Fravo
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Heute geht es mal nicht um eine schöne Kamera, erst recht nicht um irgendeine Art von Empfehlung. Dennoch ist sie recht bekannt, oft zu finden und sehr berüchtigt: die Canomatic. Eine Kamera, die auf Beipackzetteln mit Attributen wie "Professional" oder "Deluxe" beschrieben wurde, aber neu niemals über den Ladentisch eines Händlers ging. Erst recht nicht für 1595 DM, wie ein der "Professional"-Version beiliegender Flyer behauptet. Eine Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei schätzte übrigens die Herstellungskosten 2002 auf ganze drei (!) Euro.

Viele haben die Geschichte dieser Kamera schon gehört und sind hoffentlich nicht auf dieses "tolle" Angebot hereingefallen. Nach allen Geschichten wollte ich mal eine haben. So eine schön güldene mit "Auto Zoom". Ja ... das konnte sie! Automatisch zoomen ohne KI! Und das mit einer Festbrennweite von 50mm! Sowas konnte nur die Canomatic.

Mythos 1: Man kann damit fotografieren.
Ähh ... ja., kann man. Ich habe sogar ein Foto mit meiner Canomatic gemacht. Bitte schön:

Bevor jetzt irgendeinem Lomo-Fan die Freudentränen ins Auge schießen ... nach einem Foto war meine Canomatic defekt. Der Filmtransport funktionierte nicht mehr, was bei dem instabilen Innenleben auch kein Wunder ist. Transportieren ließ sich der Film danach nur, wenn ich die Klappe öffnete und den Film manuell transportierte. Das Ding kann man echt vergessen! Aber ich wollte eh nicht damit fotografieren, sondern sie schlachten. Eine gute Überleitung zum nächsten Mythos.
Mythos 2: Da ist Blei drin, damit sich die Canomatic schwerer anfühlt.
200 Gramm Blei ... das ist die Schätzung, die ich öfter mal gehört habe. Aber ich wollte natürlich wissen, ob das so stimmt. Und siehe da, was ich fand:

Sind das 200 Gramm? Es gab unterschiedliche Modelle, die wahrscheinlich unterschiedliche Bleifüllungen haben. Meine Canomatic wog ohne Batterien 686 Gramm. Schaut man sich das billige Plastik und magere Innenleben an, machen auch die zwei Motoren dieser Kamera nicht viel her. Die beiden Bleiklumpen auf die Waage gelegt: 346 Gramm! Die 200 Gramm waren echt optimistisch geschätzt. Hier übrigens mal ein Überblick über die Reste.

Mythos 3: Das Blitzlicht ist aber gut!
Der Stabblitz sieht auf den ersten Blick brauchbar aus, ist aber auch nur ein Blender. Schon bei der etwas wackeligen "Blitzschiene" aus Plastik sollte man aber misstrauisch werden. Das Geheimnis: wieder mal Blei. Die 200 Gramm im Griff machen fast die Hälfte des Gesamtgewichtes aus.

Die Canomatic wird noch immer auf den üblichen Plattformen wie eBay oder Kleinanzeigen angeboten. Teilweise zu unfassbaren Preisen! Bei eBay habe ich gerade ein "Angebot" für 121,80 € gesehen. Sie wurde nur produziert, um zu betrügen. Fallt nicht darauf rein! Finger weg von dieser Kamera!!!
Mehr zu der Canomatic gibt es in meinem Blog: Die Canomatic - der ganz große Bluff - Schwarz-Weiß Fotografie
Sehr zu empfehlen sind auch die Artikel von Kurt Tauber, der sehr viel Aufklärungsarbeit leistete: Die Canomatic-Familie: Fakten, Fotos, Hintergrund, Meinung - Deutsches Kameramuseum

Viele haben die Geschichte dieser Kamera schon gehört und sind hoffentlich nicht auf dieses "tolle" Angebot hereingefallen. Nach allen Geschichten wollte ich mal eine haben. So eine schön güldene mit "Auto Zoom". Ja ... das konnte sie! Automatisch zoomen ohne KI! Und das mit einer Festbrennweite von 50mm! Sowas konnte nur die Canomatic.

Mythos 1: Man kann damit fotografieren.
Ähh ... ja., kann man. Ich habe sogar ein Foto mit meiner Canomatic gemacht. Bitte schön:

Bevor jetzt irgendeinem Lomo-Fan die Freudentränen ins Auge schießen ... nach einem Foto war meine Canomatic defekt. Der Filmtransport funktionierte nicht mehr, was bei dem instabilen Innenleben auch kein Wunder ist. Transportieren ließ sich der Film danach nur, wenn ich die Klappe öffnete und den Film manuell transportierte. Das Ding kann man echt vergessen! Aber ich wollte eh nicht damit fotografieren, sondern sie schlachten. Eine gute Überleitung zum nächsten Mythos.
Mythos 2: Da ist Blei drin, damit sich die Canomatic schwerer anfühlt.
200 Gramm Blei ... das ist die Schätzung, die ich öfter mal gehört habe. Aber ich wollte natürlich wissen, ob das so stimmt. Und siehe da, was ich fand:

Sind das 200 Gramm? Es gab unterschiedliche Modelle, die wahrscheinlich unterschiedliche Bleifüllungen haben. Meine Canomatic wog ohne Batterien 686 Gramm. Schaut man sich das billige Plastik und magere Innenleben an, machen auch die zwei Motoren dieser Kamera nicht viel her. Die beiden Bleiklumpen auf die Waage gelegt: 346 Gramm! Die 200 Gramm waren echt optimistisch geschätzt. Hier übrigens mal ein Überblick über die Reste.

Mythos 3: Das Blitzlicht ist aber gut!
Der Stabblitz sieht auf den ersten Blick brauchbar aus, ist aber auch nur ein Blender. Schon bei der etwas wackeligen "Blitzschiene" aus Plastik sollte man aber misstrauisch werden. Das Geheimnis: wieder mal Blei. Die 200 Gramm im Griff machen fast die Hälfte des Gesamtgewichtes aus.

Die Canomatic wird noch immer auf den üblichen Plattformen wie eBay oder Kleinanzeigen angeboten. Teilweise zu unfassbaren Preisen! Bei eBay habe ich gerade ein "Angebot" für 121,80 € gesehen. Sie wurde nur produziert, um zu betrügen. Fallt nicht darauf rein! Finger weg von dieser Kamera!!!
Mehr zu der Canomatic gibt es in meinem Blog: Die Canomatic - der ganz große Bluff - Schwarz-Weiß Fotografie
Sehr zu empfehlen sind auch die Artikel von Kurt Tauber, der sehr viel Aufklärungsarbeit leistete: Die Canomatic-Familie: Fakten, Fotos, Hintergrund, Meinung - Deutsches Kameramuseum