wurden. Bei meiner Recherche verdichteten sich die Hinweise auf Tokina als Hersteller für mein Porst Auto G. Sicher bin ich aber nicht, wenn jemand mehr Infos dazu hat, gerne her damit.
Danke für die Aufmerksamkeit. :daumen:
An der Naheinstellgrenze: Abblenden hilft kaum!
#1 offen

#2 F5,6

#3 F8

Etwas besser: Aufnahmen von Objekten, die etwas weiter entfernt sind.
#4 offen

#5 F5,6

#6 F8



