Hallo! Ich bin ja auch noch nicht so lange hier, finde den Artikel und die Diskussion aber sehr interessant. Vor allem weil ich auch gerade Motiv(ation) suche. Vielleicht sollte man sich gar nicht auf das Motiv versteifen, das blockiert doch auch. Wenn man nur Fotos macht, die sonst so noch niemand gesehen hätte, kann man lange warten oder kommt zu gar nichts mehr. Schon gar nicht zur Übung.
Bin gerade auch frustriert, wenn ich rausgehe und nach langer Wanderung kein einziges Blümlein, keinen winzigen Farbtupfer, sondern nur grau und ein paar Grashalme entdecke. (Fotos von grauen Ästen mit winzigen grauen Knospen verkneife ich mir mit Mühe ^^)
Klar ist die Jagd nach dem einen, ultimativen, seltenen Schnappschuss spannend.
Mir fällt aber gerade hier wieder auf, und bin erstaunt, wie kreativ man ein oft gesehenes Motiv immer wieder umsetzen kann. Die Kunst dabei ist doch, auch ein häufiges Motiv ansprechend in Szene zu setzen. Das ist beim Schneeglöcken nichts anderes als bei der exotischen Kaktusblüte. Wenn es ein Problem gibt, dann vielleicht der Trugschluss, dass man mit der Technik auch Kreativität kaufen kann. Aber „den Blick“ kann man ja auch üben.
Andererseits kommt es ja auch darauf an, was interessiert. Mich interessieren Insekten und ich kann sie mir 1000-fach ansehen. Ich hab auch noch nie im Leben zwei identische Sonnenuntergänge gesehen. Mir werden solche Fotos nicht langweilig. Dafür reizt mich Architektur wieder weniger. Dazu müsste ich mich selbst eher zwingen, und Begeisterung würde das Foto wohl nicht zeigen.
Mir hilft das Theoretische hier im Forum (nachlesen, Bilder ansehen und betrachten, überlegen was und warum es mir gefällt, oder nicht) auf jeden Fall dabei, wieder rausgehen zu wollen und es selbst zu probieren. (langweilige Märzenbecher sind dabei schon rausgesprungen.)
Freu mich also auch heuer wieder auf 1000 Schneeglöckchen, Primeln und Krokusse!
